Beiträge von m_tree

    Ich sehe das so: braucht einer Noten, um überhaupt klarzukommen, ist er nicht frei zum Musikmachen. Das ist so, wie im Orchester, jeder spielt nach Noten und Dirigat, macht also genau das, was jemand anderes sagt, nämlich Komponist und Dirigent. Im Orchester ist der Dirigent der Musiker, der den Klang, die Dynamik und den Ausdruck gestaltet, die anderen Leute sind, etwas überspitzt formuliert, nur die Instrumentenbediener. So ähnlich ist es auch mit dem Gitarristen, den du beschreibst. Was macht der, wenn mal etwas schief geht und die Band improvisieren muss?

    Prinzipiell hast du damit nicht ganz Unrecht

    Vielleicht hat er ja auch einfach nur Recht? ^^ :/


    Von klassischen Szenarien wie Orchestern und u.U. auch Bigbands abgesehen sind Noten wirklich nur ein Hilfsmittel bzw. eine Stütze.

    aber um einen von anderen musikern entstandenen song 1:1 nachzuspielen, brauch ich meist noten, weil ich eben nicht alles raushöre

    Davon abgesehen, dass es auch beim Covern nicht immer um 1:1 nachspielen geht ... allerdings bin ich ein Freund von "bewussten" und "gekonnten" Änderungen, die auf der Fähigkeit, den Song möglichst 1:1 nachspielen zu können, aufbauen ... um welche Songs geht's denn da bei dir konkret? Nur aus Interesse. ;)

    Meine "Ansage" ist ein bisschen einseitig, ja. Ich bin damit aber auch auf diese einseitige "Ansage" hier eingegangen:

    Was für eine gemeinsame Bearbeitung spricht. Oder?

    Nein.


    Natürlich liegt die Wahrheit immer irgendwo in der Mitte. Aber wenn man sich im Vorfeld bei den Aufnahmen Gedanken um alles macht, reicht die einzelne Bearbeitung fürs Panning (im besten Fall gleich gewichtetes - also z.B. 100% L/R) aus.


    Ich mach mein EQing und auch abrundende Kompression auch nicht ohne Grund mittlerweile hauptsächlich über den Gruppentrack der Drums. Denn die Schwierigkeit bei vielen Einzelspuren für letztendlich ein Instrument, die z.T. völlig unterschiedlich klingen (z.B. Bassdrum innen vs. Overheads oder Raumspuren), besteht ja darin, das Drumset eben insgesamt homogen klingen zu lassen. Und das erreicht man in den seltensten Fällen mit unterschiedlicher Nachbearbeitung. Weil die Einzelspuren ja genau aus dem Grund unterschiedlich klingen, weshalb man überhaupt so viele Mikrofone aufstellt. Natürlich könnte man anfangen, die Einzelspuren z.B. so zu EQen, wie die jeweiligen Elemente auf den Overheads klingen. Was aber halt Schwachsinn ist.

    Das einzige, was für eine getrennte Nachbearbeitung der Overheads spricht, sind m.E. schlechte Aufnahmen.

    Sicher nicht, siehe oben z.B. bei M/S-Stereofonie. Auch das Overheadsignale mal einen unterschiedlichen Pegel haben, kommt bei Liveaufnahmen öfter vor - so etwas vor dem Zusammenfassen auf einen Stereobus zu korrigieren hat ebenfalls nichts mit schlechten Aufnahmen zu tun. Eine weitere sinnvolle Anwendung ist das Schieben einer der Spuren auf der Zeitachse, wenn die Mikros mal nicht exakt gleich weit entfernt zur Snare standen, aber dieser Eingriff korrigiert tatsächlich schon einen Fehler bei der Aufnahme.

    Mal von M/S-Aufnahmen abgesehen trifft das durchaus zu. Die Overheads ausgewogen aufzustellen und auch einzupegeln macht u.a. eine gute Aufnahme aus. Von Live/Bühne war ja nicht die Rede.

    Natürlich braucht man sowieso eine einzelne Bearbeitung für die Overheads - mindestens fürs Panning. ;)

    Dem Verschieben auf der Zeitachse eines der Overheads relativ zum anderen, um bspw. die Snare "mittig" zu kriegen, stehe ich übrigens skeptisch gegenüber. Denn da wo es "korrigiert", "zerstört" es auf der anderen Seite auch wieder.

    Und dass Aligning von Drumspuren kein "Muss" ist, sieht man ja auch im Live-Bereich. ;)

    Das einzige, was für eine getrennte Nachbearbeitung der Overheads spricht, sind m.E. schlechte Aufnahmen.


    Grundsätzlich sollten die Overheads natürlich als einzelne Monospuren vorliegen. Bei mir gehen die dann in einen Overhead-Gruppentrack, der wiederrum mit allen anderen Drums-Tracks (auch parallelen Kompressions- und Halltracks) in den Drums-Gruppentrack geht. So kann ich die Overheads immer noch einzeln nachbearbeiten. Brauch ich aber nicht. Denn ist das Stereobild von der Aufnahme grundsätzlich ausgewogen, zerstört man dieses mit unterschiedlicher Bearbeitung nur.


    Zu viel Bearbeitung der Overheads halte ich übrigens auch nicht für besonders sinnvoll. Ich lass meine mittlerweile flat oder hebe ganz sachte Höhen an (Höhen-lastigere wie Neumann KM184 würde ich definitiv flat lassen). Sogar auf Low-Cuts verzichte ich mittlerweile komplett bei allen Trommelspuren und Overheads.

    Das EQing kommt bei mir dann hauptsächlich vom Drums-Gruppentrack. Dort mit zwei unterschiedlichen EQs.


    Das gleiche gilt übrigens auch für "chirurgische" EQ-Korrekturen bzw. schmalbandige, gezielte Absenkungen von störenden Frequenzen. Becken klingen ja gerne mal hier und da etwas scharf, besonders aus der Nähe.

    Stellt man die (im besten Fall nicht zu harsch klingenden) Overheads aber geschickt auf, kann man darauf verzichten. Und das klingt letztendlich immer besser. Ich sprech da wirklich aus Erfahrung ...

    Was man auch lernen muss ist, andere Ansichten, Meinungen und Vorgehensweise zu akzeptieren und diese nicht als "Quark" hinzustellen.

    Mal von der Allgemeingültigkeit dieses Satzes abgesehen hat das Wort "Quark" an der Stelle halt nur verdeutlichen wollen, dass es dabei keine Allgemeingültigkeit gibt.

    Ich glaub, ich weiß, was Soul damit meint und denke, dass er recht hat. Aber das ist ja genau der Punkt! Wenn ich dann die Noten hab, dann weiß ich, was da wie gespielt wird und kann’s üben und erweitere somit mein Vokabular. Badummtss!

    Der "Badumm-Tsss" unter "Two"s Beitrag ist ja von mir und ich kann "Soul"s Aussage aus meiner Erfahrung auch nur dementieren. Sicherlich ist das auch alles nicht schwarz/weiß und wenn man von etwas "zu weit entfernt" ist, kann man durch's reine Hören sicherlich tendenziell weniger verstehen, was da gespielt wird.


    Aber Raushören und Verstehen geht definitiv immer einfacher als Spielen. ;)


    Probier's doch einfach mal aus ...

    wenn man zb. was nicht raushört aus einem Original, das aber so spielen möchte, und wenn man dann im Netz Noten findet, dann kann man sich das anschauen und einzelne parts üben, die man dann irgendwann auswendig kann.

    Prinzipiell kann man aus gut produziertem Material sehr vieles raushören. Ich hab das grundsätzlich nur so gemacht.


    Fun fact dazu:

    Als ich mal was nicht genau raushören konnte (besonders für Youtube-Covers, wo ich voll ins Detail gehe) und aus dem Grund nach Noten gegoogelt hatte, bin ich zum einen auf verschiedene "Interpretationen" dieser Details gestoßen (bzw. gab es keinen gemeinsamen Nenner) und zum anderen habe ich beim anschließenden Hören und Analysieren (Wellenform) von verfügbaren Drums-Only Tracks hier und da ganz andere Sachen rausgehört. :D


    Kommt natürlich immer drauf an. Aber mindestens bei Nummern, die zumindest die Drums betreffend ohne Notation komponiert, arrangiert und aufgenommen wurden, ist das m.E. definitiv 'ne Grauzone.


    Vor allem hat man auch einfach den Vorteil, sich mal was aufschreiben zu können.

    Aufschreiben kann man sich Sachen auch ohne Noten. Aber selbst mit Noten: M.E. braucht man das auch nur unbedingt, wenn man nicht am Drumset ist und keine Aufnahmemöglichkeit hat (was angesichts von Smartphones heutzutage unwahrscheinlich ist).

    Ideen festhalten geht m.E. am besten mit dem "Diktiergerät".


    Aber wie Dany schon sagte ist das echt praktisch, wenn man nicht alles raus hört, grade als Anfänger (finde ich zumindest) ist das eine echte Hilfe.

    Das hat m.E. nichts damit zu tun, ob man Anfänger ist oder nicht (ich war ja auch mal Anfänger und hab keine Noten dafür gebraucht). Man sollte grundsätzlich schon in der Lage sein, Sachen rauszuhören und sich zu merken. Das zu trainieren ist u.U. sogar sinnvoller als sich alles von Noten vorgeben zu lassen.


    Aber mein Problem ist dabei sehr oft gewesen, den Rhythmus zwar richtig wiedergegeben zu haben, aber das Ganze bekam einen völlig falschen Groove.

    Bei Noten wird halt das feeling nicht mitgeliefert, auf das es ja ankommt im jeweiligen Fall.

    Eben. Es kommt eben nicht nur drauf an, was man spielt, sondern auch wie man es spielt. Bzw. geht es letztendlich nur darum. Man "spricht" ja in gewisser Weise mit seinem Instrument und ist kein "Interface" zwischen Noten und Band oder Zuhörer.


    Wie so oft liegt die Wahrheit meistens irgendwo in der Mitte. Und umso schöner ist, dass die Mitte bei jedem individuell gelagert ist. :)

    Obwohl ich nicht zur gefragten Zielgruppe gehöre (und daher auch die Fragen nicht beantworte), mische ich mich trotzdem kurz ein ...


    Interessanter Aspekt: zu frühes Einsteigen mit der Rudiment-Artistik


    Das frühe Einsteigen mit Paradiddles & Co hatte bei mir den zweifelhaften Erfolg, dass ich erst sehr spät in der Lage war Luft zu lassen und dennoch fließend zu spielen. Das ist auch heute wohl noch mein Problem.

    Sehr interessanter Aspekt! Ich halte einige "Dogmen" nämlich auch für fragwürdig und sehe mich nun insofern bestätigt, dass ich nach insgesamt ca. 17 Jahren Spielpraxis (erste Spielerfahrung mit 7-10) auf mittlerweile "professionellem" Niveau (so sagt man zumindest ...) mich erst seit Ende letzten Jahres ab und zu mit allen Rudiments beschäftigt habe.


    Zwei Dinge fand ich dabei besonders interessant:


    So "schlimm", wie ich immer dachte, sind die gar nicht und nach ein bisschen Üben konnte ich alle problemlos in höheren Tempi sauber runter spielen. Für mich sind die jetzt vor allem zum Aufwärmen und Trainieren des linken Arms hilfreich bzw. um auch mal abseits des Drumsets zumindest die Arme und Hände im Spieltraining zu halten.


    Noch interessanter finde ich dabei allerdings, dass ich die komplizierteren Rudiments bis dahin nicht gebraucht habe, um mich am Drumset auszudrücken. Aber nicht nur das: Nach meiner Auffassung hört man das in der populären, z.T. auch spielerisch anspruchsvolleren Musik kaum. Hier und da mal etwas dergleichen einzubauen werde ich sicher noch machen, aber das wird wenn dann Nebenschauplatz bleiben.



    Mit den meisten Schlagzeug-Büchern kann ich sehr wenig anfangen, weil nur Noten drin sind. Das hilft mir nicht, ich brauche Erklärungen und Hörbeispiele.

    Dann wäre es doch eine Herausforderung, sich mit Notenlesen zu befassen. ;) So schwer ist das nicht und ich denke, dass das auch beim "Denken in hohem Tempo" hilft, das du angesprochen hast.

    Nicht falsch verstehen. Ich habe ständig mit "alten" Musikern zu tun (weiß nicht, wie alt du bist mit 37 Jahren Trommelerfahrung :S ), die behaupten, sie können keine Noten lesen und Zählen finden sie doof. Und lernen würden sie das in ihrem Leben sowieso nicht mehr. Das Problem ist, dass es immer dann helfen würde, wenn man eigentlich keine Zeit dazu hat. Aber jetzt wäre doch Zeit. Keine Proben und keine Auftritte!

    Da musste ich jetzt ein wenig schmunzeln ...


    Das hat m.E. nichts mit dem Alter zu tun und auch nicht unbedingt mit dem spielerischen Level oder gar damit, ob man damit seine Brötchen verdient. Ich brauch dabei nur an den Gitarristen zu denken, für den ich gerade "arbeite".


    Außerdem lässt es sich nicht pauschalisieren - z.B. bzgl. Timing: Der innere Puls kann durchaus stark genug sein, um frei, flüssig und banddienlich spielen zu können - aber das laut Zählen geht dann trotzdem nicht dabei. Tut das in der Praxis aber letztendlich wirklich was zur Sache? Nein. Zumindest, wenn man anderen nicht beibringen will, wie es denn nun "richtig" gemacht wird.


    Mit dem Notenlesen m.E. ähnlich:

    Schlagzeug-Noten zu lesen ist an sich nicht schwierig. Aber direkt vom Blatt zu spielen schon. Und hier stellt sich mir die nächste Grundsatzfrage: Wo ist vom Blatt spielen wirklich sinnvoll, wenn man nicht gerade auf Weltklasse-Niveau spielt? Gute Performances abzuliefern, wirklich bei der Sache bzw. der Musik und den Mitmusikern zu sein, macht vom Blatt spielen nur viel schwieriger. Letztendlich hat das keinen Mehrwert ... höchstens für einen selbst: "Seht her, ich kann das und das simultan auf diesem oder jenen Niveau".


    Mal von den klassischen Szenarien abgesehen, geht es doch letztendlich vor allem darum, sich selbst über sein Instrument auszudrücken. Wie man dahin kommt, steht auf einem anderen Blatt - aber fakt ist meines Erachtens jedenfalls, dass man nur mit intrinsischer Motivation und Spielfreude da hin kommt. Ist zu viel "Pflicht" und "Schema F" dabei, rückt der künstlerische Aspekt nur in weitere Ferne, statt näher zu rücken.

    Wer billig kauft, kauft zweimal und damit teuer.

    Es muss ja kein billiger Handyrecorder sein. ;)


    Spaß bei Seite:

    Ich halte den Satz im Allgemeinen nur für begrenzt hilfreich. Aus meiner eigenen Erfahrung. Zum einen fängt jeder mal an, sammelt Erfahrungen, entwickelt Präferenzen und geht eigene Wege. Zum anderen gibt es abseits vom teuren High-End Segment mindestens genau so viel erschwinglicheres Zeug, das wirklich was taugt, wie Schrott.


    Ich halte es für möglich, dass ihr ein Handyrecorder fürs erste vollkommen ausreicht. Was insofern sinnvoll ist, dass sie dann mehr Zeit und Nerven fürs Wesentliche hat: Drums Spielen. Und bei den Preisen für gutes Drums-Gear, das u.U. in größerer Quantität angesammelt wird, macht der Verlust eines wieder verkauften Handyrecorders nun echt nichts aus ...

    Wenn ich zu Playalongs spiele (bin im Moment erst beim zweiten *hust*), mache ich das mit Musik über Kopfhörer. Ein Aussenstehender draussen würde nur das Getrommel hören.

    Mache ich das bei den Aufnahmen auch so und setze dann die zwei Ebenen von meiner Aufnahme und dem Playalong einfach zusammen? Oder was ist da so üblich?

    Üblich und am "saubersten" ist, das mit einer DAW wie im Overdub-Verfahren zu lösen. D.h., das Playalong kommt aus der DAW (nicht vom Smartphone o.ä.) und das Getrommel wird auch direkt mit der DAW aufgenommen. Allerdings brauchst du dafür ein Audio-Interface mit mindestens 4 Mikrofon-Eingängen und entsprechende Mikros. Und Audacity reicht dafür auch nicht aus.


    Ich rate dir auch dazu, es erstmal mit einem Handyrecorder zu versuchen (einige Beispiele wurden schon genannt). Um die Audiospur davon dann im Nachhinein mit dem Playback zu synchronisieren reicht sogar Audacity.


    Man sollte das auch immer in seiner Verhältnismäßigkeit betrachten. Für reine Arbeitsaufnahmen (zur Selbstkontrolle, für den Lehrer oder auch zum Feedback einholen hier) reicht ein Handyrecorder.

    Kann ich nicht bestätigen bei mir. Keine Bassanhebung. Aber vielleicht ist es ein Montagsmodell. Ich muss schon Ordentlich drehen, dass es Spaß macht.

    Möglicherweise sitzen sie bei dir auch einfach nicht richtig. Damit man bei In-Ears Bass hört, müssen die den Gehörgang hermetisch abriegeln.


    Wie gesagt ist die Bassbetonung aber sehr tief angesetzt und da spielt eben auch eine Rolle, wie viel in dem Bereich beim wiedergegebenen Material überhaupt noch los ist. Nennenswerte Anteile unter 100Hz sind nicht selbstverständlich.

    215: Gute Teile. Ohne EQ unter Umständen etwas zu "klirrig". Das sollte gesagt werden. Bass muss reingedreht werden - Wird aber dann sauber abgebildet.

    Die SE215 sind durch und durch badewannig, genau so wie viele andere KHs und In-Ears auch. D.h. da ist neben einer Präsenz/Höhenbetonung auch eine Bassbetonung dabei. Die ist bei den SE215 aber vergleichsweise tief angesetzt. Beim Umstieg von meinen Vic Firth SIH-1 ist mir direkt aufgefallen, wie viel wuchtiger die Bassdrum auf den SE215 klingt. Wuchtiger als auf allen anderen meinen sonstigen Wiedergabegeräten übrigens.


    Wie ich auch schon anmerkte:

    +1 für die Shure SE215. Die haben m.E. auch eine schöne, unaufdringliche und noch moderate (natürlich badewannige) Klangfarbe.


    Im Vergleich zu den Sennheiser In-Ears, die preislich in direkter Konkurrenz stehen, sind die SE215 wohl alles andere als "klirrig", sondern eher warm. Und das kann ich zumindest im Vergleich zu anderen bestätigen.


    Ich kann an der Stelle nur vor solchen Pauschalaussagen wie "Bass muss reingedreht werden" warnen ... das ist letztendlich alles sehr subjektiv und trifft bei den SE215 wohl vor allem dann zu, wenn man generell eine überbetonte Basswiedergabe gewöhnt ist. Leider entsteht so eine Gewöhnung heutzutage schnell, wenn man stark färbende Kopfhörer usw. nutzt.

    Wattestäbchen – Wikipedia


    Ich wollte nur darauf hinweisen. ;)

    Im Normalfall fällt immer mal ein bisschen Ohrenschmalz aus dem Ohr (teilweise sogar größere Propfen). Das ist die natürliche Selbstreinigung der Ohren.


    Es geht auch anders und die Aufsätze der SE215 mit dem "Gitter" kriegt man auch selbst sauber. Wie gesagt - kurz durchblasen, mit klarem Wasser ordentlich abspülen und trocknen lassen. Natürlich muss man sie dafür vorher von den eigentlichen In-Ears entfernen. :S

    Wattestäbchen sind aber nicht für die Reinigung der Ohren da. Man schiebt den Schmodder damit eigentlich nur noch weiter rein. Im Prinzip reinigen sich die Ohren selbst.

    Ich helfe gelegentlich nur mal mit einer Wasserspritze nach.


    Ab und zu klebt mal was an den In-Ears ... dann wischt man es halt mit einem Taschentuch ab und gut. :/


    Die Schaumstoffteile hab ich bis jetzt 2x mit Wasser gereinigt und das hat ausgereicht. Man braucht auch keine Spezialreinigung, um Reste aus dem silbernen "Gitter" zu entfernen. Einmal kurz durchgeblasen, unter Wasser ordentlich abgespült und gut. :/

    +1 für die Shure SE215. Die haben m.E. auch eine schöne, unaufdringliche und noch moderate (natürlich badewannige) Klangfarbe.


    Man braucht mit denen natürlich schon ein ordentliches Monitoring. Sogar mein Akustikset, welches ich i.d.R. recht laut spiele, ist mir mit denen zu leise.

    Hat aber eher Vor- als Nachteile.


    Ansonsten nutze ich immer noch den Alpine Gehörschutz für alle anderen Situationen. Ohne Gehörschutz gar nicht mehr ....


    Klar kann man auch viel mehr Geld für In-Ears ausgeben. Aber solide Werkzeuge müssen nicht zwangsläufig schweineteuer sein.

    Zum Einsatz kamen folgende Mikros:


    Rode NT1-A

    Sennheiser E865-S

    Oktava MK-012

    Shure SM57


    Das SM57 ist das einzige dynamische von denen. Ein Shure Beta57 hätte auch noch zur Verfügung gestanden, aber wir haben uns dann fürs "oldschool" SM57 entschieden - es ging ja prinzipiell auch um Bluesrock im Stile der 70er und 80er (die "Band of friends" ist eine Reunion einiger Musiker, die mit Rory Gallagher zusammen gearbeitet hatten - allen voran der Bassist "Gerry McAvoy", der über 20 Jahre hinweg auch jedes Studioalbum von R.G. eingespielt hat).


    Im Mix war dann wieder sehr auffällig, dass die Oktava tatsächlich "falschrum" verdrahtet sind und besonders in solchen Situationen immer einen Phasendreher brauchen.

    Nach einer Normalisierung der Lautheit (EBU R128) der Einzelspuren hatte ich nach einigen Tests zuerst das MK-012 als Hauptmikro genommen und das E865-S dazu gemischt (6dB leiser). Sollte dann aber ein bisschen "spritziger" werden, sodass ich dann im Prinzip das MK-012 einfach durch das NT1-A ausgetauscht hatte. Und im Mix noch etwas mehr mit Sättigung gearbeitet und etwas mehr Höhen reingedreht hab.

    Das SM57 hat mich bei dieser Aufnahme am wenigsten überzeugt. Hatte das allerdings auch schon für Gesangsaufnahmen genutzt.


    Abstand zu den Mikros war ca. 30cm. Fand ich hier einer sehr gute Mitte. Ich hab letztendlich nur einen sehr tief angesetzten Lowcut und mehr oder weniger, sehr sachte, Höhen angehoben. Hätte er z.B. direkt ins E865-S gesungen, würde ich erstmal einiges an Bässen und Tiefmitten rausnehmen. Ich mag natürlich klingenden Gesang bzw. nicht zu stark genutzten Nahbesprechungseffekt bei Vocals.


    Wie das dann letztendlich verarbeitet wird weiß ich nicht. Neben den Einzelspuren war dann aber wohl vor allem einige einzige Rohspur gefragt - zwei bearbeitete Versionen von mir hab ich als "Vorschläge" auch mit rausgegeben.

    Auslöser für die Aktion war, dass Stephans Aufnahmegerät von 2005 den Gesang immer etwas verfälscht. Die wollen jetzt ein Album (wohl mit älteren Songs, neu aufgenommen) auf Vinyl rausbringen ... hatte mich erst gewundert, aber die alten Herren gehen das wohl alles sehr locker an.

    Ganz vergessen zu erwähnen hab ich noch, dass ich letzte Woche auch ein Vocalrecording für die "Band of friends" bei mir gemacht habe. Aus verschiedenen Gründen einfach mal mit 4 Mikros ... 2 habe ich letztendlich zusammen gemischt:


    Ich hab den erwähnten Tama-Teppich vorgestern aufgezogen. Klingt deutlich anders als der Puresound. Und die Spiralen sehen auch deutlich anders als bei Puresound aus.

    Um es noch mal "richtig" anzugehen, hatte ich die Snare auch noch mal komplett frisch (aber gleich) befellt.


    Bin gespannt, wie das so weiter geht. Nach dem Verschleiß meines letzten Puresound-Exemplares zu urteilen, müsste ich ja innerhalb weniger Monate Klarheit haben. :)

    Kurze Rückmeldung, auch mit Bezug auf diesen Beitrag: Digitale Audio-Signalverarbeitung (Bittiefe, Abtastrate) - ein paar Fakten (mit Video)


    Ich werde die zwei weiteren, spontan dazu gekommenen Songs tatsächlich bei mir im Proberaum einspielen. :)

    Das ehrt mich natürlich gleich in zweierlei Hinsicht: dass ich es schaffe, sowohl tontechnisch als auch die Performance betreffend in ausreichender Qualität allein abzuliefern. Natürlich wird mein Drumset bei diesen Songs etwas anders klingen, zumal ich kürzlich von Puresound wieder zum "Original" Tama Teppich meiner Snare gewechselt bin.

    Um dem etwas entgegen zu wirken hatte ich mir ein Audix D6 besorgt, weil der Produzent das auch im Studio als Hauptmikro für die Bassdrum benutzt hat. Wie sich Geschmäcker manchmal ändern können ^^

    Oder es ist einfach nur der fortschreitende Blick über den Tellerrand :/ :S

    Jedenfalls gefällt mir das insgesamt doch besser als das Shure Beta 52a und ich werde wohl künftig auch meine sonstigen Aufnahmen erstmal damit machen. Sehr erstaunlich finde ich auch den Tiefbass-Anteil, der ein Stützmikro für mehr Schub unter 100Hz obsolet macht, sogar wenn das D6 in der Bassdrum (nicht im Resoloch) steht. :huh:

    Bei der Snare werd ich aber beim SM57 bleiben - sowohl oben als auch unten. Aus verschiedenen Gründen ...


    Ansonsten kann (und sollte :/ ) ich mir gerade einen dezenten Hinweis nicht verkneifen ... und ich werde es wohl auch noch in die Videobeschreibung mit aufnehmen:


    Mein "Killing In The Name" Cover hat meinerseits keine politische Motivation und absolut nichts mit der Corona-Pandemie zu tun. Es ist reiner Zufall, dass das Cover für mich gerade in diese Zeit gepasst hat.


    Nur um die letzten möglichen Missverständnisse zu beseitigen. ;)

    Von extremen Sichtweisen halte ich nichts. Dafür sind die meisten Dinge nämlich viel zu komplex.