Beiträge von m_tree

    Sehe ich auch so. Noch mal Proben und sich auf binär oder ternär (triolisch) einigen. Am besten auch mal 'ne Arbeitsaufnahme machen und anhören.


    Falls ihr wieder komplett mit Overdubs einspielt, ist ein vernünftiger Ablauf:


    1. Guidetracks / Pilotspuren (alles außer Schlagzeug - Aufnahmequalität ist unwichtig) gemeinsam auf Klick einspielen
    2. mit diesen Guidetracks und dem Klick dann folgende Reihenfolge: Schlagzeug -> Bass -> Gitarren, Keys etc. -> Gesang und (etwaige) Soli ... die Guidetracks dann nach und nach abschalten / muten


    Das, wovon du sprichst, ist übrigens der Mixdown. Nicht das Mastering. Das ist nur die Bearbeitung der Stereosumme und im ursprünglichen Sinn auch nur die technische Vorbereitung des Mixes fürs Medium (Vinyl, Audio-CD, Radio, Streaming, ...). Über 90% der Nachbearbeitung liegen im Mixdown.


    Timing-Korrekturen und Quantisieren habe ich übrigens immer von Hand gemacht. Das macht zwar Arbeit, aber es kommt dafür auch genau das raus, was man will.

    Eigene Aufnahmen korrigiere ich grundsätzlich nicht. Das wäre bei den Youtube-Videos auch irgendwie doof. Wenn da auf einmal die Schläge wann anders zu hören als zu sehen sind. Ich setz mich stattdessen lieber hin und übe einmal mehr. Und nehme mir die Zeit und Muße für einen ordentlichen Take.

    Ich dachte da mehr an das intuitive Handeln in einer unbekannten Situation. Wenn du einem Kind ein Instrument oder ein Spielgerät in die Hand gibst und es hält es direkt richtig, nimmt sofort eine gute Körperhaltung ein, findet einen Rhythmus, erzeugt korrekte Töne, atmet zum richtigen Zeitpunkt, weiß einfach schon wie es funktionieren könnte - das ist für mich Talent.

    Was man durch Üben zusätzlich erreichen kann, steht auf einem anderen Blatt. Auch das talentierte Kind wird üben müssen. Es hat aber bessere Voraussetzungen schnell besser zu werden.

    Im Prinzip sind wir uns da einig. Talent erfordert Intuition. Intuition erfordert die Fähigkeit, ohne darüber nachzudenken das "Richtige" zu tun. Ich habe da zumindest am Schlagzeug wohl relativ viel von. Sonst hätte ich es als fast kompletter Autodidakt nicht auf so ein Level geschafft. Ich hatte mich auch kaum bewusst mit Spieltechnik beschäftigt. Nun sagt man mir aber eine sehr gute Spieltechnik nach.


    Ohne mich jetzt weiter selbst darzustellen:

    Man kann das m.E. als eine Art "kognitiven Zugang" zusammenfassen. Wozu auch eine gewisse Sensibilität gehört. Musiker haben z.B. meistens eine erhöhte Sensibilität beim Gehör, reagieren empfindlich auf Geräusche. Maler dagegen wohl eher beim Sehen. Eine motorische Sensibilität gehört natürlich auch dazu.


    Und ja - dennoch zieht der Spruch "von nichts kommt nichts" immer. Auch die Meister mussten üben und etwas dafür tun, um Meister zu werden. Und dafür muss man seine Sache auch lieben und es gut machen wollen. Kunst ist in gewisser Weise auch Handwerk.

    Dany hatte das auf der letzten Seite m.E. ganz gut auf den Punkt gebracht. Es geht nicht nur um die Intuition, sondern auch um die Geschwindigkeit bzw. Effizienz der Lernprozesse. Und um die Auffassungsfähigkeit. Das Zeug zum Autodidakten hat auch nicht jeder.


    Wenn man Talent mit einer guten Intuition gleichsetzt, geht es dabei schon auch um Intelligenz. Für eine gute Intuition sind sowohl ein gewisses Maß an Intelligenz als auch Erfahrung / Übung notwendig. Bei intuitiven Entscheidungen denkt man dann nicht mehr nach, sondern lässt einen "Flow" zu. Genau das passiert beim Improvisieren, bzw. sollte passieren. Damit kenn ich mich ja ein bisschen aus ;)


    Ich denke, dass Talent nichts mit Intelligenz zu tun hat. Es handelt sich dabei um naturgegebene - vielleicht auch vererbte - Begabungen. Nicht umsonst treten Kinder häufig in die Fußstapfen der Eltern wenn es dort ein großes Talent gibt. Und oft sind sie ähnlich erfolgreich.

    Das halte ich für ein Gerücht. Es gibt viele Beispiele, die das widerlegen. Und die Gene können sowieso "springen".

    Klar ist natürlich, dass es talentierte Künstler in Künstlerfamilien einfacher haben, erfolgreich zu werden. Dafür gibts auch genug Beispiele.

    Klar werfe ich zwei Dinge in den Topf. Zwei Szenarien, wo aber beide Male nach meinem Dafürbefinden die Mischung einfach nicht passt. A) Beim weitgehend unmikrofonierten Live Gig von Nachwuchsbands (Meist nur die Bassdrum mit Mikro, wenn überhaupt) wo der eigene Klangmix des Drummers /Dynamikverhalten nicht passt. Und b) Der Fall wo der Mixer es versaut, weil er die Snare viel zu stark ins Mischpult einpegelt. Beides ist doof irgendwie, weil einfach wenig harmonisch.

    Ich verstehe halt nicht, warum du anfängst Nachwuchsbands abzuwerten und was der Schlagzeugmix überhaupt mit diesem Thema hier zu tun hat. Hast du denn schon mal ein Schlagzeug abgemischt (Aufnahmen oder live)?

    Ersters: So sollte eigentlich sein, ich habe aber gerade bei Rockkonzerten (insbesondere bei Nachwuchs-Festivals) sehr oft erlebt, dass die Snare viel zu laut im Mix ist. Und in den 1980ern gab es auch somanche Recordings, die eine exoribitant überdrehte Snare-Abmischung aufwiesen. Springsteens "Born in the USA" ist da so ein Beispiel von vielen. Das nervt einfach nur, wie da der Eimer gehämmert wird.

    Hier wirfst du aber zwei verschiedene Dinge in einen Topf. Wie ein Drummer spielt und wie ein Mischer die Drums mischt ist unabhängig voneinander.


    Im Mix geht's letztendlich darum, wie der Song insgesamt rüberkommt. Und meistens hat der Leadgesang Priorität.


    Wobei ich auch eher ausgewogen gemixte Drums mag. Die Snare ein bisschen fetter als in echt zu mischen finde ich aber auch schick. Es kommt halt auch immer aufs Maß an.


    Und es geht auch darum, wie es klingt, wenn man sachte oder hart drauf haut. Viele bekannte Rock- und Heavydrummer haben nicht ohne Grund so einen markanten Sound. Z.B. Bonham, Grohl, Carey, ...


    b) Das ist eigentlich eine Grundvoraussetzung, die jeder Drummer erfüllen können muss, finde ich.

    Und - kannst du sie erfüllen?

    Ich wollte sehr gerne Kunst studieren. Auf Lehramt Oberstufe. Ich fand die ganze Theorie richtig toll und hätte meine Begeisterung gerne weiter gegeben. Aber ich konnte (und kann bis heute) nicht malen. Ich bin halt kein Künstler, aber ich wäre bestimmt eine gute Kunstlehrerin geworden. Einen Studienplatz konnte ich ohne eigene Werke jedoch nicht ergattern.

    Den fehlenden Zusammenhang verstehe ich bis heute nicht. Warum muss ich eine Begabung fürs Malen haben, wenn ich Kunst unterrichten möchte? Eine Skizze an der Tafel hätte ich zusammen gebracht.

    Dass zu einem Kunststudium auch Praxis gehört leuchtet mir ein. Auch fürs Unterrichten sind praktische Fähigkeiten im Hintergrund m.E. unabdingbar. Das fängt schon bei der Glaubwürdigkeit und Autorität gegenüber den Schülern an. Wenn man etwas lernen will, geht man zu jemandem, der es kann. Ich würde ja auch nicht auf die Idee kommen, Schlagzeugunterricht zu geben, wenn ich selbst nicht oder nur mittelmäßig spielen könnte. Das ist aber auch nur die Grundlage für guten Unterricht - Didaktik, Pädagogik usw. spielen ja auch eine große Rolle.


    Ich habe als Kind, vor allem während der Grundschulzeit, viel gezeichnet und gemalt. Auf einem für die Verhältnisse sehr hohen Niveau. Mittlerweile ist das aber komplett weg.


    Meiner Erfahrung nach, suchen Kinder sich instinktiv Hobbys aus, wofür sie auch ein gewisses Talent mitbringen. Sie entwickeln Interesse an Dingen, die sie sich bei sich selbst vorstellen können, die sie ausprobieren möchten. Ich denke, man sollte Kinder selbst entscheiden lassen. Gibt ja so Eltern, die zerren ihre Kinder von A nach B, nur um die irgendwo schlummernde Hochbegabung zu entdecken. So etwas geht an die Nerven aller Beteiligter.

    Stattdessen sollte man sein Kind gut beobachten und Rückschlüsse ziehen.

    Das unterschreibe ich hingegen sofort. Gerade bei kreativen Tätigkeiten, die mit Selbstausdruck verbunden sind, geht zu viel Zwang m.E. schnell nach hinten los.

    Anmerken möchte ich noch, dass ich es generell für ziemlich unproduktiv halte, jemandem zu sagen, er habe kein Talent.


    Was z.T. an Musikschulen so los ist finde ich fragwürdig. Da leisten sich Lehrer Sachen, die sie selbstständig / privat in den Ruin treiben können.

    Vielleicht ist "Talent" auch einfach nur, ob das betreffende Instrument (ggf. unter anderen) "das Ding" des jenigen oder der jenigen ist. So ganz kurz gesagt.

    Haben denn z.B. die großen und bekannten Persönlichkeiten, die gefragte Literatur / Noten zum Thema verfasst haben oder einfach spielerisch und künstlerisch Maßstäbe setzen, Talent? Benny Greb hat glaube ich mal gesagt, dass er nach eigenem Empfinden am Anfang kein Rhythmusgefühl gehabt hätte. Die ganze Geschichte ist aber wohl doch irgendwie "sein Ding" geworden, so wie es scheint.


    Davon abgesehen spielt auch die eigene Einstellung eine Rolle. "Wie gut" will man etwas machen? Wie weit geht der Anspruch an die eigene Leistung, wie weit die Selbstkritik? Ist jemand immer noch unzufrieden mit sich, obwohl er für nahezu 100% der Hörer perfekt abliefert?


    Das sind m.E. auch so Sachen ...

    martinelli

    Danke, das schau ich mir mal später daheim an. Habe noch das ABC-Musik da, aber das ist für den Anfang schon sehr umfangreich. Werde mir eine Klavierschule für Anfänger in Buchform besorgen. Geht mir ja auch um Gehörbildung und da hilft wohl nur Praxis.


    Bin gerade noch im Proberaum und hatte, angeregt durch die erneute Diskussion hier, meine Toms (abgesehen vom 10er) mal nach und nach runtergestimmt und zwischendurch mit Testaufnahmen dokumentiert. Nun bin ich gerade bei D3-A#2-F#2-D2. Das entspricht drei großen Terzen. Fand ich gut so. Hab dann nur noch das Verhältnis von Schlag- und Resofell beim 16er und 10er etwas angepasst.

    Ich bastel gerade an einem Kurzvideo zum Rosanna-Shuffle mit dem berühmten Fill. Im Direktvergleich klingt die neue Stimmung da viel besser und lässiger für meine Ohren.


    Eine Oktave zwischen 10 und 16" und gleiche tonale Abstände zwischen allen Toms hat auch was.

    Chad Smith spielt 12-14-16, oder? Dann würde sich seine Stimmung, nur auf die Intervalle bezogen, mit meiner aktuellen Stimmung decken (große Terz zwischen 12+14, kleine Terz zwischen 14+16).

    Wäre genau umgekehrt ;)

    Ach so, ja ... stimmt. ^^

    Den Grundton würde ja das 16er machen, darauf dann eine große Terz und 'ne Quinte. Aber immerhin auch 'ne Quinte pro vier Zoll Differenz.

    Seelanne

    Sehr guter Einwand. Eine leichte Skepsis hatte ich hier ja bereits auch schon zum Ausdruck gebracht:


    Wie der Lehrer, um den es hier geht, drauf ist, wirkt auf mich zwar irgendwie schockierend. Allerdings kann man die Gesamtsituation auch schlecht beurteilen, wenn man den Schüler nicht kennt und nicht weiß, wie er spielt und lernt.


    Es weiß eben keiner, was da wirklich los ist ...

    Ich würde mal sagen, jede Stimmung ist eine "Intervallstimmung". Die einen benennen die Grundfrequenz in Hz (ok), Andere nennen Töne (irreführend bis falsch) und wieder Andere stimmen intuitiv (sing:) "bimm-bumm-boo" (tip-top).

    M.

    Um die Grundfrequenz in Hz anzugeben muss man ja erst recht messen. Da finde ich Töne schon vernünftiger, weil sich eben Frequenzverhältnisse wie z.B. Quinten (3:2) leicht erkennen lassen und besonders auch weil man Trommeln sowieso nicht 100% exakt stimmen kann. Die Tonhöhe korreliert nämlich auch mit der Anschlagstärke: leiser Schlag -> tieferer Grundton ... lauter Schlag -> höherer Grundton. Das sind zwar nur Nuancen, ist aber so.


    Was du hier als "tip-top" bezeichnest - so habe ich die meiste Zeit auch immer gestimmt und war voll überzeugt davon. Durch die genauere Beschäftigung damit und eben auch mal zu Messen und genau zu wissen, wo ich tonal bin, konnte ich meinen Horizont aber erweitern und mein Gehör schulen. Wenn ich jetzt rein nach Gehör stimme, gehe ich da etwas anders ran.


    Chad Smith hat mal gesagt, er stimmt die Toms so, dass er den Anfang von "In the mood" von Glenn Miller drauf spielen kann...

    Was das jetzt für Abstände sind? Keine Ahnung....

    Ich bin zwar kein Chad Smith (nicht mal so ungefähr :D ), aber ich stimme 4 Toms meist auf den Abständen, dass sich der Imperial March von John Williams abbilden lässt. 8o

    Chad Smith spielt 12-14-16, oder? Dann würde sich seine Stimmung, nur auf die Intervalle bezogen, mit meiner aktuellen Stimmung decken (große Terz zwischen 12+14, kleine Terz zwischen 14+16).


    Ich mag den Imperial March (und die alten Filme) auch. ^^

    Aber von welchen Tönen sprichst du hier bei vier Toms? :/

    https://s3.amazonaws.com/halleonard-pagepreviews/HL_DDS_905122oj34mp80Rw.png

    Die Rhythmik stimmt ja hier überhaupt nicht ... das ist eigentlich triolisch.

    Ich hätte in der Tat mal Bock das mit dem Stimmen nach Intervallen zu machen, aber trotz fleißigem mitlesen hier (und auch anderweitig im Netz), blick ich da leider (noch) nicht so ganz durch.

    Das würde ich davon abhängig machen wie du allgemein mit dem Stimmen zurechtkommst. Evtl. ist es auch ratsam da erstmal noch ein bisschen tiefer zu gehen, bevor du dich mit Intervallstimmung beschäftigst. Denn wie ja hier durchkommt ist das wirklich nur eine Möglichkeit. Aber nicht notwendig.

    Ich behaupte auch gar nicht, hier irgendwie die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Ursprünglich hatte ich ja selber gefragt. Und Nils (der Trommelstimmer) stimmt mit Quinten pro vier Zoll Differenz. So wie er es hier eingangs erklärt hat. Von dem habe ich das ursprünglich. ;)

    Hab's dann aber ein bisschen abgewandelt mit zwei kleinen Terzen und einer großen pro zwei Zoll Differenz (er geht das etwas anders an).

    Vielleicht klingt dein Standtom ja tatsächlich irgendwie "schief" und der Sänger bezieht das halt fälschlicherweise auf seinen Gesang

    Gut, wenn man als Drummer ein geschultes Gehör hat und die Dissonanzen bemerkt, noch ehe die "Diven" der Band was mitbekommen. :D

    Mit "schief" meine ich halt nur nicht besonders gut gestimmt. Ich wurde schon mal fast dazu gezwungen, für Aufnahmen auf die Tonarten der Songs zu stimmen. Zum Glück ist da nix draus geworden. Das halte ich nämlich für völligen Quark.


    Du sprichst wahrscheinlich von einer 1up2down-Konfiguration? Da klappt ne Quinte gut. Sobald du mehrere Toms spielst, geht das Konzept nicht mehr auf, weil du zwischen Tom 1 und 3 ne None hättest, das klingt seeehr merkwürdig.


    Gleiche Intervalle zwischen ALLEN Toms müssen aber auch gar nicht sein. Wenn ich meine Toms mit Drum Dial auf gleiche Spannung bringe, kommt klanglich irgendwas zwischen Terzen und Quarten raus, und mit Finetuning by Ear bringe ich die Toms dann in eine Reihe, die am ehesten einem Dur- oder Mollakkord entspricht. Je akkurater die "Töne" dabei sind, umso schwerer finde ich es allerdings, unterschiedliche Tonarten zu bedienen, ohne dass es schief klingt. Insofern gehöre ich nicht zur denen, die sich arg für absolute Tonhöhen interessieren. Die Reihe der Toms muss sich halt gut ergänzen, ohne zur Band schief zu klingen.

    Nein. Ich habe das zwar bereits alles schon geschrieben, aber für dich gerne noch mal:


    Ich rede nicht von einer 1 up und 2 down Konfiguration. Und nein, das Konzept mit Quinten geht auch mit vier Toms auf. Auf der letzten Seite hatte ich zweimal was dazu geschrieben. Denn ja - gleiche Intervalle zwischen allen Toms müssen nicht sein. Beispiel mit Quinten pro vier Zoll Differenz: 10er auf D3, 12er auf B2, 14er auf G2, 16er auf E2

    Ich habe allerdings kaum Ahnung von Harmonielehre und spiele (bisher) nur Schlagzeug. Daher brauche ich ein Hilfsmittel um exakt auf Töne zu stimmen.

    Nix gegen Hilfsmittel, aber genau vor diesen Denkfehler wollte ich warnen. Wir spielen keine Töne in dem Sinn und ob z.B. Toms gute abgestuft sind oder die Bassdrum für den Raum (!) gut gestimmt ist, hört jemand Deiner Klasse. Das muss keine Frequenz eines absoluten Tons sein. Harmonielehre brauche ich dafür nicht. Trommeln zu stimmen ist für mein Dafürhalten (!) was gänzlich anderes als Melodie- oder Harmonie-Instrumente.

    Trotzdem gut, dass Du in die Harmonielehre kucken willst. Ich schick Dir gerne mal einen Einstieg.

    M.

    Klar, kannst mir gern was schicken. :)


    Klar ist mir auch, dass wir als Schlagzeuger nichts mit Tönen zu tun haben. Das, was Terry Bozzio da mit seinem Monsterkit veranstaltet, ist ja höchst experimentell.


    Das genauere Messen ist für mich aus folgenden Gründen dennoch sinnvoll:


    • Man kann auch in Situationen, in denen man Kopf-mäßig mit anderen Sachen beschäftigt ist (z.B. damit, einen guten Take einzuspielen), ohne größeren Aufwand Stimmungen exakt reproduzieren ... das ist dann ein "no brainer", sozusagen.
    • Bei mehr als drei Toms liegt es m.E. schon sehr nahe, sich mal etwas genauer mit den tonalen Abständen zu befassen. Egal wie man die dann nun stimmt.
    • Quinten sind wahrscheinlich auch für Intervalle zwischen Toms "am harmonischsten". So hat das auf mich jedenfalls den Anschein. Zusätzlich hatte Nils hier erklärt, dass es bei diesem Frequenzverhältnis von 3:2 zu Unterschwingungen im Bassbereich kommt, die das ganze noch fetter klingen lassen. Und ich spiele sehr gerne Flams auf je zwei Toms. :)


    Gestern durfte ich mir anhören, dass mein Standtom die falsche Tonlage hat, sie würde nicht zum Gesang passen und wäre daher irritierend :wacko:

    Manche Sänger sind echte Divas :rolleyes:

    Ja, Sänger und Gitarristen sind oft Divas. Kannst du aber auch positiv sehen, indem du dich mal mehr mit Stimmen beschäftigst. Vielleicht klingt dein Standtom ja tatsächlich irgendwie "schief" und der Sänger bezieht das halt fälschlicherweise auf seinen Gesang :S

    Ja ja - das lustige Wörtchen "Talent" ... ich versuch's mal etwas differenzierter zu betrachten:


    Ein Instrument zu lernen macht prinzipiell Arbeit. Und ohne ein paar Voraussetzungen geht's nicht. Zumindest fürs Schlagzeug ein gewisses Rhythmusgefühl. Und auch ein gewisses Maß an Sensibilität. Weiterhin bin ich auch der Meinung, dass tatsächlich die intrinsische Motivation eine große Rolle spielt. Zu viel Druck und "Brechstange" von außen kann auch was kaputt machen. Aber wenn da eine/r Bock drauf hat, dann setzt die oder derjenige sich auch hin und macht was.

    Ich versuche jedenfalls genau das irgendwie ein bisschen rauszukitzeln. Schon auch mit ein bisschen Druck und Hausaufgaben. Aber insgesamt relativ locker.


    "Talent" würde ich eigentlich mit Sensibilität bzw. einfach neuronalem "Zugang" und auch bestimmten weiteren Persönlichkeitseigenschaften übersetzen.


    Ein denkbares Szenario für dieses Thema hier ist für mich übrigens, dass der Lehrer einen recht starren und festgefahrenen Stiefel fährt und der Sprössling da einfach nicht reinpasst. Zu eigensinnig. Zu "viel" Persönlichkeit. Was wiederrum exakt das Gegenteil davon wäre, wie der Lehrer es darstellt. Vielleicht liegt das Problem also eher bei ihm als beim Schüler.

    martinelli

    Ich verstehe deinen Einwand. Meine Ohren sind auch mein liebstes Tool, auch fürs Aufnehmen, Mixen und Mastern. Ich habe allerdings kaum Ahnung von Harmonielehre und spiele (bisher) nur Schlagzeug. Daher brauche ich ein Hilfsmittel um exakt auf Töne zu stimmen.


    Ich denke es sollte hier eigentlich recht unmissverständlich klar sein, dass das schon eine speziellere Angelegenheit und eine Art i-Tüpfel ist. Oder einfach nur eine Möglichkeit. So wie vieles am Ende eben Geschmackssache ist.


    Vieles ist auch Einstellungssache und die kann sich auch mal ändern. Bis vor ein paar Jahren hatte ich eine grundsätzliche Abneigung gegen Hilfsmittel fürs Stimmen. Spätestens als ich dann aber mitgekriegt habe, dass auch Drumtechs und Stimmgurus z.B. mal einen Tunebot nutzen und auch auf die Intervalle zwischen den Toms achten (nils hat sich dazu hier ja geäußert ;) ), hat sich das dann ein bisschen gewandelt.


    Man muss sich das Leben auch nicht unnötig schwer machen.