Beiträge von m_tree

    Mittlerweile nutze ich verschiedene Stickgrößen für verschiedene Zwecke. Bis vor ein paar Jahren hatte ich (zumindest während meiner zweiten Spielphase) ausschließlich 5A gespielt. Mittlerweile spiele ich auch 7A. Für filigraneres und leiseres Spiel, aber auch für mehr Ausdauer. 5A spiel ich bei Aufnahmen gerne, wenn es härter und lauter sein soll.


    Hätte ich größere Hände, würden sich die Stickgrößen evtl. um je eine Größe verschieben.


    Andere mögen den perfekten Stick suchen und finden - ich bin da mittlerweile (oder zumindest zur Zeit) flexibler. Auch was Marken und Kopfformen angeht ... nur Hickory sollte es sein.

    Ich produziere ja selbst auch und schreibe ab und zu Rechnungen für Produktion - primär für Mixing und Mastering. Das mach ich komplett ITB, alles andere kann ich mir z.Z. nicht leisten.


    Das Thema Analog vs. Digital ist meiner Meinung nach sehr komplex - insbesondere wenn man noch die "künstlerische Qualität" der verschiedenen Zeitepochen mit in die Debatte wirft.


    Ich verfolge selbst eher einen old school Ansatz bei der Nachbearbeitung. Verzichte z.B. fast vollständig auf Effekte, die nur auf Plugin-Ebene existieren können - z.B. Multiband-Kompression (klingt m.E. sowieso besch...eiden), dynamische EQs, Transienten-Designer u.ä. ... und dass ich kein Freund von Aligning von Schlagzeugspuren bin, wissen einige hier ja bereits.


    Ich bin vielmehr ein Freund von "echten Aufnahmen", wo nichts aus der Konserve kommt bzw. programmiert wird und die ohne Timingkorrekturen und Einsatz von Tonhöhenkorrektur auskommen. Diesen Ansatz verfolge ich auch als Schlagzeuger (ein gutes Timing ist das A und O).


    Und ich höre auch gern ältere Musik, die noch analog produziert wurde. Es gibt auch wenige Beispiele für Alben nach der Jahrtausendwende, die ganz bewusst komplett analog bis zur Schallplatte produziert wurden. Das "Stadium Arcadium"-Doppelalbum der Red Hot Chili Peppers ist so ein Album. Die Band wollte, dass es komplett analog aufgenommen und abgemischt wird. Leider wurde das Digitalmaster, das natürlich zigfach populärer als das Vinylmaster ist, im Zuge des Lautheitskriegs entsprechend malträtiert.


    ABER das Thema ist aus meiner Sicht dennoch nicht ganz so einfach. Analog ist eben nicht gleich besser. Die Digitaltechnik macht vieles einfacher und kann vieles sogar besser. Dass wegen der Einfachheit, Kostengünstigkeit und Schnelligkeit der Digitaltechnik eben auch sehr viel mehr Müll als früher produziert wird - dafür kann die Digitaltechnik aber nichts! Es ist wie mit allen anderen technischen Errungenschaften auch - es kommt einfach darauf an, wer das wie zu welchem Zweck benutzt.


    Fakt ist, dass rein digitale Aufnahmen sehr steril klingen und immer von etwas Sättigung (und z.T. sogar Rauschen) profitieren. Fakt ist auch, dass viele klassische Kompressoren und EQs wirklich gut klingen und Charakter haben. Daher sind Plugins, die analoge Effekte simulieren, auch sehr populär. Ich arbeite fast ausschließlich mit solchen Plugins. Und ich benutze auch sehr gern bestimmte Bandmaschinen aus der m.E. sehr gut klingenden IK Multimedia Tape Machine Collection. Hier kann ich den Hype um Bandmaschinen schon verstehen - denn fast alles, was ich da (im "richtigen" Maß) durchjage, klingt am Ende besser. Dabei nutze ich meistens zwei Stufen - ein Multitrack-Band an verschiedenen Stellen im Mix (aber nicht für alles) und ein Master-Band am Ende meiner Mastering-Kette.


    Kürzlich hatte ich irgendwo einen Bericht gelesen, dass viele Produzenten, die primär ITB arbeiten, erfolgreicher sind als jene, die vor allem noch analog arbeiten.

    Denn wie bei vielen anderen Dingen auch ist eben vor allem das ausschlaggebend, was man mit den Werkzeugen so macht und weniger, welche Werkzeuge man benutzt. Natürlich macht sich auch die Qualität und "Eignung" der Werkzeuge bemerkbar - z.B. welche Mikrofone man für welchen Zweck benutzt. Es gibt aber eine Schwelle, ab der das Equipment m.E. sehr zweitrangig wird und nur noch Quäntchen ausmacht. Damit diese Quäntchen überhaupt hörbar werden, müssen erstmal viele andere Dinge (nahezu) perfekt aufeinander abgestimmt sein.


    Und darüber, dass der überwiegende Großteil der Konsumenten solche Quäntchen sowieso nicht wahrnimmt, braucht man auch nicht zu streiten.

    Schlagzeugspielen ist sehr diffizil > das weiß man erst dann, wenn man es richtig lernt.

    Unser Gitarrist sagte damals 1980: Du hast es schön, du brauchst bloß draufhauen.
    Damals hab ich das geglaubt, aber heute weiß ich: Der Kerl hatte null Ahnung.
    Schlagzeug ist mMn nach eines der schwierigsten Instrumente.

    Allein schon das Stimmen ist ne Sache für sich und muß man meist lange erlernen. Kenne tatsächlich ältere Kollegen, die das immer noch nicht so richtig können.

    Und während der Gitarrist seine 6 Saiten meist mit nem Stimmgerät geschmeidig in wenigen Minuten hingestimmt hat, haben wir bei ner Trommel meist 6-8 Stimmschrauben und das mal Zwei (Batter + Reso) und dann haben wir auch noch mehrere Trommeln.
    Schleppen mussten wir auch immer mehr, als die anderen Bandmitglieder.
    Aber trotzdem habe ich nie das Verlangen gespürt, mein Instrument gegen ein Anderes einzutauschen.

    Definitiv! Beim Sound spielt dann oft auch nicht nur die Stimmung eine Rolle, sondern auch der Raum, die Mikrofonierung und die Nachbearbeitung. In der Hinsicht ist Schlagzeug das komplizierteste und aufwändigste Instrument.


    Das Spielen fängt mit der Stickhaltung und Körperhaltung an, geht über die Koordination aller Gliedmaßen und deren Spieltechnik bis hin zu Timing, Dynamik und Groove.


    Weiter geht's mit der Schwierigkeit, überhaupt auf einem Akustikschlagzeug üben zu können - wegen der Lautstärke. E-Drums sind eine andere Welt und ich stelle fest, dass Schüler, die sonst nur auf E-Drums üben, anders spielen als die, die auch Akustikschlagzeug gewöhnt sind.


    Schlagzeugspielen muss man schon echt wollen, auch wegen der Schlepperei und Auf/Abbau. Ist definitiv ein oft unterschätztes Instrument. Ist ja "nur" Rhythmus ...

    Aus meiner Erfahrung vom Unterrichten weiß ich, dass eine problematische Stickhaltung sehr vielschichtig sein kann. Daher ist ein Lehrer, der ein Auge drauf wirft, hier tatsächlich die beste Empfehlung.


    Wichtig ist z.B., dass der Daumen auf dem Stick bleibt und der Stick nicht anfängt in die Hand zu rutschen. Der Druck, den Daumen und Zeigefinger auf den Stick ausüben, sollte weder zu stark noch zu schwach sein. Wo man den Stick festhält (also eher mittig oder eher hinten) ist z.T. Geschmackssache - Extreme sind hier aber keine Lösung. Zu weit hinten hat man zu wenig Rebound und Feingefühl, zu weit vorn einen zu kleinen Hebel und zu wenig Punch.

    Was unser Kameramann Kevin da abgeliefert hat, ist wirklich grandios. Spannend, wenn die Kamera dabei zum 5. Bandmitglied wird. Du denkst, des war's jetzt, alle Musiker auf den Punkt. Und der Kameramann lobt alle und sagt, wir müssen es aber leider trotzdem nochmal machen, weil er die Schärfe an einer wichtigen Stelle falsch gezogen hat.


    Beim nächsten Versuch Schärfe on point, aber natürlich hatten Bass und Drums mal wieder ihre Shouts verwechselt. Ich glaube, nach 22 Takes (zusätzlich zu den Durchlaufproben) haben wir auf Nummerierung verzichtet und nur noch "die Letzte", "die Allerletzte", "die wirklich unwiderruflich Letzte" (tbc...) angesagt.

    OK - krass! Ich dachte beim Ansehen so, dass ihr wohl sehr gut vorbereitet wart bzw. gut geprobt hattet und die Aufnahme entsprechend zügig und professionell ablief. ^^

    Aber dann haben die fast 30 Takes sicher auch noch mal zur Perfektion beigetragen. ^^


    Das ist der Nachteil von Live Sessions - wenn einer 'nen Fehler macht, ist der ganze Take hinüber.

    Deinen Kanal hab ich auch noch abonniert. :)

    Find's sehr gut gespielt. Aber für ein Schlagzeugvideo find ich das Schlagzeug im Mix nicht laut und / oder durchsetzungsfähig genug. Ghostnotes und Details von der Hi-Hat z.B. gehen gänzlich unter, das Gitarrensolo ist im Vergleich sehr dominant.


    Klar ist es eine positive Charaktereigenschaft, sich zurücknehmen zu können und Schlagzeug ist ja im Regelfall auch hauptsächlich der eher hintergründige "time keeper". Aber bei Schlagzeugvideos darf's ruhig etwas mehr Schmackes haben, find ich.


    Bei Interesse mach ich gern mal einen Testmix. ;)

    Immerhin hat Musikstreaming dazu geführt, dass die Labels aktuell wieder sehr gut verdienen und sich vom Einbruch durch illegale Tauschbörsen erholt haben. In der Hinischt hat Musikstreaming genau das erreicht, was es soll. Allerdings merken die Künstler davon nichts. Denn Deals zwischen den Labels und Spotify & Co. wurden im stillen Kämmerlein an den Künstlern vorbei beschlossen. Und die Abrechnung pro gestreamtem Titel führt dazu, dass nur die jenigen verdienen, deren Musik in Dauerschleife gehört wird. Also i.d.R. flacher Ramsch, der schnell produziert und gut nebenbei zur Berieselung gehört werden kann. Auf Spotify hat z.B. ein Track mit "Regen" (wohl immerhin noch echter Regen, also mit einem Mikrofon aufgezeichneter) 165 Mio. Streams. Prost Mahlzeit!


    Das System Musikstreaming ist also sogar in zweierlei Hinsicht schlecht für die Künstler: wegen des unausgereiften Abrechnungssystems und wegen Playlists, die mit immer mehr Tracks von Fake Artists, KI-Musik und möglichst billig produzierten 2 Min. Tracks, die oft angehört werden, geflutet werden.


    Dazu die immer teurer werdenden Konzerte, bei denen die Schere zwischen vielen Armen und wenigen Reichen genau so weiter auseinandergeht wie beim Musikstreaming und unserer gesamten Gesellschaft.


    Musikunterricht wollen oder können sich in diesen Zeiten auch immer weniger Eltern leisten ... also ich sehe das alles in allem schon eher dystopisch.

    Sehr cool! :thumbup:


    Den Körperschall durch das auf dem gleichen Stativ montierte Splashbecken find ich heftig. Das wirft die Frage auf, ob das bei e604 oder e904 mit den (fast) gleichen Klemmen auch so wäre.


    Seit meinem kürzlichen Umzug in einen anderen Raum habe ich vier der 14 Schlagzeugmikrofone auf Klemmen (vorher alle Mikros auf Stativen): zwei e604 jeweils als Teppichmikros für die Snares und zwei MB85 Beta jeweils auf K&M-Klemmen auf den Hängetoms. Abgesehen von der Hauptsnare sind alle Trommeln auf Stativen, auf denen auch noch Becken montiert sind. Ich konnte da aber bisher keine Probleme feststellen.

    dani808

    Du hattest in den neuen Thread, der dann gelöscht wurde, noch was zum Thema geschrieben. Das scheint jetzt irgendwie verschwunden zu sein, sorry!


    Wenn ich mich richtig erinnere hattest du meinen Testaufbau nachgebaut und festgestellt, dass die Latenzkompensation da sogar übers Ziel hinaus schießt.

    Marius ist beleidigt, weil er nicht nach seiner Formel für die Berechnung gefragt wurde.


    - Ich rechne das Ding mit einem Dreisatz in 5 Sekunden aus. Marius kann keinen Dreisatz und findet ihn deswegen kompliziert.

    Alter Schwede! Und du sagst, dass dir das hier zu blöd wird. Mir war's schon zu blöd als du mit ChatGPT kamst. Solche Threads werden dann besonders "produktiv", wenn jemand nicht aufhört zu provozieren.


    Ich verabschiede mich mal hier (hätte ich schon längst tun sollen).

    Falls die Overheads die Hauptmikrofonierung sind, und die restlichen Mikrofone als Stützen dienen, dann hätte ich rein vom Ansatz her das Alignen als richtig und natürlich empfunden. Man möchte ja dann etwas mehr hervorheben, was schon da ist und zwar dann wenn es passiert und nicht ein paar ms früher. Aber ich habe wie gesagt keine Ahnung.

    Kommt halt drauf an, wie man es mischt.

    Bei meinem aktuellen Mixing-Ansatz sind die Overheads nicht so wirklich die Hauptmikrofone. Sind eher für die Becken zuständig, "kleben" die einzelnen Mikros zusammen und bringen etwas Räumlichkeit und Natürlichkeit mit rein.


    Ich finde, dass es mit Aligning unnatürlich klingt und mag den dadurch entstehenden Sound nicht so. Daher spare mir einfach die Arbeit, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Die Zeit investiere ich lieber in Detailanpassungen mit Automation z.B. ...

    Ich bin Pragmatiker: wenn ich morgen (oder irgendwann) mal wieder mit

    einem Dirigenten zu tun habe, dann ist die einzige sichere Bank, die Takte

    zu zählen und es ist sinnvoll, das vorher zuhause mal geübt zu haben.

    Aber warum einfach, wenn es auch umständlich geht - alte Mathematikerregel.

    Beim Musizieren die Orientierung zu behalten und ggf. Takte zu zählen ist aber eine andere Baustelle als bei Technikübungen sicherzustellen, dass man die lang genug übt.


    Die Hemmschwelle für solche eher trockenen Übungen ist auch deutlich niedriger, wenn man nicht immer mitzählen muss. Umständlich ist eher, bei sowas die Takte zu zählen, weil die genaue Taktanzahl da gar nicht so wichtig ist.


    So ein Forum lebt halt auch davon, dass Leute ihre eigenen Erfahrungen und ihr eigenes Wissen (u.U. sogar aus einem Musikstudium) berichten. Nur die KI-Diskussion ist hier fehl am Platz, find ich.

    Nur der Vollständigkeit wegen:

    Das sehe ich genauso. Wer hat bloß damit angefangen? :/

    Du selbst. Nachdem ich eine Möglichkeit zur Berechnung geschrieben habe. Hier nachzulesen:



    Und was dein Dreisatz da oben aussagen soll erschließt sich mir nicht. Eine Minute durch die Beats pro Minute ergibt die Dauer eines Beats. Alles weitere kann man sich entsprechend nach Belieben multiplizieren (wie eben z.B. die Taktart und Taktanzahl). Ganz einfach.

    Drum Bee

    Jetzt kennst du die Formel und kannst es mit einem Taschenrechner (bzw. einer entsprechenden App) berechnen:

    Formel: 60 Sek. / bpm * Zähler der Taktart * Taktanzahl


    Ein 4/4 auf 80 bpm läuft über 20 Takte also genau 60 Sek., auf 100 bpm nur noch 48 Sek. usw.

    Ist doch nicht nötig deswegen hier eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von KI vom Zaun zu brechen.


    Wer sich ernsthaft mit "Stick Control" auseinandersetzt, sollte doch dazu in der Lage sein, so einfache Berechnungen zu machen.

    Dann noch eine Ergänzung von mir zum Thema:


    Mit den maximal 1-stündigen Sessions meine ich nur die Dauer, die man am Stück Übungen spielt. Ich hatte manchmal eine Pause und dann noch eine Session gemacht.

    Und es meistens sowieso mit weiteren Aktivitäten im Proberaum bzw. am Schlagzeug verbunden.


    Ich hatte das Heft aber ein bisschen zweckentfremdet, glaube ich. Es ist wohl eher so angedacht, dass man damit einzelne Sachen vertieft und immer mal wiederholt bzw. auffrischt. Siehe hier: Stick Control (Buch)