Immerhin hat Musikstreaming dazu geführt, dass die Labels aktuell wieder sehr gut verdienen und sich vom Einbruch durch illegale Tauschbörsen erholt haben. In der Hinischt hat Musikstreaming genau das erreicht, was es soll. Allerdings merken die Künstler davon nichts. Denn Deals zwischen den Labels und Spotify & Co. wurden im stillen Kämmerlein an den Künstlern vorbei beschlossen. Und die Abrechnung pro gestreamtem Titel führt dazu, dass nur die jenigen verdienen, deren Musik in Dauerschleife gehört wird. Also i.d.R. flacher Ramsch, der schnell produziert und gut nebenbei zur Berieselung gehört werden kann. Auf Spotify hat z.B. ein Track mit "Regen" (wohl immerhin noch echter Regen, also mit einem Mikrofon aufgezeichneter) 165 Mio. Streams. Prost Mahlzeit!
Das System Musikstreaming ist also sogar in zweierlei Hinsicht schlecht für die Künstler: wegen des unausgereiften Abrechnungssystems und wegen Playlists, die mit immer mehr Tracks von Fake Artists, KI-Musik und möglichst billig produzierten 2 Min. Tracks, die oft angehört werden, geflutet werden.
Dazu die immer teurer werdenden Konzerte, bei denen die Schere zwischen vielen Armen und wenigen Reichen genau so weiter auseinandergeht wie beim Musikstreaming und unserer gesamten Gesellschaft.
Musikunterricht wollen oder können sich in diesen Zeiten auch immer weniger Eltern leisten ... also ich sehe das alles in allem schon eher dystopisch.