Vorbereitungen und Vorproduktion für den Studiobesuch - Fragen dazu

  • Hallo zusammen,


    vor ein paar Wochen hatte ich hier bereits die Frage
    betreffend Equipment zum Aufnehmen meiner selbst bzw. im Weiteren auch
    InEar-Monitoring gestellt. Das Thema hat sich jetzt erledigt, da wir durch
    „Vitamin B“ vergleichsweise günstig und entsprechend der verfügbaren
    Kapazitäten wohl auch in einer wesentlich besseren Qualität, im Studio
    aufnehmen können. Zudem habe ich den ersten Teil meiner InEar-Anlage in der
    Pipeline.


    Dadurch habe ich jetzt ein paar andere Fragen. Konkret
    geht es mir um die Vorbereitung der Aufnahmen. Ich stelle mir die Frage, was meine
    Band und ich alles vorbereiten/auf dem Kasten haben müssen. Bis jetzt hat mein
    Brainstorming folgendes ergeben:


    - Alle Songs clickfest, fehlerfrei spielen können
    - Ggf. alternative Rhythmen/Instrumentierungen/Fills anbieten können
    - Drumset stimmen
    - Ersatzteile (–felle) einpacken
    - Bass & Drums haben ihre Parts gemeinsam ausgearbeitet
    - Band klingt in sich tight
    - Guide-/Pilottracks sind erstellt
    - Click- und ggf. Tempotracks sind erstellt


    Sicher kommt da noch Einiges hinzu.


    Mir geht es jetzt konkret um die Geschichte mit den Guide- und Clicktracks. Hier weiß ich nicht so recht, wie ich am besten Clicktracks erstellen soll, so dass diese hinterher systemübergreifend
    kompatibel sind, nicht dass es nachher böse Überraschungen mit Latenzen oder „verrückten“ Spuren gibt. Da würde mich eure Meinung interessieren, wie wir das am besten lösen.


    Zu den Guidetracks habe ich die Frage, wie diese abgemischt sein sollten? Reicht da etwas „nacktes“ ohne EQing etc., Hauptsache alle Mann auf dem Click?
    Empfiehlt sich hier auch die Herangehensweise jedes Instrument einzeln einzuspielen? Wäre da für Eure Ratschläge dankbar.


    Voraussichtlich haben wir noch ca. 4-5 Monate für die Vorbereitung, was – so denke ich – reichen sollte.


    Groovige Grüße
    GM

  • da hatten wir im Unter-forum "(Sch)Lachzeug" was...


    Thread:
    Harry f***** Potter! Studiotipps
    Teil 1:
    http://www.youtube.com/watch?v=Lw25dOC7H9M
    Teil 2:
    http://www.youtube.com/watch?v=qUzEP63sH7M


    Du hast dir ja schon einige Gedanken dazu gemacht, ob dir das video jetzt effektiv weiter hilft musst du entscheiden :D


    ansonsten hat auch - soweit ich weiß - forum-member "slo77y" mal eine "Guideline" gemacht für seine Studiobesucher. vielleicht meldet der sich hier auch noch. [edit: hab ichs nicht gesagt? ;)] ansonsten darfst du ihm bestimmt auch eine PN schicken und fragen was er seinen Kunden für die Vorbereitung empfiehlt.

  • Mir geht es jetzt konkret um die Geschichte mit den Guide- und Clicktracks. Hier weiß ich nicht so recht, wie ich am besten Clicktracks erstellen soll, so dass diese hinterher systemübergreifend
    kompatibel sind, nicht dass es nachher böse Überraschungen mit Latenzen oder „verrückten“ Spuren gibt. Da würde mich eure Meinung interessieren, wie wir das am besten lösen.


    MIDI.


    Oder beim angestrebten Laden anfragen, womit gearbeitet wird. Aber mit MIDI können die garantiert auch was tun.
    Die Guidetracks exportierst du am besten als 44.1khz 24bit WAV Dateien, sofern das Ergebnis auf eine Audio-CD gebannt werden soll.
    Sie sollten alle die gleiche Länge haben und wenn man sie alle komplett an den Anfang schiebt synchron zueinander und zum (MIDI-)Clicktrack laufen.
    Eventuell tust du dem Studiomenschen einen gefallen wenn du einen Stem anlieferst - also nicht alle Guidetracks einzeln, sondern zusammen in einer Stereo Spur - abhängig davon wie das Studio arbeitet.




    Ich weiss jetzt nicht genau welche Musik du machst, und welche Art Produktionsablauf angestrebt wird (gleichzeitig einspielen, alles nacheinander etc.), aber im Regelfall werden an Guidetracks (oder Schmutzspuren) keine besonders hohen Soundanforderungen gestellt - sie dienen lediglich dazu den Musikern während der Produktion eine Orientierung zu geben, von daher würde ich die einfach relativ nackt ohne grossartiges EQing (vielleicht hi+locut) lassen.



    Die Liste die du ausgearbeitet hast ist auf jeden Fall sinnig. Ich würde sie noch um "alle Instrumente funktionieren technisch einwandfrei und sind ordentlich gewartet" (Gitarren: Intonation, Bundreinheit, Mechaniken, Potis, Buchsen, Saitenlage etc. pipapo - am besten mal zu einem Fachmann bringen vorher! Drums: Neue Felle - besser noch: Geld für neue Felle, Gratungen, Klappert/Quietscht irgendwas was nicht sollte, solchen Kram halt)


    Am besten die Sache auch nicht ZU ernst nehmen, denn sonst seid ihr beim einspielen nicht locker.... dann sind all deine guten Vorbereitungen für die Katz - denn locker und mit Spass seinen Take abzuliefern ist mit das wichtigste überhaupt!


    Wenn du wirklich noch 5 Monate Zeit hast zum "vorbereiten" was imho eine ziemlich lange Zeit ist, versuche auf Konsistenz zu üben. Arbeite an deiner internen Dynamik. Grobe Faustregel: Trommeln laut, Becken leise - werden so gut wie alle Studiomenschen dankbar für sein und resultiert in einem besseren Drumsound) Versuche die Snare immer gleich laut zu hauen, wenn das so gedacht ist, übe mit einem Spiegel, achte auf deine Bewegungen... sehen sie immer gleich aus, ist das schonmal ein guter Anhaltspunkt. Mach Testaufnahmen um dich selbst zu kontrollieren und aus einer anderen Perspektive zu hören. etc. pipapo.


    Ich denke um den Ablauf und die Technik hast du dir genug Gedanken gemacht - verkopfe nicht zu sehr :) - Ein kompetentes Studio wird euch auch vernünftig beraten was an Vorbereitung gut und sinnig ist. Ich würde mich an deiner Stelle aufs spielen konzentrieren - es ist quasi unmöglich genug zu üben, auch wenn das hart klingt. Und spielen ist das einzige wodrüber du dir Gedanken machen musst wenn du im Studio bist - zumindest in einem Guten.


    Viel Erfolg :thumbup:

    sieg natur.

    2 Mal editiert, zuletzt von slo77y ()

  • Das Wichtigste ist Eure Musik. Macht Probeaufnahmen
    und hört sie Euch genau an. Sind Eure Stücke für
    Konserve richtig arrangiert? Was live prima ist, muß
    für CD o. ä. nicht zwangsläufig gut sein. Ist das Solo
    zu lang? Muß da überhautp eins hin? Wie möchtet Ihr Eure
    Nummern auf Konserve hören? Es ist manchmal nicht schlecht,
    einen Außenstehenden zu Rate zu ziehen, der Ahnung hat und
    dessen Meinung Ihr respektiert. Imho ist wichtig, daß
    eine Aufnahme entsteht, die Euch entspricht, die "Ihr seid".
    Das nennt man Authentizität, glaube ich. Aufgesetzter
    Kram kann selten überzeugen.


    Viel Spaß & Erfolg
    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Hallo


    und vielen Dank für Euren Input! Die Videos sind zwar sehr humoristisch, beinhalten aber mit
    Sicherheit viel Wahres.


    Die Guidline von Slo77y hatte ich mir vor meiner Threaderöffnung schon zu Gemüte geführt. Da mein
    Set nicht mehr so ganz meinen Soundvorstellungen entspricht und ich auch einige Reparaturen
    erledigen lassen müsste (Gratungen, etc. ) spiele ich mit dem Gedanken mir für den Studioaufenthalt
    bei einem Backline-Rental (Verleih) ein Set zu leihen (Pearl Masters o. ä.).


    slo77y:
    Der „angestrebte Laden“ nutzt Cubase7 und WaveLab. Midi ist da wohl nicht verkehrt. Ich war mir
    nur unsicher, da ich schon häufig gelesen habe, dass Clicktracks, die wie bspw. In unserem Fall in
    einem Digitalrecorder (Korg D12) programmiert sind, ggf. langsamer oder schneller auf einer DAW
    abgespielt werden. Das wäre nicht so gut, sag ich mal. Zumal ich auch schon darüber gelesen habe,
    dass Guidetracks am Ende unter den Spuren verschoben waren … muss nicht sein, kann ich sehr gut
    drauf verzichten!


    Das mit der Stereo-Spur werde ich im Vorfeld klären. Vielen Dank für den Tip!
    Stilistisch machen wir Rock, relativ breitgefächert also hier mal eher metallisch, da mal eher poppig.
    Wir haben ein, zwei Balladen im Programm und bemühen uns darum, dass unsere Songs im Ohr
    bleiben (Gesangsmelodien etc.). Mir wäre es fast am liebsten, wenn wir alle zusammen einspielen,
    wegen der Energie die da im Raum steht und da ich befürchte, dass das so ein Guidetrack nicht gut
    reproduziert. Allerdings denke ich, dass es auf eine Schichtaufnahme (also jedes Instrument nach und
    nach) hinauslaufen wird. Dieses Prinzip ist mir durch diverse Demos in Eigenregier auch schon
    vertraut. Das werden wir auch im Vorfeld klären.


    An der Stelle noch die Frage: Wieso Trommeln laut, Becken leiser? Das erschließt sich mir nur
    teilweise. Wieso ist der Drumsound da besser? Mich „probeaufnehmen“ wollte ich vorher definitiv
    auch noch das Ein oder Andere Mal.


    fwdrums:
    Probeaufnahmen ziehen wir in Regelmäßigkeit (jede 2-3 Probe). Live sind wir mittlerweile dabei die
    Songs teilweise anders zu spielen (Stichwort: Interaktion mit dem Publikum, Live-intros/Endings,
    etc.).
    Da sprichst Du also etwas an, was uns wichtig und im livebetrieb nicht gerade unbedeutend ist (aus
    meiner Sicht).
    Gerade hinsichtlich des ein oder anderen Solos bzw. dessen Länge kann man da sicher noch drüber
    reden. Oder aber wegen der Struktur des Songs. Deshalb ist es vielleicht auch gut, dass der
    Studiobesitzer selbst akiver Musiker ist und zudem auch anbietet, als „Produzent“ Anregungen zu
    geben.
    Authentisch wollen wir in jedem Fall sein und bleiben, also auch möglichst wenig programmieren
    lassen müssen (wenn es hart auf hart käme, wovon ich aber nicht ausgehe). Deshalb auch eine
    entsprechende Vorbereitung absolvieren. Betreffend dieser überlege ich gerade auch, wie wir da am
    sinnvollsten nochmals durch die Songs durch gehen. Sowohl hinsichtlich Tempo/Time als auch
    Arrangement und selbstverständlich auf die Schwachstellen bezogen.
    @the and oft he day nützt nämlich die fetteste Produktion nicht, wenn es live nicht so rüber gebracht
    wird (just my 2 cents).


    Danke nochmal und einen guten Wochenanfang!


    Greetz,
    GM79

  • Becken sind von natur aus lauter als trommeln bei gleicher Anschlagstärke... Besonders wenn die Becken nah an den Trommeln hängen, und dann kräftig drauf geholzt wird, bekommt man auf den Drum-Closemics mitunter erhebliche Probleme mit Bleed (Übersprechen), sodass dann z.b. bei jeder Snare in Verbindung mit einem Gate die Hihat bzw. alle Becken lauter werden... Auch Raum Mikros klingen viel besser wenn die Becken leiser gespielt werden, denn ansonsten hat man da fast nur Becken drauf...

    sieg natur.

  • Hallo,


    das mit dem Volumenverhältnis von Becken zu Toms und dem Übersprechen auf den Mics hatte ich mir auch schon gedacht. Hatte aber die Befürchtung, dass es da noch andere Gründe geben könnte ;)


    Jetzt bin ich gerade dabei mir zum Thema "Stimmen" Gedanken zu machen. Gratungen sollten wohl intakt sein, was für mich heißt, dass ich meine Toms nochmal zu St.drums o. ä. schicken muss.
    Wie sieht es denn mit den Anforderungen an meine Stimmkünste aus? Muss ich nur einen sauberen Ton aus dem Kessel bekommen oder sollte ich dauch dazu in der Lage sein, den Ton der Trommeln ggf. durch Stimmung verkürzen zu können o. ä.?


    Zudem bin ich gerade am Überlegen, ob ich mir nicht den Luxus gönne und mir beim Backliner ein Set für ein paar Tage leihe. Gibt es für Studiosituationen empfehlenswerte Sets, die keine "Stimmziegen" sind? ;)


    Kommende Woche werden wir mit der Vorproduktion beginnen und die Pilotspuren aufnehmen, wobei wir da wohl so rangehen, dass wir - auch für den Engineer - die Songs möglichst komplett (bezogen auf die Band) aufnehmen und auch damit wir, jedes Instrument für sich, ein schönes Playback zum Üben haben. Momentan sind wir uns aber noch nicht über alle Songs 100ig im Klaren (es werden für den Anfang 3 Tracks für die EP). Evtl. geht es dann im Herbst nochmal ins Studio um Drei bis Vier weitere Tracks einzuspielen.

  • Hi,

    Zudem bin ich gerade am Überlegen, ob ich mir nicht den Luxus gönne und mir beim Backliner ein Set für ein paar Tage leihe. Gibt es für Studiosituationen empfehlenswerte Sets, die keine "Stimmziegen" sind?

    ich kenne Dich und Dein Set nicht, aber spontan denke ich: Ich würde mir bei mangelnden Stimmkünsten eher den Luxus eines Stimmkünstlers gönnen! (Vermute, das Studio hat gute Leute an der Hand) Vorteile über Vorteile: Du kannst auf Deinem gewohnten Set spielen. Du kannst ganz Ungewohntes entdecken (Kerl, wie gut das Teil doch klingt!) und am Ende das schön gestimmte Set mit nach Hause nehmen. Ich kenne micht damit nicht aus, aber vielleicht kommen Verleihsets gestimmt. Nur ... das muss ja nicht die richtige Stimmung für den Job sein. Dann lieber das Letzte aus dem eigenen Set kitzeln (lassen).


    Viel Erfolg!
    Hajo K

  • Ich kann dir da wirklich ganz starkt dem guten Masshoff seine DVD ans Herz legen!!!!! Spiel mit den Methoden etwas rum und ich bin sicher du findest den Weg zu deinem Sound! Is garnich so schwer wie man denkt ;-))


    http://www.jazzdrummerworld.co…olution-dvd/#.UvJOzPl5NBk


    Edit: Wenn du dich damit etwas beschäftigst is das natürlich nicht nur für die Aufnahme gut.... es bereichert tatsächlich dein gesamtes Trommler da sein! Das geht soweit dass du in der Lage bist in 30 Sekunden Pausen zwischen den Tracks Beispielsweise die Tonhöhe deiner Snare in Sekunden Perfekt verändern kannst usw.... is echt super!!

    Von NY Hardcore bis Reggae - Stay open Minded!

    Einmal editiert, zuletzt von snafu ()

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