Eine Kündigungsfrist über ein Jahr ist heftig. Ich mach bei mir z.Z. zwei Monate, sowie einen Monat Probezeit nach der Probestunde. Unterrichte erst seit einem knappen Jahr, scheint mir aber zu liegen.
Neben der individuellen Herangehensweise - jede/r Schüler/in ist anders, hat ein anderes spielerisches Level, lernt anders usw. - halte ich einen Mittelweg zwischen Spaß und trockeneren Übungen für sinnvoll (und auch einen Mittelweg zwischen reinen Snaredrum-Geschichten und dem gesamten Drumset). Ohne ein bisschen Theorie und Spieltechnik geht es eben nicht. Und da liegt auch der springende Punkt: Ich bin im Prinzip Autodidakt, hab's aber trotzdem hingekriegt mir eine gute Spieltechnik anzueignen (manche sagen mir sogar eine sehr gute Spieltechnik nach).
Das ist aber nicht die Regel. Ich stelle gerade bei Anfängern fest, dass ich immer wieder auf die selben Sachen hinweisen muss. Z.B. Sitzhaltung, Stickhaltung, grundsätzliche Position der Sticks über dem Fell usw. ... es gibt halt viele Sachen, die die Schüler nicht wissen und auch selbst nicht bemerken.
Wie der Lehrer, um den es hier geht, drauf ist, wirkt auf mich zwar irgendwie schockierend. Allerdings kann man die Gesamtsituation auch schlecht beurteilen, wenn man den Schüler nicht kennt und nicht weiß, wie er spielt und lernt.
Ich hab schon Leute getroffen, die das ganze als reine Mathematik vermitteln (Klavier- und Schlagzeuglehrer). Natürlich ist da was dran und man kann das durchaus so trocken angehen. Ich versuche neben viel Spielpraxis auch schon in den ersten Spieljahren zu vermitteln, worum es dabei am Ende des Tages eigentlich geht bzw. zumindest auch gehen kann: Selbstausdruck, Emotion, vielleicht sogar ein bisschen "Kunst". Und natürlich auch Spaß. Zumindest versuche ich, rüberzubringen, dass es dabei eben doch noch um etwas mehr geht und so zu erklären, warum ich z.T. so viel leidenschaftlich gespielt und geübt habe. Nur so kommt man ja auf gewisse spielerische Levels.
