Ich finde die theoretischen Hintergründe schon auch interessant und finde nils Fachwissen beeindruckend.
Meiner Meinung nach sollte man dabei aber nicht das Wesentliche und das "große Ganze" aus den Augen verlieren. Ich bin z.B. auch wieder von den Quinten weg, weil mir die absoluten Grundtöne und Intervalle wichtiger sind als psychoakustische Begleittöne, die am Ende sowieso noch weniger Leute hören als viele weitere Details, die auch tatsächlich zu hören sind (nicht nur psychoakustisch).
Ansonsten halte ich Vergleiche mit z.B. Powerchords auf der Gitarre auch immer für etwas fragwürdig, weil Schlagzeug halt kein Tonsystem-bezogenes Melodie-Instrument ist, sondern einfach nur ein Schlaginstrument bzw. "Geräusch-Instrument" und damit ein Spezialfall.
Ich halte es z.B. auch für fragwürdig, Trommeln für Aufnahmen passend zur Tonart des jeweiligen Songs zu stimmen. Eben weil die Grundtöne schon je nach Anschlagstärke varrieren, die Trommeln sich mehr oder weniger schnell verstimmen (*) und die Grundtöne der Trommeln auch einen großen Einfluss auf den Klangcharakter haben. Insofern passen Trommeln, deren Grundtöne nicht zur Tonart passen, mitunter sogar besser zur Musik.
* = Dazu fällt mir ein Zitat von Butch Vig ein, in dem er über die Aufnahmen zu "Nevermind" redet. Er meinte, dass Dave Grohl so hart reingehauen hat, dass die Snare nach einem Take zu einem Song manchmal schon 2 Halbtöne tiefer war. ![]()