DIY E-Drum mit integrierter Triggerelektronik (Update 19.04.09, Seite 2)

  • klasse teil! sieht gut aus und ich hätt da irgendwie sofort lust drauf zu spielen (vlt net umbedingt mit drumsounds, sondern mit tönen etc.) und des mit den 5mm denk ich mal ist auch net sonderlich behindernd.
    kannst du vlt mal genau schreiben, wie du was gebaut hast? würd mir evtl. (sofern mit meinem technischen wissen möglich) auch eine kleine padbatterie basteln.

  • Rak


    Ich hab' jetzt mal ein vorhandenes Mauspad ausprobiert - ebenfalls 3mm Moosgummi. Dieses Pad ist auf jeden Fall zu dünn. Selbst bei leichten Schlächen wird das Moosgummi vollstängig zusammengedrückt, so dass der Stick hart an die darunterliegende Platte anstößt.


    Die Gewas sind dagegen etwa 6mm dick und nicht so extrem weich wie der Mauspad. Um die vollständig zusammenzudrücken, muss man schon einigermaßen hart schlagen.


    Der Rebound ist mit beiden Unterlagten vergleichbar. Er ist in jedem Fall deutlich geringer als bei Meshheads.


    Ich finde die Gewas besser, weil sie wesentlich leiser sind als der Mauspad und darüberhinaus nahezu unzerstörbar.


    Zitat

    Hm, 5 mm "Wegtauchen" beim Anschlagen wären aber doch ziemlich viel, da kann ja kaum Rebound übrig bleiben


    Versuch macht klug: leg' eine Holzplatte auf ein Kissen. Das Kissen simuliert die Gummileinen. Die Holzplate sollte mindestens so schwer sein wie die Sticks und nicht zu groß. Auf die Halzplatte legst Du den Mauspad/die Gewas.



    Zitat

    Wie ist denn die Sensitivität?


    leichtes Antippen mit dem Finger = Velocity 1..10
    Fingerschläge (French Grip) = Velocity 40..50
    reine Handgelenksschlage 90° ausgeholt = Velocity 127


    Bei mir sitzt der Piezo unmittelbar auf der Elektroplatine aus 1,5mm GfK und nicht auf der starren Alu-Platte. Da sich der Elektroplatine aufgrund des Schalges viel stärker verbiegt als die Aluplatte ist die Empfindlichkeit des Pads entsprechend hoch.


    Anger


    Die wichtigsten Infos findest Du hier:


    http://www.haraldmaiss.de/EDrum-Design.zip


    Für die Platinen-Layouts benötigst Du das Programm Eagle-Freeware (http://www.cadsoft.de/). Zum Programmieren der Atmel-Mikrocontroller verwende ich diesen Programmer:


    http://www.myavr.de/shop/artikel.php?artID=42


    Die Programmiersoftware AVR-Studio findest Du hier:


    http://www.atmel.com/dyn/produ…ols_card.asp?tool_id=2725


    Die Zeichnungen für alle Platten aus 3mm-Alublech sind im ZIP. Darüber hinaus benötigst Du noch 72 Gewindestäbe M4; 76mm lang und 28 Gewindestäbe M6; 86mm lang und die passenden Muttern/Scheiben.


    Die Gummileinen mit 3mm Durchmesser gibts hier (ca. 1,20m pro Pad):


    http://www.htf-hh.de/shop/


    Die Grundplatte ist 1200x600x21mm aus Sperrholz. Die M6-Stangen sind mit Pattex-Kraftkleber in 5,5mm Bohrungen eingklebt.


    Die Elektroplatinen sind über 12x12mm Puffer aus dem Gewa-Material mit der großen Alu-Platte verklebt (Platine-Gewa: Sekundenkleber; Gewa-Alublech: Pattex-Kraftkleber; Platine u. Aluplatte unbedingt vorher aufrauhen!)


    Mit dopplseitigem Klebenband habe ich die Schlagflächen auf die Aluplatte und die Piezos auf die Platine montiert.


    Wenn noch was offen ist einfach fragen!.


    tonsel

  • Zitat

    Original von tonsel
    Ich hab' jetzt mal ein vorhandenes Mauspad ausprobiert - ebenfalls 3mm Moosgummi. Dieses Pad ist auf jeden Fall zu dünn. Selbst bei leichten Schlächen wird das Moosgummi vollstängig zusammengedrückt, so dass der Stick hart an die darunterliegende Platte anstößt.


    Hm. Also wenn ich wirklich auf die Moosgummiseite haue, dann ist das bei mir auch so. Deswegen haue ich auf die beschichtete Seite. Da geht nix kaputt. Der Rebound ist besser und lauter, aber leiser als meine Meshheads. Ist halt alles ne Materialfrage. "YMMV", wie die Amis zu tippen pflegen.
    -
    Die 5 mm Wegtauchen hab ich bezogen auf die Bewegung beim Schlagen - nicht auf die generelle Beweglichkeit mit brute force :) Ich nehm jetzt also an, daß beim aktuellen Anschlagen die Platten sich kaum bewegen, weil sie zu träge sind. Du hast nicht zufällig eine Kamera, mit der Du so einen Anschlag (und das so kurz nach 9/11) filmen kannst? =)


    Edit: "Der Rebound ist lauter" ;( :D

    "Eine Synkope ist eine kurz anhaltende Bewusstseinsstörung, die durch einen vorübergehenden Sauerstoffmangel im Gehirn verursacht wird. Es besteht keine direkte Lebensgefahr." :D

    Einmal editiert, zuletzt von Rak ()

  • Zitat

    Ich nehm jetzt also an, daß beim aktuellen Anschlagen die Platten sich kaum bewegen


    Genau so ist es. Das Pad federt während dem Kontakt mit dem Stick praktisch nicht ein. Danach schwingt es kurz mit ca. 5Hz (wesentlich kleiner als Hörschwelle) auf und ab.


    tonsel

  • Boah!


    Geil, genau sowas schwebte mir in meinen kühnsten Eigenbau-Träumen vor - und jetzt sehe ich dass es schon jemand gebaut hat.


    Wenn meine bescheidenen Anfänge in dem Bereich etwas werden, wird das mein neues Projekt für lange Wintertage.


    Eine Frage noch:
    Bei mir ist der Trittschall, bzw. die Lautstärke weniger das Problem - übersprechende Pads will ich natürlich trotzdem nicht. Was schätzt du: muss in meinem Fall die aufwändige Aufhängung sein - oder reicht es, wenn ich die Pads z.b. auf einem weichen Schaumstoff lagere?


    Mir ist klar, dass man das nicht hundertprozentig genau beantworten kann, eine grobe Einschätzung von dir wäre auch schon was.


    Danke!
    Mart

  • Zitat

    Was schätzt du: muss in meinem Fall die aufwändige Aufhängung sein - oder reicht es, wenn ich die Pads z.b. auf einem weichen Schaumstoff lagere?


    Ich hab meine "nakten" Pads zum Testen immer auf einer Matratze aufgelegt, was problemlos funktioniert hat. Schaumstoff-Unterlage geht also. Das hat ein anderes Foren-Mitglied auch schon mal gemacht und als Bild gepostet (wo???).


    Die Schaumstoffbefestigung hat m.E. aber den Nachteil, dass Du die gesonderte Platte (=Elektroplatine) für den Piezo nur schlecht realisieren kannst, weil diese nicht auch Schaumstoff aufliegen darf. Diese Piezo-Platte ist aber entscheidend dafür, dass das Pad keinen Hotspot hat.


    tonsel


    P.S. Die Trigger-Elektronik hat zwischenzeitlich auch zwei Eingänge für HiHat-Pedale mit Poti.

  • Aus was hast du den Schlägel genau gebaut ? Kann das auf dem Foto nich genau erkennen, was du da zusammen geschraubt hast *g*
    Die Schlagfläce vom Schlägel - ist das was weiches/Schaummaterialartiges oder festes Material ?


    Meinst das würde auch funktionieren, wenn ich diese Quadrate aus GummiPads direkt auf das KP65 packe ? Oder hab ich erst Chancen auf wenig TrittSchall, wenn ich so eine coole BD habe, wie du ? :)

    Einmal editiert, zuletzt von Duke64 ()

  • Der Schlägel besteht aus folgenden Teilen, die ich aus 3mm-Alu-Blech ausgesägt habe:


    http://www.haraldmaiss.de/Schlaegel.pdf


    Der Schlägel-Schaft ist eine M8-Gewindestange, die ich im Klemmbereich (halbwegs) rund geschliffen ist. Der Schlägelkopf besteht aus einer 25x10mm Buchenleiste, die mit der U-Platte verschraubt und deren Spitze abgerundet ist.


    Zwischen den Löchern in den Alu-Platten sind 3mm-Gummileinen gespannt, die ich hier gekauft habe:


    http://www.htf-hh.de/shop/


    Es sind insgesamt 12 Einzelgummis, die an beiden Enden einen Knoten haben, damit sie nicht durch die Löcher rutschen. Der schwarze Gewebe-Mantel ist an den Enden mit einem Lötkolben verschmort, damit er nicht aus franst.


    Zitat

    Meinst das würde auch funktionieren, wenn ich diese Quadrate aus Gummi-Pads direkt auf das KP65 packe ?


    Es funktioniert - ich habe es ausprobiert. Einzig die Befestigung der Fußmaschine am KP65 geht nicht mehr, weil mein Schlägel länger ist als ein Standardmodell. Lösung: Fußmaschine und KP65 auf einer Holzplatte befestigen oder mein Pad nachbauen.


    tonsel

  • Hey ich finde deine Idee richtig klasse, jedoch würde ich die Konstruktion nicht direkt als Drumset sehen...
    Eher schon als Syntesizer zum draufhauen ;)
    Möglichkeiten hat man dabei trotzdem sehr viele ^^


    respekt
    lg ZeRoCoOl

  • Lektion 4 von einfach-trommeln.de über den Set-Aufbau hat mich vor einiger Zeit veranlasst, die Ergonomie meines DIY-EDrums zu überdenken. Hier das Ergebnis meiner Überlegungen:


    Die Pads sind nunmehr, wie von Xian01 empfohlen, in drei Ebenen angeordnet. In Tiefenrichtung ist der Versatz der Pads so gering wie möglich, so dass auch die obere Pad-Reihe bequem erreichbar ist.



    Als HH-Pedal verwende ich zwei Roland DP8-Sustainpedale. Dieser spezielle Pedal-Typ besitzt eine Potientiometer und arbeitet daher stufenlos. Nach kurzer Eingewöhnungszeit lässt sich damit die Öffnung der HH genauso gut kontrollieren, wie mit einem konventionellen Pedal. Die getretene HH lässt sich auch spielen, was aber sehr gewöhnungsbedürftig ist.



    Die kreisförmige Anordnung der Pads habe ich mit M8-Gewindestangen realisiert, welche ich von Hand in die passende Kreisform gebogen habe.




    Die Gewindestanden werden von mehreren Tragplatten in der gewünschten Position gehalten.



    Die Pads sind wie bereits bei der ersten Version an Gummileinen aufgehängt, so dass zwischen den Pads praktisch keine Übersprechen auftritt. Das Spielgefühl ist so auch wesentlich angenehmer als bei starr aufgehängten Gummipads. Die Triggerelektronik habe ich unverändert von der ersten Version übernommen.



    Bei der gelblichen Oberfläche der Pads handelt es sich um ungefärbten Naturgummi (Latex). Diese Gummisorte hat einen besonders guten Rebound und ist überdies gut für DIY geeignet.




    Zum Abschluss noch die virtuelle Version des EDrums, deren Konstruktion etwa 90% der Bauzeit in Anspruch genommen hat.


  • Zunge


    Die Pad-Belegung (für Rechtshänder) ist wie folgt:


    oben: frei; frei; frei; Crash; frei; Ride-Bow; Ride Bell
    mitte: frei; frei; Tom1; Tom2; HH-bow; HH-Bell
    unten: SD- Rim; SD-Rimshot; SD-Head; Tom3; Tom4


    Als Besonderheit liegt die HH, die ich mit rechts spiele, auf der rechten Seite, so dass man sich das Kreuzen der Arme sparen kann.


    tonsel

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