Beiträge von m_tree

    Warum du das nicht hörst, kann ich nicht sagen. In meinem Tuning Workshops ist das regelmäßig ein Aha-Moment.

    Vielleicht liegt's daran, dass ich immer nur mit Gehörschutz bzw. IEM spiele.

    Vielleicht ist mir der Effekt auch subtil aufgefallen, als ich meine in Quinten gestimmten Toms mal gleichzeitig angeschlagen hatte.


    Definitiv war es allerdings zu subtil für mich um bei den Quinten zu bleiben, die m.E. sowohl für 2" als auch 4" Differenz ein unpraktisches Intervall sind (für 2" zu viel und für 4" zu wenig). Was aber wiederum auch Geschmackssache ist.


    Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich meine Toms so selten genau zeitgleich anschlage (wenn dann spiele ich eher Flams) und dass ich zwei Toms noch seltener "solo" anschlage und anhöre. Und auch, dass meine Toms i.d.R. nicht besonders lang nachklingen. Meistens ist ja der Gesamtkontext des Schlagzeugs dabei, wo sich alles gegenseitig zum Schwingen anregt und meistens eben auch mehrere Elemente mehr oder weniger gleichzeitig angespielt werden. Setzt man das ganze dann noch in einen Bandkontext, ist das auch schon fast Esoterik, denke ich.


    Nichts für ungut! Was mir an - ja doch unterm Strich relativ aufwändigem und z.T. auch unpraktischem - Akustik-Schlagzeug gefällt ist, dass man selber rumprobieren und die Details so gestalten kann, wie man möchte. Und das nutze ich beim Thema Sound und tontechnischer Umsetzung mittlerweile auch gern. :)


    ich vermute schwer das das am tongenerierten Sinuston hängt.

    Damit hatte ich ja nur für mich nachgewiesen, dass das Phänomen psychoakustisch ist.

    Aus welchem Material sind "moderne" Tom-Beine für gewöhnlich? Stahl, Gusseisen? Jedenfalls ein relativ hartes Material, das bei z.B. 1cm Durchmesser eine sehr geringe Elastizität besitzt. Natürlich geben auch Tom-Beine minimal nach.


    Bei den etwa 45° Winkeln (wie kommt man auf 90°?) werden die Beine also schon minimal elastischer sein als gerade.


    So ein Floortom ist aber auch nicht besonders schwer und der Effekt dürfte bei handelsüblichen Tom-Beinen so gering sein, dass da eben kein hörbarer Unterschied vorhanden ist. Schon gar nicht in dem Frequenzgemisch des gesamten Schlagzeugs mit den Reflektionen des Raums. Und spätestens wenn dann noch eine Band dazu spielt ist das dann definitiv Esoterik.

    Bin gerade noch im Proberaum (arbeite schon wieder an einem neuen Video) und hab das eben mal mit dem 16er FT meines Schülerschlagzeugs getestet.


    Habe dafür einfach ein e604 dran geklemmt, es waagrecht in ca. 60cm Höhe (Spannreifen vom Schlagfell) aufgestellt und dann an der selben Position die Beine gedreht. Das ging mit denen einwandfrei. Die Beine sind sogar eine etwas filigranere Ausführung (vergleichsweise geringer Durchmesser). Und ich kann auf der Testaufnahme keinen nennenswerten Unterschied feststellen, auch nicht an der Wellenform. Wobei mir mit gedrehten Beinen sogar ein Nachklingen auffällt, das vorher nicht so in Erscheinung getreten ist.


    Also ich halte das für Quatsch und ich wüsste auch keine logische physikalische Erklärung dafür.


    Man darf nie vergessen, dass einem die Ohren auch öfter mal Streiche spielen und die emotionale Wahrnehmung oft auch eine Rolle spielt. Sogar mit Vergleichsaufnahmen kann man noch subjektive Präferenzen haben, die objektiv ziemlich fragwürdig sind. So ist das eben ... wir sind alle nur Menschen.

    Als ich die gefederten Beine meines 16ers durch starre getauscht hatte war das auch ein großer Unterschied. Aber wie soll die Form der Beine sich auf den Sound auswirken? Gerade Beine sind auch nicht starrer als gebogene. Die Hardware ist heutzutage ja sehr massiv.


    Ich hatte mal eine Vergleichsaufnahme mit einem 12er Racktom auf der Aufhängung vs. auf einem Snareständer gemacht. Das Resultat war kein nennenswerter Unterschied. Hat mich selbst gewundert. Das Tom war sogar auf der Bassdrum montiert und brummelte auf dem Snareständer an ungefähr der selben Position auch nicht weniger mit der Bassdrum mit.


    Was wirklich was bringt ist zusätzliche Masse. Z.B. eine volle Sticktasche, die am Floortom hängt, kann schon einen großen Unterschied machen.

    Naja, der Abstand zwischen 12 und 14 im obigen Beispiel kommt ja daher, dass man sich beim Komplettaufbau noch das 13er zwischen rein denkt und damit:

    Ist aber auch fragwürdig, wenn ein Abstand zweier Toms durch ein Tom dazwischen bedingt ist, das gar nicht benutzt wird. Ein Geistertom, sozusagen. :/


    wäre das ja auch schon fast eine Quarte. Ich möchte mich jetzt nicht festlegen, dass von 12 auf 14 eine Quinte sein muss, aber mit Terzabständen zwischen 2 Toms wäre die Quinte nicht so weit weg.

    Eben, genau das meine ich. Nicht schon im Vorfeld auf Quinten festlegen, sondern einfach so stimmen, wie es insgesamt am besten klingt und zur Band passt. Ob da dann auch mal 'ne Quinte reinrutscht oder nicht ... nicht weiter wichtig.


    Ich an deiner Stelle würde das alles mal ganz in Ruhe daheim bzw. im Proberaum abchecken. Felle und Watte besorgen und dann mit Testaufnahmen ganz in Ruhe abchecken, was für dich passt. Den Feinschliff dann auf dem nächsten Gig (oder der nächsten Probe) in Zusammenarbeit mit eurem Tonmann machen.

    So hätte ich immer dann, wenn das 14er dabei ist, eine Quinte nach oben zum 12er und den fetten Effekt, den du beschreibst. Bei 13/16 ist die Quite eh da.

    Würde ich jemals alle 5 Toms aufbauen, würd es auch passen.

    Der Sprung von 12 auf 14 mit ner Quinte hat Marius zwar hinterfragt, aber mit allen 5 Toms wäre es vermutlich ja eh so.

    Also das nur mal grundsätzlich und theoretisch, von Fall zu Fall stimmt man sicher anders.

    Das mit den Quinten hatte ich auch schon probiert. Und trotz sehr akribischer Stimmung ist mir der fette Effekt durch die Hüllkurvenmodulation nie aufgefallen. Ich hatte auch mal einen Test in der DAW mit zwei Tongeneratoren gemacht. Es ist kein zusätzlicher Ton aufgetaucht - das Phänomen ist also psychoakustisch oder muss zumindest durch bewegte Luft erzeugt werden.

    Und in dem gesamten Frequenzbrei von Schlagzeug, Band (!!!) und Reflektionen vom Raum wird das sowieso kaum eine Rolle spielen, auch wenn es einzeln wahrnehmbar sein sollte. Dazu kommt, dass die entsprechenden Toms für den Effekt auch genau gleichzeitig angespielt werden müssten.

    Vom Publikum hört keiner in welchen Intervallen die Toms überhaupt gestimmt sind und im Regelfall interessiert das auch nicht mal die anderen Bandleute. Höchstens Tonleuten fällt da mal was auf, wenn z.B. der Abstand von zwei Toms sehr klein ist oder eben was unschön nachklingt.


    Von den Quinten bin ich schon wieder weg, wie geschrieben. Ich hatte das damals übrigens mit 3,5 Halbtönen gemacht, nicht 3 und 4 im Wechsel.


    Also ich rate dir, deine Toms für den Live-Aufbau unabhängig von Quinten auszuwählen und auch unabhängig von Quinten zu stimmen. Nämlich so, wie es dir nach Gehör am besten gefällt. Vielleicht ist ja sogar 10-14-16 besser für dich, wenn du das 12er sowieso schon in so einem großen Abstand zum 14er hast.

    Ich würde mich live sogar eher auf zwei Toms beschränken, weil es eben schon Aufwand einspart und für Top40-Partymucke zwei Toms i.d.R. vollkommen ausreichen.


    Ansonsten rate ich dir auch, dich wirklich erstmal speziell mit der Befellung und Stimmung der einzelnen Toms zu beschäftigen. Du scheinst da ja noch keine für dich funktionierende Lösung gefunden zu haben. Das Problem sind natürlich die z.T. sehr unterschiedlichen Empfehlungen hier. Mein mehrmals beschriebener Ansatz funktioniert jedenfalls zuverlässig mit allen Trommeln - Reso dünn, Schlagfell dick und vorgedämpft, Reso deutlich höher gestimmt und ggf. Watte rein. Für den resultierenden Tom-Sound wurde ich auch immer wieder von verschiedenen Leuten gelobt (auch vom Tonmann der Band von letztem Jahr).

    Die Diskussion um genaue Frequenzverhältnisse und Hüllkurvenmodulation, welche exakte Frequenzverhältnisse voraussetzt, halte ich sowieso für ziemlich theoretisch.


    Erstmal ist's ja nicht nur sowieso schon schwierig, Trommeln durch das Zusammenspiel von Schlag- und Resonanzfell auf genaue Grundtöne zu stimmen, wenn die Felle auch noch in Stimmung mit sich selbst sein sollen. Der entstehende Grundton ist auch von der Anschlagstärke abhängig - sachte angespielt ist der Grundton tiefer, mit Schmackes angespielt höher. Dann verstimmen sich Trommeln durch Bespielen runter, sind Temperaturschwankungen ausgesetzt usw.


    "trust your ears" ist wohl immer noch der vernünftigste Ansatz - so hatte es Bonham bzw. sein Tech Jeff Ocheltree auch schon gemacht und so macht's z.B. Rossi Roßberg auch.

    Deinen Ansatz hatte ich auch mal probiert und er hat wirklich gut funktioniert. Mittlerweile sind mir ~3,5 Halbtöne pro zwei Zoll Differenz aber zu wenig (4 oder 5 sind mir lieber).


    Was die Quinten betrifft, hatte ich dann auch wieder festgestellt, dass Schlagzeug eben doch vor allem ein Geräusch-Instrument ist und auch noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen. Z.B., dass eine Tom-Reihe insgesamt gut klingt und gut in den Kontext passt. Mich starr an Quinten zu orientieren hat mir ab einem gewissen Punkt zu viel Spielraum und Flexibilität bei der Klanggestaltung eingebüßt.


    Die Hüllkurvenmodulation bzw. der erste Differenzton bei den Quinten ist doch rein psychoakustisch, oder? Wenn nicht, wird dieser Ton rein akustisch und tontechnisch auch kaum ins Gewicht fallen. Wenn z.B. das tiefere der beiden Toms schon relativ tief auf D2 ist, wäre der erste Differenzton auf D1 und damit auf 36-37 Hz. Und das geht schon Richtung Infraschall und kann vom menschlichen Gehör und auch allen gängigen Mikrofonen kaum noch wahrgenommen werden.

    Dazu dann das Frequenzgemisch vom gesamten Schlagzeug bzw. in den meisten Fällen der gesamten Band und die Tatsache, dass die beiden Toms auch genau gleichzeitig (nicht mal als Flams) gespielt werden müssen.


    Das soll keine Kritik an deiner Vorgehensweise sein, aber für mich passen Quinten bei zwei bzw. vier Zoll Differenz nicht so recht ins Konzept.

    Das hat MoM Jovi auch, halt nur mit 3 Toms (Quinte + Quarte) ;)

    Vorausgesetzt, er meint auch wirklich diese Intervalle und nicht nur 5 und 4 Halbtöne. Das war ja meine Vermutung.

    7 Halbtöne bei zwei Zoll Differenz sind schon ziemlich viel.


    Damit bleibt man vom Tuning gerade noch so innerhalb der „Komfortzone“ der jeweiligen Toms.


    Kenne die Tabelle, find ich aber relativ willkürlich festgelegt. Für mein letztes Covervideo hatte ich mich ziemlich genau an Neil Pearts Originalstimmung auf dem "Moving Pictures"-Album orientiert. So kommt es, dass ich z.B. das 10er auf G3 und das 12er auf D3 hatte. Das liegt auch schon außerhalb der "typical tuning range" von der App Drumtune Pro. Allerdings war Neils Stimmung auf dem Album wohl noch deutlich extremer, weil er 12-13-15-18 Toms (ergänzt von 6-8-10-12 Concert Toms) gespielt hatte - zumindest laut dieser Quelle: http://andrewolson.com/Neil_Pe…mkits/moving_pictures.htm

    Ist es vielleicht das Grund-Tuning selbst, dass die Intervalle zwischen den Toms sich beeinflussen? Ich habe 12/14/16 so ungefähr im Quint- (12->14) und Quartaabstand (14->16) gestimmt.

    Darauf will ich noch mal eingehen. Intervalle könnten eigentlich nur problematisch werden, wenn sie die Trommeln aus ihren stimmbaren Bereichen raus in Extreme bringen. Aber auch das sollte kein Problem sein, da ich kürzlich erst wieder festgestellt habe, wie groß die tuning ranges eigentlich sind und was die Felle und Trommeln so hergeben.


    Was den "Quint- und Quartabstand" betrifft gibts allerdings ein Missverständnis, denke ich. Du meinst damit wahrscheinlich eher die Halbtonschritte.

    Eine Quinte umfasst sieben Halbtonschritte (Frequenzverhältnis 2:3), eine Quarte fünf Halbtonschritte. Eine kleine Terz drei und eine große Terz vier Halbtonschritte.


    Nach meiner Erfahrung sind 3-5 Halbtonschritte pro zwei Zoll Differenz der "natürliche Bereich" und funktionieren gut. Z.Z. nehme ich fünf (bei 6 Toms), finde vier Halbtonschritte bei vier Toms aber am besten. So hat man zwischen dem kleinsten und größten genau eine Oktave (12 Halbtonschritte / Frequenzverhältnis 1:2).


    Bei zwei Toms mit vier Zoll Differenz bieten sich z.B. Quinten an, weil Quinten am harmonischsten klingen. Mir war das nach einer gewissen Zeit aber auch zu wenig, glaube ich. Weiß gar nicht mehr auf welchen Grundtönen ich das 12er und 16er letztes Jahr auf der Tour immer hatte.

    Gibt's eigentlich extra nen thread für Proberaumbilder?! Wäre interessant Mal zu sehen wie's bei euch so aussieht.

    In meiner Hörzone hatte ich mal Bilder von meinem zum letzten Jahreswechsel frisch eingerichteten und bezogenen neuen Raum hochgeladen (die Diffusoren sind hinter den Laken und die Matratze zwischen Schreibtisch und Tür ebenfalls hinter den Laken). Klingt für die geringe Größe und Höhe wirklich gut, wie gesagt.


    Wozu sollte man sie wieder herausnehmen wollen?

    Wenn man feststellt, dass für die aktuelle Location zu viele oder zu wenige drin sind.

    Wichtig ist eher, dass generell die "richtige" Menge drin ist. Mach's halt einmal so, dass es auf einer für euch üblichen Bühne gut unter den Tom-Mikros klingt. Ohne die Schlagfelle zusätzlich abzudämpfen. Das dann nur noch bei Bedarf, wenn es doch mal trockener sein soll.


    Die Toms waren bei den z.T. extrem unterschiedlichen Bühnen und Locations mit der Top40-Band letztes Jahr eigentlich das kleinste Problem. Die hatten mit meiner beschriebenen Konfig überall gepasst (Diplomat, Pinstripe, Watte, keine weitere Dämpfung, Resos deutlich höher). Gates waren dann eher nötig, um z.B. Ride und China auf dem Floortom-Mikro zu zähmen.

    Das ist interessant, werde ich beherzigen. Ich hatte bisher immer das (ungedämpfte) Reso verantwortlich gemacht und bis zu 3 Moongels in Dreieck-Anordnung draufgepappt. Aber damit erreiche ich ja eben maximale Trägheit. Damit erhoffte ich mir schnelles Ausklingen bzw. gar nicht erst Aufschwingen. Aber die Erklärung ist plausibel! Danke.

    Ein schweres bzw. stark gedämpftes Reso verkürzt das Sustain schon auch. Aber das geht eben auf Kosten der Lebendigkeit. EIn Resonanzfell soll ja "nur" mitschwingen und das kann es eben grundsätzlich besser, je weniger Masse es hat.


    Diplomat als Tom-Resos waren für mich persönlich echt eine Offenbarung und ich möchte derzeit keine anderen Resos für Toms nutzen.


    Watte in den Toms ist nach meiner Erfahrung auch ein viel mächtigeres Werkzeug als Resos abzukleben. Der Vorteil ist halt, dass das Reso am Anfang immer noch frei mitschwingen kann und die Watte die Resonanz dann erst "später" ausbremst. Ich hatte mir dafür einfach so Wattebällchen aus dem Kosmetikbereich besorgt.

    Momentan hab ich aber auch keinen Bock mehr auf die Watte in den Toms. Klingt eben doch auch etwas dumpfer und weniger lebendig.


    Und ich persönlich sehe auch keinen Grund mehr, statt vorgedämpften Fellen viel Zeug auf die Felle zu kleben. Mittlerweile nutze ich nur noch kleine Skygel-Pads für Snares, da bin ich sehr vorsichtig geworden. Bei einem grundsätzlich brauchbaren Snare-Sound wäre z.B. ein ganzes Moongel-Pad vor allem für Aufnahmen schon viel zu viel für mich.


    Am Ende ist das aber natürlich auch alles Geschmackssache und erlaubt ist natürlich, was gefällt. Also meine Empfehlung lautet: Diplomat als Resos, Pinstripe als Schlagfelle (die klingen übrigens offener als Evans EC2S!) und ggf. Watte in den Toms. Und natürlich die Resos höher als die Schlagfelle zu stimmen.

    Aber wir suchen uns gerade schon alles soweit zusammen, um den Raum "akustisch angenehm" zu gestalten ;) .


    Es geht dabei in erster Linie auch nicht Entkopplung oder Schallschutz nach außen, sondern dass sich die Instrumente im Raum möglichst angenehm anhören.


    Und ja, es ist ja "nur zum Proben", also es soll sich trotzdem gut und gefällig anhören.


    Vielleicht will man in Zukunft ja auch ein paar kleine Aufnahmen machen 😁.

    Dann solltet ihr Breitbandabsorber und auch Diffusoren nutzen. Ein Teppich und eine Couch oder ein Sessel im Raum haben i.d.R. auch positive Auswirkungen auf die Raumakustik.


    Steinwolle ist eigentlich ein Isolier- und Dämmmaterial, das nicht in direkten Kontakt mit der Raumluft kommen sollte. Der Wirkungsgrad für die Schallabsorption ist auch nicht so gut wie bei z.B. Basotect. Weil Basotect so teuer ist, würde ich das auf jeden Fall bei einem Schaumstoffhändler (nicht Thomann o.ä.) bestellen. Je dicker, desto besser.


    Beispiel Basotect: https://www.schaumstofflager.d…50cm-x-10cm-hellgrau.html

    Beispiel Diffusoren: https://www.thomann.de/de/the_…_gr_diffuser_set_8pcs.htm

    (die Diffusoren nutze ich auch, habe noch die weißen und die damals gestrichen)


    Nachdem ich meine Steinwolle als Bassabsorber ja vor einigen Jahren wieder rausgeschmissen hatte, nutze ich in meinem aktuellen ~14m² Raum (~2,4m hoch) eine Kombination aus Breitbandabsorbern (Basotect und eine Matratze) und Diffusoren.

    Basotect lässt sich auch gut befestigen - meine 10 cm Platten habe ich derzeit einfach an Wand bzw. Decke geschraubt. Die Schaumstoffmatratze steht hochkant auf dem Boden (ist nur fixiert) und ist mit schwarzen Laken überzogen.

    Vor den Diffusoren habe ich großflächig auch schwarze Laken aufgehängt, welche auch noch mal einen Einfluss auf die Raumakustik haben. Wände und Decke aus Holz und ein flauschiger Teppich tun der Akustik weiter gut. Die Tür ist in eine Raumecke eingelassen, wodurch der Raum quasi 5-eckig ist und eine nicht parallele Wand entsteht. Und auch die Stahlträger an der Decke tun der Akustik wahrscheinlich gut. Trotz der geringen Raumgröße bin ich mit der Akustik da z.Z. echt zufrieden - und das ganz ohne Bassabsorber und Steinwolle.

    Also der Raum ist knappe 25m^2 und nahezu quadratisch.

    Deckenhöhe wahrscheinlich zwischen. 2.80m und 3m.

    Damit könnt ihr doch ganz gut arbeiten. Größere und höhere Räume sind akustisch unproblematischer und umgekehrt kleinere und niedrigere Räume akustisch problematischer. Die quadratische Form ist allerdings etwas ungünstig - besser sind quaderförmige und noch besser sind Räume mit nicht parallelen Wänden.

    Es geht dabei um die Raummoden, welche vor allem im Bassbereich auftreten.


    Theoretisch ermitteln kannst du die z.B. hier: https://trikustik.at/raummoden-rechner/


    Wenn du es ganz genau wissen willst, hilft ein Messmikro und diese Software (Wasserfall-Diagramm): https://www.roomeqwizard.com/


    Aber eine Isolierung/Entkopplung des Drumset zum Boden, ist also nicht primär nötig um tiefe Frequenz/ Störfrequenzen auszuschließen?!

    Nicht, dass ich wüsste. Man muss grundsätzlich auch Schallisolation / Dämmung / Entkopplung nach außen und Raumakustik im Innern (bzw. deren Optimierung mit Absorbern und Diffusoren) unterscheiden.

    Mit Raum-in-Raum kriegt man z.B. eine sehr gute Schallisolation hin, die akustischen Eigenschaften des Raums werden aber dennoch von den Maßen und der Beschaffenheit der Innenwände (Boden und Decke inbegriffen) bestimmt.


    Wie gesagt kann man schon vieles über die Aufstellung im Raum regeln. Es hilft auch, ein bisschen zu experimentieren und beim Bass auch die größeren Wellenlängen im Hinterkopf zu behalten. Der Basser wird sich mit ein paar Metern Abstand zu seiner Box wahrscheinlich besser hören als direkt davor - zumindest die tiefen Frequenzanteile.


    Und ein bisschen "normale" Akustikbearbeitung mit Breitbandabsorbern und Diffusoren macht sich auch immer gut. Wichtig ist dabei, den Raum nicht einfach nur zu "töten" - vor allem nicht nur in bestimmten Frequenzbereichen wie man es z.B. mit dünnem Schaumstoff erreicht (das "schluckt" nur Höhen). Sondern viel mehr, dass der Raum durch die Maßnahmen dann auch wirklich besser / runder / schöner klingt.


    Bässe sind zwar wegen den Raummoden am problematischsten und sind auch generell in einem Bandmix problematisch, wenn zu viele Bässe im Spiel sind. In Proberäumen staut sich in einer typischen Rockband-Besetzung oft im Bereich zwischen 100 und 400 Hz einiges. Vom Schlagzeug und Bass sowieso, aber auch von oft zu bassig eingestellten E-Gitarren Amps und vom nicht kompensierten Nahbesprechungseffekt von Gesangs-Mikros. Oder einfacher gesagt von zu viel Mumpf und Mulm, den man in professionellen Mischungen nie hört.


    Die Kehrseite des ganzen ist aber auch, dass Bässe vom menschlichen Gehör wesentlich schlechter wahrgenommen werden als die Mitten. Im Mittenbereich ist unser Gehör am empfinlichsten. Dort liegt auch Sprache und dort wird auch "Musik" gemacht. Daher lohnt es sich, drauf zu achten, dass der Raum im Mittenbereich gut klingt. Und hier helfen die angesprochenen Breitbandabsorber (z.B. eine Matratze an einer Wand) und Diffusoren.

    Wie groß und wie hoch ist denn der Raum?


    Wenn der Raum nicht extrem klein ist würde ich erstmal die Aufstellung im Raum optimieren. Vor allem Bass-lastige Sachen wie Schlagzeug und die Bassbox von den Raumecken fern halten. Dazu dann ein paar Breitbandabsorber (min. 10 cm dick) und am besten auch Diffusoren für die allgemeine akustische Optimierung.


    Steinwolle als Bassfallen hatte ich auch mal in einem früheren Raum - etwa 50x60cm, in zwei Ecken 2m hoch und in einer 1m. Bevor ich die dann wieder rausgeschmissen hatte (nehmen wirklich viel Platz weg), hatte ich mittels Messmikro und REW mal einen Vergleich gemacht. Da waren noch kleine Unterschiede sichtbar, aber für meine Aufnahmen fand ich es ohne die Steinwolle dann sogar besser.


    Ein Podest fürs Schlagzeug wäre für die akustische Entkopplung eigentlich nur sinnvoll, wenn der Boden selbst mit resoniert und z.B. der Raum darunter besser isoliert werden soll.

    tendenziell das Reso auf dem tieferen Ton, sodass der Grundton herausgehoben wird.

    Ich hatte mit Toms mal in Ruhe getestet, wie sich der Sound verändert, je nach dem welches der Felle höher bzw. tiefer gestimmt ist. Ich hatte das mit zwei gleichen Fellen und jeweils immer gleichen Grundtönen (einzeln und absolut) probiert. Natürlich auch alles mikrofoniert und mit Aufnahmen dokumentiert.


    Und mein Fazit war, dass mir tiefer gestimmte Resos gar nicht gefallen. Wenn dann stimme ich lieber weniger resonant und insgesamt höher. Also die Resos immer höher als die Schlagfelle.


    Meine Watte in den Toms hatte ich vor einiger Zeit wieder rausgeschmissen. Für live finde ich das nach wie vor praktisch, aber für Recording klingt mir das derzeit auch schon zu dumpf und leblos.


    Zuerst würde ich wirklich erstmal die Fellauswahl und Stimmung optimieren.


    Und Tape am Reso ist ja auch erlaubt.

    Ich hatte weiter oben ja dünne Resos empfohlen. Es mag zunächst paradox erscheinen, aber ein Reso mit geringerer Masse führt bei Toms eher zu einem kürzeren Sustain. Denn es spricht schneller an und klingt auch schneller wieder aus, ist also weniger träge als dicke Resos.

    Gaffa auf die Resos zu machen führt also eigentlich genau zum Gegenteil. Ich hatte das auch ein paar mal probiert und hatte es jedes mal wieder für Schwachsinn gehalten.


    Der Clou ist ja hier, das Sustain zu verkürzen, ohne den Sound zu töten und dumpf zu machen.

    Hier ein paar schnelle Tipps für ein kürzeres Sustain ohne dabei Attack einzubüßen:


    • dünne Resos (z.B. Diplomat) und doppellagige, vorgedämpfte Schlagfelle (z.B. Pinstripe)
    • weniger resonante Stimmung: Reso deutlich höher (z.B. eine Quinte) als das Schlagfell. Hier beachten, dass sich der gesamte Grundton aus dem Zusammenspiel beider Felle ergibt.
    • Watte in die Trommel legen (die liegt während des Spielens innen auf dem Reso)
    • Floortoms zusätzlich beschweren und starrer aufstellen

    Dran denken, dass er weniger kopflasig ist und sich das Spielgefühl u.U. deutlich ändert.

    Dran denken, dass da ein Gewicht mitgeliefert wird, durch das man das Spielgefühl verändern kann. :/

    Außerdem bezweifel ich, dass diese Beater leichter sind als die alte Bauart. Die müsste man zum Vergleich wohl einfach mal wiegen.


    A propos - ganz vergessen: Das Gewicht würde ich weglassen, das Eigengewicht der Beater reicht eigentlich völlig den Normalgebrauch.