Beiträge von Seelanne

    Sorry, David,, ich komm gerade nicht mehr ganz mit:


    Du hattest bislang in Deiner Historie laut deinen eigenen Angaben in erster Linie Schwermetall am Start, Angefangen von Paiste Rude über Saluda Metal über Samsun Heavy Crashs bis hin zum Dream Bliss Gorilla Ride, so ziemlich dem undymamischsten und schrillsten Ride Becken, was ich jemals gehört habe. (Ich kann mich noch an deine Begeisterung für dieses Ride gut erinnern).


    Jetzt auf einmal schwärmst Du aber vom Wash, kritisierst, dass die üblichen Firmen "die Glocke nicht aus dem Wash herausbekommen", und outest Dich mittlerweile als Fan von Cymbals, diese so ziemlich exakt das Gegenteil von alldem darstellen, was du dein ganzes Leben lang gespielt hast und von dem du bislang völlig überzeugt warst.


    Bei dir ist immer alles so absolut - und wenn ich eins schon sehr früh gelernt habe in meinem Leben: dass es Absolutheiten halt nicht gibt.


    Lass uns daher doch einfach feststellen, dass sich Geschmäcker über die Jahre im Drummerleben erheblich verändern und alle Vorlieben für irgendwelche Sounds immer nur Momentaufnahmen unserer Reise durch die Welt der Töne und Klänge darstellen.


    Von daher sich dann auch sämtliche Attitüden wie "xyz sind die besten Becken /Trommeln der Welt. Period!" immer mehr oder weniger grünschnäbelig-spät-pubertär ausnehmen müssen.


    Desgleichen gilt für die Becken Firmen: ich bezweifel bei Deiner persönlichen Drummer-Historie und deinen bisherigen Vorlieben einfach, dass du deren gesamtes Portfolio in ganzer Pracht schon einmal ausreichend live gehört hast.


    20jährig waren die Paiste 2002 und 602 für mich die besten Becken der Welt, mit 30 die Paiste Signature, mit 35 die Zildjian K Custom, mit 40 waren es die Paiste Dark Energy und heute würde ich wohl die Sabian Complex auf den Thron setzen wollen.


    "Ja mei", würde der Kaiser wohl dazu sagen: "Gehts halt 'raus und spuilts die Schinellen ".

    Also Stil-prägend ist für mich der Schlagzeuger, der das Schlagzeugspiel erweiterr und verändert.


    Copeland ist in der Hinsicht definitiv Stil- prägend, nach ihm hörte sich das Schlagzeugspiel anders an, als vor ihm. Die Hihat und Splash-Licks hat man vorher in dieser Form nicht gehört, nach ihm sind diese Elemente gewissermaßen zum Standardrepertoire des modernen Drummens geworden. Er hat dem Schlagzeug Spiel eine neue Dimension hinzugefügt.


    Stilprägungen müssen im übrigen nicht von Drummern selbst kommen. Die Hip-Hop Grooves von J.Dilla mit ihrem uneindeutigen "in-between-Delay-Touch" haben auch Einzug

    gehalten ins moderne Drummen.


    Ansonsten ist es zunehmend immer schwerer, Stilprägungen in Hinblick auf Ursache und Wirkung einzuordnen. Ist ein Drummer wie Youssef Dayes jetzt nun Ergebnis moderner Stilprägungen oder Selber stilprägend ? dasselbe mit Eric Harland & co.


    Letztlich ist die Einordnung wohl aber auch nur von theoretischer Natur und etwas für Musik-Historiker oder Journalisten bzw Fans. Habe jedenfalls noch nie von einem Drummer, der tatsächlich Stilprägend war, gehört, dass er sich darauf was eingebildet hat oder es ihn auch nur interessiert hat. Musiker machen einfach ihr Ding, die Bewertung können dann andere vornehmen.



    Je nachdem, welche Schlagtechnik du verwendest, geht das Handgelenk beim zweiten Schlag ja auch runter:


    1. Wenn man die Moellertechnik nutzt, geht die Hand nach dem 1ten Schlag nicht nach oben, sondern der Unterarm. Weil das Handgelenk aber locker ist und dieser Bewegung nachfolgt, entsteht die bekannte Peitschenbewegung, bei der das Handgelenk nach unter abknickt und so tatsächlich den 2ten (oder 3te oder 4ten Schlag) "nach unten" ausübt. (Nach der reinen Moellertechnik ala Chapin sind die Finger dabei nur Sekundanten).


    2. Wenn man die Finger-Gladstone-Technique anwendet, geht das Handgelenk ebenfalls ja nicht gesondert nach oben.


    3. Wenn man dagegen PushundPull anwendet, wird der zweite Schlag initiativ mit den Fingern ausgeübt, nur der erste wird mit/"aus"dem Handgelenk gemacht, wobei die Hand sich gewissermassen öffnet. Beim zweiten Schlag schließen sich die Finger und drücken den Stick wieder gegen das Fell während das Handgelenk wieder nach oben drückt (kluger Weise sollte man hierbei gleichzeitig auch die Unterarme beteiligen bewegen, da ansonsten zu viel Arbeit auf den Handgelenken liegt). Edith: ganz genau betrachtet geht das Handgelenk aber auch dabei nicht "nach oben", sondern kehrt einfach in die Ausgangsposition zurück, d.h. In die Waagerechte).


    3. Viele Drummerverwenden allerdings eben eine Mischform aller Techniken, bei der durchaus nach einigen Schlägen der unterArm - um Schwung zu holen - nach oben gezogen wird und das Handgelenk dabei nach unten mehr oder weniger abklappt und trotzdem die Schläge dazwischen initiativ von den Fingern ausgeführt wird, das Handgelenk ist da gewissermaßen nur eine Unterstützung. Wenn man's richtig anpackt, hat man so das Beste aus allen Welten: den Schwunggebenden Unterarm, das freie Handgelenk und die schnellen Fingerbewegungen.


    Die konkrete Ausprägung ist dabei eine individuelle Bewegung, die jeder seinen Bedürfnissen anpassen muss.


    4. Egal welche Technik man aber nun favorisiert, kann man den gewünschten Bewegungsablauf bei den FolgeSchlägen sehr gut einüben, wenn man ihn langsam auf einem Handtuch oder einem Kissen spielt Oder sonst auf einer Unterlage, die keinen Rebound hat.


    Ziel ist hierbei aber nicht irgendwelche Ausdauer, Kraft oder Geschwindigkeitsübungen:


    Der Witz besteht darin, dass man ohne Rebound genug Zeit hat, den richtigen Bewegungsablauf einzuüben, da man nicht gezwungen ist, den Stick sofort zu verarbeiten. Der Stick bleibt ja nach dem ersten Schlag ohne Rebound unten, so dass ich genug Zeit habe, gewissermaßen in Zeitlupe mir den zweiten Schlag bewegungstechnisch zu erarbeiten und dann über Muscel memory zu verstetigen und dann zu steigern. Ich lerne, die Schläge tatsächlich mit den Fingern aus zu schlagen und dabei lerne ich dann gleichzeitig auch die richtige Handgelenks- und unter Armbewegung.


    5. So kann man dann auch vermeintliche Fehlerquellen leicht ausmachen und korrigieren. Der Versuchung, auch den zweiten Schlag mit dem Handgelenk auszuführen, erliegt man beispielsweise ja meistens nur dann, wenn man den Stick zu fest hält. Ist der Stick relativ locker, bringt die Handgelenksbewegung ja keinen Effekt, so dass man dann automatisch auf die Finger zurückgreift.

    Man kann den Trainingseffekt dabei auch künstlich steigern, indem man den Haltepunkt zwischen Zeigefinger und Daumen völlig öffnet beziehungsweise den Daumen unter den Stick legt. Dann müssen automatisch die drei hinteren Finger die Arbeit machen. Wenn man den Stick am Zeigefinger am mittleren Gelenk an den Stick anlegt, kann man auch den Zeigefinger noch unter den Stick bringen und nicht einfach nur an der Seite rum hängen lassen.


    PS: in mittleren oder langsamen Geschwindigkeiten spricht aber auch nichts dagegen, Doppelschläge mit dem Handgelenk auszuüben. Im mittleren und langsamen Tempi hat man allerdings auch genug Zeit, die unterArme zu beteiligen, das hilft einerseits in Sachen Timing (je größere Muskelpartien beteiligt sind, desto sicherer bleibt das Timing), zum anderen wird den Handgelenken so Arbeit abgenommen.

    Naja, jetzt lasst uns mal die Kirche hinsichtlich der Ursachenforschung im Dorf lassen. Wer bei Sonor eventuell wann welche FehlEntscheidungen getroffen hat, dürfte uns im Detail nicht bekannt sein, das sind alles letztlich nur Spekulationen.


    Der Aufbau des Produktportfolios und dessen Bezeichnung dürfte bsp. hier weniger maßgeblich sein, das ist eigentlich sogar noch halbwegs übersichtlich, wenn es danach ginge, dürfte - aus meiner Sicht - Pearl bsp die letzten 20 Jahre vor lauter BLXXYZ-Master(-works)-Reference-Utlitiy-Sessions-Elite-Quark (und das alle 3 Jahre neu), kein einziges Schlagzeug mehr verkauft haben. Das Chaos und die Hektik des beständigen Umbaus des Portfolios haben alle anderen Firmen auch zu verzeichnen und ist eher Anzeichen der allgemeinen Marktverwirrung denn ein Ausdruck des individuellen Versagens.


    in Deutschland/EU sind halt in zunehmendem Masse und mit galoppierendem Fortschritt in den letzten 20 Jahren so gut wie alle wegweisenden Gesellschafts- und wirtschafts-politischen Entscheidungen in den Sand gesetzt worden, da kann es dann halt nicht ausbleiben, dass ein kleines mittelständisches Unternehmen mit grade mal 40 Mitarbeitern - zudem in einer Nischenbranche - in schweres Fahrwasser gerät.


    Branchenintern ist es für Sonor natürlich auch in den letzten 20 Jahren allein deshalb schwierig geworden, da man am amerikanischen Markt an aufstrebende DW und wiedererstarkte Gretsch erhebliche Marktanteile abgeben musste und (nach Yamaha und Tama) weitere Asiaten einfach in Sachen Qualität nicht nur nach oben gegangen sind, sondern sich dann nun auch nimbusmäßig dort endgültig etabliert haben.

    (Pearl ist halt nicht mehr nur der Hersteller des Exports und auch schläfrige Mitglieder unserer Zunft haben mittlerweile irgendwo mal klingeln gehört, dass jedenfalls in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis eigentlich jeder Drummer ein gebrauchtes Mapex Saturn III kaufen müsste). Im übrigen sind hunderte kleine Nischenhersteller dazu gekommen, die jede Menge "Premium Qualität" im heimischen Hinterhof zusammen-basteln.


    Aber die Niederlage ist halt immer Vollwaise und zur Adoption freigegeben, Eltern hat nur der Erfolg.

    Das hört sich alles wirklich nicht gut an.


    Aber wir müssen uns wohl insgesamt drauf einstellen, dass - um im Bild zu bleiben - die Musik - in gewisser Weise ja schon seit längerer Zeit - nicht mehr in Europa gespielt wird. Die Gründe sind derer vieler - bzw. eigentlich nicht, aber gehören hier nicht her.

    Bin kein Rogers-Experte, aber Ich meine mich zu erinnern, dass es darauf ankommt ob auf den großen R-Badges "USA" steht oder nicht. Wenn nicht, ist es ein billig-Teil. In jedem Fall wohl frühestens 80iger Jahre angesichts der Kesselgrössen.


    Ich tippe auf ein Modell von 1984 bis 1998 aus der "Island Music-Phase" (Billig Import-Serie) Dazu würden dann auch die Raker-Meinl Becken passen.

    Ich habe ja ehrlich gesagt noch nicht erlebt, dass ein Amba Coated bei einer Snare nicht geht. Von der aus kann man ja mit Dämpfung so ziemlich alles machen soundtechnisch. Und wenn das Fell bei ganz offener Spielweise (zum Rand hin) die Obertöne aktiviert, ist das manchmal ganz großes Kino. Ich habe es auf allen meinen Snares drauf. Vermisse nichts.

    Hm, das kommt meiner Meinung nach schon sehr auf die Raumakustik und den gewünschten Sound an:


    Ich habs sehr oft erlebt (und erlebte es gewissermaßen 3 Jahre lang jede Woche immer wieder in einem momentanen Dauerproberaum), dass ein Amba einfach zu lasch ist und im Bandkontext bei den konkreten Raumakustiken einfach nicht genug trägt - und insofern "nicht geht". Da muss dann was anderes her. Abgemikt mag es eventuell der Goldstandard sein, aber live im Natursound würde ich das nicht unterschreiben.


    (Wobei ergänzt werden kann, dass etwaig 2lagige Felle auch nicht immer den Effekt bringen, den man sich erhofft, insbesondere, wenn man mit einer bestimmten Stickstärke und Technik spielt. Da würde ich mich fast zur Regel versteigen, dass alles, was nicht mindestes 5A ist oder etwas kräftiger spielt, bei 2lagigen (Snare-) Fellen nicht optimal passt)


    Zur Abrundung:

    Aquarian vs Evans vs Remo: 62 heads - ULTIMATE Snare Head Comparison - Timpano Percussion
    Learn more about this item on our website: http://www.timpano-percussion.com/us/search/14+head/Follow us on facebook: http://www.facebook.com/timpano.percuss...
    youtu.be

    Bei mir gabs:


    22" Paiste Twenty Custom Full Ride (schließt die Lücke zwischen dem 22' Dark E. MK2 und dem 22' Anatolian Natural Ride)

    - selbst in der Bucht geschossen -


    10" Paiste PstxX Splash - Geschenk

    505 Vic Firth Rute - Geschenk

    3 x Vater Sticks (808 Jay Weinberg, 9 A und 3A Fatback) - Geschenk zur Abrundung meiner Reise durch die Stick-Welt

    Seltsam auch, dass keiner der drei genannten DrummerInnen weibliche Vorbilder gehabt haben will: Mir allein fallen aus der Hüfte 10 SchlagzeugerInnen der ersten Garde ein, mindestens eine davon würde als eine meiner persönlichen "Heroes" erachten.

    Ich denke mal, dass in Bezug auf ein Vorbild weniger das Geschlecht für die drei Damen im Vordergrund gestanden hat, sondern die Leidenschaft zum Instrument. Sie sind, so hoffe ich, nicht damit angefangen, weil es ihnen eine Frau vorgemacht hat. Schließt ja nicht die Tatsache aus, dass sie sich nicht Stilistisch an einer Drummerin orientiert haben. Dinge die man eigentlich trennen sollte. Vorbild ja, aber unabhängig vom Geschlecht.

    Ja, darum gehts doch gerade:


    Der Artikel suggeriert aber eben etwas völlig anderes: Da ist die Rede von "Vorbildern", "Vorreiterrollen", "Sensation" und dass das doch "so wichtig wäre".


    Die Realität sieht aber offensichtlich völlig anders aus, nichts davon ist wichtig: Alle 3 Damen haben offensichtlich nach eigenem Bekunden selber überhaupt keine weiblichen Vorbilder gehabt bzw gebraucht - und dies zudem nicht deshalb, weil es theoretisch keine gäbe.


    Ergo: Es gibt DrummerInnen, die ganz wegen der Musik und des Instrumentes ihren Weg gehen, so wie Jungs auch, ohne entsprechende Geschlechter-Vorbilder, ohne alles. (Und im übrigen gäbe es ohnehin genug Vorbilder)


    Nur passt das eben nicht ins journalistische Framing und Gender-Narrativ. Deswegen nimmt sich das Zitat von Lizzy S. ja auch so pardox-absurd aus: "Es wäre schön, wenn man über Stile sprechen würde oder über Kunst. Aber stattdessen wird immer gesagt: Du bist ja eine Frau, erzähl mal."


    Exakt: dieser Artikel macht aber genau das.

    Scheint aber wohl nur deshalb Instrument des Jahres geworden zu sein, um ein hinlängliches Gesellschafts-Thema zu pushen: wie wir lesen, ist wohl weniger das Instrument das interessante Thema , sondern die "Frau am Schlagzeug".


    Immerhin: "Lizzy Scharnorfske möchte gerne über andere Themen reden". Super Idee, aber warum tut sie es dann nicht ?

    Naja, höchstwahrscheinlich können die Drummerinnen für das Gehabe sogar am wenigsten, aber die Journalisten können von dem goldenen Kalb einfach nicht lassen.


    Seltsam auch, dass keiner der drei genannten DrummerInnen weibliche Vorbilder gehabt haben will: Mir allein fallen aus der Hüfte 10 SchlagzeugerInnen der ersten Garde ein, mindestens eine davon würde als eine meiner persönlichen "Heroes" erachten.


    Ich wußte auch gar nicht, dass es sowas wie "Landesmusikräte" gibt. Die Kohle für derlei Schwachsinn sollte lieber da angelegt werden,, wo es notwendig wäre: Kommunale öder bundesländliche Proberaumprojekte, leistungsbezogene Stipendien, Ausstattung von kommunalen Musikschulen, Unterstützung von Musikern, die durch Corona oder Flut am Hungertuch nagen.


    Aber: Hey, Hauptsache, wir haben ein "Instrument des Jahres".

    aber woher soll ich wissen, welche zu einem Szück passt ?

    ............

    Ich probiere einerseits einfach aus, was meiner Meinung nach gut passen könnte... einfach nach Gefühl.

    Du hast dir mit dem 2ten Satz den 1ten schon selber beantwortet: Eine andere Antwort wird dir niemand geben können.


    Letztlich gehts da um die Frage der Musikalität schlechthin: was spielt man wie, wann und wo. Das muss jeder am Ende selber entscheiden und die Entscheidung bestimmt, ob Andere (Zuhörer, Mitmusiker) das dann hören wollen.


    In Sachen Bass Drum sollte man aber immer grundsätzlich überlegen, ob entweder der Basisgroove dem Grundriff des Songs folgen soll (und diesbezügliche Betonungen doppelt) oder stattdessen gegenteilig eine zusätzliche Basis und eine sehr simple Groove-Ebene jenseits des Rhythmus-Riffs schafft, den Gitarre oder Keys vorgeben. Manchmal ist das eine besser, manchmal das andere, oftmals bekommt man das Optimum nur heraus, wenn man verschiedene Variationen austestet, aufnimmt und sich anhört.