*Off Topic*
Das SM7B ist meines Wissens nach kein Großmembraner - es hat eine Kapsel, die mehr oder weniger identisch mit der Kapsel des 57 und 58 ist (die berühmte Unidyne-Kapsel). Im SM7B ist nur sehr viel mehr Gedöns drum herum (eine aufwändige lutftgefederte Aufhängung der Kapsel und ein großer Popschutz). Ich bin mir auch nicht sicher, ob dynamische Großmembrander per se einen niedrigen Ausgangspegel liefern. Beim EV RE20 ist das so, EV hatte mit dem RE27N/D diesen "Makel" versucht mit einem Neodym-Magneten zu beseitigen. Für Sprache ist das gelungen (+6dB Pegel immerhin), beim Einsatz in der Bassdrum clippten dann die Preamps in normalen Pulten ohne Pad. Sennheisers 421er werden auch als Großmembraner gehandelt - sie liegen vom Pegel her ähnlich wie ein SM57 und damit wohl auch ähnlich wie ein SM7B. Bei Sprache aus 25-30 cm Entfernung muss ich bei denen auch meinen 1073 Klon auf +70 dB stellen und kann dann noch im Rechner gute 10 dB anheben. OT off 
Darauf möchte ich aus aktuellem Anlass noch mal eingehen. 
Denn dass die Kapsel des SM57 und SM58 mehr oder weniger identisch mit der des SM7B ist, ist mir aus deinem zitierten Beitrag in Erinnerung geblieben. Das war der Auslöser für meinen Test (siehe unten).
Das SM7B hatte ich in der Zwischenzeit wieder verkauft und ich hatte überlegt, mir das jetzt noch mal (neu) zu kaufen. Das kann ja auch gut für Gesangs-Aufnahmen (Bandproduktionen) benutzt werden.
Aber ich habe für meine Schlagzeugaufnahmen ja sowieso schon einige Mikrofone am Start, darunter auch zwei SM57. Davon habe ich jetzt mal einige miteinander verglichen für meine Sprachaufnahmen. Die Deckenhalterung hatte ich noch montiert, musste ich nur wieder zusammenbauen, und auch der Fethead macht eine gute Figur für alle dynamischen Mikros, weil ich den mittelmäßigen Pre-Amp meines Scarletts 18i20 dann nicht so weit aufdrehen muss, wenn ich ein dynamisches Mikro aus 25-30 cm bespreche. Ich habe dafür einen Auszug aus meinem Text vom aktuellen Tutorial eingesprochen - genau in der finalen Position. Die Mikros hingen dabei immer leicht seitlich von oben - ich hatte also nicht frontal reingesprochen. Das macht sich sowieso ganz gut, dann sind die S-Laute nämlich nicht so scharf.
Verglichen habe ich folgende Mikros:
Audix i5
Shure SM57
Shure WH20XLR (das Nackenbügelmikro)
Rode M5
Sennheiser e604
t.bone MB85 Beta
Mit Lautheits-Normalisierung hatte ich dann auch noch eine Testaufnahme des SM7B zum Vergleich rangezogen.
Und nun bin ich baff ... denn es gibt für mich einen ganz klaren Sieger und der heißt SM57! Das braucht (auch laut Analyzer) sogar nicht mal einen Lowcut. Echt krass. Dieses Mikro hält sich nicht ohne Grund seit mittlerweile 60 Jahren so hartnäckig. Vom Audix i5 bin ich übrigens etwas enttäuscht. Ist natürlich Geschmackssache, aber mit gefällt's auch an Snares nicht so und für Sprache klingt's wesentlich unnatürlicher als das SM57.
EDIT
Eins meiner Oktava MK-012 (nutze ich als Overheads) hatte ich nicht verglichen, weil ich die schon mal als Gesangs-Mikros getestet hatte und weil ich auch durch die Benutzung des Rode M5 als Sprachmikro schon wusste, dass Kleinmembran-Kondensator-Mikros mich für Sprach-Aufnahmen nicht überzeugen können. Für mein erstes Tutorial hatte ich übrigens ein Rode M5 benutzt. Aber ich hätte wohl lieber ein SM57 nehmen sollen. 