Es ist schon richtig, dass der Grundton, der aus der Interaktion von beiden frei schwingenden Fellen entsteht, deutlich tiefer ist als die einzelnen Grundtöne der Felle. Bei letzterem beziehe ich mich darauf, dass das jeweils gegenüberliegende Fell abgedämpft ist und schlage dafür in die Mitte des Fells. Ich nutze für genaueres Stimmen ja seit einiger Zeit die App "Drumtune Pro 2.0", schlage zur Analyse der Grundtöne aber nie am Fellrand an. Am Fellrand schlage ich nur an, um die Felle rein nach Gehör in Stimmung mit sich selbst zu bringen (das kriege ich auch ohne Hilfsmittel hin).
Ich hatte mich erst kürzlich wieder intensiv mit dem Thema beschäftigt, weil ich meine Toms neu gestimmt habe. Die Intervalle (Oktave zwischen 10er und 16er, dazwischen drei große Terzen) habe ich zwar gleich gelassen, aber ich habe die kleineren Toms resonanter (geringerer tonaler Abstand von Schlagfell und Reso) und die großen Toms weniger resonant gestimmt.
Dazu habe ich noch mal die Tabellen in der App zu Rate gezogen und mir drei verschiedene Stimmungsverhältnisse der Felle für meine angepeilten Grundtöne der verschiedenen Toms rausgeschrieben (Schlagfell / Reso gleich hoch, große Terz, Quinte).
Für ein 12er Tom auf A#2 / 116,5 Hz wären das z.B.:
201,5 / 201,5 Hz (Prime)
179 / 224 Hz (große Terz)
161,5 / 242 Hz (Quinte)
Und ich habe bei allen Toms jedes Mal festgestellt, dass das wirklich so hinhaut! Wie gesagt muss das gegenüberliegende Fell dafür abgedämpft sein. Nur so kann man übrigens auch einzelne Felle wirklich korrekt stimmen, weil ja sonst immer das gegenüberliegende Fell mitschwingt.