Beiträge von m_tree

    Ich rate dir von den MCE 530 ab. Für Live (Becken) sind die prima, aber wenn das ganze Set inklusive Toms rund und "fett" klingend aufgenommen werden soll, gibts bessere. Rode NT5 z.B. ... übrigens hier ein ganz netter Test:


    http://www.thomann.de/de/prod_…leinmembran-mikrofone.pdf


    Das Shure Beta 52a ist glaub ich eines der neutralsten der "populären" BD Mikros. Auf jeden Fall weniger vordefiniert als e902 oder D112 ... das e902 bringt nen relativ flatschigen, schmatzigen Sound - der Kick kommt da ohne EQ schon sehr kräftig durch.

    Oder einfach hochwertiges Gaffa kaufen, das hinterlässt nämlich keine Rückstände und lässt sich auch besser handhaben. Und klebt wahrscheinlich besser als die Kreppband Kombi.


    Ich würd die Decke durch ein kleines Kissen oder Schaumstoff ersetzen.
    Wenn es Schaumstoff wird, kann ich doppelseitiges Klebeband empfehlen. Hab ich bisher in 3 Bassdrums so gemacht, hält gut und geht auch gut wieder ab.

    Ich würde folgendem am meisten Beachtung schenken:


    • Die Musiker jeder Band sollten sich annähernd kreisförmig aufstellen können (also nicht 3 in einer Ecke und der andere an einer Wand)
    • PA und Sänger sollten sich gegenüberstehen, Feedback und sonstige akustischen Probleme sollten umgangen werden
    • für jeden muss eine günstige Hörposition gegeben sein, wo er jeden seiner Band gut hören kann


    Die Aufstellung nur anhand des Schlagzeugsounds festzumachen ist im Studio sinnvoll, sonst aber viel zu trivial und umständlich.


    Am besten macht ihr nen zweidimensionalen Plan vom Raum und überlegt gut, was wie Sinn macht. Dämpfen ist da sinnvoll, wo Erstreflektionen entstehen. Am wichtigsten ists hinter den Schlagzeugen und an der Wand, wo das Gesangsmikro hinzeigt. Wenn da großzügig und effektiv gedämpft wird, habt ihr schon nen weitaus besseren und kontrollierteren Sound.


    Der obere und untere halbe Meter an den Wänden können beim Dämpfen vernachlässigt werden. Höhenreflexionen verhalten sich wie Billardkugeln, die an die Bande prallen. Ist deine Snare in 1m Höhe und dein Ohr in 1,5m Höhe, macht es Sinn an der Wand in 1,25m Höhe zu dämpfen, wenn der Weg von der Snare und deinem Ohr zur Wand gleich ist.


    EDIT
    Das die Bassdrum in einer Ecke intensiver durchkommt ist richtig. Aber wenn die Bassdrum wirklich zu leise sein sollte kann man ja auch einfach etwas Dämpfung rausnehmen und sonstige, ähnliche Maßnahmen ergreifen. ;)

    Musikalische Proben haben genauso viel mit Auftritten zu tun wie technische. Lautstärke hat - gerade beim Drumming - mit Spielgefühl und der Musik an sich zu tun, was man dabei fühlt etc. ... wenn das bei den Proben was völlig anderes als auf der Bühne ist, ist man schlecht vorbereitet. Dann ist man auf der Bühne als Band nicht "sich selbst", weil man sich in Gefilde begibt, die man nicht gewöhnt ist.


    Leise spielen und proben können ist auf jeden Fall wichtig. Musste ich in einigen Konstellationen machen und das bereue ich nicht. Allerdings waren das großteils Projekte, die ich mehr als Job angesehen hab. Da hat mir das nichts ausgemacht.


    In einer meiner aktuellen Bands fahren wir während den Proben teilweise extreme Dynamik. Ab und zu bretter ich total rein, ab und zu spiel ich so leise, dass man sich im 37m² großen Proberaum locker mit normaler Stimmlage unterhalten kann - um es mal von meinem Standpunkt aus zu betrachten. Dynamik ist eine Komponente in der Musik, die heutzutage leider immer mehr vernachlässigt bzw. vom Loudness War verdrängt wird. Dynamisches Spiel ist in jeder Musikrichtung (mehr oder weniger) wichtig - für jeden Musiker. Fährt man eine zwanghaft geringe Probelautstärke, verbaut man sich die Möglichkeit eines dynamischen Spiels mehr oder weniger.


    Das sind imho zwei triftige Gründe, in der Lautstärke zu proben, die zu den Gigs und zur Musik passt.

    Faktisch kann man das Problem lösen, in dem man den Proberaum und euer Equipment verändert. Proberaum dämpfen, ggf. Positionen verändern, ggf. andere bzw. richtige Gesangsanlage kaufen.


    Das ist machbar, wenn deine Bandkollegen da mitziehen. Im Proberaum und bei leisen Gigs gibt der Drummer meistens vor, wie laut am Ende das Zusammenspiel ist. Schlagzeug ist einfach laut und muss "normal" (nicht gestreichelt) gespielt werden, um nen guten Sound und Dynamik zu kriegen. Übrigens ist das bei vielen Gitarrenamps nicht anders. Die klingen erst richtig, wenn sie laut sind. Außerdem sollten gerade E-Gitarristen so oft wie möglich mit aufgerüsselten Amps spielen, um ein Gefühl für die Sache zu kriegen.


    Du musst das den Bandleuten klar machen. Wenn sie das nicht fressen, wirst du aussteigen müssen. Ich kenne auch solche Leute bzw. Bands, in denen der Schlagzeuger nettes Beiwerk bzw. völlig austauschbar sein muss. Wenn dem so ist, kann man die ganze Band meistens über den Haufen werfen, weil sie nicht weiß, wie wichtig ein guter Schlagzeuger eigentlich ist.
    Man muss dazu sagen, dass das natürlich stilabhängig ist. Jazz und ähnliches ist ein anderes Thema. Aber wenn es um stink normales top40 Cover geht und ihr damit nicht vorrangig kleine Kneipen- oder Kirchengigs (wo Rhods wirklich angebracht wären), sondern eher größere Saal und Open Air Geschichten spielen wollt, ist eure Herangehensweise grundlegend falsch. Man probt so, wie man am Ende auch auf der Bühne spielen will.


    Es gibt aber auch das andere Extrem. Wenn der Proberaum groß ist und gut klingt und man sich einig ist, dass man das auch mit entsprechender Lautstärke ausnutzen will, kann es passieren, dass man zu laut ist. Hatte es ab und zu, dass ich mich selbst beim Proben nicht mehr richtig hörte (Ghostnotes, Ride und sogar Bassdrum gingen immer mehr unter) und gleichzeitig immer mehr reinbretterte. Auch das ist natürlich nicht der richtige Weg. Ein passendes Mittelmaß muss her - immer.


    Wenn du deinen Bandleuten klargemacht hast, dass ihr lauter proben müsst, wäre ein Plan (Größe, Positionen) vom Proberaum und die Beschaffenheit der Wände, Decke, Fußboden sowie weiteres Zeug, was drin steht und ne Angabe übers verwendete Gesangs Equipment ganz nett. Man kann sicher was machen, um einen besseren Proberaumsound und mehr Lautstärkereserven rauszuholen.


    Edith meint, wenn die andere Band im selben Raum richtig Krach macht, wird der Sound bei denen rein theoretisch auf jeden Fall weniger klar als bei euch sein. Mehr Lautstärke (ab einem gewissen Level) geht bei sonst gleichen Bedingungen immer mit einem unpräziseren, weniger klaren Sound einher. Das ist auch der Grund, warum viele Nicht-Schlagzeuger, die kein Gefühl für Rockmusik haben (und trotzdem welche versuchen zu machen :whistling: ) sagen, man müsste so leise wie möglich spielen, ungeachtet jeglicher physikalischer und menschlicher Grundvoraussetzungen eines armen Mitmusikers am Drumset.


    Wenn die andere Band bei höherer Lautstärke trotzdem gut klarkommt, sind sie wahrscheinlich mit einem verwascheneren Sound zufrieden. Höchstwahrscheinlich spielen aber auch noch andere Faktoren eine Rolle: Andere/r Sänger/in (lauter), anderes Gesangsmikro, andere EQ Einstellungen am Pult, andere Gitarrenamps, anderes Schlagzeug, andere Position des anderen Schlagzeugs und der anderen Amps usw. ...

    Spiele auch fast nur noch ProMark 5A, Holzkopf und lackiert.


    Kenne es gut, dass der Kopf nach und nach immer dünner wird und seine Form verliert, weil immer mehr absplittert. Mich nervt das dann insofern, dass sich der Sound und der Rebound, v.a. aufm Ride und auf der Snare, ins Negative verändern.
    Die Stickkiller sind bei mir aber meistens alles, was mit dem Schaft angeschlagen wird. V.a. Rimshots, aber auch Hi-Hat und Crashes.


    Man muss den teuren Sticks zu Gute halten, dass sie neben nem meistens ausgewogenerem Spielgefühl auch ne bessere Haltbarkeit bieten. Hatte mir mal nen Packen Billigsticks gekauft ... kein Hickory, viel zu leicht, kein schönes Spielgefühl. Verschleiß teilweise extrem, einmal ist mir ein frischer Stick nach 5 Minuten einfach entzwei gebrochen (ohne groß auszufransen).


    Aber auch von billigen Hickory Sticks kenn ich das, dass die etwas schneller verschleißen und sich nicht so schön spielen.


    Das größere "Problem" bei Nylonköpfen ist eher der Sound, der sich dadurch verändert. Der Verschleiß an Becken/Fellen ist natürlich geringfügig höher .. aber das sind glaub ich Peanuts.

    Genau das hab ich schonmal gemacht. In Eigenregie aufgenommen, von nem Toningenieur abmischen lassen. Hab mich sowohl mit dem Tonmenschen im Vorhinein etwas beraten, als auch selbst belesen etc. ... wobei ich die Aufnahme komplett koordiniert hab.


    In dem Fall ist es schon sinnig mit der standard Methode aufzunehmen, da geb ich dir Recht. Wir habens nicht anders gemacht. Da ich davon ausgehe, dass du ein 8-kanaliges Interface hast, empfehle ich dringend, die 8 Kanäle auch auszunutzen. D.h.: Bei 3 Toms Hi-Hat Einzelabnahme, bei 2 Toms zusätzlich Snarereso. Wenn du noch mehr Kanäle hast, sollten auch noch mehr Mikrofone ran, damit der Tonmensch flexibler mischen kann. Bassdrum doppelt abnehmen, Ride zusätzlich, ggf. Raummikro ...


    Wenn ihr ne Aufnahmesession für ein paar Tage macht, der Mix / das Mastering was kostet und die Demos euch richtig vorwärts bringen sollen, du danach aber kaum Verwendung für MIkrofone finden wirst, wäre auch meine Empfehlung welche auszuleihen. Für unsere Schlagzeugaufnahmen hatten wir kein einziges Mikro gekauft. Klingt übrigens so: http://soundcloud.com/m_tree/beat-the-phobia-help-you-out


    Es gibt ein paar nette Tutorials im Internet, die du dir in dem Zuge reinziehen kannst, z.B.:


    http://de.wikibooks.org/wiki/D…ahme_.28Drum-Recording.29


    http://www.youtube.com/watch?v=UHpk3PIXjJ0
    http://www.youtube.com/watch?v=hkpeyCYB8fA&feature=relmfu

    Dass das D112 manchen so missfällt liegt an der Färbung bzw. dem Frequenzgang, die/der jede Bassdrum immer ähnlich klingen lässt. Es ist immer klar, dass man es mit dem D112 zu tun hat. Für Live ist das ne nette Sache, wenn nicht mehr am EQ geregelt werden muss und trotzdem nen schönen Druck + Kick hat, beim Recording stört es u.U. nur.


    Das BD300 ist neutraler und bringt trotzdem alle nötigen Bässe rüber. Für weniger als ein Drittel des Preises nicht schlecht ;)


    Meiner Meinung nach sollte die Hi-Hat und ggf. das Ride Becken auch noch mit separat abgenommen werden, wenn die Toms einzeln abgenommen werden. Die Snare dann zusätzlich unten abzunehmen kann auch nicht schaden .. etc. pp. .. da man das immer so weiterführen kann, macht sich ein Kompromiss nicht schlecht:


    Es ist stilabhängig und eine Geschmacksfrage. Aber ich würde selbst für die Demo Aufnahmen Recorderman empfehlen. Damit gehts auch zur Not ohne zusätzliches SM57. Der Vorteil ist, dass das Budget dann für zwei ordentliche Overheads ausreicht. Die geben auch bei einzelnen Trommelmikros das Gesamtstereobild wieder und müssen die Becken vollständig wiedergeben. Wenn die sch.. klingen, klingts insgesamt bescheiden. Mit Recorderman und zwei guten Overheads hast du die Chance, einen guten und natürlichen Schlagzeugsound ohne aufwändige Verschönerungen hinzukriegen.


    Falls du die Aufnahme sowieso vorher am Pult mixen müsstest, weil du nur die Stereosumme aufnehmen kannst, würde ich auf jeden Fall zu Recorderman raten. Wenn du am Pult mixt, hast du nur den EQ und auch da nur sehr beschränkte Möglichkeiten, nachzubearbeiten.

    Live ist man mehr auf die einzelnen Trommelmikros angewiesen und braucht auch nicht unbedingt einen so präzisen Stereosound. Oftmals müssen nur bzw. hauptsächlich die Trommeln verstärkt werden, weil die Bleche in kleineren Räumen sowieso zu sehr scheppern. Bei größeren Gigs und Outdoor ist das dann evtl. wieder was anderes. Mehr weiß ich aber auch nicht dazu - weitere qualifiziertere Antworten würden auch mich interessieren ;)


    Ich grübel gerade nach, ob es sich lohnt von einem Rode NT5 matched Pair auf die t.bone SC-450 umzusatteln? Ersparnis gute 100€. 1" statt 1/2" Membran. Beim SC450 leichte Tiefmittenschwäche, etwas Präsenz. Beim NT5 linearer Verlauf.

    Ich habs mir anderes Überlegt, ich bleib vorerst mal bei dem voll Akustischen Drum ;)


    Wie ist das denn zu verstehen?


    Folgendes wäre eine sparsame, relativ gut klingende Möglichkeit aufzunehmen:


    http://www.thomann.de/de/the_t…c140_stereoset_bundle.htm
    http://www.thomann.de/de/the_tbone_bd300.htm
    http://www.thomann.de/de/alesis_multimix_8_usb_fx.htm
    plus Stative und Kabel: ca. 360€


    Das ganze stellst du dann nach der Recorderman Methode auf: Glyn Johns Magic ?!? SOUNDTEST
    Das wäre die günstigste Methode, dein Set in brauchbarer Stereo-Qualität aufzunehmen.


    Nachteil: Musst den Kram vorher mit dem Mixer abmischen, kannst also nicht getrennt auf dem Rechner nachbearbeiten. Interfaces, die mehr als 2 Mikro Eingänge bieten und diese auch getrennt ausgeben können, kosten um die 400€ aufwärts. Allerdings kann man mit der Kombination eines kleineren Interfaces (2 Mikro- plus 2 Line-Eingänge) und nem zusätzlichen Kleinmixer auch für um die 250-300€ (exklusive Mikrofone) max. 4 getrennte Mikrofonsignale aufnehmen.


    Wenn es noch günstiger sein soll, macht nur noch ein Handyrecorder Sinn.


    ... nur um kurz klarzustellen, um was es preislich eigentlich so geht. ;)

    Ich denke, guter Unterricht ist vor allem am Anfang wirklich wichtig. Hat man dann gelernt, wie man effizient übt, wie man sich selbst einschätzen kann und wie man alle grundlegenden Stolperfallen, die es so gibt, umgeht, ist es leichter, allein weiter zu machen. Da ist nur die Frage, inwieweit der eigene Antrieb dafür ausreicht (manche müssen etwas vorgekaut bekommen, um am Ball zu bleiben) und was man selbst für sich anstrebt. Strebt man sehr hohe Ziele an und bekommt von diversen Leuten gesagt, dass man das Zeug dazu hat, tut man wahrscheinlich besser daran, sich mit gutem Unterricht - sei es bei einem neuen, prominenteren Lehrer - weiterzubilden.


    Ich muss sagen, dass sich mein Bild von Unterricht im Verlauf des Threads etwas geändert hat. Und ich hatte noch nie wirklich guten Unterricht (Unterricht generell hatte ich das letzte mal als 8-jähriger Stift), das ist richtig. Aus dem Grund kann ich mir momentan garnicht vorstellen, wie es wäre, Unterricht zu nehmen. Ich habe vor, nochmal Unterricht zu nehmen (wie ich bereits einige Beiträge früher schrieb), zunächst um mir erstmal grundlegendes Feedback zu holen und zu klären, wie ich am besten weiter machen kann, welche Aktivitäten wann und wo sinnvoll sind etc. und vor allem einfach mal zu erfahren, wie guter Unterricht funktioniert und was es mir persönlich bringt bzw. bringen kann.


    Das wichtigste ist denke ich folgendes: Man muss vom Schlagzeugspielen zu 100% überzeugt sein, ein Gefühl für Musik haben und etwas damit erreichen wollen (egal, ob es top40 Cover oder Studiodrummer für größere Acts und Schlagzeuglehrer ist). Wenn das nicht vorhanden oder sehr wenig ausgeprägt ist, bringt auch der beste Unterricht nichts. Ist es aber in gesundem Maße vorhanden, wird man sowohl mit Unterricht als auch als Autodidakt etwas erreichen - mit Unterricht geht es allerdings einfacher und schneller. U.U. ist die Diskrepanz dann so groß, dass man gewisse Ziele, die man mit Unterricht hätte erreichen können, ohne Unterricht an den Nagel hängen kann, weil es einfach nicht schnell genug geht - Stichwort Brötchen verdienen und Zeit zum Üben.


    Wenn man selbst professionell werden will, sollte man meiner Meinung nach nach Möglichkeit eine gewisse Zeit von einem Vollprofi instruiert worden sein und Feedback empfangen haben.

    Zitat von scotty

    Das macht ja eigentlich jeder bis zu einem gewissen Grad, aber wenn das in Aussagen gipfelt wie "eine Stunde üben ist effektiver als fünf Stunden", dann wird es ein wenig absurd. Schlagzeugspiel ist so facettenreich, dass man ohne Probleme jeden Tag 10 Stunden verschiedene Sachen üben kann, ohne sich geistig abzunutzen.


    Aha .. und weils so viel Spaß macht könnte man ja auch jeden Tag 10 Stunden vögeln, nich? Irgendwie scheinst du nicht verstanden zu haben, was ich meinte.


    Buddy
    Du weißt, wie ich das meinte. Rudiments sind für mich Paradiddles, Flams, Doublestrokes auf Übungspads. Dass alles weitere darauf aufbaut ist logisch, aber das bezeichnet dann keiner mehr als Rudiments.


    Im Grunde wollte ich einfach mal darstellen, dass es auch andere Wege gibt als Unterricht zu nehmen und dann stur mit Rudiments einzusteigen. Ich muss ehrlich sagen, ich kenne einige Drummer, die diesen klassischen Weg gewählt haben, und mich überhaupt nicht vom Hocker reißen. Wenige, die was draus gemacht haben und ein paar, die - wie ich - autodidaktisch das spielen und üben, was sie begeistert und was sie können wollen. Dazu zählen allerdings keine Rudiments.


    Ich sehe es oft, dass Leute auf dem "richtigen" Weg mit Unterricht und Rudiments nicht lernen, um was es beim Drumming eigentlich geht. Nämlich Groove, viiieeel Feingefühl, Musikalität und Band/Songdienlichkeit.
    Wenn man den richtigen Mittelweg findet, wäre das natürlich das Optimum, weil man dann eine perfekte Technik mit den anderen genannten Sachen kombinieren kann. Aber das gelingt den wenigsten. Und nur die sind dann auch richtig gut.

    Jaja. Mit nem guten Lehrer hätte ich es auch viel einfacher gehabt und wäre jetzt besser. Natürlich.


    Rudiments sind zum Erlernen der Grundlagen da, alles andere baut darauf auf. Es geht um Technik und Unabhängigkeitstraining. Ab einer gewissen Stelle bringens Rudiments aber einfach nicht mehr, weil sie einfach nicht das darstellen, worum es beim Drumming eigentlich geht: Groove, ausgeprägte Rhythmik, schöne Fills, Geschwindigkeit etc. ... und natürlich songdienliches, entspanntes Spielen.


    Mit Rudiments lernt man nicht, sich durch das Schlagzeug auszudrücken, seinen Stil zu finden. Es geht - wie schon gesagt - nur um Grundlagen: Technik und Unabhängigkeit.


    Durch Rudiments wären die großen Drummer alle nicht zu dem geworden, was sie sind. Durch Rudiments wären sie allenfalls alle irgendwann auf dem gleichen Level stehen geblieben und würdn sich nicht unterscheiden.

    Nimm einen Stimmschlüssel und setz dich in Ruhe mit der Maschine irgendwo hin. Wenn du selbst rausfindest, wo das Problem liegt, lernst du mehr, als wenn du dir alles vorkauen lässt.


    Wird ja wohl nicht so schwer sein, das Zusammenspiel ner Welle, ner Feder, nem Pedal, nem Beater und ein paar Schräubchen zu checken? :whistling:

    Üben ist nicht gleich üben. Wer jeden Tag 5 Stunden übt, lernt am Ende wahrscheinlich nur halb so effektiv wie der, der eine Stunde übt. Man kann das Übungspensum nicht einfach in Zahlen ausdrücken. Irgendwann ist mal die Luft raus .. irgendwann muss man was anderes machen und sehen, um nicht auf der Stelle zu treten, und bei Zeiten wieder Lust aufs Schlagzeugspielen zu bekommen. Es ist auch abhängig von der Tagesform. Und davon, wie man übt.


    Eine gewisse Drahtigkeit / Sportlichkeit ist z.B. fürs Drummen von Vorteil. Die kriegt man aber nicht durchs Schlagzeugspielen, sondern durch z.B. Schwimmen, Joggen oder sonstige sportliche Betätigungen. Wenn ich jetzt 5h am Tag übe, bleibt dafür ganz bestimmt keine Zeit und Energie mehr, sofern ich noch ein Berufs- und Privatleben führe.


    Am Ende gehts auch darum, was man übt. Meiner Meinung nach bringen z.B. Rudiments nur in sehr begrenztem Maß was. Auch Bandproben, Recordingsessions und Gigs sind Übungen - und unerlässlich, um ein guter Drummer zu werden.


    Phil-In
    Der Wille ist sicher ein sehr wichtiger Faktor. Wo ein WIlle ist, ist auch ein Weg .. blabla.
    Allerdings ist Musikmachen eine Kunst und der Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Insofern wird jeder seine eigenen Vorlieben und seine eigene Spielweise entwickeln. Vergleiche sind dann sehr schwierig. Wenn ich mir vornehme, ich will so wie Dave Weckl spielen können, werde ich versuchen müssen ihn zu kopieren - was meistens jämmerlich in die Hose geht.
    Messen kann man dann vielleicht nur was anhand dessen, wie komplex das Zeug ist, was der jeweilige Drummer spielt. So gesehen würde ich definitv sagen, dass Vinnie Colaiuta ein besserer Drummer als Travis Barker ist. Trotzdem hat Barker seine Daseinsberechtigung und wird vor allem wegen seinem Auftreten, seiner Show und seiner Band von vielen geachtet. Lustigerweise sind die jenigen, von denen er Beachtung kriegt, eher Nichtdrummer bzw. Anfänger.

    Einmal sind sich viele Forscher einig, dass es so etwas wie talent nicht gibt. Die genies haben bis zu einem gewissen lebsjahr einfach viel mehr geübt.


    Es gibt Neigungen, Interessen, Veranlagungen. Diese entwickeln sich durch die frühkindliche Prägung. Besondere Genetische Voraussetzungen haben mit Schlagzeugspielen nix zu tun. Daher ist das mit dem Talent / Begabungskram tatsächlich etwas fragwürdig. Wobei ich mich immer noch frage, warum ich schon mit 4 Jahren gern auf Kochtöpfen und Schüsseln getrommelt hab ... ^^


    Zitat von groovinHIGH

    Es kreist da so eine Zahl von 10.000 Stunden im raum, die in etwa nötig sind um irgendetwas - egal was - gut zu können.


    Sorry, aber das ist in meinen Augen Mumpitz. Wenn ich dieses "egal was" angenommen jeden Tag eine Stunde so effektiv genug betreibe (Durchschnitt - das ist ne Menge), bräuchte ich 27,5 Jahre, um es gut zu können. Wenn das so wäre, wären wir wahrscheinlich alle Nachkommen von Nutten und Pornostars ... :thumbup:


    Der Rest ist schön gesagt. :)

    Zitat von Phil-In

    aber ein gewisses Niveau kann im Prinzip jeder erreichen, egal ob mit Lehrer oder ohne.


    Das würde ich so nicht unterschreiben. Definiere zuerst "gewisses Niveau" und führe dir dann vor Augen, dass jeder seine eigene Spielweise entwickelt und Vergleiche ab "einem gewissen Niveau" sehr schwierig werden.
    Ist eben die Frage, was man selbst anstrebt. Es gibt genug "nivaulosere" Umgebungen, in denen sich Musiker wiederfinden, die auf einem relativ niedrigen Level verharren. Viele Standard Coverbands beherbergen solche Musiker. Ist also nur die Frage, was man selbst anstrebt und wofür man seine Fähigkeiten einsetzen will.


    Zitat von Phil-In

    Ich mein ganz am Anfang war jemand der mich belehren wollte, dass The Rock Show keine Achtel, sondern Sechzehntel sind...


    Das ist Auslegungssache. Das können 8tel im Normal-time auf 190bpm sein oder 16tel im double-time auf 95bpm. Üblicherweise wären es 8tel, an den 16teln ist aber prinzipiell nix falsch, wenn man die anderen beiden Kriterien mit anführt.

    Unterricht ist ne gute Sache, wenn er funktioniert und effektiv ist. Das hab ich nie bestritten. Ich wollte nur klar machen, dass man nicht unbedingt Unterricht braucht, um ein guter Schlagzeuger zu werden. Unter gewissen Umständen ist man als Autodidakt nicht schlechter dran.


    Wobei gut auch erstmal definiert werden muss. Da gibts einfach zu viele Faktoren.

    Es gibt halt Menschen / Drummer, die "habens" und andere "habens" halt nicht bzw. weniger. Will heißen: Der eine hat Talent und ist erfolgreicher Autodidakt (kenne da so einige, nicht nur Schlagzeuger) und der andere braucht halt Nachhilfe. Fakt ist: Wer Talent hat und sich reinhängt und die Sache ernst nimmt, der kann auch als Autodidakt was reißen.


    Man muss dazu sagen, dass es ohne ein bisschen Bestätigung nicht geht. Ab und zu braucht man den Dialog mit und das Feedback von "besseren" Kollegen mit längerer Erfahrung. Wenn die einem sagen, dass man auf dem richtigen Weg ist, ne gute Technik hat und locker ist, ist alles in Butter. Der Rest ergibt sich von selbst, wenn man Talent, Spaß an der Sache und Durchhaltevermögen hat.


    Wollte es vermeiden, aber ich nehm einfach mal mich als Beispiel: Nachdem ich ca. 2 Jahre nach meinem "Wiedereinstieg" (quasi bei Null angefangen) spielte, war die Technik ausgereift, eine gewisse Schnelligkeit vorhanden, die Reife für Bands da .. ein sauberer Shuffle stellte kein Problem dar. Nach insgesamt 4 Jahren konnte ich Sachen wie Rosanna (Toto), Tom Sawyer (Rush), Anthem Part 2 (Blink 182) etc. sauber spielen - ohne eine einzige Unterrichtsstunde genommen zu haben. Mir wurde, nachdem ich 2 Jahre nach dem Neuanfang spielte, immer häufiger attestiert, ich sei ein guter Schlagzeuger.
    Als Kind hatte ich schonmal 2 Jahre gespielt und nie ernsthaft Unterricht genommen. Alles was ich im Unterricht gelernt hatte war, dass mir das nichts bringt. Mein Solo, das ich mit 8 insgesamt 4 mal vor jeweils nem mehrere Hundert Mann starken Publikum spielte, hatte ich mir selbst ausgedacht. DIe Musikschule freute sich, dass sie der Presse sagen konnte, dass das nach nur nem halben Unterrichtsjahr (bei von mir ungewollt 5 verschiedenen Lehrern - die Schule war sch..) möglich ist. Mit 7 angefangen, mit knapp knapp 10 wieder aufgehört, mit 16 wieder angefangen.
    Ich werde nächstes Jahr mal einen Lehrer konsultieren, um in einem kleinen Crashkurs ein paar Sachen durchzuchecken. Quasi Feedback einholen. Sehen, wie guter Unterricht funktioniert. Das muss schon sein, bevor man selbst unterrichtet.


    Ist vielleicht ein ganz nettes Beispiel dafür, dass es auch ohne Unterricht geht.

    Mit nem DSP hat man fast keine Latenz. Nicht merkbar. Software DSP auf dem Rechner hat ganz sicher ne höhere Latenz zur Folge. Finger weg.


    Firewire wäre eher zu empfehlen. Ist praktisch einfach tauglicher als USB 2.0 fürs Recording von 8 Kanälen und mehr. Da finden sich auch mehr Interfaces.


    Kann aus eigener Erfahrung das Focusrite Saffire Pro empfehlen. Firewire, liegt im Preisrahmen und hat viel gelobte (vielleicht sogar die besten?) Preamps in der Preisklasse. Kannst ne Hand voll Monitormixe erstellen und getrennt rausgeben. Unkomplizierte Treiber und Software.