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bergheimer

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  • »bergheimer« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 11. Februar 2020, 16:39

Demo-Aufnahme Jazz-Kombo

Hey ho,
wir würden gerne mit unsere Jazz-Band ein paar ordentliche Demo-Aufnhamen machen. Die Aufnahmen dienen dazu, um sich in Bar's oder anderen Locations für Aufrtitte zu "bewerben".
Besetzung: Gitarre, E-Bass, Piano, Sax und Drums.

Bisher haben wir immer mit einem Zoom H1 aufgenommen, das war eigentlich schon ganz ordentlich.

An Aufnahmeequipment haben wir folgendes:


  • AKG D-112 für die BD

  • 2 x Sm57

  • 1x SM58



Das ganze sollte möglichst unkompliziert sein. Klar ist, dass wir live einspielen. Die raumakkustik ist gut, sehr trocken (komplett mit Schaumstoff gedämmt, ca. 20qm, niedrige Decken).

Wie weit kommt man denn mit den beiden Overheads als Raummikros und leichter Unterstützung mit AKG für die BD, evtl. noch Snare mit einem SM57?

Danke schon mal im Voraus!

trommla

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  • »trommla« ist männlich

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2

Dienstag, 11. Februar 2020, 20:21

Gerade bei einer Jazzcombo würde ich mir um Aufnahmetechnik gar keine Gedanken machen, sondern in einem gut (!) klingenden Raum zwei bis drei gut geprobte Nummern in nur 2 Stereo-Spuren einspielen. Ob ein trockener Raum dafür richtig ist, könnt nur ihr entscheiden, ich persönlich halte schönen echten Raumklang für viel hilfreicher als trockengedämpft. Selbst ein kleiner Zoom-Handyrecorder an der richtigen Position kann eine Jazzcombo überraschend schön in Szene setzen. Kanalgetrenntes Getrommel macht zwar die Nachbearbeitung leichter, den Gesamtsound aber nicht wirklich besser.

Daher wäre meine Herangehensweise eher, von irgendwem einen größeren Raum zu "schnorren" und dort wirklich ohne technisches Gedöns ein - früher hätte man gesagt Tape - mitlaufen zu lassen, sich aber ansonsten aufs intensive Zusammenspiel zu konzentrieren.

Jazz lebt ja mehr als jede andere Musik davon, dass die Musiker live durch Spielfreude und Improvisationsgabe mitreissen. Ob eine Band das schafft, erkennt ein geübtes Ohr völlig ohne Soundtüftelei, und wenn ihr vor allem die "schöne" Aufnahme im Hinterkopf habt, fahrt ihr vermutlich mit angezogener Handbremse und verschenkt damit euren besten Trumpf. Es gibt so viele Live-Videos toller Bands in eher dürftiger Klangqualität, die trotzdem überzeugen, weil die Band einfach tight rüberkommt. Ein paar zusätzliche Mikros hätten da nichts verbessert, wenn dann hätte man wirklich mit professioneller Technik UND professionellem Bedienpersonal eine echte CD-Liveaufnahme mitschneiden müssen. Ein Booker hört sofort, ob die Band was kann, mit oder ohne Snaremikrofon ;)

Rampen

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  • »Rampen« ist männlich

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3

Dienstag, 11. Februar 2020, 23:16

Ich würde auch tippen, dass ein Live-Video mehr sagt als tausend Demo-Mixes, selbst wenn es per Kamera-Mic aufgezeichnet ist. Klar, dafür muss man erstmal auftreten (also ein Henne/Ei Problem) ^^ .
Nix da.

bergheimer

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4

Mittwoch, 12. Februar 2020, 09:23

Hey danke für die Tipps! Video ist durchaus machbar, dass ist nämlich mein Hauptberuf:)
Nochmal die Frage nach der Abnahme mit 2 Raummikrofonen: Ist es besser, die beiden Kondensor-Mikrohone zu nehmen oder die beiden Zoom H1? Auf der Seite vom Line Audio wird zumindest erwähnt, dass die beiden CM3 auch dafür verwendet werden können:

"The CM3 is tough enough to handle drums with full depth and punch, drum overhead clearly and crisp without strain. It also handles amplified instruments well. -A true allround microphone!
It's suitable for professional studio and PA use, with a pricetag at the hobbyist level!
It's very small size (about the same as a normal XLR plug) makes it easy to place, without being in the way. Its size and black colour makes it close to invisible on stage. Delivered with foam windsheild and microphone holder (clip)."


Vermutlich lautet die Antwort: einfach ausprobieren.

  • »Oliver_Stein« ist männlich

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5

Mittwoch, 12. Februar 2020, 10:38

Wenn es auf eine reine Stereoaufnahme hinausläuft, dann liefern euch die CM3 ein besseres Klangbild als die internen Mics des H1. Die Qualität der internen Zoom Mics ist zwar für die meisten Situationen ausreichend, aber ein Paar gute Kleinmembraner ist klar überlegen. Man hört das meist erst im direkten Vergleich, aber dann ist es eindeutig. Wenn euer Raum also gut klingt und ihr ein ausgeglichenes Klangbild durch eure innere Dynamik hinbekommt, dann spricht nichts gegen eine Stereoaufnahme mit den CM3. Auch bei reinen Stereoaufnahmen kann man mit Nachbearbeitung noch ziemlich viel herausholen.

Wenn ein Kondensatorpaar mehr verfügbar gewesen wäre, hätte ich euch Stereoaufnahme plus Stützen empfohlen:
CM3 Stereopaar
BD D112
OH zweites Kondensatorpaar
Sax SM57 oder 58
Bass DI
Piano Di wenn elektronisch, wenn akustisch eins oder zweider SM als Stütze

Sind 9 Spuren, aus denen man mit zweifellos weitaus größerem Aufwand dann etwas mischen kann.

bergheimer

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6

Donnerstag, 13. Februar 2020, 07:07

Wir haben sogar noch ein zusätziches Kondensor-Paar, aber das ist ein billiges von Behringer. Ich hatte das schon mal mit den CM3 im direkten Vergleich getestet und da lagen Welten zwischen den beiden!
Wie ordnet man die beiden Kondenser denn am besten an?
Hier übrigens mal eine Refernezaufnahme von letztem Jahr, die ich damals in der "Hörzone" gepostet hatte. (Sorry, wir alls Jazz-Anfänger, also nicht unser Gedudel beurteilen, das wurde schon in der Hörzone gemacht).Die Aufnahme wurde mit nur einem Zoom H1 aufegnommen:


https://www.dropbox.com/s/qksmf091bmgj9c…190908.WAV?dl=0

Rampen

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7

Donnerstag, 13. Februar 2020, 08:49

Nix da.

Beeble

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8

Donnerstag, 13. Februar 2020, 14:53

auch hier ist dein link tot.
Wenn ich ihr wäre, würde ich mit Bluemlein aufnehmen, also 2 Mikrofone mit 8er Charateristik oder direkt mit einem Bluemlein Mikrofon.
Der Raum muss stimmen, dann muss man nur mit den Abständen der einzelnen Instrumente im Kreis um das Mikrofon rumprobieren und wird belohnt mit einer
sehr lebendigen, dynamischen und räumlichen Aufnahme.
»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.«
Chinesisches Sprichwort


bergheimer

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9

Donnerstag, 13. Februar 2020, 19:58

Ah sorry. keine Ahnung warum der Link nicht funktionierte. ich verlinke einfach mal den Fred, gleich im ersten Post habe ich die Aufnahmen verlinkt. Die sollten funktionieren:

Erste Jazz-Versuche - Project in Blue

trommla

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10

Donnerstag, 13. Februar 2020, 20:29

Kannte die Aufnahmen ja bereits, und mir ist mal wieder das Wasser im Munde zusammengelaufen beim Klang deiner Becken. Da hast du echt feine Sachen :)

Edit: hab erst jetzt Beebles Link angeschaut. Ja, das ist genau die Arbeitsweise, die ich im Sinn hatte. Wobei natürlich so ein Raum nicht an jeder Straßenecke auf einen wartet.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »trommla« (13. Februar 2020, 20:38)


bergheimer

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11

Freitag, 14. Februar 2020, 12:44

...und die Frage ist, ob wir neues Equipment kaufen müssen, oder ob die CM3 so was hinbekommen. Quasi wie ein Ribbon in der Mitte und wir Musiker drum rum. Bei guten Ribbons ist man dann auch schnell bei 500 Takken aufwärts, und das gebraucht.

Und sorry für den Re-Post, geht mir nicht um eine 2. Feedbackrunde sondern wirklich nur um eine Referenz bezüglich des Zoom H1. Wr spielen natürlich jetzt viiiiel besser:-)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bergheimer« (14. Februar 2020, 12:47)


Beeble

Beckenpolierer

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12

Freitag, 14. Februar 2020, 19:49

also so fein das H1 auch sein mag, es kann so weit ich weiß keine 8.
Das H2 kann eine Acht.
Die Auflösung eines guten Großmembraners ist natürlich mit einem Zoom auch nicht zu erreichen.
Das CM3 ist zwar ein feines sehr lineares Mikro, aber mit einer Niere müsstet ihr zu weit weg und

hättet sicher zu viel Raumanteil auf der Aufnahme.
»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.«
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trommla

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13

Samstag, 15. Februar 2020, 10:55

Das H2 kann eine Acht

und könnte gebraucht für wenig Geld testweise erworben werden. Kostet meist nicht mehr als ein schönes Abendessen für 2 Personen.

Beeble

Beckenpolierer

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14

Samstag, 15. Februar 2020, 12:56

Bei guten Ribbons ist man dann auch schnell bei 500 Takken aufwärts, und das gebraucht.

da musst du noch nindestens 1000 draufrechnen, man braucht ja 2 und dann fehlt immer noch ein guter Preamp.
Mit Nieren ist so eine Aufnahmetechnik leider nicht möglich.
Das R88 in dem Video liegt bei etwas 2300 Euro + 1000 für einen passenden Preamp.
»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.«
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bergheimer

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15

Gestern, 13:34

Dann wäre ja eigentlich das Zoom H6 ideal, da es 4 XLR Eingänge hat. Damit könnte ich die 2 CM3 und das AKG1212 noch zusätzlich anschließen. Oder seh‘ ich das falsch?

Beeble

Beckenpolierer

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16

Gestern, 23:14

ja, das würde funktionieren. Aber da wäre ein gutes Audiointerface mit 4 oder mehr Eingängen sicher die bessere Wahl,
wenn du das Zoom nur zum aufnehmen und wegen der verbauten Mikros nimmst.
Gedacht ist ja als mobiler Fieldrecorder. Die Wandler sind jetzt nicht gerade berauschend.
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bergheimer

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17

Heute, 10:23

Benötige ich mit dem Audiointerface dann nicht noch zusätzlich ein paar Mikros? Wie setzte man denn das Audiointerface ein?

Das wäre dann ja so was wie das Native Instruments Komplete Audio 6:

https://www.native-instruments.com/de/pr…mplete-audio-6/

Aber habe ich so was nicht mit dem Zoom L-12 Livetrack?

Zur besseren Einordnung hier auch noch unsere Konfiguration: Bass und Gitarre spielen über Ihren eigenen Amp, Klavier über die PA (Zomm L-12 Livetrack + PA-System), Schlagzeug und Saxophon akkustisch.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »bergheimer« (Heute, 10:32)


Beeble

Beckenpolierer

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18

Heute, 16:18

Hatte ganz vergessesn das ihr ja schon ein Livetracks besitzt, damit hat sich das Thema Audiointerface erledigt.

Es fehlen dann halt nur noch Mikros.

Ein trockener kleiner und vor allem niedriger Raum sind gar nicht so gute Voraussetzungen zum Aufnehmen wenn ihr es live machen wollt.
Zumindest was die Abnahme der kompletten Kapelle mittels Raummikrofonen betrifft.
Da könnte es besser sein alles "close" aufzunehmen, also mit den Mikros möglicht nah an die Instrumente.
Allerdings hat das auch große Nachteile. Eine aufwendige Nachbearbeitung und nerviges übersprechen der Mikrofone.
Es bedarf etwas Disziplin was die Lautstärke der Verstärker und PA angeht.
Genau lässt sich das aber nur vor Ort einschätzen was dort möglich ist, wie man sich aufbaut, welche Mikrofone
für was am besten geeignet sind.

Ich würde es trotzdem einmal mit einem Bluemlein Pärchen probieren.
ab 200 Euro bekommt man gebraucht schon sehr ordentlichen Mikrofone und davon hat man eh niemals genug.
Für close micing brauchst du mindestens 3 Mikrofone fürs Schlagzeug,

Das 112er und das 57er für BD und Snare, mindestens ein CM3 als Overhead.
Das andere SM57 für den Gitarrenamp und mit Bass und Gesang würde ich direkt ins Zoom gehen und gegebenenfalls

für euch zum hören das ganze vorsichtig über die PA schicken.
So kämst du mit den vorhandnen Mikrofonen hin.
Erwarte aber keinen Traumsound ;)
»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.«
Chinesisches Sprichwort