Beiträge von Seelanne

    Interessantes Thema, meine Gedanken, jedenfalls zum Ausgangsthema:


    I. Ich denke, dass Kunst- bzw Musik-Konservatorien schon immer in gewisser Weise leblos und starr waren, der Entwicklung der Kunst selbst hinterherhinken und nur einen vergangenes Bild der Realität zeichneten bzw nie auf der Höhe der Zeit waren.


    Es liegt wohl in der Natur der Sache: Konservatorien dienen in erster Linie der Vermittlung von Wissen und Technik, nicht von Ideen, sie vermitteln Erkenntnisse, die notwendiger Weise in der Vergangenheit liegen und keine ungesicherten, spannenden und ungeprüften Entwürfe in die Zukunft hinein.


    Zudem kennen wir es ja auch aus anderen Themengebieten, dass nämlich alles, was zerlegt, observiert, bis ins Kleinste untersucht und wissenschaftlich seziert wird, am Ende immer auch einer gewissen Leere anheimfällt und dann nur noch recht unspannend, siechend und un-hip daherkommt.


    Die ganz großen Ideen, Entwicklungen, musikalisch als auch sonst, kamen ja immer schon von den Eigenbrötlern, diesen Nerds, den Einzelgängern, die sich im Leben herumtreiben und eben nicht auf der knochigen Schulbank sitzen bleiben, die nicht nur Notengymnastik betreiben, sondern Gefühle kreieren, manchmal sogar ein Lebensgefühl einer ganzen Generation auf den Punkt brachten. Bei Lichte betrachtet waren diese ganzen Erfinder zwar auch oft nie ganz vom Himmel gefallen (mehr als man denkt hatten zumeist irgendeine musikalische institutionelle Ausbildung), aber die schönsten Blumen finden sich halt nicht am Rand des ausgetreteten Pfades, sondern in den Untiefen dessen, wo noch niemand war.


    Konservatorien sind daher systemimmanent die Orte, wo Noten als Atome begriffen werden und nicht als Geschichten: diese haben schon immer die anderen erzählt, nämlich die Musiker selbst.


    II. Aber vielleicht treibt einen bei solchen Gedanken auch eher um, dass gar nichtmal die Konservatorien, sondern die Musik als Ganzes ihre Bedeutung zunehmend verliert.


    Den Eindruck habe ich tatsächlich auch:


    Musik wird zunehmend irrelevant sowohl im individuellen Leben als auch im gesellschaftlichen Kontext.


    Im Wandel befand sich Musik zwar schon immer, aber nun scheint dieses gedachte perpetuum mobile irgendwie tatsächlich seinen Spin gänzlich verloren zu haben, wobei wir natürlich ganz gerne vergessen, dass dieser erhebliche Stellenwert von Musik – so wie wir ihn kennen – auch grade mal nur knapp 1 Jahrhundert alt ist:


    Denn erst die Erfindung des Radios machte Musik zu diesem fast allzeit verfügbaren und weltumspannenden Kulturgut im Sinne einer im wahrsten Sinne des Wortes weltbewegenden Wirkung: Erst das Radio brachte in den 40igern deutsche Soldaten im WW2 dazu „White Christmas“ zu summen und GI’s bei „Liliy Marlene“ feuchte Augen zu bekommen. Und erst das Radio ließ aus Tupelo/Mississippi einen Sound seinen Siegeszug um die Welt antreten, der die ganze moderne Welt veränderte bzw in rauchigen Jazzhöhlen in Paris schwermütige Existentialisten zu coolen Trompeten-Klängen von US-Jazzern eine neue Weltsicht beschreiben. Schon zu diesem Zeitpunkt in den 50igern zeigte sich ja auch das erste Mal die gesellschaftliche Relevanz von Musik als Vehikel des Aufbruchs, der Aufruhr und der Erneuerung.


    Noch mehr natürlich dann ein Jahrzehnt später, als Musik dann auch noch - erstmalig mit entsprechenden Texten versehen - gesellschaftspolitisches Ausdrucksmittel von ganzen Weltanschauungen wurde. Es folgten die 70iger mit ihrer Musik, die sich selbstverliebt fast ausschließlich um sich selbst drehte und vielleicht grade deshalb zur fast kreativsten Musikphase ever wurde, bis der Punk alles wieder zerlegte und nach dem Auftreten eine kleinen schwarzen Mannes aus Minneapolis und einem zornigem Trio aus Seattle am Ende alles einmal gesagt schien.


    Da stehen wir nun, seit gerundet 30 Jahren und haben keine wesentliche grundlegende Entwicklung der Musik mehr zu verzeichnen. Musik ist auch seit langem fast nur noch ein individuell-separierendes Privatereignis, aber keine echte kulturelle Klammer mehr, unter anderen weil der Lagerfeuer-Effekt des Radios ausgedient hat und das Internet nicht nur kein Ersatz ist, sondern das Gegenteil bewirkt: jederzeitige digitale Verfügbarkeit macht beliebig und damit am Ende irrelevant.


    Und eben auch die gesellschaftliche Funktion ist der Musik abhanden gekommen. Sie dient entweder dem Hintergrundrauschen, der akustischen Verkleisterung von Teenager-Träumen oder aber dem reinen Abtanzen als unemotionalem und eher sportivem Hörerlebnis, aber keiner gesellschaftlichen Strömung mehr.


    Selbst modernste Bewegungen kommen gänzlich ohne sinnstiftende allgegenwärtige Begleitmusik daher, die Eltern der „fridays-for-future“ konnten noch zu „Karl-der-Käfer“ die innere Nabelschau betreiben oder zu "es geht voran" von spät -halb-anarchistischen Befreiungen shouten, die Großeltern von „Black-Lives-Matter“ noch zu Otis Redding „A change is gonna come“ von Veränderung träumen und die 68er zu den stonigen „Rape-Murder-is-just-a-shot-away“ den Bürgerkrieg zumindest wütend imitieren.


    Aber heute ? Angeblich leben wir heuer in der schlimmsten, dreckigsten, undemokratischten und rassistischten Welt aller Zeiten und was läuft im Radio ? Eine Shirin David hält ihren Allerwertesten mal wieder in die Kamera und Farid Bang & Capital Bra betreiben „Kampfsport“.

    .........


    Genau es sollen 16 gleichmäßige Schläge sein und durch den kleinen Zeigefinger kann ich die Kraft bestimmen damit auch jeder Schlag gleich laut ist. Hier ein 30 Sekunden Video aus einer besseren Sicht mit 4/4 Takt und 4 Schläge pro Takt eingestellt, ist das immer noch falsch? 🤷‍♂️


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    Ich will mich hier nicht intensiv einklinken, aber die Notenwerte, die du hier im zweiten Video spielst, sind weder 8tel, noch 16tel, Sondern 32tel. Zwar kommt der zweite Schlag deutlich leiser und ungenauer, aber es sind nunmal 32tel.


    Du spielst auf den achtel Betonungen jeweils 2 x 32tel. Das ist zwar irgendwo auch gleichmäßig, aber eben nicht gleichmäßig über den gesamten Takt verteilt.


    Du spielst 2x32tel, lässt eine Lücke von zwei 32tel, d.h. 1/16, um dann wieder 2 x32tel still zu spielen. so kommst du insgesamt auf 16 Schläge, aber eben nicht gleichmäßig verteilt, sondern du spielst 16/32tel ingesamt.


    Würdest du mit der linken Hand bsp. die Lücke mit 2 x32. ergänzen, hättest du einen wunderschönen Double Stroke 32tel Roll.


    Von daher: hol dir mal eine Metronom App, bei der du Viertel, achtel und sechzehntel einstellen kannst. Damit bekommst du ein Gefühl für die verschiedenen Notenwerte beziehungsweise Subdivisions. Du wirst dann relativ schnell merken, was sechzehntel genau sind. Du hast noch kein Gefühl für Subdivisions entwickelt, das ist nach drei Wochen aber auch noch kein Wunder.


    Aber du kannst dir trotzdem ein wenig auf die Schulter klopfen. Wenn auch ungewollt hast du dir gerade schon den grundsätzlichen Bewegungsablauf für den Double Stroke - zumindest in Ansätzen - beigebracht. Dieser besteht nämlich exakt aus einer arm- bzw. Hand- Bewegung, bei der man dann den zweiten Schlag entsprechend auf kurze Entfernung aua dem Handgelenk oder den Fingern nachsetzt, am besten mit Ausnutzung des Rebound.


    Später wirst du dann feststellen, dass man den 2ten Schlag viel deutlicher Akzentuieren musst, um eine gleichmäßige Schlagbewegung hin zu bekommen. Der Doppelschlag besteht nämlich nicht aus dem ersten Schlag als Hauptschlag und einem lediglich nachFedern des zweiten, - diese Technik führt immer zu unbefriedigenden Ergebnissen -. Der Doppelschlag erfordert zwei gleichmäßige Schläge pro Hand. Auch der zweite Schlag sollte daher richtig "ausgeschlagen" werden., wenn auch mit einer leicht anderen Technik . Dies bekommt man - psychologisch - am besten hin, wenn man sich als Akzent auf den zweiten Schlag konzentriert. Aber da wirst du dann noch von selbst hinkommen.


    Jetzt gilt es erst einmal, ein Gefühl für die verschiedenen Notenwerten zu bekommen, sprich für Viertel, achtel und sechzehntel. Und diese Notenwerte dann mit einer halbwegs flüssigen Bewegung hinzu bekommen.

    Bei Openair und unabgemikt gilt der alte Film-Titel: "Gone with the wind", daher:


    Snare: Emperor x oder Emperor x Black Suede: Du brauchst Volumen und Sensible Ansprachen ala Ambassador oder andere Feinschmeckereien kannst du openair ohne Mics in die Tonne treten.


    Toms: klarer Tip: mach die Resonanzfelle ab und spiel einfellig, so bekommst den Attack, den du in dem Akustik-Surrounding brauchst. Auch hier eher schwerere Felle, in jedem Fall klare wegen des besseren Attacks.


    BassDrum: so gut wie keine Dämpfung, diese nur soweit, als dass Basketballspieler mitmachen wollen, wenn du kräftig genug spielst, halte das Reso geschlossen, ansonsten normal mit Loch, auch hier würde ich lieber auf klare felle setzen wegen des grösseren Attacks.

    Also ich find speziell das Police-Cover extremst gelungen, grade weil nicht alles 1:1 kopiert wird und trotzdem alle Fills, Breaks und insgesamt das ganze Feel 100% passen. Sowas ist ja meistens sogar anspruchsvoller, weil man das erst kann, wenn man den Song bzw. den Stil grundsätzlich "verstanden" bzw "gemasterd" und eben nicht bloß nachgespielt hat.

    Kann auch das mit dem "Kämpfen" nicht nachvollziehen, im Gegenteil: Es stellt sich der Einruck ein, als wenn der hier "Drummierende" (so ist es glaub ich neuerdings nach Gender-Sprech befohlen) locker jederzeit noch ne Schippe drauflegen könnte. Klingt alles herrlich frisch, wirklich toll !!

    .........

    Und wenn es extrem schnell zur Sache gehen soll, da nehme ich 5A Sticks von Vater.Weil je dicker der Stick, desto schneller kann man spielen..........

    Bevor Missverständnisse aufkommen ( ansonsten müsste jeder Drummer am Ende 2B-Sticks spielen):


    Jeder Drummer hat Stick-technisch einen gewissen individuellen Toleranzbereich, der bestimmt wird durch die wesentlichen Paramter wie Handgröße und Stick-Haltung bzw. Schlagtechnik.


    Im Rahmen dieses Toleranzbereiches allerdings – das stimmt – ist der möglichst dickste Stick in der Regel Fall auch der beste, da er die größte Laufruhe, Stabilität der Schlagbewegung als auch die meiste kraftsparende Power hat.

    Ja, jede ungewohnte Körperbewegung kann natürlich anfänglich zu Verspannungen führen, das allein wäre jetzt nicht ungewöhnlich.


    Vielleicht hilft das ein wenig:


    - French Grip ist im wesentlichen wirklich ne reine Fingertechnik und ungeeignet für Wirst/-Handgelenks-Schläge: Das HG funktioniert in dieser Haltung nicht vertikal. Daher wirklich nur Fingerbewegungen, keine Wrist-Shots.


    - Anfänglich sollte man alle Übungen gleichmäßig und langsam machen, ersteres ist viel wichtiger als zweites. Und ruhig auch alle Finger einzeln einbeziehen, statt alle immer zusammen.


    - Ruhig auch nicht nur auf Snare oder Pad spielen, auch auf anderen Spielflächen mit weniger Rebound: Da der Rebound nicht so schnell kommt, hat man mehr Zeit, die Schläge langsam zu machen und den Köper langsam dran zu gewöhnen, ohne sich am Anfang zu überfordern. Ausserdem trainiert es etwas die Ausdauer.


    - Nicht zu schwere Sticks nehmen: Was im normalen Trommel-Trubel okay erscheint, kann sich bei Technikübungen dann doch als zu schwer entpuppen.Daher: Nicht gleich die Sticke wechseln, wenns nicht klappt, aber schon drauf achten, ob man gewichtsmäßig die Finger nicht überfordert.


    - Und: Nicht den Griffpunkt Zeigefinger/Daumen zu stark anspannen. Teilweise neigt man beim French Grip schnell dazu (Gerade am Anfang ), den Stick dort geradezu "festzuschrauben", weil er einem insgesamt zu lose erscheint. Aber die zu feste Haltung des Sticks an der Stelle tötet den FrenchGrip ab, der ja davon lebt, dass der Sticks frei schwingen können. Grade beim Spielen auf Toms ist das dann oft der Tod im Topf: Viele denken, dass sie einfach fürs Setspielen nicht genug Übung haben oder der schwächere Rebound der Toms dafür verantwortlich ist, dabei ist es nur der Stick bzw die Hand, die beim Übergang auf die Toms wegen der unsicheren Haltung schnell "zu macht" und ab da keine vernünftige Bewegung mehr zulässt.

    Ich muss gestehen, dass ich diese ganze Firmen-Nummer bei Sticks nicht recht nachvollziehen kann: Die Sticks von einer Firma haben doch keinerlei einheitliche identitätsstiftende Gemeinsamkeit - bis auf den Aufdruck.


    Die Verarbeitungsunterschiede mögen bei manchen Firmen zuweilen mal schwanken, die Qualitätssicherung mag bei manchen Firmen über die Jahrzehnte auch mal schwach gewesen sein (Stichwort "Perfect Match" mit Unterschieden von bis zu 10 g) aber sonst ? Im übrigen gab und gibt es das doch bei allen Firmen immer mal wieder.


    Von daher: Was ist denn für Vic Firth typisch und für bsp. Promark nicht ?


    Die einzige Identität meine ich bei RegalTip ausmachen zu können: Einerseits wegen des Lacks (das muss man aber auch mögen) , andererseits kann ich eigenartiger Weise mit ALLEN RegalTip ordentlich spielen, egal ob 7A oder 2B. Ich führe das auf ein bestimmtes einheitliches Verhältnis Taper-Länge/Dicke des Sticks zurück, das ist aber - weil nicht überprüft - noch pure Spekulation.


    Aber ansonsten halte ich Äußerungen von: "Vic Firth ist besser als Promark oder Rohema" oder "Mit xyz komme ich durchweg besser klar als mit zyvx für - gelinde gesagt - inhaltsleer.

    PaisteDrummer95 Dann würde ich dabei bleiben. Es hat doch keinen Sinn sich etwas beizubringen, was keinen Nutzen bringt und nur Quält.

    Ja, hab’s auch aufgegeben, vor allem da ich weiß, dass mein German Grip gut ist (hat mir mal ein Schlagzeuglehrer in ner Probestunde gesagt).

    Ach, man sollte allem eine Chance geben und sich intensiv auch mal mit dem beschäftigen, was anfangs etwas sperrig ist.


    Ich halte den French Grip als Universal-Grip, insbesondere bei grösseren modernen Sets auch für vollkommen deplatziert und gerade bei Anfängern sogar für etwas gefährlich, er hat aber doch bei bestimmten Sachen unbestreitbar seine Berechtigung und da auch seinen ganz eigenen Charme: Insbesondere aber habe ich durch Beschäftigung mit dem French Grip unheimlich viel gelernt über Finger Technik, was ich dann beim German Grip entweder direkt anwenden bzw übernehmen konnte bzw viel besser hinsichtlich der Unterschiede verstehen konnte, sodass sich meine Finger-Control beim German Grip extrem verbessert hat.


    Schreib den French Grip daher nicht völlig ab: er ist ein Verführer, aber wenn man ihn in seine Schranken weist, ein gute Leiterstufe. Und bzw Leiterstufen gilt: nur die, die man unter und hinter sich lässt, lassen einen hoch hinaufsteigen.

    Ich denke, es ist so, wie von einigen ja hier auch schon beschrieben:


    Es ist zunächst eine "Feeling"-Sache. Wer den Traditional-Grip spielt, sitzt anders am Set, fühlt sich lockerer und lässiger. Der Effekt ist nicht zu unterschätzen. Ich stell den bei mir jedenfalls fest.


    Manche Sachen macht man beim Traditional auch intuitiv anders und besser: Der Stick bleibt immer dichter am Fell und die Drehbewegung der Hand ist intuitiv leichter spielbar als der in Sachen Bewegungsablauf im Verhältnis etwas aufwändigere German Trip.


    Und Dave Weckt wies in seiner letzten Online-Session nochmals auf einen weiteren Vorteil hin: Mit Traditional kann man unbestreitbar leichter softere Sachen spielen, den Tip mehr einbinden und dynamischer agieren.


    Letztlich ist der Traditional, grade bei lauterer Spielweise und größeren Sets auf Grund des dann doch eingeschränkten Radius aber mE etwas antiquiert. Er ist ja auch aus der Not geboren und fürs Set übernommen wurde, und das in einer Zeit, wo es bsp. das "High"-Hat noch gar nicht gab, sondern nur den "Low-Boy". Für openHander ist er eh' Käse und kontraproduktiv, da man sich die gewonnene Freiheit mit der rechten Hand mit dem Traditonal ja wieder zunichte macht. Ich kenn keinen Openhander, der dauerhaft Traditional spielt, weder Cobham, noch Lenny White, auch Sir Simon nicht, es macht auch einfach keinerlei echten Sinn.


    Und Lexi's Einwand mit der Sitzhaltung wiegt auch einigermaßen schwer: Alle diese Drummer sitzen tatsächlich nach links unten gebeugt und haben iE Haltungsschäden. Im übrigen haben wohl sowohl Weckl. Colauita als auch Gadd sich letztens über die Spätfolgen des Traditional wohl beklagt und ausgetauscht (in irgendeinem Internationalen Drummerforum wurde das jüngst diskutiert, weiß nich mehr wo). Diese Drehbewegung unter schwerpunktmäßiger Einbeziehung des Daumensattelgelenks scheint nach Jahrzehnten dann doch seinen Tribut zu fordern.


    Entscheidendes Contra für mich persönlich ist aber einmal der Setaufbau, insbesondere die Snareposition, die mE bei dem Traditional einfach anders sei muss als beim German Trip etc.. Ein Setaufbau, der für beide Grips gleichermaßen funktioniert, ist irgendwie mit Fisch nicht Fleisch. Und es ist einfach ein schon andere Technik, die natürlich auch so geübt werden muss. Man braucht viel Zeit dafür, mit beiden Techniken auf einem Level zu sein.


    Ich sehe es einfach an als ein Tool mehr im Werkzeugkasten.

    Meines Erachtens ist die Griffhaltung beim Traditional schneller, besser, als auch Gesundheitsfreundlicher, die nicht den Bereich Zeigefinger-Daumen ins Zentrum setzt, sondern vielmehr den Stick aufhängt zwischen Mittelfinger und Ringfinger und dort ein Fulcrum bildet, sodass der Stick tatsächlich pendeln und sich in der Kuhle zwischen Zeigefinger und Daumen relativ frei bewegen kann, um von dort den Schwung aus Hand und Arm zu kontrollieren.

    Sprich du verlagerst das Fulcrum zwischen Mittel -und Ringfinger? Irgendwie kann ich mir das gerade überhaupt nicht angenehm vorstellen, damit tötet man doch den Rebound ab, oder? Gibts irgendwas wo man das gut sieht?


    lg

    Exakt. Das Gelenk wird von Mittelfinger und Ringfinger gebildet. Der Stick kann so wirklich an beiden Seiten auf und ab pendeln und ist sehr frei. Mit dem Daumen wird über die dann typische Drehbewegung des HG die Pace gemacht und die Kontrolle ausgeübt.


    Mit der StickHaltung und der Technik kann man mühelos bsp 16tel bei 100/105 bPM spielen. Und zugleich bleibt das HG und der Stick immer frei beweglich und es tritt keine Verkrampfung im Daumensattelgelenks-Bereich ein..


    Manchmal ärgert es mich glatt, Dass ich open-hand Spiele und der Grip bei meiner rechten Hand so wenig Sinn macht.


    Video bei YT wüsste ich jetzt auf die Schnelle keins. Ich habe die Technik seinerzeit von einem englischen Militärdrummer gezeigt bekommen, da dachte ich noch, dass Trad. immer so gespielt wird, bis ich dann später festgestellt habe, dass die meisten traditionell den Stick eher schwerpunktmässig zwischen Daumen und zeigefinger klemmen, wie hier auch im Start-Post zu sehen.


    Zwei Ergänzungen muss man aber noch machen:die Technik ist ein ganz klein wenig leiser als die Standard Technik und man sollte sich eventuell das Mittelglied des Ringfingers tapen, weil dort relativ Schnell Blasen entstehen können.


    Am Ende ist aber die schnellste und und müheloseste Technik, die ich kenne. (Wenn es sich zeitlich ausgeht , Versuch ich mal, ein kurz Video davon zu machen).

    Gutes Video. Aber: viele Wege führen nach Rom, so auch beim traditionellen Grip:


    Meines Erachtens ist die Griffhaltung beim Traditional schneller, besser, als auch Gesundheitsfreundlicher, die nicht den Bereich Zeigefinger-Daumen ins Zentrum setzt, sondern vielmehr den Stick aufhängt zwischen Mittelfinger und Ringfinger und dort ein Fulcrum bildet, sodass der Stick tatsächlich pendeln und sich in der Kuhle zwischen Zeigefinger und Daumen relativ frei bewegen kann, um von dort den Schwung aus Hand und Arm zu kontrollieren.


    Die andere Technik, wie in deinem Video, welche - ausgehend vom Standard - den Daumen betont wie die schottischen Drumcorps oder Tony-Williams, Führt meines Erachtens auf Dauer zu einer zu grossen zBelastung des Daumensattelgelenks, d.h. die Verbindungsbereich von Zeigefinger und Daumen. Die andere Technik ist zwar vom Griff her anfänglich etwas schwieriger, ist aber - richtig angewandt - hervorragend geeignet, mühelos relativ schnell zu spielen.

    Ein unboxing-Stick-video ? ........ echt ?


    Zu den Rohema "Speed Sticks":


    Sticks mit Aussparungen bzw Kerben sind nicht neu, Zildjian hat das schon (Trilok Gurtu Sticks ) und Promark hat das bei den Bob Gatzen Signature Sticks. Durchgesetzt hat es sich nicht, man kann auch keinen effektiven Zuwachs an Speed feststellen.


    Die jetzigen Rohema sollen aber auch eher dafür gemacht worden sein, in Verbindung mit einer abgeänderten Stickhaltung für Geschwindigkeitszuwächse zu sorgen:


    Die Idee ist wohl - wie Andre Gilmann in einem Video zeigt - den Stick an der Einsparung zwischen Zeigefinger und Mittelfinger zu halten:


    Aber auch diese Idee ist nun erstens nicht so neu und zweitens ohnehin etwas umständlich: ohne das Tapen der beiden Finger kann man der Blasenentstehung an den sensiblen Stellen gewissermassen beim Wachsen zusehen (das betont Gillmann bei seinen Videos auch).


    Entscheidend ist aber, dass diese Stickhaltung noch volatiler ist als der French Grip - mit allen damit einhergehenden Folgeproblemen - und insbesondere beim Double Stroke einfach der Druckpunkt fehlt, um den Stick kontrolliert nach unten zu "pumpen": der Grip ist vorne einfach zu lose. Und versuche ich ihn fester zu fassen, würgt man ihn noch schneller ab als beim French Grip. Es ist halt unglücklich, wenn die Finger, die für die Verarbeitung des Rebound da sind, gleichzeitig die Haltepunkte sein sollen.

    Dürfte doch wohl das Roland TD-1 gemeint sein, oder ?


    Das hat am Modul einen gesonderten Line-In für Smartphone, Laptop oder ähnliches für Playalong-Sachen, hat eine gesonderte "Coachfunktion" und - wenn ich mich recht erinnere - auch schon 10 oder 15 Songs vorprogrammiert zum Play-along.

    Meines Erachtens ist das "Unwohlsein" einiger, die das Video kritisch sehen eher Ausdruck dessen, dass Behinderte eben nicht wie all anderen Menschen gesehen werden.

    +1000 :!:

    1. Etwas steile These, oder ? Weil ich den Zweiarmigen, der den Einarmigen imitiert, uncool finde, habe ich Probleme mit Einarmigen ? Bei dieser Logik streike ich. Im Ausmaße seiner Unlogik erinnert es etwas an den alten Klassiker "alle Menschen sind sterblich / Sokrates ist ein Mensch / alle Menschen sind Sokrates".


    Die Begründung ist auch im übrigen bereits deshalb krumm, weil ja gerade der Drummer selbst bei Hereinstellen des Videos bewusst auf der Klaviatur des Besonderen und der Aufmerksamkeit spielt, indem er einen Einarmigen imitiert. Er ist es doch, der die Unterschiedlichkeit, das Besondere herausstellt; auf diesem Effekt basiert doch sein Video, wieso ist jetzt der kritische Betrachter derjenige, der Probleme haben soll ?


    2. Und deswegen halte ich das Video - ganz sachlich und ohne Empörung - für eine Clowns-Nummer. Und zwar deshalb, weil es in seiner ganzen bunten Jahrmarktschreierei exakt das Wesentliche verpasst, die Besonderheit von behinderten Menschen und ihrer Leistung verwischt, verwässert und den Unterschied unkenntlich macht.


    Denn der entscheidende Unterschied zwischen ihm und Rick Allen und allen anderen Drummern oder Musikern mit einem echten Handikap oder auch allen Anderen mit "nur" einem Handicap:


    Die Bedeutung des Gelingens und die Verzweiflung, wenn es ausbleibt.


    Wenn Kyle SchwupsiWuppsi es nicht hinbekommen hätte, die Nummer einarmig zu spielen, hätte er (ich übertreibe jetzt bewusst) einfach seine Sticks eingepackt, wäre bei Mami zum Frühstück aufgeschlagen, hätte seinen Bio-Brei gegessen, sich die nächste Haar-Tönung geklaut und hätte beschlossen, ab morgen wieder zweihändig zu spielen. Das Video - seines Scheiterns - wäre zudem wohl nie erschienen.


    Für Rick Allen und alle andern Behinderten geht es jedoch - und jetzt wird dann doch ernst - um etwas völlig anderes: hier geht es nicht um Tricks, um Show, um bunte Haare, Sticktricks oder Clicks, ein "Seht-her-was-ich-kann-alles- nur- mit-einem-Arm":


    Die spielen - so pathetisch es auch klingen mag - um ihr Leben beziehungsweise um ihr Seelenheil. Denn das Gelingen. bzw das Scheitern spielt sich bei diesen Menschen auf einer ganz anderen essentiellen Ebene ab. Das Gelingen dessen, was sie wollen, ist bei diesen Menschen der Triumph über die Behinderung selbst und nicht nur ein "Nice-to-Have" wie bei "ich-habe-die-Haare-Schön-Kelly".


    Und weil er exakt diesen Unterscheid in die Tonne tritt mit seinem Video, deswegen mag ich es nicht.


    Und das hat mit Problemen mit Behinderten bzw. Schwierigkeiten, "sie zu sehen wie alle anderen", überhaupt nichts zu tun, ansonsten hätte jedenfalls ich weitere 6 Jahre mit meiner damaligen Lebensgefährtin nach deren Motorradunfall inkl. Verlust von Arm und Bein nicht hinbekommen - und andere in vergleichbarer Situation auch nicht.


    Wie gesagt: kein Grund für Empörung, das gibt es wirklich wichtigeres als ein Drummer, der meint, eine Zirkusnummer darbieten zu müssen, aber bitte nicht die Nummer auch noch umdrehen und kritische Zuschauer ins Fadenkreuz nehmen.

    Wäre aber interessant zu wissen, was die ganzen Leute, die mit diesem Video kein Problem haben, ansonsten von "Cancel Culture" bzw. kultureller Anmaßung halten.

    Da es bei diesen Begriffen eigentlich ausschließlich um kulturelle Aspekte dreht, sehe ich da zunächst mal keinen Zusammenhang.

    Wir brauchen den Schwerpunkt der Diskussion jetzt nicht darauf zu legen, aber trotzdem: Ja eben.

    Bei kultureller Aneignung gehts doch um alle Aspekte der Übernahme und Verwertung bzw. Ausnutzung von kulturellen Eigenarten oder Ideen oder Leistungen, die einer benachteiligten Minderheit entstammen. Und hier geht es um die musikalische Idee/Leistung eines körperlich Gehandicapten.