Es zeigt sich doch immer wieder sehr schnell, wie komplex das Thema ist. ![]()
Das mache ich auch immer. Dabei hängt es aber sehr stark von der Höhe der Overheads ab, ob eine Phasendrehung besser klingt oder nicht. Ist die Höhe so, dass sich gerade die Grundtöne von Snare und Toms auslöschen, dann bringt die Drehung einen viel volleren Sound. Bei mir waren die Overheads diesmal deutlich höher als sonst und es gabe keinen eindeutigen Unterschied beim Drehen der Phase.
Wenn die Raumhöhe es hergibt, hat man diese Option natürlich. Große und hohe Räume sind halt eher Luxus. Ich bin kürzlich in einen neuen Raum eingezogen - ist im Prinzip Raum in Raum - und genieße dort viele Vorteile (z.B. schnell und effektiv beheizbar, eine vollständig eingerichtete Küche, Lagermöglichkeit außerhalb des Raums, hohe Einbruchsicherheit, ...). Aber der Raum ist halt wieder nur knapp 15 m² groß und die Decke nur etwa 2,3m hoch.
Da bin ich bei der Aufstellung der Overheads jedenfalls eher damit beschäftigt, dass die weder zu nah an der Decke noch zu nah am Schlagzeug sind. Bei der Positionierung bin ich mit aktuell wieder vier Toms, zwei Snares und drei Crashbecken, China und Splash (Stützmikros für Hi-Hat + Ride) eher damit beschäftigt, dass die Overheads die Becken ausgewogen aufnehmen, dass die Becken auf den OHs gut klingen und dass die Stereobereite bei 100% Panning meinem Geschmack entspricht.
Dass die Snare auf den Overheads nicht ganz mittig ist spielt für mich im Gesamtmix mit insgesamt 14 Mikrofonen kaum eine Rolle. Ich finde eine nicht ganz mittige Snare auf den Overheads sogar gut, weil sie so eben räumlicher und breiter wird.
Für mich kommt bei meinen Schlagzeug-Overheads auch fast nur noch eine spaced Aufstellung in Frage. Mit klassischer Stereofonie haben Schlagzeug-Overheads eigentlich nichts zu tun (so sehe ich das jedenfalls). Nach wirklich vielen Experimenten finde ich den Klang der Overheads in einer AB-ähnlichen Aufstellung am brauchbarsten bei Multimikrofonierung von allen Trommeln - in exakt gleicher Höhe und exakt vertikal nach unten ausgerichtet. Klingt m.E. besser als in unterschiedlicher Höhe (bspw. um die Laufzeiten zur Snare anzugleichen) oder irgendwie schräg ausgerichtet.