Bei Vergleichen - beispielsweise mit Thomas Lang - sollte man natürlich auch nie vergessen, dass es abstrakte Vergleiche ohne historischen Background zwar geben kann, diese dann aber nicht recht Sinn machen: Siberiano könnte geburtstechnisch der Sohn von Thomas Lang sein, wir reden hier schlichtweg von zwei unterschiedlichen Generationen.
Ich kann mich noch daran erinnern, als Thomas Lang auf der internationalen Bühne erschien und insbesondere mit seinen Double-Bass-Patterns oder BD-Kombis alle zum Staunen brachte, weil es das halt - in dieser ausgeprägten Form - damals noch nicht gab. Lang hat da - ohne ansonsten sonderlich Stil-prägend gewesen zu sein - schon seinen Fußabdruck in der Drummer-Szene hinterlassen, auf dem dann andere wieder aufbauen konnten, wie es halt so geht. Lang hat sich im übrigen über die Jahre absolut gehalten, hat viele Produktionen eingespielt und hat auch letztens in L.A. Fuß gefasst, was für Musiker ja nicht wirklich ein leichtes Pflaster ist.
Siberiano ist halt ein Stellvertreter dieser modernen Drummer-Video-Szene, die sich vom "normalen" herkömmlichen Musikbetrieb (Band,Studio Tourneen etc. PP) fast vollkommen abgekoppelt haben und die außerhalb ihrer "Videoblase" und etwaigen Drummer-Meetings (die aber auch mittlerweile letztlich Werbeveranstaltungen von Firmen sind ) auch selten zu sehen und zu hören ist. (Siberiano spielt zwar bei "Saratoga", aber das ist wohl offensichtlich eine Spanisch begrenzt agierende Band, mir jedenfalls völlig unbekannt und nach der Historie zu urteilen eine Band, in der so ziemlich jeder Spanische Heavy-Rocker schon einmal gespielt hat).
Ich finde ihn cool, er verschiebt Geschwindigkeitsmäßig Grenzen und hat Erfolg.
Musikalisch und stilistisch hat er für mich allerdings keinen Reiz, der über den Nimbus einer Jahrmarktsensation hinausgeht.