Beiträge von m_tree

    Ich wollte anfänglich nur wissen, ob es hier leute gibt (oder jemand wen kennt) der sich die bass drum nach links und das hihat nach rechts schnallt, um OH zu „werden“.

    OK ... davon würde ich aus den genannten Gründen, die m.E. gegen einen gespiegelten Aufbau sprechen, abraten. Zumal du so zwar nicht mit den Händen aber mit den Füßen umlernen müsstest.


    Ja, genau das meine ich auch mit: man hat OH am Anfang ein schwereres Leben - langfristig zahlt sich das vielleicht aus. Mit einer Führungshand und Cross ist man schneller "am Start".

    "Vielleicht" zahlt es sich aus. Aus meiner Sicht nur unter der Voraussetzung, dass man nicht nur sehr schnell und effizient lernt und sich weiterentwickelt, sondern auch gewillt ist alle Grooves mitsamt des richtigen Feels doppelt zu lernen. Als ich mir z.B. den Rosanna-Shuffle mit allen Facetten drauf geschafft hatte, hätte ich keinen Bock drauf gehabt den auch noch zusätzlich gespiegelt zu üben.


    Mit anderen Worten: um da so flexibel sein zu können wie Simon Schröder und dabei noch sauber abzuliefern braucht man nicht nur ein besonderes Händchen dafür, sondern muss auch gewillt sein entsprechend noch mehr zu üben.


    Also aus meiner Sicht ist das nichts für den "Hausgebrauch". Eher nur was für Freaks.

    Und ich rede hier nicht von reinem OH-Spiel mit dem Ride bei der Hi-Hat, sondern dem ständigen Wechsel der Führhand.


    Also ... macht euch das Leben doch nicht unnötig schwer. ;)

    Nur mal kurz nachgefragt: Mal angenommen ich spiele alle Groove-Pattern auf der HiHat OHP, spiele aber alles andere mit Rechts als Führhand. Macht das jemand? Wäre so mein Ansatz.

    Der hier macht das (hab ich bisher auch nur bei dem gesehen):


    Simon Schröder Drums
    I´m a professional drummer based in Hanover Germany. On this channel I mostly cover songs that inspire me as a musician, but you can also find solos and live…
    www.youtube.com


    Der ist aber auch nicht "normal". ;)

    Ich finds interessant, wie einfache Fragen nicht beantwortet werden, sondern nur Neues aufreißen.

    Interessant finde ich eher, wie Antworten von erfahrenen Leuten einfach ignoriert werden.


    Also noch mal:

    Mein Rat aus Sicht des Schlagzeuglehrers ist, sich erstmal für eine führende Hand und einen Spielstil zu entscheiden. Nebenbei Rudiments durcharbeiten, um Spieltechnik und Gleichheit der Hände zu verbessern.

    Solltest du dann überproportional schnell Fortschritte machen (auch was Timing und Genauigkeit betrifft) kannst du immer noch die andere Hand als Führhand ausarbeiten und mit einbeziehen.

    Ansonsten halte ich das für kontraproduktiv.

    Ich vertrete die Meinung, dass man als "Normalsterblicher" besser damit fährt, sich auf eine führende Hand bzw. einen Spielstil festzulegen. Sonst legt man sich nur unnötig Steine in den Weg für das Erreichen höherer Spiellevels. Sogar die "Schwergewichte" und Superstars unter den Schlagzeugern waren bzw. sind in den meisten Fällen auf eine führende Hand und einen Spielstil festgelegt. Das betrifft ja z.B. auch Matched und Traditional Grip.


    Wegen des kürzlich erschienen Beato-Interviews mit Danny Carey: der ist vor ein paar Jahren auf eine Remote-HH umgestiegen, um seinen Aufbau ergonomischer zu gestalten. Nix mit OH.

    Simon Phillips als einer der bekanntesten OH-Spieler hat sein Ride auch schon immer links stehen, seit er OH spielt.


    Man muss sich das Leben doch nicht unnötig schwer machen. ;)


    Ich hatte hier an anderer Stelle schon mal den Vergleich mit anderen Instrumenten angestellt. Bei Bass und Gitarre kommt auch keiner auf die Idee, die zwischendurch anders herum zu halten. Bei Klavier und Keyboard z.B. gar kein Thema. Da sind links immer die tiefen Töne und rechts die hohen.

    Ist mit OH wirklich nur gemeint, dass man an einem standard kit mit links die HH spielt, oder fällt unter OH auch rein, wenn man eine Remote HH rechts anbringt?

    OH meint wirklich nur, die Führhand auf der Hi-Hat an einem Standard-Aufbau zu wechseln. Nicht, den Aufbau mit technischen Hilfsmitteln anzupassen.

    Wobei konsequentes OH-Spiel dann einschließt, das Ride auch nach links zu stellen.


    Ich habe kürzlich einen privaten Schüler (9 J.) dazu bekommen, der nach aktueller Kenntnis wohl Linkshänder ist. Habe dann schon in der Probestunde die Problematik mit gespiegeltem Aufbau beim Elternteil angesprochen. Ende letztes Jahr war ich bei einer Session, wo inkl. mir drei Schlagzeuger gespielt hatten. Ich hatte mich an dem Abend ums Schlagzeug gekümmert und konnte noch durchboxen, dass die Kapelle des Linkshänders mit gespiegeltem Aufbau zum Schluss spielt. Allein dieser Umbau war mit Mikrofonierung schon ätzend. Dieser Umstand spricht aus meiner Sicht wirklich sehr gegen gespiegelte Aufbauten. Ob der betreffende Schüler bei mir dann mit Überkreuz oder OH anfängt, muss ich in den kommenden Stunden erst noch erörtern.


    Für mich einfache und langsame Sachen kann ich auch OH spielen. Aber mein mittlerweile recht spezielles Feel und meinen Groove, besonders auch bei triolischen Sachen, kriege ich nur mit rechter Führhand hin. Und nachdem ich mich nun, neben Musikmachen, Mixing+Mastering und Unterrichten, auch mit anderen Instrumenten befasse, betrachte ich das weitere Vertiefen von OH für mich als sinnfrei. Meine spezielle Spielhaltung, bei der ich die Sticks beim Spielen auf der Hi-Hat trotz klassischer Haltung nicht überkreuze, erlaubt es mir sowieso für Backbeats über das Höhenniveau des rechten Sticks auszuholen. D.h., ich bin durch die klassische Haltung da nicht eingeschränkt (und habe auch keine Rückenprobleme oder so deswegen ...).


    Um die beiden Hände (und ggf. Füße) besser aneinander anzugleichen bzw. die schwächere Seite zu trainieren, halte ich Rudiments für am besten geeignet. Vor allem durch das Durchspielen von "Stick Control" konnte ich da für mich noch ein paar Quäntchen rausholen.

    Hab das Interview eben geschaut. Hat richtig Spaß gemacht. Da ist mir buchstäblich ein Licht aufgegangen (nicht nur was das Fachliche bzw. den Inhalt betrifft).

    Ich hatte den Vergleich von Oktava MK-012 (Niere) und Rode M5 (nicht NT-5) als Overheads im Vergleich in der Zwischenzeit übrigens gemacht. Die M5 haben zwar auch 'ne leichte Höhenbetonung, klingen aber auch insgesamt deutlich dünner als die MK-012. Die Becken klingen bei den M5 sogar klarer und differenzierter (bzw. definitiv heller), aber klingen insgesamt nicht so schön / tendenziell nervig. Wenn ich die MK-012 untenrum mit 'nem Shelf leicht ausdünne, weil's mir da zu viel mumpft (da drücken die Trommelmikros bei mir schon genug), klingen die Becken bei denen immer noch "geschmeidig".


    In dem Zusammenhang habe ich noch mal einen Direktvergleich von MK-012 und Neumann KM184 als Overheads rausgesucht (von Oliver_Stein ). Die KM184 haben ja, im Gegensatz zu den alten KM84i, auch 'ne leichte Höhenbetonung. Berücksichtigt man das, klingen diese beiden Mikros sogar recht ähnlich. Wobei Neumann halt noch mal insgesamt "besser" klingt. Weichere Höhen, natürlichere Mitten usw. ...


    Im Preissegment der M5 sind die aber definitiv eine gute Wahl.


    Overheads für die meisten Anwendungen im Hobbybereich die meist in eher kleinen Geschlossen Räumlichkeiten, meist auch klanglich ungünstigen

    Räumlichkeiten stattfinden, nicht selten eher Kontraproduktiv.

    Definitiv sind Overheads als Hauptmikros, ohne dass Stützmikros eine besondere Rolle spielen (Bassdrum ausgenommen), in kleinen und niedrigen Räumen problematisch. Kontraproduktiv ist das gerade im Hobbybereich aber ganz sicher nicht. Denn immer noch besser als gar keine Aufnahme. Auch mit größerem Budget muss man es halt erstmal schaffen aus deutlich mehr Mikros was vernünftiges zu Mixen.


    Mich würde echt mal 'ne Aufnahme von dir interessieren, wo du ein Schlagzeug nur mit Close-Mics aufnimmst. Mal davon abgesehen, dass Becken aus nächster Nähe immer scharf klingen, braucht man für Aufnahmen noch Mikros für den Gesamteindruck vom Set. Die wirken dann wie Kleber. Können ja auch Raummikros sein. Aber nur mit Close-Mics wirds nicht nur heftig zerpflückt und unnatürlich, sondern bei den Becken auch sehr scharf und direkt.


    Ich forme meinen Schlagzeugmix noch ein gutes Stück über die gesamte Summe, welche alle Tracks inkl. parallelen Receive-Tracks umfasst. Und zwar ganz bewusst, um die vielen Einzelspuren wieder zusammenzufügen. Man nimmt das Schlagzeug mit Einzelmikrofonierung sowieso schon auseinander.

    Auch einen Bandmix kriegt man aufgeräumter, wenn man alle Schlagzeugspuren am Ende in ihrer Gesamtheit komprimiert und EQed.

    Als Hauptmikrofone für Lead oder Solo-Instrumente würde ich die MK-012 auch nicht unbedingt benutzen. Ein Vorteil dieser Mikros ist m.E. ja gerade, dass sie so erdig, unaufdringlich und hintergründig klingen und viel "verzeihen". Weil ich die Trommelspuren derzeit sehr nach vorn mische und die Overheads schon eher nur noch für die Becken und das "Gesamtbild" vom Set nutze, passen die MK-012 da ganz gut bei mir ins Konzept. Aber als Hauptmikrofone für eine Akustik-Gitarre, welche das einzige oder das Lead-Instrument ist, würde ich die MK-012 eher nicht benutzen.


    KM84i oder KM184 klingen natürlich noch mal deutlich natürlicher. Die Königsklasse ist allerdings Schoeps CMC-64, vor allem auch was die Natürlichkeit angeht. Die würde ich aber wiederum eher nicht für Overheads benutzen, schon gar nicht im Bandkontext.


    Für die ersten Gehversuche beim Recording werden die M5 aber ganz sicher ausreichen. Ich hatte damals mit t.bone SC-140 angefangen. DIE haben wirklich China-Höhen.

    Weil ich Oktava MK-012 als Overheads nutze und die Rode M5 ja auch da habe, werde ich bei Gelegenheit mal einen Vergleich der beiden Mikros als Overheads machen.

    Interessiert mich sowieso schon länger. Die MK-012 spielen natürlich in einer anderen Klasse als die M5. M.E. in der Preisklasse und abseits von Neumann (KM84 / KM184) so mit das beste und natürlichste, was man kriegen kann. Leider sind die ja hierzulande nicht mehr verfügbar (Oktava ist 'n russischer Hersteller ...). Bin insofern froh, noch ein Paar abgestaubt zu haben.


    Man darf beim Mikrofonieren von Becken aber nicht vergessen, dass auch besser klingende Mikros schnell mal harsch klingen können. Z.T. auch an "weich" klingenden Becken. Eine sehr große Rolle spielt die Position und Ausrichtung der Mikros. Als Faustregel könnte man definieren: je näher das Mikro am Becken ist und je deutlicher es auf die Mitte ausgerichtet ist, desto harscher und schärfer klingts. Je weiter weg und je weiter weg vom Mittelpunkt es ausgerichtet ist, desto weicher. Das gilt auch insbesondere für Nierencharakteristik, weil die Höhendarstellung On-Axis am ausgeprägtesten ist und auch besonders noch mal für Kleinmembran-Kondensator Mikros, weil die die Transienten sehr "zackig" abbilden.


    Nachdem ich die M5 ja nun als Stützmikros an Hi-Hat und Ride nutze, kann ich aber sagen, dass es definitiv schlimmeres als diese Mikros gibt. In der Preisklasse sowieso. So harsch und unangenehm finde ich die nicht.

    M_tree meinte auch mal das er 14 Mic's im Einsatz hat, also vermutlich 2 t.bones am Tom (oben/unten)?

    Ich denke: nein, das sind nur die Mics von oben. m_tree kann das bestimmt aufklären hier...

    Ja, Toms nehme ich nur von oben ab. Ohne Side-Snare nehme ich z.Z. mit 12 Mikros auf:

    - Bassdrum innen + außen

    - Snare oben + unten

    - Overheads (Stereo)

    - Hi-Hat + Ride

    - vier Toms


    Raummikros lohnen sich bei mir derzeit nicht. Für Aufnahmen find ich zusätzlich Snare unten (Teppich) und Bassdrum außen ganz gut, dadurch werden sie fetter und auch etwas natürlicher. Bei der Snare kommen Ghostnotes so auch besser durch. Diese Spuren misch ich aber nur leicht dazu (Snare-Teppich mit Phasendreher). Hi-Hat und Ride sind auch nur Stützmikros, die ich untenrum stark ausdünne und mit Automation gezielt leise dazu mische. Die Toms mach ich mittlerweile mit Automation komplett aus, wenn sie nicht gespielt werden bzw. gate ich sie neuerdings wieder. Letzteres funktioniert aber nur zuverlässig, wenn ich die Snare auf den Toms mit Side-Chains und Duck-Gates vor den Gates zähme. Sonst machen die Gates bei lauten Snare-Schlägen manchmal auf (oder es gehen leise Anschläge verloren). Man kann die Tom-Mikros natürlich auch extrem nah ans Fell bringen, um mehr Nutzsignal zu kriegen, aber das klingt dann eben auch ... anders (um's mal neutral zu formulieren).

    Obwohl meine Overheads nach längerem Experimentieren mein Set derzeit sehr ausgewogen einfangen, stütze ich das China-Becken mit einer Kopie der 16er Floortom-Spur mit Automation.


    Ohne weiter auf die Details einzugehen, kann ich in diesem Zusammenhang dani808 beipflichten. Du tust dir selbst einen Gefallen, wenn du erstmal auf Tom-Mikros verzichtest. Allein mit der Overhead-Aufstellung und einem grundsätzlichen Mixdown der vier Spuren (OHs, BD, Snare) wirst du schon erstmal genug zu tun haben.

    Je mehr man komprimiert und Höhen anhebt, desto mehr (Becken-)Bleed holt man auch hoch. Besonders Tom-Spuren sollte man dann wirklich ausblenden, wenn sie nicht angespielt werden. Mit Gates funktioniert das aber nur teilweise zuverlässig (entweder es verschwinden sehr leise Anschläge oder die Gates machen z.B. auch bei Snare-Anschlägen auf). Bei Rammstein (Rossi Roßberg ist da Drumtech) habe ich mal gesehen, dass live zusätzlich Trigger an den Toms benutzt werden, um die Gates anzusteuern.


    Gegen MD421 habe ich übrigens nichts. Das sind wunderbare Mikros, die immer noch ihre Daseinsberechtigung haben. Und klingen an Toms auch sehr gut. Wenn die in Tonstudios sowieso vorhanden sind, dann klar -> go for it. Aber extra MD421 für Homerecording von Toms zu kaufen halte ich für völligen Overkill. Dann eher e604 (klingen ähnlich) oder eben günstigere Alternativen.

    Die MB85 Beta sind eigentlich Gesangsmikros. Klingen den MD421 oder auch e604 ähnlicher als SM57, welche ich persönlich nicht gern für Toms benutze. An der Snare find ich SM57 dagegen prima. Ist ja auch Geschmackssache.


    Von den t.bone Schlagzeugmikros halte ich dagegen nicht viel. Um die würde ich einen Bogen machen.

    Du stehst also auf Mikrofone mit Nieren-Charakteristik 😅👍 war das t.bone ernstgemeint? 😅

    Niere ist einfach die populärste und verbreitetste Richtcharakteristik und beim Schlagzeug sowohl für die Nahmikrofonierung als auch die Overheads gut geeignet.

    Die genannten t.bones benutz ich z.Z. selbst an Toms, ja. Aktuelle Hörbeispiele in meiner Hörzone. ;)

    Ich mag z.B. die Sennheiser MD421an den Toms gerne.

    Macht mit vier Toms bei Neukauf knapp 1.600€. Ich wette mit dir, dass du im Endprodukt keinen Unterschied zu den 1/10 so teuren MB85 Beta hörst.


    Nur weil MD421 an Toms in großen Tonstudios wegen ihrer Verfügbarkeit so populär geworden sind, heißt das nicht, dass man die klobrigen und zugleich empfindlichen Mikros auch unbedingt an Toms benutzen muss. Das machen vor allem Leute, die viel Wert auf Schein und weniger auf Sein legen.

    Ich habe mal mit der Transkription angefangen und zwei Stellen auszugsweise ausnotiert. Im Refrain (auf dem Ride) ändert sich am Groove und den Ghostnotes grundsätzlich nicht viel. Das ausnotierte Fill habe ich ausgesucht, weil ich daran und auch am Schluss-Fill noch mal nachgebessert hatte. Dabei habe ich mich an der Gitarre orientiert und ganz bewusst diesen Handsatz gewählt, um einen punktierten-Achtel Flow zu kreieren. Das Schlussfill ist ähnlich strukturiert, nur in die Gegenrichtung.



    Zu den Ghostnotes würde ich noch ein kurzes Tutorial-Video machen, wo ich das alles deutlich langsamer spiele und exklusiv hier bereitstellen ("nicht gelistet" auf Youtube).

    Wobei am Ende nur die Punktedifferenz entscheidend ist. Korkis Voting z.B. hat überall nur 5 Punkte addiert. Es spielt also keine Rolle, ob jemand nur 1-3 Punkte oder nur 3-5 Punkte vergibt - in beiden Fällen ist die Differenz die gleiche. Aber es macht eben einen Unterschied, ob jemand die Punktespanne voll ausreizt oder nicht. Dass die Punktespanne voll ausgereizt werden soll hatte ich ja am Anfang auch in die Formulare geschrieben - genau aus diesem Grund. ;)

    Wurde aber eben nicht von allen beachtet ...