Beiträge von Seelanne

    Ich sinniere gerade über die praktische Relevanz dieser Studie

    Praktisch relevant ist es zB für jene, die daraus eine Motivationssteigerung ziehen können. Wenn ich mal wieder einen schlechten Tag habe, am rumzweifeln bin und mich frage was die ganze Überei soll, edit: habe ja erst mit 31 angefangen, da komm ich ja zu nix, etc bla bla, dann kann der Gedanke an diesen Artikel oä für mich ein kleiner Lichtblick sein..........


    Naja, leider findet sich exakt diese der Untersuchung zugesprochene Aussage eben in der Studie grade nicht:


    Ich zitiere:


    In der ersten Vergleichs-Gruppe wurden Musiker aufgenommen, die zwischen ihrem 1ten und maximal 18ten Jahr begonnen haben, ein Instrument zu erlernen:

    "participants’ age of onset of musical training was between 2 and 18 years (as for the twin sample)" (Seite 4)


    In der zweiten Vergleichsgruppe (Zwillinge) wurden entsprechend Leute ebenfalls ausgeschlossen, die erst nach dem 18ten Lebensjahr ein Instrument begonnen haben:

    "Also we excluded participants who started musical training after 18 years of age". (Seite 5)


    Die Studie trifft daher überhaupt keinerlei Aussage für Personen, die nach ihrem 18ten Lebensjahr erst ein Instrument erlernen. Die im Artikel unterstellte und auch hier teilweise missverstandene Aussage, dass es unerheblich wäre, wann man ein Instrument erlernt, ist daher gerade nicht Ergebnis dieser Studie, diese bezieht sich ausdrücklich nur auf Personen, die zumindest bis zu ihrem 18ten Lebensjahr mit einem Instrument begonnen haben.


    Wenn man dann noch hinzunimmt, dass das Alter der Probanden maximal 54 Jahre war/ist, wird der Geltungsbereich noch weiter eingeschränkt. Ich weiß jetzt nicht, warum da die Jahresgrenze war (sehr wahrscheinlich hat sie sich daraus ergeben, dass in einer Vergleichsgruppe ein älterer Teilnehmer nicht zu finden war oder aber die Hochrechnung ergab, dass die Lebensspielzeit ab da nicht mehr mit den "early Birds" mithalten kann), aber die Aussagekraft der Studie beschränkt sich damit zusammenfassend auf alle maximalen 54jährigen, die zugleich spätestens bis zum ihrem 18ten Lebensjahr mit einem Instrument angefangen haben.


    Deswegen meine Frage nach der praktischen Relevanz (bei aller theorethischen Faszination des Themas):


    Die Studie - wenn sie denn richtig ist - korrigiert lediglich ältere Studien insoweit, als dass diese eine Präferenz von Musikern als erwiesen ansahen, die eher als 8 Jahre begonnen haben, während die jetzige Studie ergibt, dass alles bis 18 Jahren unter Strich jedenfalls zeitlich irrelevant ist): Thats it. Mehr behauptet die Studie selbst auch nicht, lediglich der Artikel suggeriert etwas viel weitergehend anderes, so wie man hier an den Reaktionen ja auch ablesen kann.


    Von daher auch Two: Danke für den Link, aber ich bleibe dabei: Die praktische Ergbiebigkeit ist gering und mein Beispiel bleibt auch in Ansehung des konkreten Studientextes bestehen: Die Studie macht keine positive Aussage darüber, an was es liegt, wenn 2 Menschen die gleiche Musikalität erzielen, sondern nur eine vage negative Aussage über das, an was es nicht gelegen haben dürfte, wenn es ausbleibt.

    Ich sinniere gerade über die praktische Relevanz dieser Studie und die entstandenen Kosten:


    Zu wissen, dass meine nicht-Fähigkeit, so zu spielen wieD. Weckl, zumindest nicht daran liegt, dass ich erst später mit dem Drummen angefangen habe, als er, tröstet mich ungemein. Zumal ich auch das ja noch nicht mal sagen kann, weil es ja immerhin schließlich auch noch an den Genen, auch an den Umwelteinflüssen und auch an der Dauer der Übezeit liegen kann, die ich im Nachhinein ja sowieso ohnehin nicht objektiv miteinander vergleichen kann.


    Abgesehen davon: entweder vernagelt es der Artikel oder die Studie ist tatsächlich so unwissenschaftlich, wie sie dargestellt wurde. Was heißt "musikalische Fähigkeiten", was bedeutet "Leistung" und was bedeutet es, mit "Musik etwas erreicht zu" haben. Das sind doch vollkommen unterschiedliche Kategorien, die überhaupt nicht miteinander verglichen werden können, geschweige denn überhaupt sinnvoll wissenschaftlich definiert werden können.


    Und das ganze funktioniert ja auch ohnehin nur, wenn man das Erlernen eines Instrumentes als reine technische Fertigkeit ansieht: wie soll ich denn als jetzt 50-jähriger das Swingfeel aufbringen, was vor 70 jahren eventuell ein Sechsjähriger in der Swingära jeden Tag eingeübt hat - und im übrigen jeden Tag im Ohr gehabt hat ?


    Die ganze Studie erscheint so als eine "Null Studie" ohne Aussagekraft, ohne Relevanz und ohne der Beweisbarkeit, jedenfalls so, wie es im Artikel dargestellt wurde.

    Man hat halt vielerorts die Online-Nummer verschlafen bzw nicht konsequent genug angepackt. Thomann hat gegenüber MP fast den 20 fachen Umsatz und beschäftigt allein in dem Callcenter Abteilung so viele Mitarbeiter, wie MP überhaupt insgesamt.


    Letztlich wird das alles Branchenweit natürlich alles der Tod im Topf sein. Auf lange Sicht wird kein Mensch Musikinstrumente kaufen, wenn er sie nicht vor Ort anfassen, testen und überhaupt erstmalig kennenlernen kann. Das wäre tatsächlich vorübergehend jedenfalls die einzige Chance für kleine Nischenläden vor Ort.


    Die Musikindustrie aber ist letztlich ein sterbender Wirtschafts Zweig: Die dauerhaft fallenden Geburtszahlen, das totale Ost-West-Gefälle im Kosten- und Produktionsbereich, dem selbst die Branchenriesen Tribut zahlen müssen , das Internet insgesamt und nun auch noch Corona: das ist alles ein wenig viel.

    Das alte Traditionell Swish finde ich tendentiell auch besser als das neue Masters Swish, das alte war weicher und mehr "mellow" als das aktuelle, jedenfalls die meisten, die Bandbreite war da ja wohl gross, wie du sagst.


    (Anyway: ich musste das Swish haben. Ich hab das alte Paiste Flanger Bell jetzt on Top und zusammen ist das jetzt meine China-Chaos-Kombi, von der ich schon immer träumte.)


    Von dem Istanbul hier bin ich positiv überrascht, wunderbar "samtig", und LL's Zildjian Prototype ist echt höllisch gut.

    Danke für das Vergleichsvideo !


    Das Sabian ist mE nicht Fisch, nicht Fleisch, das Ufip ist mir zu kängig, das Istanbul ist wunderbar weich und das Paiste für mich das NonPlusUltra.

    Wobei ich letztens bei Larnell Lewis ein Zidljian Swish gesehen habe: keine Ahnung, welches das ist, ich dachte, die hätten die Swishes eingestellt: Wundervoll ! Larnell Lewis


    In jedem Fall gilt frei nach Loriot:


    Ein Leben ohne Swish ist möglich ...... aber sinnlos. 8)

    Guten Abend,

    da mich das Thema echt langsam fuchsig macht, .... habe ich eben ein Video gemacht mit verschiedenen Tempi. Hier geht's zum Video.

    Eines ist klar: Je mehr Zeit ich mir zum Einspielen nehme, desto besser läuft es dann. Ich glaube, es hat vor allem was mit meinem Handgelenk zu tun.

    Trotzdem wäre cool, wenn sich es der eine oder andere mal anschauen würde. Vielleicht mache ich ja grundsätzlich was falsch.

    ........ je schneller es wird, desto mehr fängt die Hand an seitlich auszubrechen und macht somit diese Kreisbewegungen. Das macht mir vor allem im French Grip Probleme.


    Okay, also ich sehe das auf dem Video wie folgt:


    Du spielst mit der Hand da durchweg French Grip (FG). Der Daumen ist oben, der Handrücken zur Seite. (Du hast zwar auch ansatzweise diese Halt der Push-Pull-Bewegung, aber diese wird nur ansatzweise ausgeführt).


    Das Problem des FG generell ist nun aber, dass man mit ihm zwar in relativ kurzer Zeit ein einigermaßen schnelles Spielen erlernen kann (man hält den Stick mit Daumen und Zeigefinger, die Finger MRK erledigen das schnelle Spielen), leider nimmt man aber bei diesem Grip das Handgelenk gewissermaßen aus dem Spiel, welches neben Unterarm und Finger das mittlere und dritte wichtige Glied ist bei der Bewegung des Drummen ist:


    Denn das Handgelenk kann keine wirkliche sinnvolle Bewegung beim FG ausüben. Das HG funktioniert nach oben, nach unten und man kann auch starke kreisförmige Dreh- bzw Schraubbewegungen machen (rechtsrum und linksrum), aber ausgerechnet zur Seite geht halt so gut wie nix. Beim FG, bei dem ich die Hand mit Daumen nach oben und damit das HG vertikal halte, fällt also die Bewegung auf/ab (oben /unten) komplett aus.


    Wenn man jetzt versucht, trotzdem mit dem FG das Handgelenk auf und ab zu bewegen, gerät man notwendiger Wiese sehr schnell an seine physischen Grenzen bwz. fängt sich bei Ignorierung derselben recht zügig 'ne grundsolide Sehnenscheidenentzündung oder anderes ein.


    Bei Dir ist es jetzt nun so: Wie auf dem Video zu sehen, hast du deinen Zeigefinger sehr weit und vollständig um den Stick gelegt. Wenn der Finger soweit herumgeht bzw gewickelt wird, bleibt Deiner Hand ja gar nichts mehr anderes übrig, als sich dann nach außen weg zu drehen und dann - bei entsprechenden Bewegungen - jedesmal die Flucht zur Seite anzutreten. Du zwingst dein HG ja geradezu in diese Bewegung. Da hilft dir dann am Ende auch die relativ gut und sauber arbeitende Fingerabteilung nix mehr, um das aufzufangen.


    Ich denke, dass könnte der Grund dafür sein, dass Deine Hand eben ab einer bestimmten Geschwindigkeit anfängt, zu schlackern und nach außen auszubrechen.


    Therapie:

    Entweder behälst Du den Grip bei, dann musst Du den Bewegungablauf ändern und zum einen die Unterarme viel mehr einbinden (du brauchst irgendwo her ja schließlich Schwung) und die Bewegung der Finger muss enger werden: denn das Spiel der Sticks ist so zu ausgeprägt und ausladend, der Stick hat einfach zu viel Raum, die Finger-Bewegungen müssten enger und schneller werden, du verlierst sonst immer zu viel Zeit bei den Schlägen.


    Oder aber Du änderst die Stickhaltung, den Grip, was vielleicht besser wäre: Vom American Grip wäre da aber wohl abzuraten, der ist zu ähnlich, da verfällst Du höchstwahrscheinlich zu schnell in alte Bewegungsmuster. Ich würde da einfach zum guten alten German Grip raten: Da ist etwas mühsam am Anfang, auch die Fingertechnik muss man etwas modifizieren und kann sie nicht 1:1 vom FG übernehmen, aber letztlich bekommt man dann den universellsten Grip mit den umfassendsten Möglichkeiten.


    Das wären so meine 5 cent zum Video.


    Aber trotzdem: Es wäre wirklich sinnvoll, die Bewegungen zu zeigen in den Tempi, bei denen sich der Bewegungsablauf tatsächlich in seine Bestandteile zerlegt und auseinanderfliegt. So ist das alles mehr bei allem "good will" aller Wohlmeinenden mehr oder weniger graue Theorie.


    PS: Auf dem Video ist zu sehen, wie Deine linke Hand sich ständig seitwärts zwischen den Schlägen bzw hinter einem Schlag bewegt, ist das bewußt ? Ich frage deshalb: ich kannte mal 'nen Gitarristen, der hatte das Problem, dass seine Hände in bestimmten Phasen sich unwillkürlich bewegten bzw zitterten (hatte irgendwas mit dem Stoffwechsel zu tun, der sich dann neurologisch auf die Gliedmaßen der Feinmotorik auswirkte=).

    Also ich war bei Testung des Beyerdynamic auch extrem enttäuscht von der Dämpfung.

    Vom 770M (nicht Pro)?

    Yes: ich hatte mir den seinerzeit extra auf Grund er werbewirksamen Ankündigung im Bereich db-Abschirmung bestellt und dann doch schnell wieder abgegeben:


    Der Schallschutz war definitiv geringer als bsp. beim Peltor und der Sound, der vom Set durchdringt, ist seltsam mittig-blechernd, das klang mit den Dingern fürchterlich, wie unter Wasser. Der Peltor - obwohl besser abschirmend - macht den Sound des Sets da einfach sehr angenehm bassig, da machten dann auch die - natürlich viel besseren - Speaker des Beyer nix mehr aus. Da bin ich mit meinen inEars + Peltor besser aufgehoben (gemeinsam mit dem Yamaha EAD10 bin ich für Proben und fürs Üben bestens dabei).

    Also ich war bei Testung des Beyerdynamic auch extrem enttäuscht von der Dämpfung. Gegenüber meinem alten Peltor ein glatter Ausfall.


    An den TS:


    Also die Firma Peltor gibt es nach wie vor und die stellen immer noch in etwa die gleichen KH her. Die Dinger sind auch definitiv leichter und optisch angenehmer geworden. Schwerpunkt ist ja auch der Sportschützenbereich.


    Hier die HP:

    3M PELTOR Gehörschutz-Headsets


    Wenn du Ersatzteile für deinen alten suchst:

    Peltor™ Sicherheitsprodukte


    Ansonsten gibt es auch noch andere Hersteller im selben Bereich, die hervorragende Produkte haben:

    Der Howard Light Impact bsp... Der hat auch eine Kommunikationsfunktion mit Micro, d.h. die kannst dich auf der Probe in ganz normaler Lautstärke unterhalten, du hörst trotz KH alles sehr gut (über das Micro), das Micro geht aber beim Spielen ab einem bestimmten Schalldruck sehr früh komplett zu und die Dämmung des KH liegt definitiv über allem, was ich an reinen Musik-Höreren bislang gehört habe.

    Howard Leight Impact Sport - Kapselgehörschutz für Erwachsene - Olivgrün - ACE-Technik.com - Arbeitsschutz und PSA von Dräger, MSA, Honeywell, Uvex u.v.m. Onlinehshop


    Die hier erwähnten Ultraphones sind im übrigen nicht anderes als Sony-Hörer im Gepäck eines Peltor-Doubles. Du kannst daher auch einfach einen In-ear-Hörer nehmen (KZ oder Shure) und darüber den Peltor drüber packen, denn dessen Hörer sind wirklich etwas blechernd.

    Da hier ausdrücklich nach "Triplets im Rockbereich" gefragt wird, sei kurz eingeworfen, dass - gerade in englischsprachigen Videos und Texten - der Begriff "Triplets" oftmals doppelt verwendet wird:


    # Einerseits für die wirklichen Triolen (8th notes and 16th Notes Triplets)

    # Andererseits für die gewissermaßen "unechten" Triplets, wie bsp. die "Bonham-Triplets". Hier handelt es in erster Linie um 3er-Kombinationen (bsp. die Klassiker RLF etc.), die jedoch nicht nur als Triolen, sondern grade auch als binäre 8tel, 16tel oder 32tel gespielt werden können/sollen und oftmals auch erst in dieser Form die typischen altbekannten gewünschten Soundmuster entstehen lassen.


    Ansonsten: Die echten Triolen sind grade auch in binären Rockgrooves wirkungsvolle Bereicherungen. Und es kommt tatsächlich nicht von ungefähr, dass gute Rockdrummer oftmals auch sehr gute "Shuffle-Spieler waren, weil sie aus dem Shuffle einfach das nötige Feel mit in den Rockbereich übernommen haben und erst so unfassbare gute Groover wurden. Dem hier schon erwähnten Bonzo mag auch noch Ian Paice zur Seite gestellt werden, vielleicht der beste Shuffle-Rock-Drummer aller Zeiten. Mitch Mitchell wäre da auch noch zu nennen. Die drei sind wohl die besten Beispiele dafür, wie "swingend" Rockdrummer sein können (viele von denen kamen ja auch zunächst aus dem Shuffle-Skiffle-Blues-Jazz-Bereich)


    Die echten Triolen bekommen im übrigen grade dann noch zusätzlich Farbe, wenn man sich von den typischen 3er-Betonungen löst und in die Triolen bsp. binäre Betonungen einbaut, bsp. die Triolen mit Double-Stroke-Stickung spielt und so einen zusätzlichen Modulations- und Verfremdungseffekt erzielt. Auch die Beibehaltung der Single-Stroke bei gleichzeitig aber binären Orchestrierung (Hand wechselt abwechselnd, also im 2er Rhythmus, zwischen 2 Instrumenten) kann - grad bei langsamen 8tel Triolen - bspw. ein Timinghänger imitieren. Gerade aber auch alle 6er Strokes, entweder klassisch wie RlRRll, Outward RRlRll, Paradiddle-Diddle RlRRll oder dergleichen mehr können bei Beibehaltung des Sticking, aber unterschiedlicher Verteilung auf dem Set, hochinteressant Effekte bewirken, 5er-Gruppen ohnehin, die naturgemäß für sich ja schon gegenläufig sind.

    Es funktionieren die Links zu den persönlichen Vorstellungsthreads nicht, die in den jeweiligen Profilen von den jeweiligen Mitgliedern angegeben werden/wurden. Geht das systemimmanent nicht mehr oder kann man das ändern ?


    Ansonsten gute Arbeit, auch wenn ich mich hier erst einfuxen muss. :)

    Ich habe ihn auch vor ca. einem halben Jahr eher zufällig auf Youtube entdeckt und frage mich, warum er nicht in den U.S.A. lebt und werkt. ihm stünden dort alle Türen offen, um mit all den Größen des Business zu spielen.
    Stattdessen hier mit irgendwelchen Top40 Bands Galas spielen und wohlmöglich noch an der Musikschule unterrichten.


    Absolut geiler Trommler!


    Naja, ich denke mal, dass es zum "Sprung über den großen Teich" (oder wohin auch immer) auch in heutigen Zeiten der globalen Vernetzung nicht reicht, einfach "nur" sehr gut Drums zu spielen, selbst bei einem Ausnahmekönner wie MK. Bei solch einer Entscheidung spielen sicherlich 'ne Menge Faktoren 'ne Rolle, insbesondere auch familiäre, persönliche und natürlich auch finanzielle. Denn wie Steve Gadd schon sagte: "Es ist relativ einfach, gut Drums zu spielen, es ist aber vergleichsweise schwer, davon die Raten für sein Haus abzubezahlen". Das hat er vor rund 20 Jahren gesagt, heute dürfte dasselbe gelten.


    Wenn Du woanders hingehst, musst Du bei diesem Wagnis ja auch zunächst erstmal eine entsprechende Dürreperiode einplanen. Und dann musst Du in der Zeit soviel Kontakte knüpfen, dass die Leute erstmal merken, dass es Dich überhaupt gibt. Die haben ja auch alle Ihre eigenen musikalischen Nachwuchspools, sei es Berklee, sei es MI, die Gospelszene oder die sonstigen lokalen Szenen. Da musst du schon deine Nische finden, sei es wie Jojo Mayer als Drum-Yoda oder Chriss Swiss, der sich über die lokalen Poetry-Szenen hin zum MD für John Legend und andere etabliert hat.


    Mit heimischen Meriten und über das www kann man ja auch schon von zu Hause aus international präsent sein, aber physische Präsenz vor Ort ist in Sachen Vitamin B nach wie vor entscheidend: man empfiehlt keinen, den man persönlich noch nie gesehen hat.


    Und nicht zu vergessen, dass die Musikszene - aus ganz ohne Corona - eine mehr oder weniger untergehende Industrie ist: "Welche Musikindustrie? Es gibt ja eigentlich keine mehr." So JR Robinson im Jahre 2017 im Interview. Und der muss es wissen. Grade im musikalischen Bereichen, in denen sich MK sich in erster Linie tummelt, gibts in den USA auch nicht so viel zu verdienen, wenn man den Äußerungen von Top-Leuten glauben darf. Dennis Chambers hat einst gesagt, dass die einzigen Jazz-Musiker, die in den USA halbwegs verdienen, die absoluten Zugpferde sind, bsp. Herbie Hancock etc., Mike Stern auch noch. Darunter wirds aber schon so dünn, dass er er teilweise auf den Jazz-Platten quasi umsonst gespielt hat.


    Aber was bemühen wir hier die Glaskugel: Als Drummer, der so phantastisch spielt wie MK, wird er sich auch auf der Karriere-Ebene analog hinreichende Gedanken gemacht haben, wie sein Masterplan aussieht.Also zurück zur Musik und erfreuen wir uns daran, einem Meister bei der Arbeit zuzusehen, Spass zu haben - und davon zu lernen.

    Gute Idee. Grade bei 3 Hängetoms kann man so recht nie verhindern, dass mindestens ein Tom dem höchsten Punkt der BassDrum immer recht nahe ist, insbesondere dann, wenn man die Toms über den Spannrahmen der BD führt, der ja höher ist als die BD selbst und dann noch die Stimm-Klauen dazukommen. Mich nervt dieses Gehampel mit meinem 12er auch ziemlich, das ist recht eng. Würde ich heut nochmal ein Set anschaffen, würde ich da vermehrt drauf achten, aber damals war man jung .... "und brauchte nicht nur das Geld", sondern hatte die Toms einfach insgesamt angewinkelter und höher.


    Also geh das an: Das haben ja auch schon einige bekannte Drummer gemacht, ich kann mich da an Brian Frasier-Moore erinnern, der sowohl bei TAMA als auch bei Drumcraft die gleich-kurzen Kessel hatte, mittlerweile ist er aber wohl bei Pearl wieder zu den Standardgrößen zurück. Und Chris Coleman's Sonor sieht auch nach gleichen Tiefen aus, dessen Toms schweben auch immer Millimeter über der BD.

    Ich wiederum finde Deine Short-Cut-Drums-Only-Videos sehr erfrischend und dann auch interessanter, weil persönlicher, individueller und kreativer.


    Drums im Kontext finde ich zwar auch in der Regel besser, aber die ganze Drum-Cover-Geschichte hat sich - insbesondere durch Die schiere Flut an YT-Videos - meines Erachtens letztens zunehmend ermüdet - kann aber auch sein, dass es nur mir so geht: Aber da höre/sehe ich lieber einen Drummer, der an was eigenem arbeitet und das dann präsentiert, und wenn es auch nur kurze Ideen; Grooves oder Licks sind oder eine spezielles Thema umgesetzt wird.

    I
    Ich hätte da mal ne Frage bezüglich der Auswahl des Reso-Fells.Es gibt spezielle Snare-Resofelle. Sind die irgendwie anderes als Tom-Resofelle?Spannungsresistenter würde mir da jetzt einfallen.


    Sie sind dünner: Standardgrößen sind 2mil (Diplomat-Stärke), 3mil ((Abmassador-Stärke) und 5mil (Emperor-Stärke (aber natürlich einschichtig). Zum Vergleich: das fast dünnste Schlagfell "Diplomat" ist bereits 7,5 mil dick.

    Also diese Abdruckmarken des Teppichs auf/im Reso kann ich auch bestätigen, insbesondere bei den Snares, bei denen sowohl Reso-Spannung als auch Teppich-Spannung schon etwas höher sind.


    Da ich den Teppich auch immer wieder anschließend entspanne, vermute ich, dass diese Markierungen einfach vom Spielen kommen: macht auch Sinn, da nur beim Spielen das Fell gegen den Teppich gepresst wird bzw umgekehrt, wenn der Schalldruck auf das Reso trifft. Da wirken ja schon ziemliche Kräfte. 3/4 Jahr finde ich jetzt auch ein wenig schnell, aber ich vermute, dass Deine Spielfrequenz am Set auch deutlichst über meiner liegt. Von daher wird das hinkommen.


    Das mit dem Teppich nach 9 Monaten finden ich jetzt allerdings schon etwas schnell, insbesondere bei einem Markenteppich. Könnte es aber da vielleicht sein, dass der Teppich selbst eher unter dem bestämndigen An- und Abspannen leidet als unter der Dauerspannung bzw Befeuerung beim Spielen ? ist nur so ne Idee: Vielleichtt hat ja jemand ausreichend Materialkenntnisse. Nils Idee hört sich aber auch schlüssig an.

    Zitat Orinocco: Und Aber: nur die Ergonomie, wie selbst gesagt, für die Snare (wahrscheinlich als häufigst gespieltes Einzelinstrument im Set) zu betrachten, halte ich nicht für ganz zielführend.
    Das mag zwar gerade für den oberen Nacken, Schulterbereich, und auch Brustbereich, genauso wichtig sein, wie das Was Drunter kommt.
    Aber nicht selten gehen Probleme, von unteren Teil, Lendenwirbelbereich aus, und da spielt die Ergonomie, gerade der Beine eine, nicht ganz unwesentliche Rolle.
    Also die Ergonomie des Gesamten, nicht nur mit Fokus, bzw. mehr Fokus auf/für die Snare, fände ich schon Wichtig, also inklusive Beachtung der Beine.


    Diese - ich nenn das jetzt mal - "ganzheitliche Betrachtungsweise" ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, da hast Du wohl Recht. Insbesondere natürlich bei Drummern, die spieltechnisch und musikstiltechnisch eventuell viel mehr Wert auf die unteren Körpereigen legen müssen, als da wären bsp Speedmetaller etc. pp. Das Alter mag hinzukommen (wenn man jünger ist, verzeiht der Körper manchen "Kompromisse" beim Setaufbau eher), die Sticklänge, die Spieltechnik,insbesondere die Fusstechnik, alle das beeinflusst die "Balance" des Sets. Vielleicht ist das sogar das Zauberwort: Die richtige Balance finden.


    (Stichwort Balance, ein Beispiel : Um sehr schnelle Fills einfacher spielen zu können, müsste ich bsp. meine Crash-Becken etwas niedriger hängen. Für manche Sachen sind sie eigentlich zuweilen zu hoch (oder ich zu langsam). Wenn ich das aber mache, verliere ich die Balance: beim grooven und "normalen"-Spielen, sitzen ich besser "im Set", wenn ich die Crashs weiter oben haben (Augenhöhe), es fühlt sich einfach ausbalancierter an. Im übrigen hört sich das Set auch besser an: Wenn man 3-4 Meter vor dem Set steht und die Becken hängen tiefer, ist alles etwas komprimierter, wenn die Becken höher hängen, klingt alles irgendwie differenzierter und räumlicher - kann aber auch Einildung ein)


    Ich meine auch nicht, dass außer der Snare alles egal ist, sondern, dass man die Balance am leichtesten findet, in dem man sich zunächst einen extrem wichtigen Fixpunkt sucht und von dort aus alles andere entwickelt. Mit der Sitzhöhe anzufangen - als Arbeitshypothese sozusagen - ist sinnvoll und natürlich naheliegend, sich aber klar zu machen, dass die (relative=ideale) Snarehöhe zentraler Punkt ist und der SweetSpot eben nicht von der Sitzhöhe abhängig und demzufolge sich die Dinge danach richten sollen und nicht umgekehrt, halte ich in Sachen Setaufbau für extrem wichtig. Grade um versteckte Aufbau-Fehler zu vermeiden. Kompromisse, wenn die dann überhaupt nötig werden, kann man dann immer noch finden. Mindestens soll man sich beim Setaufbau tatsächlich klar machen, "was ist (mir) wichtig", was muss definitiv optimal gewährleistet sein statt sich nicht in halbgaren Lösungen aufreiben.


    PS: Das mit dem Bürostuhl ist übrigens 'ne gute Idee. (Ich meine auch .... wars nicht Steve Jordan, der 'ne Zeitlang mal auf nem -tatsächlich rollbaren - Bürostuhl gespielt hat ?) Ein alternatives Sitzkonzept hatte ja seinerzeit die Firma Drumframe (Bob Gatzens) auch mal entwickelt mit einer leicht nach hinten gekippten Sitzposition zur Entlastung der Wirbelsäule und der Beine. Gleichzeitig war das aber verbunden mit so einer sperrigen Riser-Konstruktion, dass sich das Ding trotz anfänglicher Protegés (Will Kennedy, Billy Ashbaugh etc) nicht durchgesetzt hat. (https://www.drumforum.org/thre…system-bob-gatzen.120425/)

    Eigentlich ist es simpel: Die relative Snarehöhe ist die Höhe, die die Snare nicht absolut (also vom Boden oder vom Meeresspiegel aus objektiv gemessen) einnimmt, sondern im Verhältnis zum Drummer, der mit seinen Armen, Händen und Sticks drauf spielt. Diese Höhe wird von der Armen festgelegt (genauer vom Verhältnis Rumpf/Arme). Dieser "Sweet-Spot" der Snare ist mehr oder weniger unveränderlich.


    Und er ist völlig unabhängig davon, ob Du (absolut) 60 cm hoch sitzt, 80 cm oder 40 hoch sitzt. Der Sweetspot wandert mit. Eigentlich selbstverständlich.


    Das Problem tritt nun zuweilen auf, wenn Drummer zuerst die Sitzhöhe festhalten, "the one and only" glauben gefunden zu haben und nun die Snare an dieser Sitzhöhe ausrichten - und dabei dann allzuleicht die Idealhöhe der Snare wieder verlassen und sich auf die oben beschriebenen Aufbau-Salzmänner einlassen (Anwinkeln etc pp.)


    Daher nochmal aus meiner Sicht: Es gibt viele Arten, zu sitzen, hoch, tief, egal, viel Wege führen nach Rom. Es gibt große Drummer, die hoch sitzen (Omar Hakim, Chester Thompson), es gibt große Drummer, die tief sitzen (Benny Greb), es gibt kleine Drummer, die hoch sitzen (JoJo Mayer, Mike Portnoy) und es gibt kleine Drummer, die zuerst tief sitzen (Steve Smith in Anfangsjahren ) und später dann hoch sitzen (Steve Smith seit einigen Jahren), es gibt kleine Drummer, die relativ tief sitzen (Dave Weckl) und extrem tief sitzen (Mike Mangini, Chad Smith - der hat die Ohren zuweilen zwischen den Knien) - erlaubt ist, was gefällt. Dann wieder gibts Drummer, die immer gleich sitzen, aber mit der Zeit ihr Set aufbautechnisch runter gefahren haben.


    Aber die Ergonomie für die Snare ist nur in einer relativ engen Bandbreite ideal und diese sollte man beherzigen und die Sitzhöhe danach ausrichten bzw darauf achten, dass die Sitzhöhe der Idealhöhe der Snare nicht in die Quere kommt, jedenfalls diese Höhe nicht zugunsten der vermeintlich heiligen, am Anfang mal für gut befundenen, Sitzhöhe opfern.


    Letztlich soll jeder machen, was er will, und es gibt große Drummer, bei denen einem schon beim Zusehen der Rücken weh tut und die trotzdem genial spielen (Buddy R., Al Foster), Drummer, die den HH-Fuss teilweise vom Pedal weg ganz nach nach hinten ziehen und trotzdem grooven wie die Hölle (Chad S.), aber diese Beliebigkeit hilft einem Anfänger ja nicht weiter, der um Rat fragt, da kann man ja mal auf Grundsätzliches hinweisen.