Ein ganz anderer, sehr wichtiger Aspekt wurde hier noch nicht angesprochen:
Musik als Kunstform ist Ausdruck von Emotion.
Und warum hören Menschen sich Musik an? Weil die Musik ihnen aus der Seele spricht, das Verarbeiten von eigenen Gefühlen begleitet, eine gewisse Stimmung erzeugt oder zu bestimmten Anlässen passt usw. ...
Musiker, die covern, sind in diesem Sinne ja auch erstmal nur Konsumenten. Aber sie gehen einen Schritt weiter: denn das gecoverte Stück spricht ihnen persönlich evtl. besonders aus der Seele und gehört zum (nicht ohne Grund) bevorzugten Musikgeschmack. So individuell wie die Musiker und die Konsumenten sind, so individuell ist eben auch die Musik und der Musikgeschmack.
Worauf ich hinaus will ist, dass es bei Covers mitnichten nur um Selbstdarstellung bzw. Darstellung von spielerischen Fähigkeiten geht, sondern um die Emotionen, die dabei im Spiel sind. Ein gutes 1:1 Cover kann man nur machen, wenn man den Song auch gefühlsmäßig versteht.
Und letztendlich zeigt die unterschiedliche Interpretation von Leuten, die selbst nicht covern, warum jemand wohl überhaupt covert, schon sehr gut, wie sie selbst ticken.
Ich seh's jedenfalls so - wenn jemand der Meinung ist, man wolle sich mit Covervideos nur selbst beweihräuchern, dann würde er selbst das wohl in erster Linie mit seinen Covervideos machen wollen. Und so eine Einstellung führt bei Kunst und Musik selten zum Erfolg.
Und was Auftritte angeht:
Die Zuhörer merken schnell, warum jemand das macht. Ein Musiker will dem Publikum i.d.R. durchaus eine Freude bereiten und interagiert empathisch mit dem Publikum.