Es geht also nach dem Zentrieren gar nicht darum, das Fell auf einen bestimmten Punkt herunter zu stimmen... ich könnte im Prinzip auch alle Schrauben gleichmäßig soweit herausdrehen, bis sie ganz locker sind, um dann wieder von ganz vorne mit dem Stimmen zu beginnen. Und die 1/4-Umdrehungen werden in der DTB nur deshalb vorgeschlagen, um das Fell nach dem Zentrieren wieder gleichmäßig zu entspannen...
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Das komplette Entspannen des Fells nach dem Zentrieren hat nur den Hintergrund, dass man laut DTB immer nur "nach oben" stimmen sollte. D.h., im Stimmprozess immer nur nach rechts drehen, nie nach links. Mit einem entspannten Fell mit dem Hochstimmen zu beginnen hat also den Vorteil, dass man den vollen Stimmumfang der Trommel hat. Weiß man aber von vorn herein, dass man sowieso eher hoch stimmt, kann man sich das sparen.
Bei hoch gestimmten Trommeln wie der Snare und gutem "Harmonieren" des jeweiligen Fells mit der Gratung kann man sich das Zentrieren in dem Umfang auch komplett sparen. Es reicht dann, fürs Zentrieren ein paar mal in die Mitte des gleichmäßig gespannten Fells zu drücken. Bei tiefer gestimmten Trommeln bzw. geringerer Fellspannung (Bassdrum und Toms) ist das Zentrieren wichtiger.
Sehr wichtig ist generell, und besonders beim ersten Aufziehen / Anspannen / Zentrieren, gleichmäßig anzuziehen. Ich empfehle daher, dafür zwei Stimmschlüssel gegenüberliegend zu nutzen. Nur das Finetuning mit einem Stimmschlüssel machen. Fürs Finetuning bzw. und Abklopfen an den Spannschrauben empfehle ich übrigens einen Filzschlägel (weniger Attack / Anschlag, mehr Ton).