Beiträge von 00Schneider

    Da bei Mikrofonen die Membranen in der Regel rund sind, können Umfang und Durchmesser einfach umgerechnet werden, die mathematische Gleichung unterscheidet sich nur durch eine Konstante. Daher eigentlich Hund wie Katze.


    Prinzipiell hast du recht, bei Mikrofonen nimmt man den Membrandurchmesser für die Betrachtung her. Aber: wenn die Wellenlänge genauso groß wie der Membrandurchmesser ist, dann gibt es bereits eine definierte Richtwirkung. Die Auswirkung ist also schon da und fängt nicht erst an.


    Bei Lautsprechern dagegen nimmt mal als Kriterium meist den Membranumfang als Grenze.

    Ist der einzige Nachteil tatsächlich, dass sie Kugelcharakteristik haben?


    Ja und nein.
    Es gibt noch ein paar Dinge in denen sich Messmikros von Studiomikros unterscheiden. Die meisten Messmikros haben aufgrund der kleinen Membran ein recht hohes Grundrauschen. Das gilt selbst fürs 450€-teure Haun MBNM 550 E-L, das Rode NT5 für 150€ ist da über 15 dB besser (soweit die Datenblattangaben stimmen...), und auch für Messmikros über 1000€. Dieses hohe Rauschen kann im Studio tatsächlich schnell stören. Um Messmikros technisch auszureizen braucht es zudem auch ein gutes Netzteil, denn je besser die Versorgungsspannung ist (d.h. im Falle von Gleichspannung "glatter"), desto genauer ist es. Da geht es zum einen um die höhe der Spannung die die maximale Aussteuerung beeinflusst (Messmikros haben da bis zu 200V), und auf der anderen Seite die Restwelligkeit (die nur im µV-Bereich liegen darf) die das Grundrauschen bestimmt. Da sowas mit einer sehr aufwendigen Fertigung verbunden ist, kosten gute Messmikros ein paar Tausend Euros (ich meine damit Industrie-/Hersteller-Anwendungen, um ne PA-Anlage einzumessen reicht ein einfaches).


    Aber wer will schon zu jedem Mikro einen eigenen Vorverstärker dazu? D.h. dickeres Kabel, extra Strom für den Vorverstärker, man muss aufpassen dass man immer den richtigen Vorverstärker ans jeweilige Mikro anschließt. Da ist die 48V Phantomspeisung um Welten praktikabler.


    Wer will kann sich die DPA Mikros anschauen (Brüel&Kjaer), die kann man im Endeffekt als Studiomikros mit Messmikrofontechnik sehen. Da gibt es auch Modelle die nicht mit 48V, sondern mit 130V arbeiten wodurch ein noch hörerer SNR erzielt wird.


    Zusammenfassend: Ein Studiomikrofon mit Kugelcharakteristik ist fürs Studio auch praktische und nicht schlechter als ein Messmikrofon (außer der Preis und Handlich sind einem egal).


    Ein Druckempfänger hat immer Kugelcharakteristik, und das ist meist nicht gewünscht bei Aufnahmen, besonders bei Nahabnahme. Richtmikros (d.h. alles außer Kugel) sind Druckgradientenempfänger (Schnellemikrofone), sie reagieren nicht auf den Schalldruck sondern auf den Druckgradienten bzw. die Schnelle. Der Druckgradient gibt die Änderungsrate und die Richtung des steilsten Anstiegs des Skalarfeldes an einem Punkt im Raum an. Ich versuchs in einfachen Worten: Der Druckgradient hat eine Richtung, und da das Richtmikro auf die Richtung reagiert, interessiert es sich für den frontaleinfallenden Schall mehr als für den von der Seite (im Falle der Niere). Die Schnelle ist die Geschwindigkeit mit der die Luftmolekühle schwingen, die ist direkt mit dem Druckgradienten verknüpft. Druck dagegen hat keine Richtung. Reagiert ein Mikro auf den Druck, ist die Richtung vom Schall irrelevant.


    Die Richtcharakteristik ist aber gewünscht und notwendig, weil man nur den Schall aus einer bestimmten Richtung haben will. Besonders live, wenn da 20 Mikros alles aufnehmen hast du den reinsten klanglichen Müll. Das zu "sortieren" (im Mischpult) geht kwasi nicht.


    Deshalb: Richtmikros für Musiker: sinnvoll.


    Oder anders gefragt: Der optimale Druckempfänger existiert schon seit Jahren? Und die Industrie müht sich "nur" noch um tolle Nieren usw.?


    Ja, aber das "nur" ist wie du bereits andeutest eben gar nicht so einfach.


    Das Problem ist die Richtcharakteristik weitestgehend unabhängig von der Frequenz zu bekommen (sofern man das will). Und das ist sozusagen die Königsdisziplin, da steckt enormer technischer Aufwand und Know-How dahinter. Deshalb gibt es Mikros für 100€ und für 1000€.


    Aber man ist schon länger technisch in der Lage, Kleinmembranmikros so zu bauen dass sie ebenbürtige wenn nicht bessere Daten haben als Großmembran. (Damit meine ich z.B. das Grundrauschen, bei hohen Freuquenzen kann die große Membran eh keine gute Richtcharakteristik mehr halten, da der Membranumfang im Bereich der Wellenlänge liegt, somit diesbezüglich kleine Membrane immer im Vorteil sind.)



    Wenn das das Fazit ist, dann könnte man wieder die Frage stellen, ob es nicht ein "normales" Mikrofon mit ein bisschen Schrauberei an der Peripherie getan hätte.


    Genau das würde ich auch behaupten wollen, habe es aber nicht ausprobiert. Beliebiges Mikro das weit runter geht per EQ beschnitten und dazugemischt dürfte einen ähnlichen Booster-Effekt bringen. Einzige das träge Ein- und Ausschwingen ist nicht so einfach nachzubilden, wenn man nicht weiß wie man das geht (also es für Enduser kein Plug-In gibt dass das macht).

    für einen Nichtphysiker überwiegend kaum verständlich, allerdings ein paar interessante Stellungnahmen. Dass Klassik (und dafür arbeitet Schoeps wohl überwiegend) und Pop andere Baustellen sind, kommt dabei ein wenig kurz.


    Bei Musik ist es vielleicht Klassik, aber vergiss nicht Funk und Fernsehen (Studio (Radio/Fernsehen) aber auch Tonangel* etc.) und die zahlreichen Sprecher (alter Bundestag, zahlreiche Landtage und auch Parlamente im Ausland...).


    *Standard-Mikro in der Tonangel ist meist ein Sennheiser MKH, Schoeps gibt's da aber auch


    Bei den Großmembranen fällt mir eine Frage ein: einige Leute schwören ja auf eine richtige Großmembran, um einen "subkick" zu erzeugen. Wer hat da nun Recht?
    Ich weiß es wirklich nicht und für mich wird es wohl auch aus praktikablen Gründen weniger relevant sein, aber interessieren würde es mich schon.


    Es ist so wie er im Video sagte, für tiefe Frequenzen braucht man keine große Membran. Schau dir Messmikros an (BKSV/Brüel&Kjaer, GRAS), es gibt welche die gehen problemlos bis zu 0,5 Hz runter. Das macht aber weder Live noch im Studio Sinn diese Frequenzen aufzunehmen, weder hört der Mensch sie, noch kann man sie vernünftig wiedergeben. Man hätte dadurch nur sehr große Ausschläge bis zur Vollaussteuerung wenn eine Tür geöffnet wird oder jemand durch den Raum geht.
    Und das geht aber am besten mit Kugelcharakteristik (Druckempfänger), eine Niere hat auch einen hinteren Schalleinlass. Betrachtet man also den Fall von 0 Hz/Gleichdruck, so wirkt sich der z.B. bei Niere vor der Membran genauso aus wie hinter der Membran. Anders gesagt: Die Niere interessieren tiefe Frequenzen nicht so sehr.


    Etwas anderes ist ein Subkick (Lautsprecher als Mikrofon), da wird gezielt der schmale Frequenzumfang und das träge Ein- und Ausschwingverhalten des Lautsprechers als Klang genutzt. Hat aber mit dem echten akustischen Ereignis nicht mehr viel zu tun.

    Wie lange ging's denn insgesamt? Die Videos sind ja nur knapp 90 Minuten.


    Klar ist der für Schoeps, aber in den Videos erfährt man so viel wichtige Dinge, worauf es eigentlich ankommt. Vieles wird ja leider nur angesprochen. Findet man extrem selten dass Hersteller die Öffentlichkeit in dem Maße an ihrem Fachwissen teilhaben lassen. Grenzen der Messdiagramme wegen dem Raum, das lassen viele unter den Tisch fallen.


    Z.B. das mit dem Diffusfeldfrequenzgang was ich auch hier ab und zu proklamiere, das ist wichtig für jeden. Entscheidend ist nicht immer der On-Axis-Frequenzgang, den kann ich auch per EQ korrigieren, aber wenn ich ein Mikro an die Snare stelle kommt es evtl. stark drauf an wie die HiHat in dieses reinspricht und besonders wie die im Snaremikro klingt. Da schneidet ein SM-57 halt eigentlich doch eher schlechte ab als ein M201 oder so.


    Und die Grundmessage ist aber doch immer noch: Wisse was du tust. Als erstes kommen Musiker und Instrument, dann der Raum, dann erst das Mikro.


    Er verteufelt Großmembranmikros letztendlich auch nicht, er sagt nur dass man genau wissen sollte warum man es einsetzt und wie die technischen Gegebenheiten in Wirklichkeit sind. Gerade in der Audiowelt ziehen immer noch viele Halbwahrheiten durch die Gegend.



    P.S. Du hättest fragen müssen, mit welchen Messmikros sie bei sich messen wenn sie mal messen müssen... :D

    Zu sehen ist ein Gastvortrag von Joerg Wuttke (Schoeps) im Mai 2009 an der Hochschule der Medien Stuttgart.


    Zitat

    Der Vortrag war überschrieben mit “Mikrofon-Seminar: Theorie und Anwendung von den Grundlagen bis Surround”. Der Vortrag stellt einen wunderbaren Gesamt-Einblick sowie eine fachlich ausgezeichnete Einführung in die technische Welt des Mikrofons und seine Anwendung auch unter der Berücksichtigung der Historie dar.


    Infos und Hintergründe: http://www.recordjob.de/2009/0…enzgang-tiefe-frequenzen/


    Insgesamt 9 Teile: http://www.youtube.com/watch?v=Mx6FKcKfh_8&feature=related


    Viel Spaß.

    Mit Cubase geht das, aber vorgefertigt ist da soweit ich nichts.


    Schau dir dochmal Magix Music Maker, FL Studio (vormals Fruity Loops) oder Ableton Live an, oder wenn du nen Apple hast Garage Band. Ich glaube das ist eher was du suchst.

    Ja, das MRX wird etwas lauter sein. Hast du ein MMX und suchst das Tom als Ergänzung? Dann ist es vermutlich nicht so gut, weil in dem Fall (MMX vs. MRX) die Verstärkungsringe den Sound merklich beeinflussen. Bzw. wird es nur einen schmalen Stimmbereich geben in dem beide annähernd harmonieren.

    Wer mehr als 1k€ für ne Brady ausgibt, kauft imho im falschen Laden... ;)



    Aber mal anders gefragt: Mit der 14" Gretsch bekommst du doch sicher einen guten Funk-Sound hin. Wieso nicht die entsprechend stimmen?

    Dem gesagten stimm ich zu, ist manchmal auch extrem von der Kopfform abhängig.


    Den 271 habe ich selbst, mir persönlich dämmt der zu wenig im Bass, da dröhnt mir mein Set zu viel. Schau dir mal als wirklichen Drummerkopfhörer den Beyerdynamic DT 770 M an, der dämmt richtig viel und gut. Aber das kann auch zu viel sein.


    Um mit der Suchmaschine bei weniger als 4 Zeichen was zu finden musst du einen Platzhalter verwenden, weil so kurze Wörter ignoriert werden. Also 271* oder 171*. Oder die Google Suche mit site:drummerforum.de verwenden. Zum 271 findest du da einige Meinungen, 171 ist wenig verbreitet. Der ist aber ähnlich zum Sennheiser HD-25.

    was mich, auf den kostenaspekt zurückkommend, hier am allermeisten wundert ist wieso man dauernd über verloren gegangenes privatkapital weint und nicht einfach dezente werbung schaltet. ein portal dieser größenordnung lässt sich ohne weiteres durch werbung finanzieren und dazu bräuchte es hier vermutlich noch nichtmal solche von der aufdringlichen sorte. mich würden ein paar themenbezogene google ads am rand mal garnicht stören. man muss ja nicht draufklicken wenn mans besser weiß.


    Nein, das stimmt nicht dass das ohne Probleme geht. Selbst Bernhard Castiglioni hat bei Drummerworld starke Probleme. Genauso das Musiker-Board, das hat zwar Werbung, da sie aber genau die aufdringlichen Flash-Pop-Ups nicht wollen, decken die Banner nur selten die Kosten. Dass Musikinstrumentenfirmen normale Banner-Werbung schalten ist höchst selten, und die werfen bei weitem auch nicht so viel ab wie man vermuten könnte. Beim Pa-Forum geht's anscheinend auf, aber da ist das Board selbst, also die Forensoftware recht schlank gehalten.


    Es ginge vielleicht wenn du aggressive Banner zulässt, eben die die einen erstmal beästigen und die man umständlich wegklicken muss.