Mit anderen Musikern spielen heißt, sich unterzuordnen und Kompromisse einzugehen
Guten Morgen,
Kompromisse muss man im Leben immer eingehen, das fängt schon morgens beim Aufstehen an und endet dann
abends im Proberaum oder im Swinger-Club oder wo auch immer man sein jeweiliges Hobby zu betreiben pflegt.
(Hobby nenne ich es hier deshalb, weil sich die Frage für Profis naturgemäß nicht stellt)
Das mit dem Unterordnen sehe ich nicht zwangsweise so, man kann - wenn man kann - sich auch als Band-Leader
aufspielen, das tun manche anderen ja auch, oftmals die Eierschneider, aber keineswegs immer und auch keineswegs
immer in dieser Deutlichkeit.
Schlagzeug ist in der Popularmusik und auch im klassischen Bereich eher weniger als Soloinstrument(arium) verbreitet,
sondern in den weitesten Teilen der Literatur als Begleitinstrument(arium) vorgesehen. Will man dem folgen, so muss
man seinen Weg finden.
Kompromiss bedeutet: was kann ich künstlerisch oder egozentrisch für mich noch akzeptieren und wo hört es auf,
auch da ist der Vergleich mit dem Swinger-Club durchaus passend: gehe ich überhaupt dorthin und wenn ja, wie weit
gehe ich dort oder bleibe ich lieber daheim und mache es mir gemütlich.
Dasselbe kann auch ein Gitarrist machen: vom Vor-dem-Spiegel-Posen bis zum 100-köpfigen Gitarrenorchester ist da
Einiges möglich.
Und auch als Schlagzeuger kann man das letztendlich machen, wie es einem selbst halt liegt.
Ich bin ja etwas promiskuitiv, was Bands belangt, derzeit sind es zwei, der Trend geht zur Dritten.
Bei der Suche habe ich mir meine Tabus notiert, das ist das, was gar nicht geht, dann kommen die diskutablen Dinge,
die eigentlich nicht gehen, aber bei Überzeugung durch sonstige Pluspunkte gangbar werden, dann die ohnehin
diskutablen Dinge und das, was mir gefällt, ist am Unwichtigsten.
Warum?
Weil es nicht daran scheitert, dass die Band geile Musik macht, sondern daran, dass ich nach der fünften Probe dem
Gitarristen die Geige abfackele oder es scheitert nicht daran, dass der Sänger super singt, sondern daran, dass er
ständig seine Kaugummis auf meine Becken klebt oder oder oder.
Deshalb muss man sich klar werden, was geht und dann danach suchen, wo diese No-Gos nicht im Wege stehen.
Wenn man zu viele Tabus hat, wird es halt nix, siehe Swinger-Club. Hat man zu wenige, kann man auch mal darüber
nachdenken, das professionell zu machen (soll es ja auch geben).
Die meisten bewegen sich irgendwo dazwischen, oft in recht eingen Kreisen und das ist ja auch gar nicht so verkehrt,
es muss halt passen und allen (!) Beteiligten halbwegs (also 80 % offenbar) Spaß machen und so ist es gut.
Grüße
Jürgen