Wenn ohne Samples und Loops gespielt wird und es auch um Groove und Lebendigkeit geht, bin ich auch der Ansicht, dass das ohne Klick besser ist. Was für ein gutes Ergebnis allerdings mehr Sicherheit der Musiker und auch mehr Sicherheit vom Zusammenspiel als Band voraussetzt.
Ein guter Kompromiss - auch als Rückfallebene - ist meiner Meinung nach ein optisches Metronom. Bei meinem letzten Aushilfsgig hatte ich meine stickpunktartigen Notizen für die Setlist mit Tempo-Angabe dabei und ein kleines Metronom, das ich an den Snare-Spannreifen ungefähr auf 12 Uhr geklemmt hatte. So hatte ich für Einzähler und auch zum Gegenchecken zwischendurch einen Anhaltspunkt.
Würde ich schon über mehrere Jahre entsprechend viele Gigs mit der Band gespielt haben, hätte ich das natürlich nicht gebraucht.
Denn es ist wirklich Übungssache. Wenn ich meine "Baustellen" bzw. Schwächen als Schlagzeuger aufzähle, fällt darunter auch "Tempo einschätzen und halten". Und was mir dabei tatsächlich hilft, ist mit Klick zu üben. Meine Drums-only Videos mach ich ja auch alle auf Klick.
Auf der anderen Seite sind natürliche und wirklich musikalisch passend und im Zusammenspiel gekonnt umgesetzte Temposchwankungen mitunter genau das, was Musik heutzutage hier und da fehlt - meiner Meinung nach. Kommt natürlich immer drauf an. Bei Interesse kann ich ein paar Beispiele für ohne Klick eingespielte Alben oder Songs nennen.
Zumal gezielte Tempoänderungen mit Klick dann eigentlich immer nach einem Klicktrack verlangen.