Beiträge von m_tree

    Wenn ich am Set sitze,habe ich in der linken Hand am Rechtshänder Set als Rechtshänder German Grip und in der rechten Hand auf Hihat oder Ride eher French Grip.

    Und da gehen die Sticks gelegentlich fliegen oder fallen simpel aus der Hand,wegen lockerem Griff.Am Pad jedoch haben die Hānde nahezu den selben Griff.Links rutscht die Hand nach vorne und rechts nach hinten.

    German, French oder American ist ja auch nicht in Stein gemeißelt. Das lernen Schüler bei mir von Anfang an. Vielmehr kann man die Hände so drehen, wie man es braucht. Z.B. ist es naheliegend, den rechten Stick beim Spiel auf dem (rechts stehenden) Floortom eher in French zu halten. Beim Spielen auf der Snare, wenn man die Hände eher über den Oberschenkeln (nicht vor dem Bauch) hält, eher American. Und beim Anspielen von höher aufgehängten Trommeln oder Becken dann eher German. Die Bezeichnungen lass ich bei jüngeren Schülern da übrigens oft erstmal weg ...


    Jedenfalls ist das definitiv nicht in Stein gemeißelt. Was z.B. eher in Stein gemeißelt ist, dass die Daumen auf den Sticks bleiben sollten und ähnliches.

    Bei dem Intro weiß ich wieder, was ich üben muss! Mit so langsamen Feelings komme ich bis heute nicht klar.

    Sauber gespielt und knackiger Mix. So müssen Snares klingen!

    Danke! Das Intro hatte ich nach Gusto als 3/4-Takt interpretiert. Üben musste ich vor allem für saubere double bass - Parts. Ich hatte meinen Aufbau dafür auch etwas breiter gemacht (Kardanwelle weiter ausgezogen), um besser an das Slave-Pedal zu kommen. Bin ja sonst mehr am Grooven als am double bass Spielen - egal ob binär, ternär, schnell oder langsam ...


    Als Hauptsnare habe ich für diese Aufnahme meine Starphonic Brass genommen. Die klingt besonders in höherer Stimmung mit Rimshots genau richtig für sowas.

    Live dagegen ist die meistens zu aggressiv und laut - dafür hab ich mir wieder eine 14er Maple angeschafft.


    Hab hier auch sehr wenig gedämpft - die 12er Snare ist komplett offen (Evans UV1) und die Hauptsnare nur mit einem kleinen Stück Skygel (Evans UV2).

    Meinen Schlagzeugmix halte ich mit der Zeit immer schlanker und einfacher (dafür "beherzt"). Der einzige Trick war hier, dass ich für die Bassdrum und die Snares unmittelbar vor dem Recording Samples eingespielt hatte, die ich dann dazu gemixt habe.


    Wie man merkt, macht mir das alles viel Spaß. ^^

    Werde ab jetzt auch wieder mehr Videos machen. Bis ich wieder mehr live spiele will ich jetzt erstmal ein paar andere Sachen klären.

    Übrigens - fällt jemandem was am Panning im Video auf? ^^

    Bilde ich es mir ein, oder hast du das Panning für alle 3 Kameras gemacht? ^^

    Kommt super !

    Jain - es sind zwei Pannings. Einmal aus FOH-Perspektive und einmal aus Drummer-Perspektive. Und da wechselt auch nur das Schlagzeug - nicht der Gesamtmix.

    Ich hatte damit in vergangenen Videos schon mal experimentiert. Jetzt hab ich eine einfache Lösung für die Umsetzung gefunden. Das Panning ist sowieso einfach nur gespiegelt (Stereobreiten-Regler des Schlagzeug-Gruppentracks auf 100% und -100%). Aber nun hab ich auch die Umsetzung im Video vereinfacht.

    Hier nun das fertige Video:


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    Aufgenommen mit 14 Mikrofonen. Raummikros lohnen sich in dem kleinen Raum nicht. Im Prinzip fehlt noch ein Stützmikro für das China - ich zweckentfremde dafür aber einfach das Mikro vom 16er Floortom im Mix.


    Die t.bone MB85 Beta find ich übrigens sogar besser für die Toms hier - sind nicht ganz so bauchig wie die e604, aber auch nicht so steril wie die e904.


    Auf den Toms sind noch fast neue Pinstripes. Ich hatte beim Einzug in den Raum einen direkten Vergleich zu den Evans EC2S, die auf den 10er und 14er Toms waren und ebenfalls schon relativ verschlissenen Pinstripes auf den 12er und 16er Toms. Ich war überrascht, als ich feststellte, dass die Pinstripes doch deutlich offener und lebendiger klangen! Insofern auch erstaunlich, wie sich Meinungen ändern können. Vor 10 Jahren wären Pinstripes nicht für mich in Frage gekommen. Nun betrachte ich sie als praktischen Kompromiss - haltbare, doppellagige Felle, die ohne zusätzliche Dämpfung in allen Lebenslagen gut kontrollierbar sind und trotzdem fett klingen.

    Zwischendurch hatte ich noch die Encore Pinstripes für alle Toms probiert - made in Taiwan und kosten nur etwa 1/3. Hatte gelesen, dass die fast genau so wie die normalen klingen würden. In meinen Ohren aber ganz und gar nicht! Die Encore klangen viel dumpfer und lebloser.


    Übrigens - fällt jemandem was am Panning im Video auf? ^^

    Unabhängig davon wie meine Ausführungen hier letztlich rüberkommen - mir geht's dabei vor allem um den Informationsgehalt. Wie man sieht gibts ja genug Mythen und Missverständnisse. Ich hab durchaus Interesse an analogem Equipment und finde vieles, was und wie aktuell produziert wird, auch nicht so gut.

    Kann die Abneigung gegen das, was digital so im Audiobereich läuft (Youtube, Streaming usw. inbegriffen), schon verstehen. Es ist aber auch nicht alles so schlimm, wie manche hier denken. Wie eben z.B. was die Normalisierung von Youtube und Streaming betrifft. Das ist in meinen Augen eher positiv, weil der Lautheitswahn damit ziemlich effektiv bekämpft wird. Hat natürlich auch Nachteile. Ein Album mit ruhigeren und aggressiveren Titeln mit stark unterschiedlich dichten Arrangements ist mit Normalisierung der einzelnen Titel schon halb zerstört. In einem CD-Mastering passt man die Lautstärken der Tracks auch nach Gehör an - sonst wären ruhigere Titel eben viel zu laut. Aber ich schweife ab ...


    Zum Vergleich:

    Eine laut bzw. fast kaputt gemasterte CD bringts so im Schnitt z.B. auf -8 LUFS. Das ist 6 dB lauter als -14 LUFS - und für letzteres müssen i.d.R. schon ein paar Peaks gedrückt werden (vor allem vom Schlagzeug).

    Aber ich habe mich auch gefragt, inwieweit bei Youtube "analog" überhaupt relevant ist. Ist das nicht auch automatisch auf -14 LUFS komprimiert?

    LUFS bzw. EBU R128 bzw. psychoakustisch wahrgenommene Lautstärke und Normalisation hat nichts mit Kompression zu tun - weder mit Dynamikkompression noch Datenkompression.


    Youtube normalisiert nur "nach unten" bzw. leiser. Material, das bei -18 LUFS liegt, ist dann also 4 dB leiser als der Durchschnitt. Das ist auch der Grund dafür, dass ich für Youtube immer auf irgendwas knapp über -14 LUFS mastere. Und das ist auch noch ein vernünftiges Maß, das relativ einfach zu erreichen ist.


    Man kann sich das in jedem Video anschauen: Rechtsklick ins Video -> "Statistiken für Interessierte". Youtube bearbeitet die Audiospur nicht. Sogar Sachen mit hohem True-Peak-Headroom werden bei sehr geringem Durchschnittspegel nicht lauter gemacht.


    Für die Challenges mastere ich auch auf -14 LUFS und ganz allgemein finde ich das schon ein vernünftiges Maß. Klar muss man dafür bei Material mit perkussiven Anteilen ein paar Transienten schleifen. Aber dafür gibt's verschiedene Möglichkeiten. Limiter sind dafür am wenigsten geeignet ...


    Ein bisschen Kompression und Sättigung braucht man schon bei der Nachbearbeitung - das klingt immer besser. Man sollte es halt nur nicht übertreiben.


    Youtube kann übrigens durchaus eine gute Audioqualität haben. Ich befasse mich gerade zu diesem Zeitpunkt genau mit dem Thema. Steige auf eine andere Software für die Videobearbeitung um, um PCM-Audio in die fertigen Videos integrieren zu können. Wenn Youtube die AAC-Audiotracks aus lossless Material erstellt, ist das dann schon OK. Auf HD sind die Audio-Bitraten auch hoch genug und AAC entsprechend effizienter als z.B. MP3.


    Nur mehrfaches lossy Encodieren klingt halt wirklich nicht gut (wird aber leider sehr häufig gemacht). Das betrifft auch z.B. Bluetooth.

    Kurze Zwischenfrage: sind Ton und Bild vom letzten Video bei euch synchron? Hab das Video mal mit einem anderen Codec, der auch lossless Audio beinhalten kann, exportiert. Früher war das auf Youtube dann immer asynchron, jetzt scheint es zu gehen ... zumindest auf dem PC. Jetzt auf dem Smartphone ist es nicht mehr synchron.


    Das ist schon ärgerlich, denn Yoitube empfiehlt für den Upload von Musikvideos lossless PCM-Audio und das klingt in meinen Ohren auch wirklich besser. Es gibt aber kaum Videocodecs, die das mit ansonsten flexiblen Einstellungen ermöglichen.

    Mal wieder was von mir. :)


    Mein Stammkunde für Mixing/Mastering hatte noch einen alten Track rumliegen, der ein Schlagzeug braucht. War ein bisschen Bastelei, weil ich die Spuren nicht zu einem Klicktrack synchronisieren konnte. Das ist jetzt dabei rausgekommen. Das Schlagzeug ist hier bewusst nach vorne gemixt, evtl. kommen dann später noch Vocals dazu. Alles auf Rechnung. ;)


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    Ich bin übrigens um den Jahreswechsel rum in einen neuen Raum eingezogen, den ich kürzlich fertig eingerichtet habe. Hier mal ein kurzer Text und ein paar Bilder dazu:


    Neuer Raum zum Üben, Unterrichten und Aufnehmen. 🥳

    Raum in Raum - klein aber fein. Möglichkeit für Schüler zum Spielen mit Metronom und Musik über Kopfhörer - auch gemeinsam mit mir.

    Diffusoren hinter den schwarzen Laken. Schnell und effektiv beheizbar. Bad und Küche mit im Objekt. Equipment kann ich außerhalb vom Raum lagern.

    Die Nachbearbeitung von Aufnahmen und Aufträgen mach ich übrigens daheim.

    Der Punkt ist aber interessant zu fragen: Ist das, was ich da künstlerisch mache einfach anders, weil ich da 100 takes reinnagel mit 1000 plug-in's und haste nicht gesehen drüberschminke, oder eben nur 3 Schüsse habe (und auch klar weiß dabei bleibt es). Dann muss ich ja jeden Take anders vorbereiten.

    Wie kommst du auf solche Ideen und solche Größenordnungen? Man kann mit Digitaltechnik zwar wesentlich einfacher mangelnde Skills oder Vorbereitung kaschieren und reparieren (Timing- und Tonhöhenkorrektur ...), aber grundsätzlich ändert sich da nicht viel. Multitrack-Tonband ist schon in den 50er Jahren aufgekommen - man konnte seitdem also schon mit Overdubs aufnehmen. Und soweit ich weiß ist professionelles Tonband auch wiederbeschreibbar (Löschkopf).

    In einem Interview mit einem älteren Produzenten (Andy Wallace) hatte ich mal gelesen, dass man damals auch durchaus mal Korrekturen an der Performance gemacht hat. Das war halt nur wesentlich aufwändiger.


    Kürzlich hatte ich ein Interview mit Gavin Harrison gesehen. Der hat sich ja als Session Drummer 'nen Namen gemacht und ist entsprechend erfahren mit Recording.

    Und er hatte im Interview gesagt, dass er bei aktuellen Aufträgen (die er selbst aufnimmt, glaube ich) am Ende z.B. vier Takes direkt hintereinander einspielt. Davon wählt er den besten aus. Er scheut sich aber nicht davor, die anderen Takes an bestimmten Stellen laufen zu lassen - so z.B. wenn ein Fill besser passt oder bestimmte Parts besser grooven. Die Takes direkt hintereinander einzuspielen ist wichtig, damit die Takes nicht zu unterschiedlich sind (ist ja durchaus abhängig von Tagesform und Tageszeit).

    Fand ich lustig, weil ich persönlich das schon seit längerer Zeit genau so mache. Ist aber natürlich nur bei reinen Audio-Aufnahmen möglich. Für meine Videos muss ich einen Take hinkriegen, der komplett passt.


    Auch wenn es digital möglich ist - mit mehr als 3-4 "finalen" Takes tut man sich definitiv keinen Gefallen. Man ist dann nämlich auch noch dazu gezwungen, den besten davon auszuwählen bzw. die Takes entsprechend zusammenzuschneiden. Und das dauert oft viel länger als die Takes selbst einzuspielen.


    Was sich bei der Arbeitsweise dagegen wirklich geändert hat ist die Möglichkeit von digitalen Übungs- und Arbeitsaufnahmen. Weil es im Vergleich zu Tonband einfach "nichts" kostet und auch keinen Mehraufwand bedeutet.

    Ich spiele Weißbuche (Hornbeam), ist in er Regel etwas leichter als Hickory, aber etwas schwerer als Ahorn (Maple) (Überscheindungen im Gewicht gibts fast immer bei Naturprodukten). Da ich nicht wirklich der Hau-druff-Typ bin halten die Sticks bei mir auch ordentlich lange. Ich wollte von dem Hickory weg zu einer heimischen Holzart, damit das Holz nicht über die halbe Welt reisen muss. :)

    Eine heimische Holzart wäre z.Z. der einzige Grund für einen Wechsel für mich.

    Die Schwankungen im Gewicht sind mir auch öfter mal aufgefallen, weil Stickpaare dahingehend sortiert sind. Wenn man live mal einen Stick verliert (soll ja durchaus vorkommen :S) und schnell einen neuen aus der Sticktasche zieht, können die dann durchaus mal merkbar unterschiedlich schwer sein. Vor allem ist mir das auch bei der günstigen Marke "Nova" von Vic Firth aufgefallen. Bei denen ist das Holz auch allgemein schlechter selektiert - davon sind mir schon einige Sticks gebrochen, andere halten wiederum lang.


    Ich bin auch der Meinung, dass die Stickgröße durchaus auch was mit der Handgröße zu tun hat. Wenn jüngere Schüler von mir nicht sowieso mit Kindersticks spielen, dann höchstens mit 7A.


    Es gibt demgegenüber auch klein gewachsene Schlagzeuger wie Simon Phillips, die relativ schwere Sticks spielen. Seine Signature Sticks waren mir jedenfalls zu heavy.

    Und so filigrane Sachen wie z.B. der Rosanna Shuffle fallen mir mit 7A leichter als mit 5A. Vielleicht auch ein Grund für mich (abgesehen von den Ghostnotes und Fills), dieses Cover evtl. noch mal mit 7A statt mit 5A zu machen. :S

    Mai-Carsten

    Kann ich gut verstehen. LUFS (EBU R128) kam aber erst später auf und dass Streaming-Dienste und Youtube auf -14 LUFS normalisieren wirkt dem Lautheitswahn sogar wieder entgegen.


    Der bei Audiophilen und Musikliebhabern wieder aufgekommene Vinyl-Hype ist m.E. auch ein sehr gutes Beispiel dafür, dass es darauf ankommt, wie technische Errungenschaften benutzt werden. Für Vinyl kann einfach nicht annähernd so heiß / laut gemastert werden wie für digitale Medien. D.h., die Technik limitiert an der Stelle dahingehend, dass es der Audioqualität sogar wieder gut tut.


    Die CD hat für die Audioqualität damals eigentlich eine deutliche Verbesserung bedeutet. Die klingt halt völlig neutral und steril und ist durch die digitale Audiosignalverarbeitung auch nicht "zerhackt" oder so. Meiner Meinung nach war die CD das beste Medium und auch auf die digitale Qualitätsstufe bezogen der beste Kompromiss (44,1 kHz / 16 bit). Musikstreaming mit Deezer in FLAC mit 44,1 kHz / 16 bit finde ich schon cool ... nur ist das Streamingmodell selbst einfach nicht so organisiert, dass ich es gerne nutze - was die internen Bezahlmechanismen betrifft.


    Ich finde es schon ein bisschen paradox, dass die Schallplatte nun wieder im Kommen ist, weil für Schallplatte noch vernünftig (und dadurch musikalisch) gemastert werden muss bzw. einfach nicht so kaputt gemastert werden kann. Das liegt sicher auch am Charme der Schallplatte (Haptik, Knacksen, Rauschen, ...), aber eben auch an der Qualität des Masterings, das die Schallplatte voraussetzt.

    Mittlerweile nutze ich verschiedene Stickgrößen für verschiedene Zwecke. Bis vor ein paar Jahren hatte ich (zumindest während meiner zweiten Spielphase) ausschließlich 5A gespielt. Mittlerweile spiele ich auch 7A. Für filigraneres und leiseres Spiel, aber auch für mehr Ausdauer. 5A spiel ich bei Aufnahmen gerne, wenn es härter und lauter sein soll.


    Hätte ich größere Hände, würden sich die Stickgrößen evtl. um je eine Größe verschieben.


    Andere mögen den perfekten Stick suchen und finden - ich bin da mittlerweile (oder zumindest zur Zeit) flexibler. Auch was Marken und Kopfformen angeht ... nur Hickory sollte es sein.

    Ich produziere ja selbst auch und schreibe ab und zu Rechnungen für Produktion - primär für Mixing und Mastering. Das mach ich komplett ITB, alles andere kann ich mir z.Z. nicht leisten.


    Das Thema Analog vs. Digital ist meiner Meinung nach sehr komplex - insbesondere wenn man noch die "künstlerische Qualität" der verschiedenen Zeitepochen mit in die Debatte wirft.


    Ich verfolge selbst eher einen old school Ansatz bei der Nachbearbeitung. Verzichte z.B. fast vollständig auf Effekte, die nur auf Plugin-Ebene existieren können - z.B. Multiband-Kompression (klingt m.E. sowieso besch...eiden), dynamische EQs, Transienten-Designer u.ä. ... und dass ich kein Freund von Aligning von Schlagzeugspuren bin, wissen einige hier ja bereits.


    Ich bin vielmehr ein Freund von "echten Aufnahmen", wo nichts aus der Konserve kommt bzw. programmiert wird und die ohne Timingkorrekturen und Einsatz von Tonhöhenkorrektur auskommen. Diesen Ansatz verfolge ich auch als Schlagzeuger (ein gutes Timing ist das A und O).


    Und ich höre auch gern ältere Musik, die noch analog produziert wurde. Es gibt auch wenige Beispiele für Alben nach der Jahrtausendwende, die ganz bewusst komplett analog bis zur Schallplatte produziert wurden. Das "Stadium Arcadium"-Doppelalbum der Red Hot Chili Peppers ist so ein Album. Die Band wollte, dass es komplett analog aufgenommen und abgemischt wird. Leider wurde das Digitalmaster, das natürlich zigfach populärer als das Vinylmaster ist, im Zuge des Lautheitskriegs entsprechend malträtiert.


    ABER das Thema ist aus meiner Sicht dennoch nicht ganz so einfach. Analog ist eben nicht gleich besser. Die Digitaltechnik macht vieles einfacher und kann vieles sogar besser. Dass wegen der Einfachheit, Kostengünstigkeit und Schnelligkeit der Digitaltechnik eben auch sehr viel mehr Müll als früher produziert wird - dafür kann die Digitaltechnik aber nichts! Es ist wie mit allen anderen technischen Errungenschaften auch - es kommt einfach darauf an, wer das wie zu welchem Zweck benutzt.


    Fakt ist, dass rein digitale Aufnahmen sehr steril klingen und immer von etwas Sättigung (und z.T. sogar Rauschen) profitieren. Fakt ist auch, dass viele klassische Kompressoren und EQs wirklich gut klingen und Charakter haben. Daher sind Plugins, die analoge Effekte simulieren, auch sehr populär. Ich arbeite fast ausschließlich mit solchen Plugins. Und ich benutze auch sehr gern bestimmte Bandmaschinen aus der m.E. sehr gut klingenden IK Multimedia Tape Machine Collection. Hier kann ich den Hype um Bandmaschinen schon verstehen - denn fast alles, was ich da (im "richtigen" Maß) durchjage, klingt am Ende besser. Dabei nutze ich meistens zwei Stufen - ein Multitrack-Band an verschiedenen Stellen im Mix (aber nicht für alles) und ein Master-Band am Ende meiner Mastering-Kette.


    Kürzlich hatte ich irgendwo einen Bericht gelesen, dass viele Produzenten, die primär ITB arbeiten, erfolgreicher sind als jene, die vor allem noch analog arbeiten.

    Denn wie bei vielen anderen Dingen auch ist eben vor allem das ausschlaggebend, was man mit den Werkzeugen so macht und weniger, welche Werkzeuge man benutzt. Natürlich macht sich auch die Qualität und "Eignung" der Werkzeuge bemerkbar - z.B. welche Mikrofone man für welchen Zweck benutzt. Es gibt aber eine Schwelle, ab der das Equipment m.E. sehr zweitrangig wird und nur noch Quäntchen ausmacht. Damit diese Quäntchen überhaupt hörbar werden, müssen erstmal viele andere Dinge (nahezu) perfekt aufeinander abgestimmt sein.


    Und darüber, dass der überwiegende Großteil der Konsumenten solche Quäntchen sowieso nicht wahrnimmt, braucht man auch nicht zu streiten.

    Schlagzeugspielen ist sehr diffizil > das weiß man erst dann, wenn man es richtig lernt.

    Unser Gitarrist sagte damals 1980: Du hast es schön, du brauchst bloß draufhauen.
    Damals hab ich das geglaubt, aber heute weiß ich: Der Kerl hatte null Ahnung.
    Schlagzeug ist mMn nach eines der schwierigsten Instrumente.

    Allein schon das Stimmen ist ne Sache für sich und muß man meist lange erlernen. Kenne tatsächlich ältere Kollegen, die das immer noch nicht so richtig können.

    Und während der Gitarrist seine 6 Saiten meist mit nem Stimmgerät geschmeidig in wenigen Minuten hingestimmt hat, haben wir bei ner Trommel meist 6-8 Stimmschrauben und das mal Zwei (Batter + Reso) und dann haben wir auch noch mehrere Trommeln.
    Schleppen mussten wir auch immer mehr, als die anderen Bandmitglieder.
    Aber trotzdem habe ich nie das Verlangen gespürt, mein Instrument gegen ein Anderes einzutauschen.

    Definitiv! Beim Sound spielt dann oft auch nicht nur die Stimmung eine Rolle, sondern auch der Raum, die Mikrofonierung und die Nachbearbeitung. In der Hinsicht ist Schlagzeug das komplizierteste und aufwändigste Instrument.


    Das Spielen fängt mit der Stickhaltung und Körperhaltung an, geht über die Koordination aller Gliedmaßen und deren Spieltechnik bis hin zu Timing, Dynamik und Groove.


    Weiter geht's mit der Schwierigkeit, überhaupt auf einem Akustikschlagzeug üben zu können - wegen der Lautstärke. E-Drums sind eine andere Welt und ich stelle fest, dass Schüler, die sonst nur auf E-Drums üben, anders spielen als die, die auch Akustikschlagzeug gewöhnt sind.


    Schlagzeugspielen muss man schon echt wollen, auch wegen der Schlepperei und Auf/Abbau. Ist definitiv ein oft unterschätztes Instrument. Ist ja "nur" Rhythmus ...

    Aus meiner Erfahrung vom Unterrichten weiß ich, dass eine problematische Stickhaltung sehr vielschichtig sein kann. Daher ist ein Lehrer, der ein Auge drauf wirft, hier tatsächlich die beste Empfehlung.


    Wichtig ist z.B., dass der Daumen auf dem Stick bleibt und der Stick nicht anfängt in die Hand zu rutschen. Der Druck, den Daumen und Zeigefinger auf den Stick ausüben, sollte weder zu stark noch zu schwach sein. Wo man den Stick festhält (also eher mittig oder eher hinten) ist z.T. Geschmackssache - Extreme sind hier aber keine Lösung. Zu weit hinten hat man zu wenig Rebound und Feingefühl, zu weit vorn einen zu kleinen Hebel und zu wenig Punch.

    Was unser Kameramann Kevin da abgeliefert hat, ist wirklich grandios. Spannend, wenn die Kamera dabei zum 5. Bandmitglied wird. Du denkst, des war's jetzt, alle Musiker auf den Punkt. Und der Kameramann lobt alle und sagt, wir müssen es aber leider trotzdem nochmal machen, weil er die Schärfe an einer wichtigen Stelle falsch gezogen hat.


    Beim nächsten Versuch Schärfe on point, aber natürlich hatten Bass und Drums mal wieder ihre Shouts verwechselt. Ich glaube, nach 22 Takes (zusätzlich zu den Durchlaufproben) haben wir auf Nummerierung verzichtet und nur noch "die Letzte", "die Allerletzte", "die wirklich unwiderruflich Letzte" (tbc...) angesagt.

    OK - krass! Ich dachte beim Ansehen so, dass ihr wohl sehr gut vorbereitet wart bzw. gut geprobt hattet und die Aufnahme entsprechend zügig und professionell ablief. ^^

    Aber dann haben die fast 30 Takes sicher auch noch mal zur Perfektion beigetragen. ^^


    Das ist der Nachteil von Live Sessions - wenn einer 'nen Fehler macht, ist der ganze Take hinüber.

    Deinen Kanal hab ich auch noch abonniert. :)

    Find's sehr gut gespielt. Aber für ein Schlagzeugvideo find ich das Schlagzeug im Mix nicht laut und / oder durchsetzungsfähig genug. Ghostnotes und Details von der Hi-Hat z.B. gehen gänzlich unter, das Gitarrensolo ist im Vergleich sehr dominant.


    Klar ist es eine positive Charaktereigenschaft, sich zurücknehmen zu können und Schlagzeug ist ja im Regelfall auch hauptsächlich der eher hintergründige "time keeper". Aber bei Schlagzeugvideos darf's ruhig etwas mehr Schmackes haben, find ich.


    Bei Interesse mach ich gern mal einen Testmix. ;)