Beiträge von m_tree

    Zwar höre ich schon einen kleinen Unterschied, bin aber überrascht wie wenig das ausmacht. Auch mit mehr Basotect wird's da nur um Nuancen gehen. Bin daher am Überlegen ob ich mir den weiteren Aufwand spare und die vorhandenen Platten lieber im Bereich des Schülerschlagzeugs anbringe.


    Ansonsten bin ich's ja sowieso gewöhnt, aus wenig viel zu machen. Am Ende sind's Werkzeuge. Mit qualitativ besseren und teureren Werkzeugen kann man i.d.R. auch besser arbeiten. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich brauch mir da nur immer wieder meine t.bone MB85 Beta an den Toms anzuschauen. Glaube nicht, dass die mit vier 10x so teuren MD421 deutlich besser klingen würden. Die MB85 Beta ziehe ich jedenfalls waschechten SM57 an den Toms vor.


    Ich habe mich über die Zeit aber auch immer wieder damit beschäftigt, wie ich die Becken brillant und schön / weich / geschmeidig kriege. Brizzelige, scharfe und nervige Becken finde ich grausam. Und das entsteht oft auch durch ungünstige Nahmikrofonierung. Durch den unaufdringlichen Klang der Oktava MK-012 bin ich da schon ganz gut aufgestellt. Nun war halt meine Überlegung, das noch weiter zu optimieren.

    Hier mal ein Foto von vorhin:


    Hängt genau mittig über den Overheads. Die Aufhängung ist nur provisorisch, aber hält ganz gut. Ich will dann mit 2x1m den kompletten Bereich des Sets bzw. vor allem der Becken abdecken. Dann mach ich noch mal Vergleichsaufnahmen.


    Ich hab zu "Around The World" (Red Hot Chili Peppers) gespielt. Ursprünglich hatte ich das als FLAC mit längerer Laufzeit rausgezogen. Aber so waren die Dateien zu groß um sie hier hochzuladen. Also nur der Anfang als MP3s. Die Overheads sind nur ein bisschen auf Pegel gebracht, ansonsten komplett roh.


    Mix MIT Basotect.mp3


    Mix OHNE Basotect.mp3


    Overheads MIT Basotect.mp3


    Overheads OHNE Basotect.mp3


    Der Mix ist mit dazu geschalteten Bassdrum- (innen + außen), Snare- (oben + unten) und (vier) Tom-Spuren auch nur ein bisschen mit EQ, Kompression und Sättigung bearbeitet. Für einen richtigen Mix kämen da bei mir noch ein paar Sachen dazu (angefangen mit den Stützmikros an Hi-Hat und Ride).


    Overheads: 2x Oktava MK-012 Niere

    Bassdrum: Shure Beta 52a innen, Audix D6 außen

    Snare: 2x SM57 oben + unten

    Toms: 4x t.bone MB85 Beta

    Interface: Focusrite Scarlett 18i20 2nd Gen, Behringer ADA8200 (Toms)

    Da hängen einige Rockwoolabsorber an Decke und Wänden.
    Die haben eher homöophatische Wirkung und geben das Gefühl das man akustisch was gemacht hat. :)

    Rockwool hatte ich für die Bassfallen ja auch genommen. Basotect hat aber halt nicht nur wesentlich bessere akustische Eigenschaften, sondern kann halt auch "nackig" ohne Abdeckung im Raum hängen. Die Steinwolle hatte ich jedenfalls eingepackt. Man muss sich ja nicht vorsätzlich Atemwegserkrankungen einfangen.


    Ich nehme sogar einen Unterschied durch meine Diffusoren und vor allem auch durch die darüber befindlichen Laken wahr. Das war bei der Demontage im alten Raum auch deutlich zu merken.


    Zudem sind die OHs ja nach unten gerichtet und die Niere fängt da wohl eher Reflexionen der Wände und des Bodens ein.

    Die Wände sind ja bereits mit Diffusoren und Laken nicht mehr ganz kahl.

    Und auch in großen und hohen Räumen zeigen die Overheads i.d.R. mit Niere nach unten.

    Off-Axis nehmen Nieren in der Praxis schon auch noch einiges auf. Zumal die Reflektionen von der Decke ja auch wieder in den empfindlicheren Bereich gelangen.


    Aber du hast schon recht. In so kleinen Räumen macht das alles nicht so richtig Spaß und es ist eher Verschlimmbessern als Optimieren. Geht's dagegen nur um eine Abhörumgebung oder auch nur um Gesangsaufnahmen sähe das etwas anders aus. Aber ein Akustikschlagzeug klingt in einem großen und hohen Raum ohne viel Dämpfung einfach immer besser.

    Wie hoch ist dein Raum?

    Tatsächlich schwankt die Höhe mit der Längsseite (5x3m) um 20-30cm. Im Bereich des Schlagzeugs sind's knapp 2,5m.


    Ich werde nachher evtl. noch einen Test einspielen und das Zeug dafür dann wieder übers Schlagzeug hängen. Kann ja mal 1-2 Fotos machen.


    Auch werde ich mein Vorhaben umsetzen und noch mehr 10cm dickes Basotect über dem Set anbringen. Hochwertige Breitbandabsorber kann ich sowieso gebrauchen.

    Dann werden auch die Vergleichsaufnahmen wahrscheinlich eindeutiger. Z.Z. ist's ja nur 1m².


    Beim nochmaligen Reinhören konnte ich zwar wieder feststellen, dass die Overheads ohne Basotect offener klingen. Aber auch, dass die Becken mit Basotect weniger schrill, sauberer und unaufgeregter klingen. Ist halt leider so, dass mit abnehmender Raumgröße- und Höhe auch mehr akustische Maßnahmen notwendig sind.

    Wobei ich auf Bassabsorber erstmal verzichte. Meine Steinwolle hatte ich aus dem alten Raum dann rausgeschmissen. Die Vergleichsaufnahmen waren auch da ernüchternd.


    Melde mich dann heute Abend wieder mit dem Audiomaterial ...

    Nur die OH unbearbeitet wäre dienlich.

    Tatsächlich hatte ich erst einen Vergleich mit ansonsten noch provisorisch eingerichtetem Raum und abgespeckter Mikrofonierung nur mit den OHs angesetzt. Mich dann aber dazu entschieden noch zu warten und mit kompletter Mikrofonierung aufzunehmen.


    Mich interessiert dabei nämlich auch der Kontext mit den anderen Spuren und mit Bearbeitung. Darum geht's ja letztendlich.


    Ich werde also nicht nur die OHs unbearbeitet posten. Mach ich morgen.


    Sorry, ich seh hier wirklich keinen Provokationsversuch. Aber so wichtig ist es nun auch nicht, als dass man sich hier öffentlich beharken müsste. Ob du das veröffentlichen willst, ist alleine deine Entscheidung, ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass es mich definitiv interessiert. Dass du mit einer scherzhaften Antwort nicht klar kommst, ist wirklich dein Problem, nicht meins.

    Es ist halt schon bezeichnend, dass du hier noch mal nachlegst. Denn in dem Thread geht's ja tatsächlich um mein Anliegen, nicht deins. Danke fürs Interesse übrigens. Das kann man in einem Fachforum auch anders formulieren, finde ich.

    Ich kenn die Bedeutung des Spruchs. Find's halt im Kontext hier irgendwie komisch. Kann ich nix mit anfangen.

    Edit: hätte gehofft, dass du nach so vielen Jahren hier etwas gelassener mit manchen Dingen umgehst, aber deine Zündschnur scheint kurz wie eh und je.

    Keine Ahnung wovon du sprichst. Ich komm hier gut zurecht. Diese Aussage bestätigt meinen Eindruck, dass du gern mal provozierst.


    Und joa ... ich muss das ja nicht aufbereiten und hier zeigen.

    Ich habe den Raum (bzw. eigentlich die Garage - nur vorübergehend für ein paar Monate) mittlerweile fertig eingerichtet. Für den Test hatte ich erstmal zwei Basotect G+ Absorber mit je 1x0,5x0,1m besorgt. Diese habe ich dann mit 1m² Gesamtfläche provisorisch aufhängbar zusammengeklebt und mit vier Schraubhaken an die Decke gehängt. War sowieso besser, weil die Decke nicht plan ist. Hängt mit 5-10cm Abstand zu Decke, was ja die Dicke der Absorber nicht überschreitet.


    So konnte ich das gestern mal für einen Vergleich ganz schnell abhängen. Wichtig war mir, dass zum Ermitteln solcher Nuancen alle restlichen Faktoren im Raum gleich bleiben. Am besten auch die Temperatur und eben auch die Performance. Für letztere habe ich zu einem Song gespielt.


    Eigentlich hatte ich vor, noch mehr Basotect (vielleicht auch etwas dicker) zu besorgen und damit so 2m² überm Schlagzeug abzudecken. Aber das Testergebnis finde ich ernüchternd. Vor allem, weil es mir ohne Basotect besser gefällt. :D

    Absorber lassen Schallquellen auf Aufnahmen ja auch "näher" und direkter wirken. Bei den Overheads finde ich gerade das aber nun eigentlich gar nicht so gut. Ich mische die nah mikrofonierten Trommeln nämlich gern ein bisschen nach vorn und die Becken eher ein bisschen nach hinten. Allerdings ohne künstlichen Hall auf den Overheads.


    Besteht denn Interesse an den Vergleichsaufnahmen?

    HOHK

    Diesen Einwand verstehe ich. Ich halte davon eigentlich auch nichts. Denn für den angestrebten Sound bei dieser Aufnahme (die Trommeln überfett nach vorn gemixt) muss man sowieso Gates benutzen und die Toms schneiden oder automatisieren. Und vor allem die Snare schreit da förmlich nach einem dazu gemischten Sample. Das kann man ja selbst erstellen von der selben Snare.


    Zumal hier auch kein Schuh draus wird, weil die Hi-Hat auf den Overheads ohne Stützmikro (hier nicht vorhanden) und Übersprechen vom Snaremikro zu leise ist. Daher hab ich die OHs in dem Mix in der Lautstärke automatisiert.


    Also sowohl aus Drummer- als auch Produzentensicht käme das für mich nicht in Frage.

    Man kann das aber sicher Üben und ist bei weniger Groove-lastigen Genres wahrscheinlich gar nicht so problematisch.

    Lustigerweise hab ich durch diesen Thread wieder mal auf http://www.mix-challenge.com geschaut und spontan bei der aktuellen MC mitgemacht. Die Mix-Phase läuft normalerweise immer vom 1. bis 21. des Monats, dieses Mal wurde auf den 24. verlängert.


    Der Drummer der Band (aus UK) ist der Songprovider. Trommeln und Becken wurden getrennt eingespielt. Sehr interessant.


    Hier mal mein Beitrag:

    MIX CHALLENGE - MC094 October 2023 - Submissions extended until 24-OCT-2023 23:59 UTC+2/CEST - Page 10 - Mix Challenge


    LowCuts habe ich hier wieder (fast) nur auf Gitarren und Vocals. Bei bestimmten Backing-Vocals außergewöhnlich hoch (knapp 300 Hz) wegen lauten Pop-Geräuschen und ansonsten sowieso sehr hoher Tonlage. Insofern kein Problem. Problematisch wird's immer wenn sich Nutz- und Schmutzsignale im selben Frequenzbereich tummeln.

    Ob Tafelblech (engl. sheet metal) oder Guss (engl. cast) hängt sehr wohl von der Legierung ab. Mit höherem Zinnanteil wird das Material spröder und ist dann irgendwann nicht mehr oder nur sehr begrenzt kaltumformbar. Während also bei Bronze mit niedrigem Zinnanteil die Formgebung ab Tafelblech beginnen kann, kommt man bei hohem Zinnanteil offenbar nicht mehr um das Gießen herum.

    Ah, wieder was gelernt. Danke! :)

    B8 ist ja Sheet-Bronze, also große Tafeln Bronzeblech, aus denen die Beckenrohlinge ausgestanzt werden. Genau das macht es erstmal preisgünstig im Gegensatz zum Gießen und Walzen der Rohlinge bei B20.

    Ob Sheet oder Cast ist doch eigentlich unabhängig von der Legierung, oder?


    Dass Zinn ein gutes Stück teurer bzw. wertvoller als Kupfer ist könnte evtl. auch dazu beigetragen haben, dass B20-Becken als hochwertiger angesehen werden.


    Ansonsten habe ich keine Ahnung vom Beckenschmieden. Sehr auffällig finde ich aber immer wieder, wie unterschiedlich Becken mit der gleichen Legierung, gleichen Größe und auch gleichem Gewicht klingen können. Ein bisschen komplexer scheint das Thema also schon zu sein.


    Meines Erachtens sollte man als Anwender einfach seinem Gehör und (sich entwickeltenden) Geschmack vertrauen.

    Gegen ein bisschen GAS spricht natürlich auch nichts, wenn man es sich leisten kann ...

    Andererseits fehlt mir die Expertise, mein Klangziel zu erreichen. Ich weiß (zumindest grob), was ich will, ich weiß aber nicht, wie ich da hin komme. Ungefähr so, als wollte ich BeBop oder Metalcore spielen wollen - mir fehlt die Technik.

    Ich kenne das gut von meinen Anfangszeiten. Ich habe lange und verschiedene Stadien gebraucht, um meine Klangziele zu erreichen. Und es hat bis heute nicht aufgehört. Meine Erfahrung beim Mischen hat mir dann auch geholfen, meine Schlagzeugaufnahmen zu verbessern. Da ist meine Herangehensweise jedenfalls grundsätzlich, im Mix nur zu verschönern, nicht Korrigieren oder Verbiegen zu müssen. Z.B. lasse ich die Trommelspuren einzeln komplett unkomprimiert und hebe nur ein bisschen Höhen an, die Overheads habe ich bis vor kurzem einzeln komplett unberührt gelasen. Auf dem Drumbus kommen dann weitere "große EQ-Pinselstriche" dazu. Aber eben keine steilflankigen Absenkungen.


    Also der Schlüssel zu einem guten Mix sind schon auch einfach gute Aufnahmen. Je besser die zusammenpassen und schon dahin gehen, wo es hingehen soll, desto weniger EQing ist im Mix nötig. Und dann ist ein guter Mix auch die Voraussetzung für ein gutes Mastering. Da sollte dann ja eigentlich gar nicht mehr so viel gemacht werden, wenn's nicht nötig ist.


    Falls wir als Band mal eine richtige Produktion machen wollen sollten, würde ich auch umfangreicher mikrofonieren. Aber das steht derzeit nicht zur Debatte. Ich bin mit den Primärsignalen eigentlich auch immer zufrieden, der Mix soll halt besser werden, aber erst mal ohne zusätzliche Kanäle.

    Falls es doch mal zur Debatte steht: Ich biete Mixing (und obligatorisches) Mastering verhältnismäßig günstig an. Mit unverbindlichem Testmix und mehreren Korrekturmöglichkeiten pro Mix.

    Es hat eben auch den Vorteil, dass dieser Schritt der Produktion von einer ansonsten unbeteiligten und unvoreingenommenen Person durchgeführt wird.

    Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit eines externen Masterings.


    Um das Becken leiser zu bekommen, könnte ich die Position ändern, z.B. das Becken weiter nach rechts schieben, weiter weg vom Mikro. Das Mikro selber muss etwa dort bleiben, wo es ist, einmal wegen der Stereoachse und zum anderen weil der Rest des Kits recht gut abgebildet ist. Ein bischen mehr Hihat hätte ich auch gerne. Dafür hab ich im Proberaum ein zusätzliches Mikro, aber das Audio Interface hat keinen Eingang mit Phantomspeisung mehr frei, daher müsste ich noch zusätzlich ein Pult mitnehmen, was ich nicht möchte. Mittelfristig muss ein Interface mit mehr Mikrokanälen her.

    Die Entfernung und Position (zumindest bei Richtmikrofonen) macht nach meiner Erfahrung sehr viel aus. Eine andere Möglichkeit wäre, das Becken leiser zu machen. Subtil ginge das mit ein bisschen Gaffa auf der Unterseite. Oder ein leiseres Becken nehmen.

    nils

    Klingt auf jeden Fall gut. Nur das Crashbecken finde ich verhältnismäßig (stellenweise) etwas zu laut. Ist aber schwierig zu lösen, wenn die Mikrofonierung so schmal bleiben soll.


    OK, ich hab noch viel zu lernen.

    Ich auch. ^^


    Durch die Teilnahme an Wettbwerben auf http://www.mix-challenge.com bin ich da z.T. auch auf den Boden der Tatsachen gekommen. Da muss man auch immer eine ausführliche Dokumentation schreiben. Der Admin ist ein Deutscher und sucht immer nach Songprovidern. Falls du da mal Interesse hast.


    Vieles ist auch einfach Geschmackssache. Wichtig ist, denke ich, das ganze am Ende künstlerisch anzugehen (weniger technisch).

    nils

    Ich schick dir die Projektdatei per PN. Du wirst halt keine Einsicht in die Effekteinstellungen haben, weil ich die REAPER-Effekte kaum noch nutze.


    Ich hab's noch mal in CD-Qualität als 16bit FLAC (gedithert) rausgezogen. Ist mit 0,3 dB TruePeak Headroom jetzt bei -11,8 LUFS integrated. Für das Arrangement mit den drei Instrumenten und den ganz ruhigen Passagen ist das schon recht viel. Ging trotzdem relativ problemlos. Es geht da hauptsächlich um die Frequenzverteilung und den Umgang mit Peaks.


    Nils Beispielmix.flac
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    Wie sah denn die Mikrofonierung so aus? Die Bassdrum hat auffällig viel Tiefbassanteil. Find ich gut so (wobei fast schon zu viel), wundert mich aber auch angesichts der geringen Größe der Bassdrum.


    Mal eine kleine Dokumentation:


    Kick

    Gate -> im unteren Mittenbereich mit Linear-Phase EQ gesplittet -> Bassanteil mit Softclipping bearbeitet -> Höhenanteil bei 4 kHz breit geboostet


    Overheads

    Bei ca. 4 und 11 kHz schmal um 3-4 dB abgesenkt (Crash und Hi-Hat) -> Bassanhebung mit passivem EQ


    Drumbus

    Umfasst unterschiedlich eingestellte parallele Reverbs für die Kick und die OHs

    Tiefmittenabsenkung mit einem schön klingenden EQ

    4:1 Kompression (1176 black) mit langer Attack- und kurzer Releasezeit

    Höhenboost mit passivem EQ


    Bass

    Limitierung der höchsten Peaks -> Hinzufügen von Tiefbass mit Waves LoAir (ohne das eigentliche LoAir) -> LA2A Kompression -> breiter Präsenzboost bei etwas über 1 kHz

    An parallelen Track mit kurzem Delay, Chorus und EQ geschickt -> diesen an weiteren Track mit kurzem Delay geschickt - jeweils 50% L/R gepannt


    Gitarre

    LowCut bei 100 Hz, HighCut bei 7 kHz (Übersprechen vom Schlagzeug), 3dB Cut bei ca. 800 Hz

    LA3A Kompression -> leichte Tiefmittenabsenkung mit Shelf

    100% rechts gepannt -> gesendet an ein paralleles Haas Delay (100% links) und an ein paralleles Delay mit EQ (50% links)


    Masterbus

    SSL Bus Kompressor -> Mastertape Simulation -> Automation um insgesamt 4 dB (dafür der Limiter) -> leichte Kompression mit Mastering Kompressor -> Mid/Side EQ inkl. Bassboost -> leichter Höhenboost (passiver EQ) -> Lautmachen in zwei Stufen


    Automation der Lautstärken

    Overheads (um das Crashbecken zu zügeln bzw. um Höhenboost und Kompression entgegen zu wirken)

    Drumbus (zwei Fills lauter gemacht)

    Gitarre Pre-FX + Gitarre Post-FX

    Masterbus zwischen dem Tape und dem Mastering-Komp. (wäre eigentlich Post-FX bei separatem oder externem Mastering)

    :thumbup: :)


    Ist ja nicht eilig ...

    Du hast eine PN

    Hatte vorhin keine Zeit. Hab's runtergeladen und bin gerade am Mischen.


    EDIT

    Hier mal der Beispielmix von mir. Mit Automation. Würde ich auch so zum Korrekturhören rausgeben, aber noch nicht final.

    Einen LowCut habe ich nur auf der Gitarre benutzt (und auf dem Reverb der Overheads). :)

    Ich bin relativ problemlos auf -12 LUFS (Durchschnitt) gekommen, obwohl ich die Verlaufsdynamik mit Automation der Stereosumme unterstützt habe.

    Weitere Details später, bei Interesse.


    Nils Beispielmix.mp3
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    Schöne Atmosphäre, übrigens.


    nils

    Bitte bescheid geben wenn das nicht öffentlich sein soll, dann nehme ich es wieder raus.

    Lustig, die REAPER-Effekte wieder mal zu sehen. In meinen Anfangszeiten hatte ich die auch benutzt. Mittlerweile benutz ich nur noch das Gate.


    Davon abgesehen, dass ich in Ausnahmefällen auch einen LowCut auf der Bassdrum nutzen würde, sollte ich das für nötig halten, kann ich das Problem hier nicht so ganz nachvollziehen.

    Denn man sollte alle Probleme erstmal im Mix lösen. Ich würde erstmal nur die Anhebungen im Bassbereich weglassen und die Bassdrum mit Sättigung und (oder meinetwegen auch Limiting) zähmen. Vielleicht auch die Drums in ihrer Gesamtheit stärker komprimieren. Zusätzlich den Bass und die Gitarre etwas weiter nach vorn mischen in dem Part. Besonders bei hoher Verlaufsdynamik der Rohspuren und progressiven Songstrukturen kommt man um Automation aus künstlerischer, nicht (nur) aus technischer Sicht, kaum drumrum für vernünftige Studiomixe. So ist zumindest meine Erfahrung.


    Dann würde ich einen richtigen Mixbus-Kompressor für das "Finishen" und Zusammenkleben des Mixes nutzen. Wie eben z.B. den SSL Buscomp. ... die höherwertige Kopie "Vertigo VSC-2" (gibts auch als Plugin) hat zusätzlich noch eine Sidechain mit LowCut wahlweise bei 60 oder 90 Hz an Bord. Diese ist ja genau dafür da, damit der Kompressor weniger auf die Bassanteile reagiert. ;)

    Es gibt nicht ohne Grund so viele digitale Kopien altbewährter Hardware. Weil viele der alten Kompressoren und EQs halt einfach "klingen". Und auch die Plugins der digitalen Sterilität entgegen wirken, weil auch das Rauschen und die Sättigung simuliert werden.


    Weiter verstehe ich auch den Einsatz des Multiband-Kompressors nicht. Lautheit kann man damit zwar auch irgendwie rausholen, aber man macht halt auch gleichzeitig den Mix kaputt. In meiner Anfangszeit hatte ich auch mit MBC im Mastering experimentiert. Aber das Buch "Mastering Audio" von Bob Katz hat mir dies bzgl. die Augen geöffnet. Der äußert sich da sehr kritisch zu MBC und nutzt maximal zwei Bänder, um Mixprobleme zu lösen / kaschieren, wenn unbedingt nötig. Ohne MBC klingts meiner Meinung nach immer besser.

    Um Lautheit rauszuholen gibts genug andere Kniffe. Und wie so oft ist das am Ende auch die Summe vieler kleiner Schritte.


    Wenn du magst mische ich das mal exemplarisch ab. Ist eigentlich immer interessant andere Herangehensweisen zu hören.


    Meinen Vergleich poste ich später.

    Auch hier kommt es auf das Maß an.


    Zu viel Bass und auch zu viel Mumpf im unteren Mittenbereich können wirklich viel zukleistern und auch viel Headroom und wahrgenommene Lautstärke "klauen".

    Aber wenn es - für das betreffende Genre und einen "modernen" Sound - zu dünn wird und/oder man einen Mix mit viel Phasenschweinereien und "Nachsingen" wegen übermäßigem Einsatz von steilflankigen Low-Cuts und sonstigen steilflankigen Eingriffen im Bassbereich hat, ist man wohl übers Ziel hinaus geschossen.


    Low-Cuts benutze ich z.B. nur noch, um wirklich unbrauchbaren Rumpel (z.B. auf Gesang und Gitarren) wegzuschneiden oder wenn ich in Kombination mit Shelfs untenrum wirklich stark ausdünnen will (z.B. Stützmikrofone an Becken). Auf allen anderen Schlagzeugspuren und E-Bass nutze ich überhaupt keine Low-Cuts mehr.


    Letztendlich geht's um die gesamte Frequenzverteilung und vor allem auch darum, was im Mittenbereich so los ist.

    Mikrofonierte Amps profitieren z.B. von einer Linksdrehung des Bass-Reglers vom Amp, weil nah aufgestellte Mikros durch den Nahbesprechungseffekt Bässe betonen.

    Nah mikrofonierte Schlagzeugaufnahmen profitieren im Mix aufgrund der sowieso vorhandenen Bassbetonung der Close-Mics von Höhenbetonungen und Mittenabsenkungen (zumindest wenn man "Badewanne" möchte).


    Ich werde auch noch ein Beispiel zum Vergleich posten. Allerdings eher einen Vergleich von Roh-Aufnahmen mit fertigem Mix (und Master). Weil ich der Ansicht bin, dass die gesamte Frequenzverteilung Einfluss auf dieses Thema hat. Nehme ich z.B. einen Shelf und senke ab dem unteren Mittenbereich ab, wird ja auch (oder vor allem) Tiefbass gedämpft. Umgekehrt bewirken Betonungen in höheren (und empfindlicheren) Frequenzbereichen, dass letztendlich weniger Tiefbass im Mix verbleibt.

    Ansonsten habe ich mich immer mal wieder gefragt, warum man untenrum für anständige Mixe eigentlich so viel wegschneiden sollte

    Mein Vorschlag wäre, hierfür einen eigenen Fred zu eröffnen. Dann könnte man das ausführlicher diskutieren und ich könnte mal zwei Mixe von derselben Aufnahme mit und ohne Tiefbass zum Vergleich posten.

    Meinerseits besteht da eigentlich kein Bedarf. Ich beschäftige mich mit dem Thema ja schon lang genug um mir sicher genug zu sein, ruhigen Gewissens bei Schlagzeug und E-Bass mittlerweile komplett auf Low-Cuts zu verzichten. Außer bei Stützmikros an Becken und in Ausnahmefällen.

    Aber wozu eine Bassdrum und einen Bass untenrum beschneiden? Wenn man sich bei Aufnahme und Sounddesign schon drum bemüht hat, da genug "Fleisch" zu erzeugen. Zumal EQing im Tiefbassbereich eben auch viel rumsaut (Phasenverschmieren usw.) ... Low-Cuts führen meistens erstmal zu höheren Peaks, die man dann wieder zähmen muss.


    Ich wollte das nur dazu anmerken. Meines Erachtens gibts da sehr viele Mythen (z.B., dass Low-Cuts das Mittel der Wahl wären um Mixe "aufzuräumen") und die Praxis sieht im professionellen Bereich oft anders aus.

    nils

    Von welchen Frequenzbereichen sprichst du da? Mit meiner (durch das recht straffe Reso) recht hoch gestimmten 22x18er komme ich laut Voxengo SPAN (Analyzer) auf einen Grundton von etwa 75 Hz. Das ist aber bereits das Resultat von meiner Nahmikrofonierung mit zwei reinrassigen Bassdrum-Mikros (Shure Beta 52a und Audix D6). Auf den Overheads "plöckt" die Bassdrum nur bei etwa 150 Hz rum.


    Ansonsten habe ich mich immer mal wieder gefragt, warum man untenrum für anständige Mixe eigentlich so viel wegschneiden sollte. Low-Cuts benutze ich eigentlich nur, um wirklich unbrauchbaren Rumpel z.B. auf Gesang und Gitarren zu zähmen.

    Wenn man mit der sonstigen Bearbeitung, vor allem eben auch EQing mit Shelfs und Bells, Präsenz rausarbeitet und Platz und Transparenz schafft, kann man auch Basslastigere Mixe realisieren. Was ja letztendlich auch modern ist. Professionelle Mastering-Studios schrauben oft auch noch Bässe rein.


    Weil Studiomixe ja auf den unterschiedlichsten Anlagen (zur Not auch in Mono über den Smartphone-Lautsprecher) noch so klingen sollen, dass der Song "rüberkommt", muss man da sowieso Kompromisse eingehen. Die beinhalten m.E. aber auch, dass schon (sauberer) Tiefbassanteil vorhanden sein kann. Der ist dann halt nur auf entsprechend dimensionierten Anlagen wahrnehmbar und "nice to have", aber eben nicht weiter wichtig.


    Der wichtigste Frequenzbereich fürs menschliche Gehör ist sowieso der Mittenbereich. Dort befinden sich die wichtigsten Informationen und das Gehör ist auch nicht ohne Grund am empfindlichsten in dem Bereich. Alles unter 50 Hz und über 10 kHz ist eher Zusatz und in vielen Situationen gar nicht wahrnehmbar.


    Was mir noch zu großen und kleinen Bassdrums einfällt:

    Kleinere Bassdrums sind wegen der geringeren Fell- und Luftmasse nicht nur einfacher zum Klingen zu bringen, sondern sind durch den grundsätzlich höheren Grundton auch besser hörbar. Wegen der Frequenzabhängigen Lautstärkewahrnehmung des Gehörs als auch des z.T. schwachen Tiefbassbereichs von Mikrofonen und Lautsprechern ...