Beiträge von m_tree

    Es geht also nach dem Zentrieren gar nicht darum, das Fell auf einen bestimmten Punkt herunter zu stimmen... ich könnte im Prinzip auch alle Schrauben gleichmäßig soweit herausdrehen, bis sie ganz locker sind, um dann wieder von ganz vorne mit dem Stimmen zu beginnen. Und die 1/4-Umdrehungen werden in der DTB nur deshalb vorgeschlagen, um das Fell nach dem Zentrieren wieder gleichmäßig zu entspannen... ;) :thumbup:

    Das komplette Entspannen des Fells nach dem Zentrieren hat nur den Hintergrund, dass man laut DTB immer nur "nach oben" stimmen sollte. D.h., im Stimmprozess immer nur nach rechts drehen, nie nach links. Mit einem entspannten Fell mit dem Hochstimmen zu beginnen hat also den Vorteil, dass man den vollen Stimmumfang der Trommel hat. Weiß man aber von vorn herein, dass man sowieso eher hoch stimmt, kann man sich das sparen.


    Bei hoch gestimmten Trommeln wie der Snare und gutem "Harmonieren" des jeweiligen Fells mit der Gratung kann man sich das Zentrieren in dem Umfang auch komplett sparen. Es reicht dann, fürs Zentrieren ein paar mal in die Mitte des gleichmäßig gespannten Fells zu drücken. Bei tiefer gestimmten Trommeln bzw. geringerer Fellspannung (Bassdrum und Toms) ist das Zentrieren wichtiger.


    Sehr wichtig ist generell, und besonders beim ersten Aufziehen / Anspannen / Zentrieren, gleichmäßig anzuziehen. Ich empfehle daher, dafür zwei Stimmschlüssel gegenüberliegend zu nutzen. Nur das Finetuning mit einem Stimmschlüssel machen. Fürs Finetuning bzw. und Abklopfen an den Spannschrauben empfehle ich übrigens einen Filzschlägel (weniger Attack / Anschlag, mehr Ton).


    Thomann TS35
    Thomann TS35, Vollfilzschlägel, Vollfilz soft, Filzkugel, grau, Ø = 35mm, Alt- und Bassstabspiele, Schamanentrommeln, Tambourine, Becken bis Mezzoforte,…
    www.thomann.de

    Mal vom Spam abgesehen wird hier nach meiner Auffassung auch zu viel durcheinander gebracht. Erstmal damit angefangen, dass die Führhand für gewöhnlich die Hand ist, die auf der Hi-Hat oder dem Ride "führt". Unabhängig davon, welche Hand das nun ist (kann ja auch wechseln). Z.B. bei klassischen Achtel- oder Sechzehntel-Grooves oder einem Shuffle. Die "zweite" Hand ist dann nur für die Snare bzw. Backbeats und ggf. Ghostnotes zuständig. Die Führhand braucht also wesentlich mehr Ausdauer und oft auch eine ausgereiftere Spieltechnik. Das ist der Grund dafür, dass Rechtshänder Hi-Hat und Ride für gewöhnlich mit rechts spielen. Das ist die "Norm" an einem klassischen Aufbau mit klassischer Spielweise (Überkreuz).


    Abweichungen von dieser Norm können dann wie folgt aussehen:

    • Komplett Gespiegelter Aufbau für Linkshänder. Mit dem großen Nachteil der "Inkompatibilität" mit der verbreiteten Aufstellung. Wird der Aufbau dann nicht klassisch Überkreuz gespielt kommen die nächsten beiden Fallbeispiele ins Spiel (nur eben gespiegelt).
    • Klassischer Aufbau mit OHP nur auf der Hi-Hat (Hi-Hat mit links, Ride mit rechts). Mit dem großen Nachteil, dass alle Grooves quasi "doppelt" erlernt werden müssen und beide Hände alles gleich gut können müssen für gleichbleibende Ergebnisse.
    • Klassischer Aufbau mit OHP auf Hi-Hat und Ride (Ride steht bei der Hi-Hat). Nach meiner Auffassung die beste Alternative, auch für Linkshänder. Weil es nur eine Führhand geben muss.


    Bei Fill-Ins gibts nach meiner Auffassung keine Führhand. Da sollten sich die Handsätze eher nach guter Spielbarkeit des jeweiligen Patterns auf dem jeweiligen Aufbau richten.


    Anfänger, Fortgeschrittene und generell "durchschnittliche" Schlagzeuger:innen sind nach meiner Auffassung am besten damit beraten, sich auf eine Führhand bei Grooves festzulegen. Ob das dann mit Überkreuz oder OHP mit dem Ride bei der Hi-Hat stattfindet, ist die nächste Sache.


    Ein weiterer Punkt ist übrigens, dass die Füße i.d.R. auch ein Stück weit an die Hände gekoppelt sind. Beispielsweise fällt es grundsätzlich (im Normalfall) leichter, den rechten Fuß gleichzeitig mit der rechten Hand zu spielen und den linken gleichzeitig mit der linken. "Überkreuz" fällt besonders Anfängern schwerer.

    Mit dem Normalfall beziehe ich mich hier auf Rechtshänder, die auch Rechtsfüßer sind bzw. Linkshänder, die auch Linksfüßer sind. Das ist ein weiteres Argument für die klassische Überkreuz-Spielweise am klassischen Aufbau.


    Vom gespiegelten Aufbau halte ich aufgrund der Inkompatibilität gar nichts. Das ist für alle Beteiligten mitunter ziemlich ätzend, wenn man nicht gerade Ian Paice heißt. ;)

    Woran erkenne ich denn genau diesen Punkt? Denn mein Reso-Fell gibt eigentlich bis kurz bevor die Schrauben komplett locker sind immer noch eine Art "Klang" von sich... kann das evtl. jemand näher beschreiben?

    Mit höherer Spannung erzeugt das Fell beim Anschlagen einen Ton. Ein komplett ungespanntes Fell macht hingegen einfach nur "Platsch" beim Anschlagen. Vergleichbar damit, wie wenn du ein nicht aufgezogenes Fell anschlägst.


    Für den gesamten Stimmvorgang ist dieser Bereich aber gar nicht so wichtig. Es sei denn, du willst die Trommeln so tief wie möglich stimmen.


    Beim Zentrieren geht's nur darum, das Fell an die Gratung anzupassen und fürs Stimmen vorzubereiten.


    - Die Trommel bleibt bei den Schlägen auf das Fell ja sehr wahrscheinlich auf dem Teppich liegen, wird nicht angehoben und das Fell wird mittig angeschlagen?

    Auch das spielt fürs Ermitteln des stimmbaren Bereichs kaum eine Rolle. Wichtig ist das vor allem dann, wenn die Trommel beidseitig befellt ist und man nur ein Fell stimmen möchte, ohne dass das andere mit im Spiel ist. Dann muss man das gegenüberliegende Fell logischerweise abdämpfen - die Trommel also auf eine weiche Unterlage (z.B. Kissen) legen.

    Eieiei ...

    Einfach mal machen, wie man Bock drauf hat.

    Wo ist das Problem?

    LOL - ja, das sind wieder so Kommentare ... ich bin auch Autodidakt und hab fast ausnahmslos das gemacht, worauf ich Bock hatte.

    Die Frage ist aber halt, wie weit man damit kommt. Wenn man alles doppelt lernen muss bei gleicher Zeitinvestition nach einer Milchmädchenrechnung jedenfalls nur halb so weit. Wenn man mal jemanden spielen sieht und hört, weiß man dann bescheid ...


    Mich würde interessieren, wieviele Rechtshänder:innen ohne jegliches Vorwissen die HH mit rechts spielen würden.

    So ergings nämlich mir. Das Kit stand in der Bude, ich hatte keine Ahnung von nichts und die rechte Hand war "logischerweise" auf der Snare.

    Das ist sicher nachvollziehbar. Spätestens, wenn das Ride beim klassischen Aufbau dann mit ins Spiel kommt, sollten aber ein paar Fragezeichen aufploppen. Dann muss die Snare nämlich plötzlich mit links gespielt werden.


    Ich versuche in meinem Unterricht das meiste sehr locker anzugehen. Stelle aber immer wieder fest, wie wichtig mein Input am Ende doch ist. Weil halt sehr viel "falsch" gemacht wird, aus Unwissenheit heraus. Das beginnt schon bei der Stickhaltung.


    EDIT

    Und in Zeiten des Internets kann mir keiner erzählen, dass man sich nicht mal ein bisschen informiert und dann selbstständig sieht, wie weit über 90% der Schlagzeuger:innen ihr Set aufbauen und spielen.

    ????? Bei einem klassischen open- hand Player ist im Regelfall doch rechts die Führhand (!) (Sonst wäre er ja zudem Linkshänder). Der Witz Besteht doch gerade darin, mit der linken Hand HH und Ride zu spielen und trotzdem alle Fills im Regelfall mit rechts zu beginnen.

    Er meint, an einem klassischen Aufbau mit dem Ride rechts beim Floortom konsequent OHP zu spielen. D.h., den selben Groove auf der Hi-Hat mit der linken Hand und auf dem Ride mit der rechten. Snare auch jeweils mit der anderen Hand.


    So machts Simon Schröder (siehe letzter Post auf der letzten Seite). Und so wollen es ja hier auch andere machen, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Dass das mit nahezu doppeltem Übe-Aufwand verbunden ist scheinen die meisten aber halt zu vergessen.


    Ich habe überhaupt nichts gegen OHP mit dem Ride auf der linken Seite. Bin sogar der Meinung, dass es die beste Alternative für Linkshänder zum gespiegelten Aufbau ist. Aber doppelt lernen ist eben nur was für Freaks, wie schon gesagt. Dafür bin ich nicht mal Freak genug ;)

    Ich wollte anfänglich nur wissen, ob es hier leute gibt (oder jemand wen kennt) der sich die bass drum nach links und das hihat nach rechts schnallt, um OH zu „werden“.

    OK ... davon würde ich aus den genannten Gründen, die m.E. gegen einen gespiegelten Aufbau sprechen, abraten. Zumal du so zwar nicht mit den Händen aber mit den Füßen umlernen müsstest.


    Ja, genau das meine ich auch mit: man hat OH am Anfang ein schwereres Leben - langfristig zahlt sich das vielleicht aus. Mit einer Führungshand und Cross ist man schneller "am Start".

    "Vielleicht" zahlt es sich aus. Aus meiner Sicht nur unter der Voraussetzung, dass man nicht nur sehr schnell und effizient lernt und sich weiterentwickelt, sondern auch gewillt ist alle Grooves mitsamt des richtigen Feels doppelt zu lernen. Als ich mir z.B. den Rosanna-Shuffle mit allen Facetten drauf geschafft hatte, hätte ich keinen Bock drauf gehabt den auch noch zusätzlich gespiegelt zu üben.


    Mit anderen Worten: um da so flexibel sein zu können wie Simon Schröder und dabei noch sauber abzuliefern braucht man nicht nur ein besonderes Händchen dafür, sondern muss auch gewillt sein entsprechend noch mehr zu üben.


    Also aus meiner Sicht ist das nichts für den "Hausgebrauch". Eher nur was für Freaks.

    Und ich rede hier nicht von reinem OH-Spiel mit dem Ride bei der Hi-Hat, sondern dem ständigen Wechsel der Führhand.


    Also ... macht euch das Leben doch nicht unnötig schwer. ;)

    Nur mal kurz nachgefragt: Mal angenommen ich spiele alle Groove-Pattern auf der HiHat OHP, spiele aber alles andere mit Rechts als Führhand. Macht das jemand? Wäre so mein Ansatz.

    Der hier macht das (hab ich bisher auch nur bei dem gesehen):


    Simon Schröder Drums
    I´m a professional drummer based in Hanover Germany. On this channel I mostly cover songs that inspire me as a musician, but you can also find solos and live…
    www.youtube.com


    Der ist aber auch nicht "normal". ;)

    Ich finds interessant, wie einfache Fragen nicht beantwortet werden, sondern nur Neues aufreißen.

    Interessant finde ich eher, wie Antworten von erfahrenen Leuten einfach ignoriert werden.


    Also noch mal:

    Mein Rat aus Sicht des Schlagzeuglehrers ist, sich erstmal für eine führende Hand und einen Spielstil zu entscheiden. Nebenbei Rudiments durcharbeiten, um Spieltechnik und Gleichheit der Hände zu verbessern.

    Solltest du dann überproportional schnell Fortschritte machen (auch was Timing und Genauigkeit betrifft) kannst du immer noch die andere Hand als Führhand ausarbeiten und mit einbeziehen.

    Ansonsten halte ich das für kontraproduktiv.

    Ich vertrete die Meinung, dass man als "Normalsterblicher" besser damit fährt, sich auf eine führende Hand bzw. einen Spielstil festzulegen. Sonst legt man sich nur unnötig Steine in den Weg für das Erreichen höherer Spiellevels. Sogar die "Schwergewichte" und Superstars unter den Schlagzeugern waren bzw. sind in den meisten Fällen auf eine führende Hand und einen Spielstil festgelegt. Das betrifft ja z.B. auch Matched und Traditional Grip.


    Wegen des kürzlich erschienen Beato-Interviews mit Danny Carey: der ist vor ein paar Jahren auf eine Remote-HH umgestiegen, um seinen Aufbau ergonomischer zu gestalten. Nix mit OH.

    Simon Phillips als einer der bekanntesten OH-Spieler hat sein Ride auch schon immer links stehen, seit er OH spielt.


    Man muss sich das Leben doch nicht unnötig schwer machen. ;)


    Ich hatte hier an anderer Stelle schon mal den Vergleich mit anderen Instrumenten angestellt. Bei Bass und Gitarre kommt auch keiner auf die Idee, die zwischendurch anders herum zu halten. Bei Klavier und Keyboard z.B. gar kein Thema. Da sind links immer die tiefen Töne und rechts die hohen.

    Ist mit OH wirklich nur gemeint, dass man an einem standard kit mit links die HH spielt, oder fällt unter OH auch rein, wenn man eine Remote HH rechts anbringt?

    OH meint wirklich nur, die Führhand auf der Hi-Hat an einem Standard-Aufbau zu wechseln. Nicht, den Aufbau mit technischen Hilfsmitteln anzupassen.

    Wobei konsequentes OH-Spiel dann einschließt, das Ride auch nach links zu stellen.


    Ich habe kürzlich einen privaten Schüler (9 J.) dazu bekommen, der nach aktueller Kenntnis wohl Linkshänder ist. Habe dann schon in der Probestunde die Problematik mit gespiegeltem Aufbau beim Elternteil angesprochen. Ende letztes Jahr war ich bei einer Session, wo inkl. mir drei Schlagzeuger gespielt hatten. Ich hatte mich an dem Abend ums Schlagzeug gekümmert und konnte noch durchboxen, dass die Kapelle des Linkshänders mit gespiegeltem Aufbau zum Schluss spielt. Allein dieser Umbau war mit Mikrofonierung schon ätzend. Dieser Umstand spricht aus meiner Sicht wirklich sehr gegen gespiegelte Aufbauten. Ob der betreffende Schüler bei mir dann mit Überkreuz oder OH anfängt, muss ich in den kommenden Stunden erst noch erörtern.


    Für mich einfache und langsame Sachen kann ich auch OH spielen. Aber mein mittlerweile recht spezielles Feel und meinen Groove, besonders auch bei triolischen Sachen, kriege ich nur mit rechter Führhand hin. Und nachdem ich mich nun, neben Musikmachen, Mixing+Mastering und Unterrichten, auch mit anderen Instrumenten befasse, betrachte ich das weitere Vertiefen von OH für mich als sinnfrei. Meine spezielle Spielhaltung, bei der ich die Sticks beim Spielen auf der Hi-Hat trotz klassischer Haltung nicht überkreuze, erlaubt es mir sowieso für Backbeats über das Höhenniveau des rechten Sticks auszuholen. D.h., ich bin durch die klassische Haltung da nicht eingeschränkt (und habe auch keine Rückenprobleme oder so deswegen ...).


    Um die beiden Hände (und ggf. Füße) besser aneinander anzugleichen bzw. die schwächere Seite zu trainieren, halte ich Rudiments für am besten geeignet. Vor allem durch das Durchspielen von "Stick Control" konnte ich da für mich noch ein paar Quäntchen rausholen.

    Hab das Interview eben geschaut. Hat richtig Spaß gemacht. Da ist mir buchstäblich ein Licht aufgegangen (nicht nur was das Fachliche bzw. den Inhalt betrifft).

    Ich hatte den Vergleich von Oktava MK-012 (Niere) und Rode M5 (nicht NT-5) als Overheads im Vergleich in der Zwischenzeit übrigens gemacht. Die M5 haben zwar auch 'ne leichte Höhenbetonung, klingen aber auch insgesamt deutlich dünner als die MK-012. Die Becken klingen bei den M5 sogar klarer und differenzierter (bzw. definitiv heller), aber klingen insgesamt nicht so schön / tendenziell nervig. Wenn ich die MK-012 untenrum mit 'nem Shelf leicht ausdünne, weil's mir da zu viel mumpft (da drücken die Trommelmikros bei mir schon genug), klingen die Becken bei denen immer noch "geschmeidig".


    In dem Zusammenhang habe ich noch mal einen Direktvergleich von MK-012 und Neumann KM184 als Overheads rausgesucht (von Oliver_Stein ). Die KM184 haben ja, im Gegensatz zu den alten KM84i, auch 'ne leichte Höhenbetonung. Berücksichtigt man das, klingen diese beiden Mikros sogar recht ähnlich. Wobei Neumann halt noch mal insgesamt "besser" klingt. Weichere Höhen, natürlichere Mitten usw. ...


    Im Preissegment der M5 sind die aber definitiv eine gute Wahl.


    Overheads für die meisten Anwendungen im Hobbybereich die meist in eher kleinen Geschlossen Räumlichkeiten, meist auch klanglich ungünstigen

    Räumlichkeiten stattfinden, nicht selten eher Kontraproduktiv.

    Definitiv sind Overheads als Hauptmikros, ohne dass Stützmikros eine besondere Rolle spielen (Bassdrum ausgenommen), in kleinen und niedrigen Räumen problematisch. Kontraproduktiv ist das gerade im Hobbybereich aber ganz sicher nicht. Denn immer noch besser als gar keine Aufnahme. Auch mit größerem Budget muss man es halt erstmal schaffen aus deutlich mehr Mikros was vernünftiges zu Mixen.


    Mich würde echt mal 'ne Aufnahme von dir interessieren, wo du ein Schlagzeug nur mit Close-Mics aufnimmst. Mal davon abgesehen, dass Becken aus nächster Nähe immer scharf klingen, braucht man für Aufnahmen noch Mikros für den Gesamteindruck vom Set. Die wirken dann wie Kleber. Können ja auch Raummikros sein. Aber nur mit Close-Mics wirds nicht nur heftig zerpflückt und unnatürlich, sondern bei den Becken auch sehr scharf und direkt.


    Ich forme meinen Schlagzeugmix noch ein gutes Stück über die gesamte Summe, welche alle Tracks inkl. parallelen Receive-Tracks umfasst. Und zwar ganz bewusst, um die vielen Einzelspuren wieder zusammenzufügen. Man nimmt das Schlagzeug mit Einzelmikrofonierung sowieso schon auseinander.

    Auch einen Bandmix kriegt man aufgeräumter, wenn man alle Schlagzeugspuren am Ende in ihrer Gesamtheit komprimiert und EQed.

    Als Hauptmikrofone für Lead oder Solo-Instrumente würde ich die MK-012 auch nicht unbedingt benutzen. Ein Vorteil dieser Mikros ist m.E. ja gerade, dass sie so erdig, unaufdringlich und hintergründig klingen und viel "verzeihen". Weil ich die Trommelspuren derzeit sehr nach vorn mische und die Overheads schon eher nur noch für die Becken und das "Gesamtbild" vom Set nutze, passen die MK-012 da ganz gut bei mir ins Konzept. Aber als Hauptmikrofone für eine Akustik-Gitarre, welche das einzige oder das Lead-Instrument ist, würde ich die MK-012 eher nicht benutzen.


    KM84i oder KM184 klingen natürlich noch mal deutlich natürlicher. Die Königsklasse ist allerdings Schoeps CMC-64, vor allem auch was die Natürlichkeit angeht. Die würde ich aber wiederum eher nicht für Overheads benutzen, schon gar nicht im Bandkontext.


    Für die ersten Gehversuche beim Recording werden die M5 aber ganz sicher ausreichen. Ich hatte damals mit t.bone SC-140 angefangen. DIE haben wirklich China-Höhen.

    Weil ich Oktava MK-012 als Overheads nutze und die Rode M5 ja auch da habe, werde ich bei Gelegenheit mal einen Vergleich der beiden Mikros als Overheads machen.

    Interessiert mich sowieso schon länger. Die MK-012 spielen natürlich in einer anderen Klasse als die M5. M.E. in der Preisklasse und abseits von Neumann (KM84 / KM184) so mit das beste und natürlichste, was man kriegen kann. Leider sind die ja hierzulande nicht mehr verfügbar (Oktava ist 'n russischer Hersteller ...). Bin insofern froh, noch ein Paar abgestaubt zu haben.


    Man darf beim Mikrofonieren von Becken aber nicht vergessen, dass auch besser klingende Mikros schnell mal harsch klingen können. Z.T. auch an "weich" klingenden Becken. Eine sehr große Rolle spielt die Position und Ausrichtung der Mikros. Als Faustregel könnte man definieren: je näher das Mikro am Becken ist und je deutlicher es auf die Mitte ausgerichtet ist, desto harscher und schärfer klingts. Je weiter weg und je weiter weg vom Mittelpunkt es ausgerichtet ist, desto weicher. Das gilt auch insbesondere für Nierencharakteristik, weil die Höhendarstellung On-Axis am ausgeprägtesten ist und auch besonders noch mal für Kleinmembran-Kondensator Mikros, weil die die Transienten sehr "zackig" abbilden.


    Nachdem ich die M5 ja nun als Stützmikros an Hi-Hat und Ride nutze, kann ich aber sagen, dass es definitiv schlimmeres als diese Mikros gibt. In der Preisklasse sowieso. So harsch und unangenehm finde ich die nicht.

    M_tree meinte auch mal das er 14 Mic's im Einsatz hat, also vermutlich 2 t.bones am Tom (oben/unten)?

    Ich denke: nein, das sind nur die Mics von oben. m_tree kann das bestimmt aufklären hier...

    Ja, Toms nehme ich nur von oben ab. Ohne Side-Snare nehme ich z.Z. mit 12 Mikros auf:

    - Bassdrum innen + außen

    - Snare oben + unten

    - Overheads (Stereo)

    - Hi-Hat + Ride

    - vier Toms


    Raummikros lohnen sich bei mir derzeit nicht. Für Aufnahmen find ich zusätzlich Snare unten (Teppich) und Bassdrum außen ganz gut, dadurch werden sie fetter und auch etwas natürlicher. Bei der Snare kommen Ghostnotes so auch besser durch. Diese Spuren misch ich aber nur leicht dazu (Snare-Teppich mit Phasendreher). Hi-Hat und Ride sind auch nur Stützmikros, die ich untenrum stark ausdünne und mit Automation gezielt leise dazu mische. Die Toms mach ich mittlerweile mit Automation komplett aus, wenn sie nicht gespielt werden bzw. gate ich sie neuerdings wieder. Letzteres funktioniert aber nur zuverlässig, wenn ich die Snare auf den Toms mit Side-Chains und Duck-Gates vor den Gates zähme. Sonst machen die Gates bei lauten Snare-Schlägen manchmal auf (oder es gehen leise Anschläge verloren). Man kann die Tom-Mikros natürlich auch extrem nah ans Fell bringen, um mehr Nutzsignal zu kriegen, aber das klingt dann eben auch ... anders (um's mal neutral zu formulieren).

    Obwohl meine Overheads nach längerem Experimentieren mein Set derzeit sehr ausgewogen einfangen, stütze ich das China-Becken mit einer Kopie der 16er Floortom-Spur mit Automation.


    Ohne weiter auf die Details einzugehen, kann ich in diesem Zusammenhang dani808 beipflichten. Du tust dir selbst einen Gefallen, wenn du erstmal auf Tom-Mikros verzichtest. Allein mit der Overhead-Aufstellung und einem grundsätzlichen Mixdown der vier Spuren (OHs, BD, Snare) wirst du schon erstmal genug zu tun haben.

    Je mehr man komprimiert und Höhen anhebt, desto mehr (Becken-)Bleed holt man auch hoch. Besonders Tom-Spuren sollte man dann wirklich ausblenden, wenn sie nicht angespielt werden. Mit Gates funktioniert das aber nur teilweise zuverlässig (entweder es verschwinden sehr leise Anschläge oder die Gates machen z.B. auch bei Snare-Anschlägen auf). Bei Rammstein (Rossi Roßberg ist da Drumtech) habe ich mal gesehen, dass live zusätzlich Trigger an den Toms benutzt werden, um die Gates anzusteuern.


    Gegen MD421 habe ich übrigens nichts. Das sind wunderbare Mikros, die immer noch ihre Daseinsberechtigung haben. Und klingen an Toms auch sehr gut. Wenn die in Tonstudios sowieso vorhanden sind, dann klar -> go for it. Aber extra MD421 für Homerecording von Toms zu kaufen halte ich für völligen Overkill. Dann eher e604 (klingen ähnlich) oder eben günstigere Alternativen.

    Die MB85 Beta sind eigentlich Gesangsmikros. Klingen den MD421 oder auch e604 ähnlicher als SM57, welche ich persönlich nicht gern für Toms benutze. An der Snare find ich SM57 dagegen prima. Ist ja auch Geschmackssache.


    Von den t.bone Schlagzeugmikros halte ich dagegen nicht viel. Um die würde ich einen Bogen machen.

    Du stehst also auf Mikrofone mit Nieren-Charakteristik 😅👍 war das t.bone ernstgemeint? 😅

    Niere ist einfach die populärste und verbreitetste Richtcharakteristik und beim Schlagzeug sowohl für die Nahmikrofonierung als auch die Overheads gut geeignet.

    Die genannten t.bones benutz ich z.Z. selbst an Toms, ja. Aktuelle Hörbeispiele in meiner Hörzone. ;)

    Ich mag z.B. die Sennheiser MD421an den Toms gerne.

    Macht mit vier Toms bei Neukauf knapp 1.600€. Ich wette mit dir, dass du im Endprodukt keinen Unterschied zu den 1/10 so teuren MB85 Beta hörst.


    Nur weil MD421 an Toms in großen Tonstudios wegen ihrer Verfügbarkeit so populär geworden sind, heißt das nicht, dass man die klobrigen und zugleich empfindlichen Mikros auch unbedingt an Toms benutzen muss. Das machen vor allem Leute, die viel Wert auf Schein und weniger auf Sein legen.