Habe mir das Video (noch) nicht angesehen. Will nur kurz anmerken:
"Snare zu laut" gibts eigentlich nur im Jazz. Bei Rock, Pop und Metal ist eher das Gegenteil der Fall. Da betrachtet man es sogar als Qualität, wenn ein Drummer die Hi-Hat eher leiser und die Snare gleichzeitig eher lauter spielen kann. Dazu kommt, dass das obere Snare-Mikrofon im Regelfall auch Hi-Hat mit aufnimmt. Die übliche Nachbearbeitung mit Höhenboosts und Kompression bringt die dann noch weiter vor.
Was auch weiter zum Thema "Natursound vs. mikrofonierter Sound" überleiten würde. Worauf ich hinaus will ist eigentlich nur, dass die Wahrheit meistens immer irgendwo in der Mitte liegt.
Ich spiele sehr gerne dynamisch - egal ob mit innerer Dynamik (Groove, Details, Luftigkeit, ...) oder Verlaufsdynamik ("Drama", "Energie", ...). Auch habe ich bis vor einigen Jahren fast nur mit Natursound gespielt. Ein mikrofoniertes Schlagzeug auf Kopfhörern oder In-Ears zu haben betrachte ich immer noch als Luxus. Und mir reichen hier auch die Rohsignale.
Fakt ist jedenfalls, dass das, was man vom Schlagzeug selbst hört, durchaus die eigene Performance beeinflusst. Z.B. konzentriere ich mich mehr auf noch genaueres Bassdrum-Spiel, wenn ich diese (innen mikrofoniert für entsprechend Attack) gut hörbar auf meinen In-Ears habe.
Fakt ist auch, dass ein guter Natursound immer und zu jeder Zeit Grundvoraussetzung für einen guten mikrofonierten (und auch nachbearbeiteten) Sound ist. Das betrifft die Stimmungen wie auch die Performance.
Fakt ist allerdings auch, dass es sinnvoll ist, den Natursound dahingehend zu optimieren, was aus den Mikrofonen rauskommt. Wohlgemerkt natürlich nur, wenn das das Endergebnis darstellt (z.B. für Aufnahmen oder große Konzerte mit entsprechend Verstärkung).
Mikrofoniert man z.B. einen E-Gitarrenamp, ist es auch sinnvoll, den Amp anhand dessen einzustellen, was aus den (üblicherweise nah aufgestellten) Mikrofonen rauskommt. Alles andere ist Bullshit.