Das Monitoring lässt sich an der Gehäusefront steuern
Drei Bedienelemente lassen mich beim Einsatz des Behringer U-Phoria UMC1820 staunen. Unter der Rubrik „Monitoring“ gibt es rechts neben dem Gain 8 zwei Knöpfe und einen Drehregler, die es in sich haben und von mir fast die goldene Nadel des „Eben-mal-schnell“-Preises verleiht bekommen hätten. Hier kann man „eben mal schnell“ das Monitoring für die Kopfhörer-Wege definieren. Entweder man legt sich ausschließlich die Eingänge 1 und 2 auf die Ohren oder gönnt sich alle analogen Eingänge 1 bis 8. Entweder geschieht dies ungradzahlig nach links gepant und gradzahlig nach rechts oder man beschließt einfach per Knopfdruck, die gewählten Eingänge mono auf den Kopfhörer zu schicken. Mit dem dort vorhandenen Drehregler ist es möglich, stufenlos zwischen den latenzfreien Eingängen und den DAW-Wiedergabekanälen 1 und 2 überzublenden. Auf Linksanschlag hört man zu 100 Prozent die latenzfreien Analogeingänge ab, auf Rechtsanschlag ausschließlich das, was aus der DAW ausgegeben wird. Unabhängig von der DAW-Session kann ich hiermit „eben mal schnell“ etwas aufnehmen und „eben mal schnell“ mithören, ohne vorab Programmierarbeit auf dem Rechner leisten zu müssen. Clever.
Behringer-Monitoring hat Vorteile, aber auch Nachteile
Das hat aber auch Nachteile, denn wer unbedingt darauf besteht, im Rechner das Direct-Monitoring zu regeln, hat Pech. Das in den DAWs so benannte Feature ist bei Einsatz des UMC1820 deaktiviert und muss über die Monitoring-Sektion an der Frontplatte geregelt werden. Hierbei lässt sich nur bestimmen, ob man die Analog-Eingänge 1 und 2 oder 1 bis 8 mit Zero-Latency auf die Kopfhörer schicken möchte. Die Pegel, mit denen man diese Signale dort hin schickt, sind ausschließlich von Preamp-Gain abhängig und können auch nicht im Mixer des Treibers nachjustiert werden. Die Digital-Eingänge können leider nur über die DAW zu den Kopfhörern zurückgeschickt werden. Wenn der Zero-Latency-Mix also etwas ausgecheckter sein soll, hat man mit dem Behringer U-Phoria UMC1820 schlechte Karten. Wer es schnell und unkompliziert mag, wird sich aber sicher mit der Monitoring-Hardware-Steuerung anfreunden können.
Die ganze Theorie setze ich nun mal im Feldversuch um. Mikro angeschlossen, eine Spur in Aufnahme geschaltet, Kopfhörer an Phones A angeschlossen, im Monitoring auf Mono gedrückt und den Drehregler auf Linksanschlag. So schnell und auf solch quasi mechanische Weise hatte ich noch nie einen Kopfhörermix fertig.