Beiträge von m_tree

    Bei Rosanna geht OH wunderbar. Spiele ich gern.

    Shuffles und Swing sind genau meins und für OH wunderbar.

    Shuffles sind auch genau meins und da geht Überkreuz auch wunderbar ;)


    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Also die Angaben in Beitrag #15 zur Phasenlage der Overheads sind allgemeingültig zu verstehen. D.h. ohne Phasendreher / normal bezieht sich auf alle "normalen" Mikrofone, die als Overheads (wie Mikros an den Schlagfellen) zuerst eine negative Halbwelle von Snare und Toms aufnehmen.

    Machen die das? Ich habe mir die Wellenform glaube ich nie so im Detail angesehen und glaube dir jetzt einfach mal und werd das vielleicht einfach selbst mal probieren. :D

    Jepp. Das machen die in der Praxis genau so wie in der Theorie. Ist ja logisch, dass auf der Schlagfellseite erst eine negative Halbwelle aufgenommen wird, weil man das Schlagfell mit den Sticks in die Trommel drückt. Bei den Resonanzfellen ist's dann umgekehrt. Durch die zylindrische Form ist dann übrigens auch ziemlich egal, wie die Mikros an Schlag- und Resonanzfell ausgerichtet sind. Dadurch, dass Schlag- und Resonanzfell immer 180° zueinander stehen sind die exakt gegenläufig in der Phase. Mal von 0,x ms Laufzeitdifferenz abgesehen. :)


    In den analogen Tonbandzeiten konnte man die Problematik auch nur mit der Mikrofonaufstellung und den Schaltern für die Phasenumkehr am Pult angehen. Im Livebetrieb das selbe. Also es geht auch ohne. :)

    Dazu nur mehr Amen! Da schätze ich mich oft glücklich den Part aus der Hand zu geben, spielend gut zu klingen und dem Tonmenschen vertrauen das er mich auch gut klingen lässt.

    Wenn dem nur immer so wäre :/ :D


    Letztes Jahr erst wieder so 'ne Erfahrung bei 'nem "Produzent" gemacht, der eigentlich gar keiner war ... der hat sich nicht mal im Ansatz Gedanken um die Phasenlage gemacht, im Mix nur mit irgendwelchen Presets hantiert und am Ende ne brizzelige Soße gemacht, die mir nur noch in den Ohren weh getan hat. Der wollte dann auch, dass ich meine Toms tot dämpfe und letztendlich hatte ich dann noch neue Felle für ein anderes Schlagzeug dort besorgt, weil er wollte dass ich auf einem Schrottset dort noch mal einspiele.

    Gut, dass aus der Produktion aus anderen Gründen nichts geworden ist ...


    Oder Livetechniker, die die Tommikros für die Becken benutzen. Und die Thresholds von Gates auf Bassdrum, Snare und Toms so ansetzen, dass die Hälfte der Schläge fehlen. Ghostnotes sowieso.


    Aber gibt schon auch positive Ausnahmen von Leuten, die wissen was sie machen.


    Sei froh und lass es am besten. Aligning macht man halt, weil man es "kann" ... weil es die Digitaltechnik ermöglicht und es im Lehrbuch steht. Mit Kunst hat das aber nichts mehr zu tun.

    Ich bin Rechtshänder und spiele die Hihat mit der linken Hand. Mein Ride ist auch links. Ich finde es super unlogisch und unnatürlich, dass man die Hihat mit der rechten Hand spielt.

    Für mich ist beim Schlagzeugspielen die Snare das Wichtigste groovemäßig. Die Snare (2 und 4) soll auch am lautesten sein. Die feinen schnellen Ghostnoten sind auch so wichtig beim Spielen. Auch Dynamik und Akzente auf der Snare machen viel aus. Natürlich soll die stärkere Hand drauf spielen. Unbedingt!


    Die Geschwindigkeit bei der Hihat und Ride kommt dann von den Fingern.

    Was die Wichtigkeit von Snare und Ghostnotes, die Lautstärke der Backbeats und die gesamte Dynamik betrifft gehe ich mit.


    Ich als Überkreuzspieler spreche in meinem Unterricht ganz bewusst das OH-Spiel an und empfehle es z.B. Linkshändern. Eine Schülerin (Rechtshänderin) fängt auf eigenen Wunsch auch mit OH an (habe ihr die Entscheidung überlassen). Weil es aus meiner Sicht auch ergonomischer ist und Linkshänder so im Livebetrieb bspw. nicht immer eine Extrawurst mit gespiegeltem Aufbau machen müssen.


    "Unlogisch" ist es aber sicher nicht, wenn man als Rechtshänder die Hi-Hat mit Rechts spielt - so wie es gefühlt mindestens 90% der Drummer machen.

    Und die Snare muss auch nicht mit der stärkeren Hand gespielt werden. Trotz filigranen Spiels mit Ghostnotes und viel innerer Dynamik zimmere ich meine Backbeats ordentlich - hole beim Spielen auf der Hi-Hat über das Höhenniveau meines Hi-Hat Arms aus.


    Ich demonstriere das auch in meinen Videos. Die mit grüner Schrift in den Thumbnails sind eigene Sachen. Kannst ja mal reinschauen: https://www.youtube.com/@MariusBaumDrums/videos :)

    Freut mich, dass ich mit meiner Wahrnehmung nicht allein da stehe :thumbup:


    Du hast das sicher schon unterwegs erklärt aber die Phase der OH's drehst du aufgrund der Mikros die du verwendest, richtig? Weil bei den typischen Kleinmembran Kondensator Mikros sind diese doch gleich in Phase ausgerichtet wie die Close Mikros, oder?

    Also die Angaben in Beitrag #15 zur Phasenlage der Overheads sind allgemeingültig zu verstehen. D.h. ohne Phasendreher / normal bezieht sich auf alle "normalen" Mikrofone, die als Overheads (wie Mikros an den Schlagfellen) zuerst eine negative Halbwelle von Snare und Toms aufnehmen.


    Für das Ergebnis des zweiten Audiofiles mit "Phasengedrehten Overheads" muss man also die Phasen gebräuchlicher Overhead-Mikros im Mix erst noch drehen.


    Das zeigt auch, dass das Thema schon nicht so einfach ist und man im Mix wirklich gucken muss, wie man die Phasenlage in den Griff kriegt. Das erste Audiofile klingt nämlich zu dünn (vor allem die Snare) obwohl die Phase der Overheads da "richtig herum" ist.

    Ein anderer Abstand der Overheads zur Snare verändert das schon.


    Mit Aligning ist man also unabhängig von der Aufstellung immer auf der sicheren Seite. Aber mal abgesehen von dem Frickelaufwand in der DAW klingt es eben auch "anders". Mir gefällts jedenfalls nicht ...


    In den analogen Tonbandzeiten konnte man die Problematik auch nur mit der Mikrofonaufstellung und den Schaltern für die Phasenumkehr am Pult angehen. Im Livebetrieb das selbe. Also es geht auch ohne. :)

    Habe mir das gerade selbst noch mal mit frischen Ohren und einem anderen Wiedergabegerät angehört. Und es bestätigt sich der Eindruck, den ich letzte Nacht schon hatte. Bzw. frage ich mich, warum ich bisher überhaupt die Phasen der MK-012 wieder rumgedreht und sie nach vorne an die Snare geschoben hatte ^^


    Denn mir ist das zweite Soundfile ohne Aligning und mit Phasengedrehten Overheads - also so wie es die MK-012 direkt "liefern" - eigentlich am sympathischsten.

    Als ich früher mit Aligning experimentiert und Diskussionen deswegen auf recording.de geführt hatte, gefiel mir das nämlich auch schon nicht so besonders.


    Mit Aligning klingt es nach meinem Empfinden unnatürlicher, weil die Nahmikrofonierung mit der Freifeldmikrofonierung der Overheads "verbunden" wird. Die Becken liegen mit Aligning auch zeitlich vor den Trommelspuren (hängen ja i.d.R. über den Trommeln) - ohne Aligning ist es umgedreht.

    Komischerweise leidet die Snare sogar unter dem Aligning, finde ich. Die klingt dadurch irgendwie kleiner und hintergründiger.


    Letztendlich ist es natürlich auch Geschmackssache. Kommt drauf an, welchen Sound man will. Ich bevorzuge einen moderneren Sound, bei dem die "Stützmikrofone" eine tragende Rolle spielen, die Overheads trotzdem nicht nur fürs Blech zuständig sind und das ganze mit Raummikro(s) abgerundet wird.

    Kammfilterprobleme holt man sich jedenfalls zuerst durch kleine und niedrige Räume und unpassende Mikrofonierung ein.


    Was mich aber etwas wundert ist, dass die Snareschläge für mich ab Sekunde 13 anders bzw. höher klingen? Ich meine jetzt nicht den Unterschied zwischen Haupt- und Sidesnare, der ist mit bewusst, sondern eher insgesamt. Oder hattest Du die Snare(s) ab da anders angeschlagen?

    Ja, ich hatte am Anfang keine Rimshots gespielt. Eher unbewusst. Ansonsten hatte ich drauf geachtet, alles mal sauber anzuschlagen (abgesehen von der Cowbell) und keine zu schnellen Schlagfolgen zu spielen. Damit man das gut hören kann.

    Habe vorhin eine Testaufnahme gemacht und daraus 4 Komplettmixe zum Vergleich erstellt.


    • Set mit 4 Toms (10-12-14-16), 12" Side-Snare, 3 Crashes, China & Splash in meinem 18m² Raum (2,4m hoch)
    • Mikrofonierung: Overheads - 2x Oktava MK-012 (je 127cm Abstand zur Hauptsnare), Snare - 2x SM57, Bassdrum - Beta 52a (innen) + Audix D6 (außen), Toms - 4x t.bone MB85 beta, Side-Snare - t.bone MB75, Hi-Hat + Ride - 2x Rode M5 (von unten)
    • in meiner gewohnten Manier gemixt (hier ohne Raumspur und zusätzlichen Reverb) => nähere Infos und Rohspuren auf Anfrage


    Ist 'ne kurze Impro in 6/4 auf 150 bpm. Absichtlich mit Nachbearbeitung, weil Rohmixe letztendlich eigentlich keinen interessieren.


    Ich poste hier jetzt einfach mal die 4 Dateien mit Zuordnung ohne Wertung. Standardmäßig habe ich einen Phasendreher auf dem Teppich-Mikro (unten) der Hauptsnare - den erwähne ich nicht weiter.

    Die Anomalie der werkseitig verpolten MK-012 berücksichtige ich in meiner Bezeichnung -> "Phase gedreht" meint also, dass ich im Mix tatsächlich nicht die Phase gedreht habe und umgekehrt. Normalerweise nehmen Overheads zuerst eine negative Halbwelle von Snare und Toms auf, genau so wie Mikrofone an den Schlagfellen.


    Ohne Aligning:

    DrumsAlignTest-29.11.22_OH-normal.mp3


    Ohne Aligning - Overheads mit gedrehter Phase:

    DrumsAlignTest-29.11.22_OH-phaseshift.mp3


    Mit Aligning - Overheads an obere Snare-Spur aligned (Overheads "nach vorne" geschoben)

    DrumsAlignTest-29.11.22_Snare-only.mp3


    Mit Aligning - komplett (zusätzlich gedrehte Phasen auf Hi-Hat und Ride Mikros)

    DrumsAlignTest-29.11.22_Complete.mp3


    Beim kompletten Aligning habe ich alle einzelnen Mikros jeweils an das Overhead aligned, auf dem das Element zuerst erscheint. Die Side-Snare also z.B. an das aus Drummersicht linke und das 16er Floortom an das aus Drummersicht rechte Overhead. Ich bin dabei immer nur nach dem Nutzsignal gegangen - auch bei Hi-Hat und Ride. D.h., für das Aligning z.B. des 10er Toms habe ich einen Schlag auf dem 10er Tom genommen, für das Aligning der Hi-Hat einen allein stehenden und gut sichtbaren Hi-Hat Anschlag und so weiter. Auch die zusätzlichen Spuren von Snare und Bassdrum habe ich aligned.

    Es geht dabei darum, dass die Phasenbeziehungen von Overheads und den nah aufgestellten Mikros wirklich exakt genau passen. Zumindest was die Nutzsignale betrifft.


    Grundtöne von Snares liegen oft bei 200 Hz. Die erste (von oben negative) Halbwelle hat bei 200 Hz eine Dauer von 2,5 ms. Im schlechtesten Fall haben die Overheads die selbe Verzögerung zur Snare. Somit löschen sich die Spuren dann gegenseitig aus. Ein einfacher Phasendreher würde hier zwar Abhilfe schaffen, aber ich denke dieses Szenario verdeutlicht das Problem ganz gut. ;)

    Man könnte dem auch entgegen wirken, indem man Bässe und Tiefmitten auf den Overheads raus dreht. Das ist aber eher was für live ...


    Ich kann später Hörbeispiele posten.

    So viel Raumanteil nehmen Overheads, besonders wenn dabei Nieren senkrecht nach unten ausgerichtet werden, gar nicht auf.


    Der Raumanteil wird vor allem dadurch bestimmt, ob das Mikrofon im Nahfeld eher Direktschall aufnimmt oder im Diffusfeld eher Diffusschall (Reflektionen vom Raum).


    Bei der zeitlichen Differenz von Overheads und Stützmikrofonen an den Trommeln bewegt man sich im einstelligen Millisekundenbereich (1 Meter entspricht ca. 3 ms).

    Künstlicher Reverb bietet i.d.R. ein Pre-Delay, was für eine Entkopplung des Diffusschalls vom trockenen Signal sorgt. Damit lässt sich auch die Tiefenstaffelung beeinflussen (je länger das Pre-Delay, desto weiter vorne erscheint die Schallquelle und umgekehrt). Ein typischer Wert ist hier z.B. 50 ms.


    Kürzliche Experimente von mir brachten mich zu der Erkenntnis, dass mein "neues" Kammfilterproblem wohl vor allem von meinem Raummikro (Kugel) kommt, das ich seit kurzem nicht mehr im Vorraum stehen habe. Dort hatte es eine Verzögerung von etwa 20ms gegenüber etwa 6ms und deutlich mehr Diffusanteil.

    Die Lösung ist nun für mich, da einfach ein Delay von 10-15 ms im Mix drauf zu setzen. Funktioniert erstaunlich gut.


    Es geht beim Aligning auch nicht darum, Raumspuren zu alignen. Denen steht es eher gut, sie zeitlich weiter von den Direktsignalen zu entkoppeln.

    Danke für die Antworten! Das lockert das Thema schon mal wieder etwas für mich auf.


    Die Aussage das ein komplettes Aligning quasi Pflicht ist, halte für kühn und nicht in allen Situationen richtig.

    Mein Eindruck mit "quasi" (also "fast") Pflicht kam u.a. aus folgenden Gründen zu Stande:


    • Mike Senior empfiehlt es in seinem Buch "Mixing Secrets"
    • durch meine Aktivität vor einiger Zeit auf http://www.recording.de, wo ich als Kritiker von komplettem Aligning oder zumindest jemand, der es eben nicht für verpflichtend hält, relativ allein da stand
    • zuletzt durch Nils' Aussage hier dazu, der u.a. über dieses Thema ja ein Buch geschrieben hat


    Ich bin da derzeit wieder am Experimentieren und stelle fest, dass es schon minimale Unterschiede auch bei Toms ausmacht. Es geht dabei ja auch um die Richtungslokalisation:


    Der Präzedenz-Effekt wirkt, wenn die Zeitverzögerung von der ersten bis zur folgenden Wellenfront zwischen 2 ms und einer signalabhängigen oberen Grenze liegt. Diese beträgt bei Sprache etwa 50 ms, bei Musik bis zu mehreren 100 ms.Liegt die Zeitverzögerung unter 2 ms, so tritt Summenlokalisation ein, d. h. die wahrgenommene Richtung des Schallsignals befindet sich zwischen den Richtungen der Schallquellen.

    Liegt die Zeitverzögerung unter 2 ms, so tritt Summenlokalisation ein, d. h. die wahrgenommene Richtung des Schallsignals befindet sich zwischen den Richtungen der Schallquellen.

    2 ms entsprechen einer Entfernung von ungefähr 60-70 cm.


    Ich denke es geht auch maßgeblich darum, wie man an die Snare aligned. Ich schiebe die Overheads ja nach vorne an die obere Snarespur und gleiche sie somit auch ungefähr an die restlichen Mikros an. Anders herum wäre eigentlich weniger sinnig.

    Diese Vorgehensweise funktioniert aber eben wirklich nur mit DAWs.

    Also ich hatte das Video ganz bewusst noch mal reaktiviert (war auf Privat) um in der Diskussion hier mal was Konkretes in den Raum zu werfen. Meine Frage dazu war auch ernst gemeint. Denn wie schon gesagt geht's dabei um zwei grundlegend verschiedene Spieltechniken. Langsamere Doubles werden ohne Rebound gespielt. Schnellere Doubles gehen ab einem gewissen Tempo dann nur noch mit genutztem Rebound.


    In meinem Video geht's da bei den Doubles um Sechzehntel auf 210-300 bpm (die bpm beziehen sich hier auf Viertel).

    Ist etwas verwirrend, weil ich den Klick im Video nur auf den 1en der 3/8 Takte laufen habe.


    Man kann halt kaum helfen, wenn man nicht weiß worum es konkret geht (und auch nichts sieht) und wenn Fragen nicht beantwortet werden ...


    EDIT

    Kleine Korrektur der Tempo-Angabe - ist ja ein 3/8 ...

    Vor ungefähr 10 Jahren hatte ich angefangen mich mit Schlagzeugaufnahmen zu beschäftigen. Zwischenzeitlich hatte ich auch Fachliteratur u.a. über Mixing und Mastering gelesen und mich viel mit Audionachbearbeitung beschäftigt. Und Interviews z.B. auf http://www.soundonsound.com gelesen.

    Kürzlich bin ich durch eine Diskussion in meiner Hörzone wieder auf dieses Thema aufmerksam geworden: RE: m_tree's Hörzone - Impro in 4/4 Halftime mit Punktierungen


    Es geht dabei um den Ausgleich der Laufzeitdifferenzen besonders von Overheads und Stützmikrofonen bzw. darum, die Phasenlage der Nutzsignale zu korrigieren und damit dem Gesetz der ersten Wellenfront zu entsprechen und Kammfiltereffekte zu minimieren (Übersprechen ist ein weiteres Thema ...). Dafür reicht ein einfacher Phasendreher bzw. eine Phasenverpolung nicht aus. Ausreichend ist ein Phasendreher z.B. auf dem Teppich-Mikro der Snare. Die Laufzeitdifferenz ist hier relativ gering und dadurch, dass Schlag- und Resonanzfell exakt 180° zueinander stehen, haut das ziemlich genau hin.

    Seit ich wieder eigene Schlagzeugaufnahmen mache stelle ich die Overheads in gleichem Abstand zur Snare auf und aligne diese an die Snarespur. Um den Rest hatte ich mich dahingehend bisher nicht gekümmert, weil das bei den Tomspuren so schon ziemlich genau hingehauen hat und ich die Overheads sowieso "spaced" (AB-ähnlich) aufgestellt habe.


    Nachdem man eigentlich fast überall liest, dass ein komplettes Aligning quasi Pflicht ist, erscheint mir das Thema dennoch ein wenig kontrovers. Besonders, weil ein Aligning im Livebetrieb nicht möglich ist. Auch in früheren Zeiten, in denen auf Tonband aufgenommen und komplett Analog ohne DAWs gearbeitet wurde, war ein Aligning wenn überhaupt nur mit mindestens 1/10 Millisekunden genauen Delays und Kenntnis über die Entfernungen möglich. Und ich bezweifel, dass das gemacht wurde.

    Eigene Experimente von mir brachten zu Tage, dass es mit ein paar Kniffen bei der Aufnahme und im Mix auch ohne Aligning geht und besonders in kompletten Bandmixen kaum auffällt. Neben Gates kommen da auch hier und da Samples (z.B. Layern von Snares) und Lautstärke-Automation oder ganz und gar komplett geschnittenen Tomspuren zum Einsatz ...


    ... die Vergleichsaufnahmen sind hier zu finden: RE: Aligning von Schlagzeugspuren

    Nachtrag bzgl. des Sounds bzw. der Kammfilter:


    Vergessen zu erwähnen hatte ich, dass ich seit meinem Nirvana-Cover mein Raummikro im Raum stehen habe, nicht mehr im Vorraum. Wegen Rücksichtnahme auf meine Vermieter ...

    Im Vorraum ist deutlich mehr Diffus-Anteil auf der Spur (trotz Kugelcharakteristik) und hat eine Verzögerung von etwa 20ms gegenüber ca. 7 ms im Raum.

    Das Raummikro nutze ich erst seit seit meinem "Tom Sawyer"-Cover (März 2022).


    Ich will darauf eigentlich nicht verzichten, weil das Raummikro mit starker Kompression die Einzelspuren ein bisschen zusammenklebt, Fülle reinbringt und vor allem auch Becken auf Distanz bringt. Plate-Reverb nutze ich eher Mitten-lastig nur für Trommelspuren.


    Was das Aligning betrifft erstelle ich jetzt noch einen separaten Thread. Das Thema beschäftigt mich sowieso schon länger und erscheint mir ein wenig kontrovers.


    EDIT

    Natürlich beachte ich bei mir die Phasenverpolung der MK-012. Das ist ja eine Besonderheit dieser Mikros ...

    Hier mal mein aktuelles Proberaum-Setup und zur Abwechslung ein Video-Schnappschuss. Zwischenzeitig hatte ich mit einem Floortom und dem Slave-Pedal der Dofuma links neben der Hi-Hat experimentiert. Ist aber beides nix für mich. Da ich nicht so der Splashbecken-Fanatiker bin, aber trotzdem nicht ganz drauf verzichten will, hier mal mit einem Stacker über dem 18er Crash.

    Mein 19er A-Custom Crash hatte ich kürzlich (auch) durch ein Zultan Rockbeat ersetzt. Durch meine Aufnahmen habe ich ja noch eine zweite Möglichkeit zur Beurteilung des Klangs und finde die Rockbeats zumindest bei Crashes, Chinas und Splashes nicht nur brauchbar, sondern sogar ziemlich rund.



    Live eigentlich nach wie vor nur "1 up 1 down" bzw. mit einem Rack- und einem Floortom (wahlweise 10+14 oder 12+16 mit je einer Quinte Abstand), zwei Crashes und ggf. einem China.

    In 4/4 oder 2/4 habe ich die Betonung der 1 immer aus. Da stört bzw. nervt mich die Betonung der 1 eher.


    In 5ern, 7ern und 9ern habe ich die Betonung meistens - zur Selbstkontrolle - an. Das sind ja in unserer westlichen Musikwelt doch eher unübliche und damit auch ungewohntere Taktarten.


    Z.Z. spiele ich "Stick-Control" systematisch durch (bin mittlerweile fast am Ende) und lasse das Metronom dabei auch nicht die 1 betonen. Ist so viel flexibler. Ich zähle da auch nicht die Durchläufe mit (20 Wiederholungen im Loop), sondern lass 'nen Timer mitlaufen, der auf die Zeitspanne bei einem bestimmten Tempo eingestellt ist. Beispiel 4-taktige Übungen im 2/4 Takt bei 120 bpm -> 20 x 8 Viertel x 0,5 Sekunden = 80 Sekunden. Timer z.B. auf 1 Min. 25 Sek. für ein bisschen Puffer.

    wie aus einem gestreichelten Schlagzeug im Rock oder Metal.

    Gerade in den extrem schnellen Spielarten des Metal wird in der Regel gestreichelt, weil es bei den Geschwindigkeiten nur noch mit filigraner Technik geht. Deshalb wird dann getriggert, damit es trotzdem so klingt, als würde richtig reingekesselt.

    Ich weiß. Es gibt aber auch viele langsamere Metalgenres, die noch natürlichen Punch haben. Andy Wallace (Studiomischer-Legende) war mal mein Vorbild und er nutzt nach eigener Aussage Samples nur für Reverb, sofern der Kunde keine eigenen Samples mitliefert. Das meiste aus seiner Creditlist dürfte also ganz natürlichen Punch haben, den er in seinen Mischungen einfach nur erhält (statt weg zu komprimieren):


    https://en.wikipedia.org/wiki/…r)#Discography_(selection)


    Inside Track: Linkin Park's The Hunting Party

    Abgesehen vom verwendeten Equipment war ja nun auch Thema "einfach leiser zu spielen". Leise spielen sollte man schon können, klar. Das "Aber" dazu kommt dann weiter unten ...


    Dynamik kann auch nur durch die Differenz von Leise und Laut entstehen. Egal ob es um Verlaufsdynamik oder eben Dynamik innerhalb des Spiels geht. Das beste Beispiel sind wohl Ghostnotes. Damit diese wirklich als Ghostnotes wahrnehmbar sind müssen die Backbeats eine deutlich höhere Lautstärke haben.


    Betrachtet man das Thema nun mal aus künstlerischer (und damit eigentlich nicht weniger pragmatischer) Sicht:

    Eine laute Spielweise klingt anders als eine leise. Also schon rein auf den Klang der Trommeln bezogen.

    Dann kommt dann noch das Thema der spielerischen Ausdrucksstärke hinzu. Das betrifft zwar nicht direkt die Lautstärke. Aber wenn man bei bestimmten Songs, Bands, Genres usw. nicht ein bisschen reinhaut, kommt da eben auch weniger rüber und die Zuhörer nehmen den Drummer u.U. als 'ne Schlaftablette wahr.


    Es gibt viele Beispiele für "große" Rock- und Metaldrummer, zu deren Sound und Stil es gehört, dass sie die Drums richtig "zimmern". Direkt fallen mir da z.B. John Bonham, Neil Peart, Dave Grohl & Danny Carey ein. Letztere beiden sind nach eigener Aussage "Heavy Hitter" und das hört man auch auf Aufnahmen. Wenn die nicht so reinhauen würden würde das auch nicht so klingen.


    Und dann geht's auch noch um das Lautstärkeverhältnis von z.B. Trommeln und Becken. Es ist schon eine Qualität, den Trommeln gegenüber den Becken eine ausreichende Grundlautstärke zu entlocken. Dafür muss man aber auch ein bisschen draufhauen :/


    Demgegenüber wäre es aus künstlerischer Sicht aber auch abwegig, für Jazz z.B. extrem reinzuhauen. Da wird genau so kein Schuh draus wie aus einem gestreichelten Schlagzeug im Rock oder Metal.