Ich hatte die normal auch auf die Schlagfellmitte ausgerichtet, aber dann hatte ich bei schnellen Fills keinen Attack mehr.
Hmm. Im Normalfall schlägt man die Felle ja in der Mitte an, dort ist also die Quelle jeglichen Attacks. Zudem haben Richtmikrofone nicht nur eine Pegel-basierte Richtwirkung, sondern auch eine Frequenz-basierte. On-Axis hat man i.d.R. auch die meisten erweiterten Höhen. Beispiel Sennheiser E604 (die du glaub ich benutzt): SP_1204_v1.0_e_604_Product_Specification_EN.pdf (2. Seite unten links, 16kHz Linie)
Attack bezeichnet ja auch die Transienten, also den Einschwingvorgang und diese bestehen oft aus einem hochfrequenten "Gemisch", das wenig bis nichts mit dem Grundton zu tun hat.
Aber mal vom Attack abgesehen ist meine Erfahrung, dass man auf die Schlagfellmitte ausgerichtet einfach den vollsten Klang hat, besonders auch auf den Bassbereich bezogen. Zum Rand hin wirds dünner und Mittenbetonter und ich denke, das meintest du mit "Attack".
Generell ist ein moderner und fetter Drumsound, besonders für Metal, aber gekennzeichnet von Bass- und Präsenzbetonung und wenig unteren Mitten. Das geht schon bei der Nahmikrofonierung der Trommeln los, mit der man diese "Badewanne" grundlegend formt.
Im Mix kann man das weiter ausarbeiten -> ...
Weiter oben hatte ich ja schon die Badewanne erwähnt. Grundsätzlich sind Frequenzbereiche auch für Tiefenstaffelung zuständig. Am markantesten ist dabei die 1kHz Marke, die hintergründig klingt. Obere Mitten und untere Höhen (= Präsenz) klingen "vorne". Siehe dazu die Blauertschen Bänder: Akustik_-_Richtungsbänder.svg
Nun sind die bei Drums typischerweise betonten Frequenzbereiche nicht alle für "vorne" zuständig. Allerdings ist meine Erfahrung, dass man generell mit fast jeder "groben Badewanne" und insbesondere Kompression mit bestimmten Einstellungen etwas automatisch nach vorne holt, es quasi "präsenter" macht.
Bei Kompression profitieren Drums typischerweise von schnellen Release-Zeiten (kommt aber immer drauf an). Bei der Attackzeit ist das nach meiner Erfahrung etwas komplizierter. Wenn ich Drums parallel komprimiere, mache ich das bspw. wirklich nur noch um die leisen Schläge lauter zu kriegen und die lauten möglichst unbeeinflusst zu lassen - nicht um den "Attack" mit langen Attack-Zeiten zu betonen.
Mir ist natürlich klar, dass Mixing auch einfach sehr viel mit Geschmack zu tun hat. Trotzdem gebe ich einen kurzen Einblick in meine aktuelle Herangehensweise bei Drums:
- ich achte auf die Phasenlage besonders bzgl. der Snare
- ich lasse Lowcuts mittlerweile komplett weg und betone auf den Einzelspuren ggf. nur etwas Präsenz
- Kompression nur parallel (Bassdrum fast immer, Snare manchmal nur das Teppich Mikro für präsentere Ghostnotes) und auf der Summe
- EQing hauptsächlich auf der Summe mit einem passiven EQ, kein "korrigierendes" oder "chirurgisches" EQing, sondern nur grobe Pinselstriche ... geht allerdings nur wenn die Aufnahmen das nicht mehr nötig haben (meine eigenen Drums-Aufnahmen hab ich nach längerer Optimierungsarbeit jetzt so weit
)
- leichte Sättigung durch Emulationen analoger Kompressoren und EQs, stärkere Sättigung und Kompression durch Soft-Clipping und Tape-Emulation
Der große Vorteil von der typischen "Badewanne" bei Drums ist übrigens auch, dass sie sich so meistens auch am besten in einen Bandmix einfügen. Denn, mal von Bass und Drums abgesehen, sind so ziemlich alle Instrumente und Gesang absolut Mitten-lastig und die Mitten sind auch im Allgemeinen eigentlich der wichtigste Frequenzbereich.
Transparenz kann man vor allem mit EQing (aber auch Kompression) schaffen.
Ich hätte den Blast Beat bisschen deutlicher zu hören. Einfach Lauter drehen wollte ich nicht, Hall von Bass und Snare entfernen brachte schon viel (braucht man auch beim Blast nicht)...evtl gibts es noch so tricks und den Mix so "klarer" zu machen.?!
Du hast beim Blastbeat halt naturgemäß etwas weniger Punch bzw. Lautstärke ... daher müsstest du schon im Mix tricksen, wenn dir das da nicht reicht. Ein bisschen Kompression kann das schon automatisch etwas lauter machen, ansonsten bleibt nur Lautstärke-Automation.
Ein paar Kniffe für einen klareren Mix hab ich weiter oben schon geschrieben. Was den Hall betrifft: Drums profitieren ja i.d.R. sehr von echten Räumen, die groß und gut klingen. Das ist natürlich absoluter Luxus ... aber Raumspuren profitieren generell von einer starken Kompression mit kurzen Attackzeiten, um den Raumanteil dort weiter zu betonen. Ich arbeite bei Drums generell mit zwei Räumen (beide als Send Effekte) ... Plate-Reverb generell nur für Trommelspuren. Wenn keine (brauchbaren) Raumspuren vorhanden sind, füge ich noch einen virtuellen Raum hinzu, den ich dann auch komprimiere. Den "füttere" ich allerdings ganz anders als den Plate Hall. Kannst ja selbst ein bisschen rumprobieren, wenn's dich interessiert 
Uff, ist das viel jetzt geworden
Aber vielleicht hilfts ja etwas weiter 
EDIT
Übersprechen auf den nah aufgestellten Mikrofonen ist natürlich noch so ein Punkt ... besonders bei Toms. Die halte ich diesbzgl. mittlerweile mit Lautstärke-Automation im Zaum. Die Bassdrum gate ich mehr oder weniger, auch um der Parallelkompression entgegen zu wirken. Führt aber mit geschickten Einstellungen dann trotzdem dazu, dass leisere Anschläge z.B. von Doublestrokes etwas lauter sind, ohne dass der "Rumpel" zwischen den Schlägen lauter wird.