Beiträge von m_tree

    Ist schon interessant, nicht nur wie unterschiedlich die Geschmäcker sind, sondern auch wie unterschiedlich sie sich entwickeln können.

    Als Tom-Schlagfelle hab ich z.B. viele Jahre coated gespielt. Vor ca. 3 jahren bin ich dann auf klare Schlagfelle gewechselt. Ein Auslöser dafür waren auch meine Aufnahmen.


    Ich dämpfe grundsätzlich nur in Maßen - getreu dem Motto "so wenig wie möglich und so viel wie nötig". Dafür schneide ich die Skygel-Pads in Viertel. Auf meinem 16er habe ich z.B. ein Viertel drauf (auf den anderen Toms nix), auf meiner Hauptsnare zwei Viertel und auf der Side-Snare ein Viertel.


    Seit ein paar Wochen habe ich ein Vintage Acryl-Set (Luxor Professional Acryl) aus den 70ern eingelagert, das als Tourschlagzeug für eine bestimmte Band geplant ist. Bevor das startet will ich komplett Felle wechseln und (mit einem Youtube-Video) einen kleinen Soundcheck machen. Und meine Überlegungen zur Fellwahl sehen wie folgt aus:


    Klare Felle sind aus optischen und klanglichen Gründen für mich gesetzt. Ich will aber noch ein Stück weiter gehen und den typischen "satten" und kurzen Klang von Acrylsets durch die Fellwahl noch weiter unterstützen. Etwas mehr Dämpfung ist im Livebetrieb auch einfach praktischer, wenn es mal schnell gehen muss und man keine Zeit und/oder Nerven für genaues Stimmen hat. Und langlebigere Felle sind für ein Tourschlagzeug auch praktisch.

    Auf meiner Liste habe ich da dieses Mal tatsächlich Remo Pinstripe als Schlagfelle für Toms und Bassdrum. Als Resos für die Toms wahrscheinlich wieder Diplomat und als Bassdrum-Reso Powerstroke 3.


    Beim Snare-Schlagfell kommt für mich übrigens nur coated in Frage, obwohl ich mit Besenspiel gar nichts am Hut habe.


    Also ich würde es erstmal mit stärker vorgedämpften klaren Fellen probieren. Denn bei Pinstripe z.B. stimmt diese Aussage definitiv nicht:

    Das Coating dämpft so, dass ich weitesgehend auf zusätzliche Maßnahmen verzichten konnte.

    Das gilt wirklich nur für gleiche Felle, wo das coating zusätzlich drauf ist. Also z.B. Emperor clear / coated.

    MoM Jovi

    Habe gerade mal in die bekanntesten Titel von Bon Jovi und Springsteen reingehört. Bei Bon Jovi ist das Schlagzeug meistens ziemlich mittig / Mono gehalten. Bei Springsteen unterschiedlich (dazu unten mehr).


    Woran erkennt man überhaupt ein Panning aus Drummer- oder FOH-Sicht? Zuverlässig eigentlich nur, wenn es sich um einen klassischen Rechtshänderaufbau handelt und auch nur wenn Hi-Hat, Ride und Toms deutlich außerhalb der Monomitte liegen.

    Und das ist auch alles relativ. Das Schlagzeug kann auf realen Bühnen auch mal eher seitlich stehen und zur Bühnenmitte ausgerichtet sein und Zuhörer müssen auch nicht immer direkt vor der Bühne stehen.


    Dann gibts auch noch andere Panningansätze, bei denen das Schlagzeug komplett eher links oder rechts ist und nur Bassdrum und ggf. Snare eher mittig kommen.

    Mach's doch einfach wie er mit 'nem Yamaha EAD10 ;)


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    Es gibt 'n paar bekanntere Mischer, die in LCR (Left / Center / Right - nix dazwischen) mischen und entsprechend auch ein paar bekanntere Produktionen, die in LCR gemixt sind. Da ist nix mit "leicht Offset" ;)


    Chris Lord-Alge - Wikipedia


    Und da müssen der Leadgesang, Bassdrum, Snare und Bass einfach in die Mitte. Sonst wird da kein Schuh draus.


    Monokompatibilität und Mid/Side-Übertragung im Radio sind auch noch so Themen ...

    Also ich glaube zu meinen, dass bei den allermeisten professionellen Aufnahmen das Schlagzeug aus Spielersicht panned ist.

    Wie schon gesagt stimmt das nicht. Konkrete Vermutungen anzustellen hilft auch nichts - höchstens eine Liste mit Beispielen für dieses und jenes.

    Gibt auch Produktionen in denen das Schlagzeug (fast) Mono ist. Und wenn ich so drüber nachdenke, höre ich die Hi-Hat öfter auf dem rechten Lautsprecher.


    Die restlichen Instrumente aber eher aus Publikumssicht, sofern man eine Live-Situation darstellen will.

    Dazu hatte ich ja auch schon gesagt, dass Musikproduktion da seine eigenen Regeln hat. Ein sehr gutes Beispiel sind gedoppelte E-Gitarren, in die breite gezogene Keyboards uvm.

    Es geht mitunter auch um Monokompatibilität und in vielen Bereichen ist quasi Standard, Leadgesang, Kick, Snare und Bass mittig zu pannen.


    Wenn live und nicht mono, dann natürlich aus FOH/Publikumssicht, auch die Drums.

    Live-Mixe werden eher Mono gehalten. Sonst kriegen die Zuhörer, die sich nicht mittig vor der Bühne bzw. genau zwischen den Lautsprechern befinden einen unausgewogenen Mix. ;)

    Für komplette Produktionen mit Bandkontext finde ich die FOH-Sicht besser. Aber es gibt keine Regeln. Zu früheren Zeiten wurde das Schlagzeug z.T. komplett hart links oder rechts gepannt, so wie die anderen Instrumente auch. Gesang dann mittig.


    Bei Rock- und Metalproduktionen mit gedoppelten E-Gitarren ist eine einzige E-Gitarre dann links/rechts außen mit verschiedenen Takes. Das hat mit der "Realität" nicht mehr viel zu tun.


    Also Musikproduktion hat da eigene Regeln und muss keine Bühne oder ähnliches nachahmen. Am Ende geht's darum, dass der Song rüberkommt, der Mix auf verschiedenen Wiedergabegeräten "funktioniert" (zur Not auch auf der Mono-Smartphone-Tröte) und auch um Geschmack.


    In meinen Videos schaue ich, dass ich aus Sicht meiner Hauptkamera panne.


    Hör dir mal ein paar Studio-Aufnahmen an. Ich glaube, dass die Drums zu 90% aus Spielersicht panned sind.

    Also das bezweifel ich stark.

    Dadurch, dass Schlag- und Resonanzfell immer 180° zueinander stehen sind die exakt gegenläufig in der Phase. Mal von 0,x ms Laufzeitdifferenz abgesehen. :)

    das sind sie aber auch nur und ausschließlich bei der ersten Amplitude.

    Jepp. Es sei denn Schlag- und Resonanzfell sind identisch (gleiche Felle) und exakt gleich gestimmt (viel Sustain :/ ).


    Ein Phasendreher auf dem Teppich-Mikro der Snare funktioniert aber eigentlich auch immer. Obwohl das Resonanzfell der Snare ja i.d.R. sehr viel dünner als das Schlagfell und üblicherweise auch deutlich höher gestimmt ist.

    Bei Rosanna geht OH wunderbar. Spiele ich gern.

    Shuffles und Swing sind genau meins und für OH wunderbar.

    Shuffles sind auch genau meins und da geht Überkreuz auch wunderbar ;)


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    Also die Angaben in Beitrag #15 zur Phasenlage der Overheads sind allgemeingültig zu verstehen. D.h. ohne Phasendreher / normal bezieht sich auf alle "normalen" Mikrofone, die als Overheads (wie Mikros an den Schlagfellen) zuerst eine negative Halbwelle von Snare und Toms aufnehmen.

    Machen die das? Ich habe mir die Wellenform glaube ich nie so im Detail angesehen und glaube dir jetzt einfach mal und werd das vielleicht einfach selbst mal probieren. :D

    Jepp. Das machen die in der Praxis genau so wie in der Theorie. Ist ja logisch, dass auf der Schlagfellseite erst eine negative Halbwelle aufgenommen wird, weil man das Schlagfell mit den Sticks in die Trommel drückt. Bei den Resonanzfellen ist's dann umgekehrt. Durch die zylindrische Form ist dann übrigens auch ziemlich egal, wie die Mikros an Schlag- und Resonanzfell ausgerichtet sind. Dadurch, dass Schlag- und Resonanzfell immer 180° zueinander stehen sind die exakt gegenläufig in der Phase. Mal von 0,x ms Laufzeitdifferenz abgesehen. :)


    In den analogen Tonbandzeiten konnte man die Problematik auch nur mit der Mikrofonaufstellung und den Schaltern für die Phasenumkehr am Pult angehen. Im Livebetrieb das selbe. Also es geht auch ohne. :)

    Dazu nur mehr Amen! Da schätze ich mich oft glücklich den Part aus der Hand zu geben, spielend gut zu klingen und dem Tonmenschen vertrauen das er mich auch gut klingen lässt.

    Wenn dem nur immer so wäre :/ :D


    Letztes Jahr erst wieder so 'ne Erfahrung bei 'nem "Produzent" gemacht, der eigentlich gar keiner war ... der hat sich nicht mal im Ansatz Gedanken um die Phasenlage gemacht, im Mix nur mit irgendwelchen Presets hantiert und am Ende ne brizzelige Soße gemacht, die mir nur noch in den Ohren weh getan hat. Der wollte dann auch, dass ich meine Toms tot dämpfe und letztendlich hatte ich dann noch neue Felle für ein anderes Schlagzeug dort besorgt, weil er wollte dass ich auf einem Schrottset dort noch mal einspiele.

    Gut, dass aus der Produktion aus anderen Gründen nichts geworden ist ...


    Oder Livetechniker, die die Tommikros für die Becken benutzen. Und die Thresholds von Gates auf Bassdrum, Snare und Toms so ansetzen, dass die Hälfte der Schläge fehlen. Ghostnotes sowieso.


    Aber gibt schon auch positive Ausnahmen von Leuten, die wissen was sie machen.


    Sei froh und lass es am besten. Aligning macht man halt, weil man es "kann" ... weil es die Digitaltechnik ermöglicht und es im Lehrbuch steht. Mit Kunst hat das aber nichts mehr zu tun.

    Ich bin Rechtshänder und spiele die Hihat mit der linken Hand. Mein Ride ist auch links. Ich finde es super unlogisch und unnatürlich, dass man die Hihat mit der rechten Hand spielt.

    Für mich ist beim Schlagzeugspielen die Snare das Wichtigste groovemäßig. Die Snare (2 und 4) soll auch am lautesten sein. Die feinen schnellen Ghostnoten sind auch so wichtig beim Spielen. Auch Dynamik und Akzente auf der Snare machen viel aus. Natürlich soll die stärkere Hand drauf spielen. Unbedingt!


    Die Geschwindigkeit bei der Hihat und Ride kommt dann von den Fingern.

    Was die Wichtigkeit von Snare und Ghostnotes, die Lautstärke der Backbeats und die gesamte Dynamik betrifft gehe ich mit.


    Ich als Überkreuzspieler spreche in meinem Unterricht ganz bewusst das OH-Spiel an und empfehle es z.B. Linkshändern. Eine Schülerin (Rechtshänderin) fängt auf eigenen Wunsch auch mit OH an (habe ihr die Entscheidung überlassen). Weil es aus meiner Sicht auch ergonomischer ist und Linkshänder so im Livebetrieb bspw. nicht immer eine Extrawurst mit gespiegeltem Aufbau machen müssen.


    "Unlogisch" ist es aber sicher nicht, wenn man als Rechtshänder die Hi-Hat mit Rechts spielt - so wie es gefühlt mindestens 90% der Drummer machen.

    Und die Snare muss auch nicht mit der stärkeren Hand gespielt werden. Trotz filigranen Spiels mit Ghostnotes und viel innerer Dynamik zimmere ich meine Backbeats ordentlich - hole beim Spielen auf der Hi-Hat über das Höhenniveau meines Hi-Hat Arms aus.


    Ich demonstriere das auch in meinen Videos. Die mit grüner Schrift in den Thumbnails sind eigene Sachen. Kannst ja mal reinschauen: https://www.youtube.com/@MariusBaumDrums/videos :)

    Freut mich, dass ich mit meiner Wahrnehmung nicht allein da stehe :thumbup:


    Du hast das sicher schon unterwegs erklärt aber die Phase der OH's drehst du aufgrund der Mikros die du verwendest, richtig? Weil bei den typischen Kleinmembran Kondensator Mikros sind diese doch gleich in Phase ausgerichtet wie die Close Mikros, oder?

    Also die Angaben in Beitrag #15 zur Phasenlage der Overheads sind allgemeingültig zu verstehen. D.h. ohne Phasendreher / normal bezieht sich auf alle "normalen" Mikrofone, die als Overheads (wie Mikros an den Schlagfellen) zuerst eine negative Halbwelle von Snare und Toms aufnehmen.


    Für das Ergebnis des zweiten Audiofiles mit "Phasengedrehten Overheads" muss man also die Phasen gebräuchlicher Overhead-Mikros im Mix erst noch drehen.


    Das zeigt auch, dass das Thema schon nicht so einfach ist und man im Mix wirklich gucken muss, wie man die Phasenlage in den Griff kriegt. Das erste Audiofile klingt nämlich zu dünn (vor allem die Snare) obwohl die Phase der Overheads da "richtig herum" ist.

    Ein anderer Abstand der Overheads zur Snare verändert das schon.


    Mit Aligning ist man also unabhängig von der Aufstellung immer auf der sicheren Seite. Aber mal abgesehen von dem Frickelaufwand in der DAW klingt es eben auch "anders". Mir gefällts jedenfalls nicht ...


    In den analogen Tonbandzeiten konnte man die Problematik auch nur mit der Mikrofonaufstellung und den Schaltern für die Phasenumkehr am Pult angehen. Im Livebetrieb das selbe. Also es geht auch ohne. :)

    Habe mir das gerade selbst noch mal mit frischen Ohren und einem anderen Wiedergabegerät angehört. Und es bestätigt sich der Eindruck, den ich letzte Nacht schon hatte. Bzw. frage ich mich, warum ich bisher überhaupt die Phasen der MK-012 wieder rumgedreht und sie nach vorne an die Snare geschoben hatte ^^


    Denn mir ist das zweite Soundfile ohne Aligning und mit Phasengedrehten Overheads - also so wie es die MK-012 direkt "liefern" - eigentlich am sympathischsten.

    Als ich früher mit Aligning experimentiert und Diskussionen deswegen auf recording.de geführt hatte, gefiel mir das nämlich auch schon nicht so besonders.


    Mit Aligning klingt es nach meinem Empfinden unnatürlicher, weil die Nahmikrofonierung mit der Freifeldmikrofonierung der Overheads "verbunden" wird. Die Becken liegen mit Aligning auch zeitlich vor den Trommelspuren (hängen ja i.d.R. über den Trommeln) - ohne Aligning ist es umgedreht.

    Komischerweise leidet die Snare sogar unter dem Aligning, finde ich. Die klingt dadurch irgendwie kleiner und hintergründiger.


    Letztendlich ist es natürlich auch Geschmackssache. Kommt drauf an, welchen Sound man will. Ich bevorzuge einen moderneren Sound, bei dem die "Stützmikrofone" eine tragende Rolle spielen, die Overheads trotzdem nicht nur fürs Blech zuständig sind und das ganze mit Raummikro(s) abgerundet wird.

    Kammfilterprobleme holt man sich jedenfalls zuerst durch kleine und niedrige Räume und unpassende Mikrofonierung ein.


    Was mich aber etwas wundert ist, dass die Snareschläge für mich ab Sekunde 13 anders bzw. höher klingen? Ich meine jetzt nicht den Unterschied zwischen Haupt- und Sidesnare, der ist mit bewusst, sondern eher insgesamt. Oder hattest Du die Snare(s) ab da anders angeschlagen?

    Ja, ich hatte am Anfang keine Rimshots gespielt. Eher unbewusst. Ansonsten hatte ich drauf geachtet, alles mal sauber anzuschlagen (abgesehen von der Cowbell) und keine zu schnellen Schlagfolgen zu spielen. Damit man das gut hören kann.

    Habe vorhin eine Testaufnahme gemacht und daraus 4 Komplettmixe zum Vergleich erstellt.


    • Set mit 4 Toms (10-12-14-16), 12" Side-Snare, 3 Crashes, China & Splash in meinem 18m² Raum (2,4m hoch)
    • Mikrofonierung: Overheads - 2x Oktava MK-012 (je 127cm Abstand zur Hauptsnare), Snare - 2x SM57, Bassdrum - Beta 52a (innen) + Audix D6 (außen), Toms - 4x t.bone MB85 beta, Side-Snare - t.bone MB75, Hi-Hat + Ride - 2x Rode M5 (von unten)
    • in meiner gewohnten Manier gemixt (hier ohne Raumspur und zusätzlichen Reverb) => nähere Infos und Rohspuren auf Anfrage


    Ist 'ne kurze Impro in 6/4 auf 150 bpm. Absichtlich mit Nachbearbeitung, weil Rohmixe letztendlich eigentlich keinen interessieren.


    Ich poste hier jetzt einfach mal die 4 Dateien mit Zuordnung ohne Wertung. Standardmäßig habe ich einen Phasendreher auf dem Teppich-Mikro (unten) der Hauptsnare - den erwähne ich nicht weiter.

    Die Anomalie der werkseitig verpolten MK-012 berücksichtige ich in meiner Bezeichnung -> "Phase gedreht" meint also, dass ich im Mix tatsächlich nicht die Phase gedreht habe und umgekehrt. Normalerweise nehmen Overheads zuerst eine negative Halbwelle von Snare und Toms auf, genau so wie Mikrofone an den Schlagfellen.


    Ohne Aligning:

    DrumsAlignTest-29.11.22_OH-normal.mp3


    Ohne Aligning - Overheads mit gedrehter Phase:

    DrumsAlignTest-29.11.22_OH-phaseshift.mp3


    Mit Aligning - Overheads an obere Snare-Spur aligned (Overheads "nach vorne" geschoben)

    DrumsAlignTest-29.11.22_Snare-only.mp3


    Mit Aligning - komplett (zusätzlich gedrehte Phasen auf Hi-Hat und Ride Mikros)

    DrumsAlignTest-29.11.22_Complete.mp3


    Beim kompletten Aligning habe ich alle einzelnen Mikros jeweils an das Overhead aligned, auf dem das Element zuerst erscheint. Die Side-Snare also z.B. an das aus Drummersicht linke und das 16er Floortom an das aus Drummersicht rechte Overhead. Ich bin dabei immer nur nach dem Nutzsignal gegangen - auch bei Hi-Hat und Ride. D.h., für das Aligning z.B. des 10er Toms habe ich einen Schlag auf dem 10er Tom genommen, für das Aligning der Hi-Hat einen allein stehenden und gut sichtbaren Hi-Hat Anschlag und so weiter. Auch die zusätzlichen Spuren von Snare und Bassdrum habe ich aligned.

    Es geht dabei darum, dass die Phasenbeziehungen von Overheads und den nah aufgestellten Mikros wirklich exakt genau passen. Zumindest was die Nutzsignale betrifft.


    Grundtöne von Snares liegen oft bei 200 Hz. Die erste (von oben negative) Halbwelle hat bei 200 Hz eine Dauer von 2,5 ms. Im schlechtesten Fall haben die Overheads die selbe Verzögerung zur Snare. Somit löschen sich die Spuren dann gegenseitig aus. Ein einfacher Phasendreher würde hier zwar Abhilfe schaffen, aber ich denke dieses Szenario verdeutlicht das Problem ganz gut. ;)

    Man könnte dem auch entgegen wirken, indem man Bässe und Tiefmitten auf den Overheads raus dreht. Das ist aber eher was für live ...


    Ich kann später Hörbeispiele posten.

    So viel Raumanteil nehmen Overheads, besonders wenn dabei Nieren senkrecht nach unten ausgerichtet werden, gar nicht auf.


    Der Raumanteil wird vor allem dadurch bestimmt, ob das Mikrofon im Nahfeld eher Direktschall aufnimmt oder im Diffusfeld eher Diffusschall (Reflektionen vom Raum).


    Bei der zeitlichen Differenz von Overheads und Stützmikrofonen an den Trommeln bewegt man sich im einstelligen Millisekundenbereich (1 Meter entspricht ca. 3 ms).

    Künstlicher Reverb bietet i.d.R. ein Pre-Delay, was für eine Entkopplung des Diffusschalls vom trockenen Signal sorgt. Damit lässt sich auch die Tiefenstaffelung beeinflussen (je länger das Pre-Delay, desto weiter vorne erscheint die Schallquelle und umgekehrt). Ein typischer Wert ist hier z.B. 50 ms.


    Kürzliche Experimente von mir brachten mich zu der Erkenntnis, dass mein "neues" Kammfilterproblem wohl vor allem von meinem Raummikro (Kugel) kommt, das ich seit kurzem nicht mehr im Vorraum stehen habe. Dort hatte es eine Verzögerung von etwa 20ms gegenüber etwa 6ms und deutlich mehr Diffusanteil.

    Die Lösung ist nun für mich, da einfach ein Delay von 10-15 ms im Mix drauf zu setzen. Funktioniert erstaunlich gut.


    Es geht beim Aligning auch nicht darum, Raumspuren zu alignen. Denen steht es eher gut, sie zeitlich weiter von den Direktsignalen zu entkoppeln.

    Danke für die Antworten! Das lockert das Thema schon mal wieder etwas für mich auf.


    Die Aussage das ein komplettes Aligning quasi Pflicht ist, halte für kühn und nicht in allen Situationen richtig.

    Mein Eindruck mit "quasi" (also "fast") Pflicht kam u.a. aus folgenden Gründen zu Stande:


    • Mike Senior empfiehlt es in seinem Buch "Mixing Secrets"
    • durch meine Aktivität vor einiger Zeit auf http://www.recording.de, wo ich als Kritiker von komplettem Aligning oder zumindest jemand, der es eben nicht für verpflichtend hält, relativ allein da stand
    • zuletzt durch Nils' Aussage hier dazu, der u.a. über dieses Thema ja ein Buch geschrieben hat


    Ich bin da derzeit wieder am Experimentieren und stelle fest, dass es schon minimale Unterschiede auch bei Toms ausmacht. Es geht dabei ja auch um die Richtungslokalisation:


    Der Präzedenz-Effekt wirkt, wenn die Zeitverzögerung von der ersten bis zur folgenden Wellenfront zwischen 2 ms und einer signalabhängigen oberen Grenze liegt. Diese beträgt bei Sprache etwa 50 ms, bei Musik bis zu mehreren 100 ms.Liegt die Zeitverzögerung unter 2 ms, so tritt Summenlokalisation ein, d. h. die wahrgenommene Richtung des Schallsignals befindet sich zwischen den Richtungen der Schallquellen.

    Liegt die Zeitverzögerung unter 2 ms, so tritt Summenlokalisation ein, d. h. die wahrgenommene Richtung des Schallsignals befindet sich zwischen den Richtungen der Schallquellen.

    2 ms entsprechen einer Entfernung von ungefähr 60-70 cm.


    Ich denke es geht auch maßgeblich darum, wie man an die Snare aligned. Ich schiebe die Overheads ja nach vorne an die obere Snarespur und gleiche sie somit auch ungefähr an die restlichen Mikros an. Anders herum wäre eigentlich weniger sinnig.

    Diese Vorgehensweise funktioniert aber eben wirklich nur mit DAWs.

    Also ich hatte das Video ganz bewusst noch mal reaktiviert (war auf Privat) um in der Diskussion hier mal was Konkretes in den Raum zu werfen. Meine Frage dazu war auch ernst gemeint. Denn wie schon gesagt geht's dabei um zwei grundlegend verschiedene Spieltechniken. Langsamere Doubles werden ohne Rebound gespielt. Schnellere Doubles gehen ab einem gewissen Tempo dann nur noch mit genutztem Rebound.


    In meinem Video geht's da bei den Doubles um Sechzehntel auf 210-300 bpm (die bpm beziehen sich hier auf Viertel).

    Ist etwas verwirrend, weil ich den Klick im Video nur auf den 1en der 3/8 Takte laufen habe.


    Man kann halt kaum helfen, wenn man nicht weiß worum es konkret geht (und auch nichts sieht) und wenn Fragen nicht beantwortet werden ...


    EDIT

    Kleine Korrektur der Tempo-Angabe - ist ja ein 3/8 ...

    Vor ungefähr 10 Jahren hatte ich angefangen mich mit Schlagzeugaufnahmen zu beschäftigen. Zwischenzeitlich hatte ich auch Fachliteratur u.a. über Mixing und Mastering gelesen und mich viel mit Audionachbearbeitung beschäftigt. Und Interviews z.B. auf http://www.soundonsound.com gelesen.

    Kürzlich bin ich durch eine Diskussion in meiner Hörzone wieder auf dieses Thema aufmerksam geworden: RE: m_tree's Hörzone - Impro in 4/4 Halftime mit Punktierungen


    Es geht dabei um den Ausgleich der Laufzeitdifferenzen besonders von Overheads und Stützmikrofonen bzw. darum, die Phasenlage der Nutzsignale zu korrigieren und damit dem Gesetz der ersten Wellenfront zu entsprechen und Kammfiltereffekte zu minimieren (Übersprechen ist ein weiteres Thema ...). Dafür reicht ein einfacher Phasendreher bzw. eine Phasenverpolung nicht aus. Ausreichend ist ein Phasendreher z.B. auf dem Teppich-Mikro der Snare. Die Laufzeitdifferenz ist hier relativ gering und dadurch, dass Schlag- und Resonanzfell exakt 180° zueinander stehen, haut das ziemlich genau hin.

    Seit ich wieder eigene Schlagzeugaufnahmen mache stelle ich die Overheads in gleichem Abstand zur Snare auf und aligne diese an die Snarespur. Um den Rest hatte ich mich dahingehend bisher nicht gekümmert, weil das bei den Tomspuren so schon ziemlich genau hingehauen hat und ich die Overheads sowieso "spaced" (AB-ähnlich) aufgestellt habe.


    Nachdem man eigentlich fast überall liest, dass ein komplettes Aligning quasi Pflicht ist, erscheint mir das Thema dennoch ein wenig kontrovers. Besonders, weil ein Aligning im Livebetrieb nicht möglich ist. Auch in früheren Zeiten, in denen auf Tonband aufgenommen und komplett Analog ohne DAWs gearbeitet wurde, war ein Aligning wenn überhaupt nur mit mindestens 1/10 Millisekunden genauen Delays und Kenntnis über die Entfernungen möglich. Und ich bezweifel, dass das gemacht wurde.

    Eigene Experimente von mir brachten zu Tage, dass es mit ein paar Kniffen bei der Aufnahme und im Mix auch ohne Aligning geht und besonders in kompletten Bandmixen kaum auffällt. Neben Gates kommen da auch hier und da Samples (z.B. Layern von Snares) und Lautstärke-Automation oder ganz und gar komplett geschnittenen Tomspuren zum Einsatz ...


    ... die Vergleichsaufnahmen sind hier zu finden: RE: Aligning von Schlagzeugspuren