Ich hätte die Snare sicher mehr komprimiert und weiter nach vorne gesetzt.
Ich hab nie verstanden warum man Trommeln einzeln komprimiert, außer um leise Schläge lauter zu machen (bei der Bassdrum nutze ich dafür manchmal Parellelkompression bzw. eher paralleles Limiting).
Komprimiert man die Snare (auch zusammengefasst auf einem Bus mit Snare oben + unten) einzeln, klingt es erstmal unnatürlicher und zerfaserter, weil es die Dynamik der Snare-Spuren im Verhältnis zur Snare auf den Overheads durcheinander bringt. Weiter wird damit auch der "Schmutz", dem man ggf. mit Gates und vielleicht sogar einem Sample entgegenwirkt, wieder lauter. Und ohne besonders lange Attackzeiten nimmt da auch ein "edgy" Kompressor wie ein 1176 eher Druck raus als rein. Benutzt man eine lange Attackzeit, um den Druck zu erhalten / betonen, betont diese wieder genau die Transienten, die man in weiteren Schritten (spätestens im Mastering) sowieso wieder absäbeln muss.
Bei Drums gilt eigentlich eher, dass man Druck erhält, indem man weniger und ganz gezielt komprimiert. Das hat sogar CLA mal gesagt (und Andy Wallace hatte es mal ähnlich formuliert). Bei Interesse such ich das Interview raus.
Wenn man das gesamte Schlagzeug mit Fingerspitzengefühl komprimiert, klingt das auch nicht unnatürlich. Im Gegenteil - es klebt die vielen Einzelspuren ein bisschen zusammen und greift nicht in die Dynamik-Beziehung der einzelnen Mikrofone ein. Und mit geschickter Einstellung werden da auch nicht die Becken unkontrolliert laut oder so - das ist eher mit Parallelkompression der Fall.
Mit Sättigung kann man den natürlichen Druck der Drums sehr gut erhalten und sogar wuchtiger klingen lassen (Tonband).
Die Snare und die HH haben unterschiedliche Räume als die Toms und stehen im Verhältniss zu den Toms und den Becken
weit hinten.
Unterschiedliche Räume find ich an sich nicht schlecht. Hat man Raummikrofone, mischt man ja i.d.R. trotzdem z.B. etwas Plate-Reverb für (bestimmte) Trommelspuren hinzu. Ich finde auch, dass die nicht gleich eingestellt sein müssen. Für die Bassdrum macht sich oft ein kürzerer Hall besser als für die Snare und den Reverb für die Toms will man vielleicht etwas anders EQen als den der Snare.