Beiträge von Seelanne

    Also ihr könnt mich schlagen, aber ich komm bei dem blindTest zu einem anderen Ergebnis:


    Das Performer und das Hyperdrive ähneln sich einigermaßen. Das Starclassic Maple sticht mE klar heraus. Ob man den Sound dann mag oder nicht, steht wieder auf einem anderen Blatt.


    Aber mit dem StarC Maple hat Tama imho etwas eigenständiges entworfen, was sich definitiv von anderen Herstellern oder Linie. unterscheidet. Der Sound der Toms ist schon ziemlich speziell, wie ich meine.

    ... Der Moeller ist eine 3er Bewegung. Downstroke-Tap-Upstroke.I


    Einspruch.


    Zunächst:

    "Moeller" oder die "Moeller-Whip" oder "Moeller-Technik" hat mit der Anzahl der Schläge überhaupt nichts zu tun. Bei Moeller geht es zunächst ganz simpel um einen BEWEGUNGSABLAUF, den -nebenbei bemerkt - ohnehin sehr viele Drumemr von alleine entwicklen, wenn sie schnell und ausdauernd spielen wollen. Jim Chapin erklärt das in seinem bekannten Video auch recht gut: Moeller hat diesen Bewegungsablauf auch nicht "erfunden", sondern schlicht und ergreifend bei MilitärDrummern gesehen, die das ganze von selbst - auch ganz ohne Berklee-Ausbildung - entwickelt haben. Er hat sich sodenn den Bewegungablauf genauer angesehen und durchleuchtet und hat daraus seinen Vorschlag entwickelt, so zu spielen.


    Die Bewegung:

    Die Bewegung kommt entgegen landläufiger Meinung nicht aus dem Handgelenk , dieses hat nämlich gar keine Muskeln, um das zu vollführen. Es sieht durch die auffällige Bewegung des HG halt nur so aus, als wenn das HG das verursacht. Die Bewegung kommt aber aus dem Unteram, der durch den Ellbogen als Gelenk nach oben angehoben wird (ganz exakt betrachtet kommt diese Hebe-Bewegung damit natürlich sogar auch zusätzlich aus den Muskeln im Oberarm). Bei dieser Aufwärtbewegung bleibt das Handgelenk locker. Durch das Prinzip der Trägheit kippt daher beim Nachobenziehen des Unterarms das HG zunächst gegenläufig nach vorne /unten ab, bis der Unteram oben ist, wenn jetzt der Unteram nach unten bewegt wird (wieder über den Ellbogen als Fulcrum bzw Pivot-Point) dann kippt das HG zunächst kurz nach oben, um dann dem Untarm schlagartig nachzufolgen: es entsteht die bekannte Peitschenbewegung, die extrem power hat und vor allen Dingen schnell ist, ohne viel Kraft zu vebrauchen.


    Defintionen:

    Meistens wird diese Bewegung als "Moller-Stroke" genannt, wenn man die Bewegung oftmals hintereinander macht, spricht man zumeist von "Moeller-Whip". I ch kann Moeller in verschiedenen Stärken ablaufen lassen, je nachdem, wie hoch ich den Unteram nach oben bewege, bekomme ich dann einen sogenannten Low-MoellerStroke, einen Half-MoellerStroke oder einen Full-Moeller-Stroke (was in etwas dem Free-Stroke von Lawrence Stone entspricht)


    Die Vorteile:

    Durch Moeller-Bewegung schlage ich mehrere Fliegen mit einer Klappe:

    1. Ich kann laut und ausdauernd spielen, die eigentliche Power entsteht nämlich nicht durch einen adäqauten Einsatz meiner Muskelkraft, sondern durch das Ausnutzen eines physikalischen Phänomens (Peitschenbewegung- Physiker werden das exakter benennen können)

    2. Ich bekommen viel Schwung, die ich dann für weitere Bewegungen ausnutzen kann, nämlich für weitere HG oder Finger-Bewegungen

    3. Der Stick bleibt während der Aufwärtsbwegung des Armes immer noch nah am Fell (eben weil das HG locker bleibt, bleibt der Stick lange unten, weil eben das HG dem Unterarm zunächst nicht bzw deutlich langsamer mitfolgt) , ich kann also trotz Aufwärtsbewegung des Armes derweil noch mit HG und Fingern Schläge anbringen (Upstrokes), ohne den Kontakt zum Fell zu verlieren.

    4. Dadurch, dass der Stick sehr lange in der Nähe des Felles bleibt, fortwährend während der Bewegung Schläge angebracht werden und die Peitschenbewegung äußerst schnell den Stick wieder zurückbringt, kann ich gleichmäßige Schläge in hoher Geschwindigkeit anbringen, ohne den Schlagfluss bzw die Kadenz meiner Schläge unterbrechen zu müssen.

    5. Der Rebound wird hervorragend ausgenutzt


    Die Schläge:

    Die sich aus der Möller-Whip ergebenden Schläge sind anzahlmäßig nicht (!) festgelegt. Die Bewegung erlaubt mehrere Schläge, das ist ja grade ihr Sinn: durch eine Bewegung soviel Schwung zu holen, das ich anschließend mehrere Schläge ableiten kann. In der Regel werden damit 2, 3 oder 4m oder 6 oder 8 Schläge aus einer "Moeller-"Bewegung herausgeholt, oftmals werden dieser Bewegungen als Einfach-Moeller benannt, wenn es um 4 Schläge geht, und Doppel-Moeller, wenn die Bewegung alle 2 Schläge ausgeübt wird.


    Das Missverständnis:

    Das oftmalige Missverständnis, dass es bei Moeller nicht um eine Bewegung, sondern um eine 3-Schlag-Technik geht, ist höchst wahrscheinlich dadurch gekommen, dass Chapin das in seinem Video an einem 3er Schlag erörtert. Dazu muss man dran erinnern, dass Chapin ein Jazzer der alten Schule ist (Jahrgang 1919) und aus einer Zeit kommt, in der Musik sich vornehmlich aus einem 3er Schlag aufbaute, nämlich eben aus Triolen, Swing halt (Gene Krupa (Jahrgang 1909) hatte bei Chapin noch Unterricht !). Und er erklärt es sodenn natürlich anhand eines 3er Schlages, indem er den Bewegungasblauf der Möller-Whip schlagtechnisch aufteilt bzw. aufgliedert in den Down-Tap-Up oder Up- Down-Tap.


    Dadurch wird die Moeller-Technik aber kein 3er-Schlag, was bereits daran deutlich wird, dass man ja ansonsten diese Technik bei Doubles oder eben 4er nicht anwenden könnte, was (wie oeben gezeigt) falsch wäre. Denn was soll ein Drummer machen, der schnelle 16tel mit einer Hand auf der HH spielen will bei bsp. 100 oder eben 8tel bei 180 bpm ?? Soll er ernsthaft trotz straighten 16er und sich daher anbietender 2er, 4er, oder 8er-Unterteilung jetzt die Schlagfolge der 16x16tel in 5 x 3erSchläge ausfsplitten mit einem zusätzlichen Schlag gewissermaßen als Spiel-Synkope ?


    Wenn also jemand "moellern" will oder soll, heist das nicht, dass er jetzt alles ,was er spielt, in einer 3er-Kadenz splittet unter Benutzung diese Bewegungasblaufes, das wäre kompletter Wahnsinn. Es bedeutet, dass ich die Möller-Whip-Bewegung hernehme als grundlegenden schwunggebenden Bewegungsablauf , der es mir dann ermöglicht, meine HG-Schläge oder Fingertap in entsprechender Gechwindigkeit ausüben zu können.


    Alltag:

    Diese Technik benutzen viele Drummer unter unterschiedlichster Bezeichnung (bsp der auch der hier ja schon erwähnte T. Suchermann). Oftmals zeigt sich aber an der Stickhaltung, dass viele "nur" eine individuell abgewandelte Form des Moller benutzen: Bei Moeller in seiner reinen Form (nach Chapin) ist bsp. keinerlei Finger-Control im Spiel, der Schwung kommt allein aus Arm/HG. Viele Drummer benutzen aber in Abwandlung zusätzlich die Finger-Control, was auch Sinn macht: Die Moeller-Ur-Form kann man gut anwenden bei reinem Snare oder Pad-Spiel, sobald man aber diese Bewegung in ihrer puren Form am gesamten Set versucht , wirds schnell hakelig in Sachen Kontrolle und auch Geschwindigkeit:

    Oftmals stirbt dieser Bewegungablauf nämlich ganz gerne ab bei höher hängenden Toms und: Ich kann in hohen Tempi am ganzen Set die Bewegung von Moeller eben nicht duchhalten, soviel Zeit habe ich oft einfach nicht, ich muss den Bewegungsablauf abspecken, Jojo Mayer hat das ja mal in einem Kurzvideo gut verdeutlicht, das er den Ur-Moeller-ala-Chapin in dieser reinen Form für nicht so praktikabel hält.


    Einig ist man sich lediglich, dass der Stick - so oder so - zwischen Daumen und Zeigefinger lediglich gehalten bzw positioniert werden kann, in keinem Fall aber irgendwie festgehalten werden darf (Chapin z.bsp. hat den Zeigefinger nur runterhängen, was viele Drummer ebenfalls machen, die ohnehin das Fulcrum über den Mittlefinger bilden (wobei es dann auch schon kein eigentliches Fulcrum mehr ist, was auch wieder zeigt, wie unsinnig oftmals diese ganzen Bezeichnungen für sich betrachtet sind ). Sobald dass passiert, würge ich ja nicht nur den Rebound ab bzw schränke ihn ein, ich bekomme bei gleichzeitigem Moellern dann sehr schnell Riesen-Probleme mit meinem Handgelenk:


    Denn durch die ausladende peitschenartige HG-Bewegung bin ich auf ein lockeres HG absolut zwingend angewiesen. Sobald ich aber die "Zange" von Zeigefinger und Daumen schließe, spanne ich die diesbezüglichen Sehnen , die ja durch das HG verlaufen, so an, dass das HG fest und starr wird. Als Resultat erhalte ich als entweder eine fürchterlich abgewürgten Bewegungabslauf oder aber eine Sehenscheidenentzündung.


    EDITH: Sorry Mieze, ich sehe erst jetzt, dass hier Dein Thread ist, ich wollte den nicht zutexten mit Technik-kram. Ich war gefühlt in dem anderen Thread "Push und Pull etc" !

    Ja, die neuen Redline und die alten Elis sind in etwa gleich. Die Neuen laufen einen Tacken geschmeidiger und ruhiger, die Kardanwelle hat etwas weniger Spiel und ist etwas länger, und die Beater sind leichter.


    Einziger echter Wehrmutstropfen ist, dass die neuen Cams anders sind als die Alten und nicht zwingend untereinander ausgetauscht werden können. Nach Angaben von Pearl-Vertrieb sollen zwar die alten Cams auch auf die neuen Maschinen passen, was aber definitiv unzutreffend ist. Aber auch umgekehrt ist es nicht generell gegeben: Die neuen Cams passen nur zum Teil auf die alten Maschinen. Also wer Cams nachbestellt, muss aufpassen , ob er die Alten oder die Neuen bestellt bzw geliefert bekommt (man kann sie zumindest unterscheiden: die neuen sind durchsichtig, die alten nicht).

    Ja, am Ende wird es wohl so sein. Muscle Memory soll ja - so jedenfalls Dom Formularo - am besten wirken, wenn alle Bewegungen tatsächlich im Zeitlupentempo eingeübt werden. Es ist aber mE so, wie beim Fahrradfahren, das lernt man auch nicht durch langsame Trockenübungen und mit Stützräden, weil der wesentliche Aspekt, die Balance fehlt. So auch beim Drummen mit der Schwerkraft, dem Rebound und überhaupt. Muss halt jeder ausprobieren. Aber die Sorge bleibt, dass bei Propagierung dieser Sticks un dmehr oder weniger zweifelhaften Methode Heerscharen von jungen Drummern, bei denen es ja meist nur um ein "höher-schneller-weiter" geht, am Ende beim Orthpäden landen.


    Aber vielleicht wirkt der hohe Preis der Sticks dann schon wieder glatt "gesundheitsfördernd", weil abschreckend grade für junge Drummer.

    Zunächst ein offensichtliches Missverständnis: Wir gehen anscheinend von unterschiedlichen Geschwindigkeiten aus. Wenn ich von Doubles bei 180 spreche, dann meinte ich - natürlich - 16tel , Du offensichtlich 8tel: jedenfalls kann ich die von Dir genannte Übung - Doubles bei 200 durchgehend über 15 Minuten am Stück - nicht als 16tel 'ne Viertelstunde durchhalten, und ich halte mich jetzt nicht gar für den Langsamsten. Von daher gehe ich davon aus, dass du 8tel meinst, ansonsten wäre ich für ein Tutorial sehr dankbar, wie man das macht. 8tel bei 200 wäre jetzt aber wiederum auch noch keine Geschwindigkeit, wo sich der Bewegungsabluf ändert.


    Der Bewegungsablauf ändert sich in höheren Geschwindigkeit alleine schon deshalb, weil mir mit zunehmendem Speed allein schon weniger Platz übrig belbt, weil ich sonst Zeit verliere. Deswegen spielt sich ja auch schnelles Drummen zumeist nur maximal rund 15 cm vom Fell ab, weiter bewegen sich die Sticks selten von der Trommel weg. Dann aber muss ich oftmals meine Schwungtechnik verändern, damit ich im Spiel bleibe. Deswegen wurde ja bsp. überhaupt die Moeller Whip "erfunden" bzw verfeinert, diese ist ja letztlich "bloß" eine Schwung-Technik, die es mir ermöglicht, bei großen Geschwindigkeiten die Power und den Schwung zu behalten und insbesondere, ohne den Bewegungsfluss dabei unterbrechen zu müssen - was ich alles bei langsamen Spiel eigentlich überhaupt nicht benötigen würde.


    Konkret zu der sich ändernden Bewegung bei Doubles in höheren Geschwindigkeiten bsp. Mr. Ralph Rolle:

    Nailing the Double Stroke Roll - Ralph Rolle Guest Drum Lesson - YouTube

    ab 8:15

    "You notice: when i#m going faster, the Fulcrum has changed from my wrist to my elbow, because the faster i go, i need more Power".

    und ab 11:20

    "You notice, im pushing from here down to get more of a bounce and from the fulcrum from my arms".


    Edith: PS - Und RR ist nun keine ausgeprochener Push-Pull-Typ oder einer mit ausgeprägter Finger-Sonder-Technik. Aber selbst Weckl ändert den Bewegungsablauf, indem er mit der rechten "Matched-Grip-Hand" bei Doubles mit dem Handgekelenk gerne nach außen "wegslidet" , um Schwng zu holen (ab 11:20) . Dave Weckl Drum Clinic: Double Stroke Roll & One Handed Roll - YouTube

    Okay, ich glaub immer noch nicht dran.


    Schwerere Sticks nehmen (bsp 2B) als normal, das ist okay und macht Sinn.


    Aber solche Dinger mit 150 g oder gar 400 g pro Stick lassen an Robert Schumann erinnern und seinen verzweifelten Versuch, die Leistungsfähigkeit seiner Hand zu erhalten zu steigern.


    Ich würde eher sogar dazu tendieren, als Workout gegenteilig mit Hot-Rods zu üben: Da diese fast keinen Rebound Effekt haben, bin ich hier gezwungen, alle Bewegungen tatsächlich aus zu schlagen. Da sie aber extrem leicht sind, kann ich alle Geschwindigkeitsbereiche abdecken.

    Schön tight, trotzdem extrem entspannt, Klasse ! :thumbup: :thumbup: :thumbup:


    Dein DrumsSound passt hervorragend zur Musik. Genauso Muss das. Würde mich auch interessieren, ob der Live Mischer das selber so hinbekommen hat oder ob Du es noch verfeinert hast.


    Deine Snare, obwohl schön satt und tief, Ist trotzdem offen und "ringt" etwas. Das macht Druck und ist doch luftig. Tolles Tuning !!


    Und der Gesamtsound ist super stimmig. Saubere Sache, das !

    Ich bin immer noch der Auffassung, dass schnelles Spiel eine Frage des optimierten Bewegungsablauf ist und nicht von Kraft.


    Und das Problem bei diesen schweren Sticks, ob es nun diese sind oder die andern vorgestellten mit 470 g pro Stück, ist einfach, dass ich exakt das, was ich eigentlich üben will (und für den dieses Dings vorgeben, eine Hilfe zu sein ) nicht üben kann:


    Denn bei schnellem Spiel verändert sich der Bewegungsablauf nicht unerheblich. Der Bewegungsablauf bei Doppel Stokes beispielsweise ist bei einer Geschwindigkeit von 180 nun mal ein anderer als bei 80. mit diesen Stahlsticks kann ich aber keine Doppelstrokes bei 180 üben, es sei denn, ich will mich anschließend sofort mit Sehnenscheidenentzündung zum Orthopäden bewegen. Der alte Satz, was ich langsam kann, kann ich automatisch schnell, ist halt eine ihrige Fortführung einer ganz anderen Wahrheit).


    Von daher will sich die Logik dieser Sticks nach wie vor für mich nicht einstellen: das, was ich üben will, kann ich mit ihm nicht üben.


    Und das was dann noch übrig bleibt zu üben, nämlich Kraft, kann ich ebenfalls nicht richtig üben, weil was nützt mir Kraft, wenn ich keine Ausdauer habe. Exakt das fällt aber mit diesen Sticks schwer, eben weil aufgrund des Gewichtes auch noch die Zeitdauer beschränkt ist.


    Fazit: ich komme diesen Sticks weder auf Geschwindigkeit, noch auf Ausdauer. Alles was bleibt, ist eine kurzzeitige Illusion, dass ich mit meinen normalen Sticks locker und leicht spielen kann. Das hält ungefähr 1 Stunde an. Dann ist dieser Effekt weg.


    Von daher: wie mein alter Professor einmal sagte: Jede Beschäftigung mit der Materie wird einen weiter führen. Und es ist selbstverständlich auch absolut sinnvoll sich mit der muskulären Fitness Zu beschäftigen.


    Irgendwie will mir die ganze Geschichte mit den Stahlsticks so scheinen, als wenn sie einem die Illusion geben sollen, die schnöde anstrengende normale Übungszeit abkürzen zu können. Nach dem Motto: übe mit doppelt so schweren Sticks, dann übst du nur die Hälfte der Zeit.

    Vielleicht noch als Ergänzung:


    Wie Moe schon anmerkte, kommt in Verbindung mit der Tiefe es auch noch auf die Kesseldicke an: Dünnere Kessel sind eher dazu in der Lage, die dann enstehenden tieferen Resonanzen zu tranportieren, da der Kessel selber noch mitschwingen kann. Je dicker der Kessel wird, desto weniger kann er reagieren und desto "un-bauchiger" wird es dann im Verhältnis: ein 6,5-tiefer Kessel mit 5mm Dicke wird stärker resonieren und "fetter" klingen können, als bsp. eine 6,5-Snare mit 15 mm Wandstärke. Da kommt es dann auch endgültig nicht mehr auf das Kesselmaterial an, ab einer bestimmte Dicke ist ein Kessel in sich schwingungstot: alles, was man dann noch hört, sind letztlich die Felle, deren Stimmung, die Sticks und der Raum. - und der Drummer :-)

    Da möchte ich aus eigener Erfahrung aber hinzufügen, dass dickwandige Kessel auch extreme Lautstärken-reservieren mitbringen.

    Auf meine 27mm Snare vom Boris kann man einzimmern, wie man will, die wird nur lauter, lauter, lauter. Wirklich sehr beachtlich =O

    Ja klar, die Lautstärke nimmt natürlich zu. Aber diese Power hat dann weniger mit "Bumm" zu tun, sonden mit "Peng! . =)

    Vielleicht noch als Ergänzung:


    Wie Moe schon anmerkte, kommt in Verbindung mit der Tiefe es auch noch auf die Kesseldicke an: Dünnere Kessel sind eher dazu in der Lage, die dann enstehenden tieferen Resonanzen zu tranportieren, da der Kessel selber noch mitschwingen kann. Je dicker der Kessel wird, desto weniger kann er reagieren und desto "un-bauchiger" wird es dann im Verhältnis: ein 6,5-tiefer Kessel mit 5mm Dicke wird stärker resonieren und "fetter" klingen können, als bsp. eine 6,5-Snare mit 15 mm Wandstärke. Da kommt es dann auch endgültig nicht mehr auf das Kesselmaterial an, ab einer bestimmte Dicke ist ein Kessel in sich schwingungstot: alles, was man dann noch hört, sind letztlich die Felle, deren Stimmung, die Sticks und der Raum. - und der Drummer :-)

    Leute, jetzt kommt mal alle wieder n bisschen runter. :)


    Der gute Marcel hat Probleme, auf seiner Snær zu spielen, weil ihm ständig vor lauter Rebound die Sticks um die Ohren fliegen und einen Scheiß-Sound hat er obendrein auch noch.


    Die Fehlerquellen sind eigentlich schnell ausgemacht:


    # Zunächst: Snærsmit einer Tiefe von 4" sind Scheiße. Ja, ich weiß, es hört sich blasphemisch an, aber es ist so. Ich habe mein ganzes Leben erst zwei 4er gehört, die vernünftig lang, die eine war ein Sahneteil von Canopus in Bronze und das andere war die Martin Smitty Smith Signatures von Pearl, die aber auch schon ziemlich schwach auf der Brust war.


    4" Snares sind einfach nicht Fisch nicht Fleisch: Tief gestimmt fehlt Ihnen der Bauch, den man bei einer tiefen Stimmung haben will. Hoch gestimmt kommen Sie allerdings auch nicht richtig in Fahrt, da werden sie schnell pöckig und stumpf. 4er Snares sind umgekehrte eierlegende Wollmilchsäue: Sie können alles ein bisschen, aber nichts richtig.


    # Das Hauptproblem scheint aber wohl auch das Spielgefühl zu sein, offensichtlich ist die Spannung hier viel zu hart, so dass dem guten Marcel die Sticks regelrecht um die Ohren fliegen.


    Zunächst: 4"-Snares haben eine flachere Luftsäule als bsp. 6,5 Er. Der Rebound ist daher auch viel direkter, wenn beispielsweise das Resonanzfeld straff gespannt ist. Wenn dann noch das Schlagfell hoch gecrankt wurde, hat man tatsächlich schnell einen Rebound-Faktor von zehn.


    Das mag einigen Drummern gut zu Pass kommen, für einen Anfänger, dem auch noch pausenlos gesagt wird, er soll die Sticks möglichst locker halten, mag der Rebound dann tatsächlich aber wirklich einfach zu taff sein. Und kaum fasst man die Sticks als Ausgleich härter an, kriegt man gar nichts mehr hin und obendrein auch noch Schmerzen im Ellbogengelenk und am Handgelenk. (Unter uns: ich hasse zu viel Rebound auch. Es ist dann, als würde man auf einer Tischplatte spielen. Feeling gleich Null. Und da ich spieltechnisch und wegen des Stickhandlings nicht sonderlich auf ihn angewiesen bin, neige ich auch dazu, auf der Snare ein möglichst weiches Fell zu haben).


    Da wird man dann halt sauer und denkt, bei einer anderen Snær liefe es besser.


    # Als Therapie würde ich folgendes machen, wenn du dich nicht ohnehin schon gedanklich von der Robinson vollständig verabschiedet hast:


    - Kauf dir erst mal ein Fell, was deinem SpielGefühl eher entspricht. Da du offenbar im Moment noch sehr sensibel auf viel Rebound und harte Oberflächen reagiest, würde ich mal zu einem weichen Fell tendieren, einen Remo Emperor Coated, ein Emperor X oder sogar Pinstripe. Da hast du dann ein Fell, was relativ weich ist und was der Snær zusätzlich Tiefe verleiht, insbesondere das Emperor X.


    - Als zweiten Schritt würde ich dann das Resonanzfeld kontrollieren: vielleicht ist das sogar viel zu hart angespannt, dann würde ich versuchen, gegebenenfalls etwas zu minimieren. Sollte es allerdings zu Schlaff sein - und in 80 % der Fälle kommt ein schlechter Snær Sound immer von einem zu schwachen Reso - würde ich das dann auf annehmbare Härte bringen.


    (Wenn du noch keine Übung im Stimmen hast, besorgt dir mal ein TuneBot, der sorgt zwar auch nicht für bessere Ohren, sensibilisiert allerdings für Ton-Höhnen und Intervalle und son Zeug - wenn du eh schon einen hast: Resofell auf 395 und Schlagfell auf 266 und du hasten einen durchschnittlichen Snær Sound, der zumindest nicht ganz scheiße ist und von dem man aus auch ganz gut operieren kann).


    Probier das mal, wenn's nicht funktioniert, kannst du das neue Fell immer noch für spätere Zwecke auf einer anderen Snær verwenden. Dann verkaufst du halt die Robinson, die dürftest du für halbwegs vernünftiges Geld auch noch loswerden, so sie denn in Schuss ist.


    (Aber bevor du das alles machst, kontrolliere bitte auch mal insbesondere das Resonanzfeld auf Risse. Wenn das Resonanz Fell einreist, tut es das im Regel Fall direkt am Rand, dort wo es aufliegt und wo man es - manchmal - nicht unbedingt auf den ersten Blick sieht.).

    Naja, man kann Steve jetzt wirklich nicht vorwerfen, Zeit seines Lebens zu sehr dem GAS gefrönt zu haben.


    Vielleicht liegts auch einfach daran, dass Jordan, der immerhin auch schon 64 ist , es an der Schulter hat und dann, wenn er schon einmal auf der rechten Seite ist, nicht ständig nach links wechseln will zum abcrashen. Im Alter wollen zuweilen ruckartige Bewegung definitiv immer überlegt sein 😀

    Die Frage, welches Fill wann in welchen Kontext passt und welcher Break wann passend zur Musik ist, zielt mE letztlich auf die Frage nach Musikalität schlechthin ab.


    Die Beantwortung der Frage unterscheidet ja einen Copeland von einem Bonham, Jones von Morello, Tony von Ringo, Gadd von Cobham, Colaiuta von Weckl usw und ist das, was man wohl gemeinhin eben Talent, Stil und Musikalität nennt.


    Wobei ich denke, dass gerade die WeiterEntwicklung des Schlagzeugspiels sich immer dann ergeben hat, wenn Drummer Dinge, die eigentlich und in ihrer Usprungsform eventuell gar nicht per se passten, dann doch so hinbekommen haben, dass sich eine neue Synthese ergab.


    Gleichwohl gibt es Grenzen: wo die sind, hat oben eigentlich schon Hochi gesagt: Um ein Gefühl für die "passenden" Fills zu entwickeln, muss man einfach extrem viel Musik hören. Gerade auch die unterschiedlichen Musikstile oder eben Musik, die so vielfältig ist, dass man gewissermaßen mit allen Stilen per se automatisch in Berührung kommt.


    Ansonsten kann man sich selbstverständlich aber auch theoretisch mit den Musikstilen beschäftigen und ihren speziellen Eigenarten. Klassische JazzMusik Ist halt primär Triolisch aufgebaut und hat das Ride Becken als Grundlage im Zentrum. Da macht es dann wenig Sinn, bei einem Fill die Double Bass in 32tel Stakkato Quintolen binär abzufeuern. Und es macht ebenfalls wenig Sinn, beim Slipknot-Stück, afrikanische Poly-Rhythmik ala Elvin Jones auszupacken, genauso wenig, wie es passend ist, ein Straightes PopStück mit Gospelchops zu zerfetzen.


    Die Frage, wo auf der Leinwand der rote Klecks hinkommt und wo der blaue Strich, ist halt - künstlerisch - der Unterschied zwischen Picasso und einem Anstreicher.

    Hi Marcel,


    mach Dir nicht so einen theoretischen Kopf und probiere es einfach aus.


    Beim OHP sollte man mE auf folgendes achten (Kurzversion) - einiges wurde ja schon angesprochen:


    1.Position HH:


    # Die HH ist in der Regel deutlich tiefer und sollte aus ergonomischen Gründen so ausgerichtet sein, dass der Unterarm maximal parallel zum Boden ist, nicht höher, sonst spieltst du ständig "nach oben", was insbesondere bei schnellen 16tel HH mit einer Hand in dieser Position schnell problematisch werden kann (du hast für die schwunggebende Moeller-Whip etwas weniger Platz als bei über Kreuz spielen mit rechts, bevor du die Hebelwirkung verlierst).


    # Die Höhe der HH im Verhältnis zu Snare musst du als Mittelweg einfach ausloten: bei beidhändigen 16tel auf HH musst du für die rechte Hand nach unten ja etwas Platz haben, damit du da nicht ständig mit der Hand auf der Snare aufschlägst.


    2. Die dominante Führhand sollte beim OPH im RegelFall die rechte Hand bleiben:


    Erstens ist die rechte Hand ja sowieso schon auf der Snare, dann macht es auch Sinn, dort die Fills mit rechts zu beginnen. (Auch beidhändige 16tel auf der HH werden führend mit rechts gespielt, damit du mit rechts bsp. bei 2 und 4 auf der Snare landest.)


    Zweitens macht es selbstverständlich auch beim OPH Sinn, bei Fills, die nach rechts über das Set gehen, am Ende mit rechts rauszukommen (beispielsweise auf dem Crash ) und eben nicht mit links.


    3. Ausnahmen davon sind lediglich:


    #die einfachen Paradiddle-Kombinationen: Wenn du hier einen klassischen Paradiddle-Takt über HH/Ride und Snare spielenwillst, musst du den mit links auf der HH/Ride anfangen, damit die 2 und 4 auf der Snare auf Rechts fallen (bei Paradiddles über einen Half-Time ist es umgekehrt, da kannst du mit rechts anfangen.)


    # bei Kombination, die einen dominantenHH-Part am Anfang haben, gibt es zuweilen manchmal Probleme: beispielsweise beim Rosanna-Shuffle oder solchen Dingen wie dem Steve-Gadd-32er-Flutter-Lick: wenn man gewohnt ist, rechts als Führhand zu haben, muss man sich bei solchen Sachen entscheiden, entweder ausnahmsweise mit rechts auf der HH zu spielen (was wegen der geringeren Höhe etwas tricky werden kann ), oder auf links dominant zu wechseln. Das kann beim erlernen etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, als bei herkömmlicher Spielweise.


    # Das Double Bass spielen ist als open Hände etwas beschwerlicher, zu lernen, wenn es sich um durchgehende Doppelbass im Taktgeschehen handelt. wenn du da den rechten Fuß auf dem Beat lässt und den linken für den off-Beat verwendest, musst du pausenlos mit der linken Hand gegen den linken Fuß (zusammen mit dem rechten Fuß) spielen. Das ist deutlich komplexer, als rechte Hand und rechten Fuß zusammen auf dem Beat zu halten und den linken Fuss auf den Off-Beat dazuzuschalten.


    Probier es einfach mal aus und Entscheid dich dann nach einer gewissen Zeit für eine Richtung. Versuch bloß nicht, alles gleichzeitig zu versuchen.


    Man verzettelt sich mit solchen Dingen nur und verdirbt sich jeglichen Fortschritt. Man muss auch nicht alles von links nach rechts und von oben nach unten und im Handstand und mit einer Hand spielen können. Das ist den Drum-Yodas vorbehalten: für den Hausgebrauch, selbst für den sehr fortgeschrittenen, reicht es, wenn man sich auf eine Technik beschränkt.

    Dürfte auf jeden Fall eine Reminiszenz an Charlie sein:


    Zu sehen ist ja ein Gretsch Kit, also Charlies Marke (auch wenn er nie offizieller Endorser war), während Jordan eigentlich Yamaha-Player ist. Und in das Becken-Setup hat sich auch das alte Watt'sche Ufip-China reingeschlichen, obwohl Steve normal Paiste Traditional spielt (oder Masters).


    Generell: Jordan und die Stones kennen sich schon seit 1986 recht gut, insbesondere Keith ist ja mit ihm relativ eng befreundet, Jordan hat damals auch in dessen Band gespielt, als die Glimmer-Twins mal kurzfristig über Kreuz waren. Da ist das alles schon recht stimmig.