großflächig Klebereste von Trommeln entfernen

  • Ich habe vor einiger Zeit mal wieder ein altes Set zum Aufbauen erworben.


    Ist definitiv nichts Besonderes, vermutlich ein Hoshino erster Generation mit Railconsolette, immerhin mit einem schönen Vintage Sound.


    Macht mir aber Spaß und nun fängt ja wieder die Zeit an, wo man auch draußen was machen kann :-)


    Im Winter hatte ich schon angefangen den Chrom zu polieren, Schrauben zu ölen, Kleinteile auszutauschen, etc.


    Die größte Aufgabe bin ich nun angegangen und komme da nicht wie gewünscht ans Ziel. Zumindest hätte ich gerne ein paar Ratschläge.



    Das ganze Set ist vollflächig, unschön und wenig professionell, mit einer neuen Folie über der original Folie verklebt worden. Ich möchte aber gerne die original Folie erhalten.



    Habe mich nun also rangemacht, die "neue" Folie abzuziehen. Begonnen habe ich mit der FT. Alleine das war schon mühsam. Der Kleber ist extrem hartnäckig und klebt wie Hulle... Bin also mit Fön und viel Zeit an das Thema ran gegangen. Reines Abziehen war quasi unmöglich.



    Nachdem die Folie ab war, verblieben die Reste des Klebers aber fast vollständig auf der alten Folie. Aus anderen Tätigkeiten habe ich verschiedene Mittel ausprobiert, die mir weniger radikal erschienen. (Orangenöl, Handwaschpaste, warmes Wasser mit leichter Lösung, etc.)


    Im Prinzip gab es immer das gleiche Ergebnis. Der Kleber löste sich zwar, verblieb aber als Schmierschleim auf der Folie zurück. Dieser ist aber nicht einfach abzutupfen, mit warmen Wasser zu entfernen, oder ähnliches. Einfach zu hartnäckig.



    Da das Ganze ja wirklich eine große Fläche betrifft, suche ich nach einer Alternative, falls es die gibt.



    Habt Ihr Erfahrungen mit Acteon, Reinigungsbenzin oder ähnlichem auf so großen Flächen in Verbindung mit Folie?


    Ob die Folie angegriffen wird, kann ich ja an einer Stelle ausprobieren, aber wie löst sich der Kleber? Wieder mit diesem Schleim, den ich nicht loswerde? Werde ich den anderes los? Um das zu testen müsste ich schon eine größere Fläche bearbeiten. Das Risiko würde ich gerne vermeiden.



    Habe auch schon darüber nachgedacht mit ganz feinem Schmirgelpapier auf Nassbasis die Folie zu polieren und damit gleich das Zeug abzunehmen. Hat das schon mal jemand gemacht? Mit welcher Stärke? In jedem Fall nass schleifen, wegen der Wärmeentwicklung, oder geht auch trocken?



    Es gab zwar schon ein paar Threads in der Suche dazu, aber da waren für mich keine neuen Erkentnisse erkennbar, da es hier um jeweils große Flächen und / oder dem Klebeschleim geht.


    Freue mich über jeden Ansatz....

    Alles eine Sache der Übung.

  • Habt Ihr Erfahrungen mit Acteon, Reinigungsbenzin oder ähnlichem auf so großen Flächen in Verbindung mit Folie?


    Ich habe vor kurzem ein Schlagzeug gereinigt, das an manchen Stellen Klebereste von Gaffa hatte.
    Da es sich um ein Billigschlagzeug handelte, ging ich unverkrampft mit Reinigungsbenzin an die Folie.
    Das ging prima!
    Allerdings waren das nur relativ kleine Stellen, bei Dir hört sich das nach mehr an.
    Außerdem waren die Stellen, an denen sich die Klebereste befanden, anschließend etwas heller als der Rest der Folie.
    Ich glaube aber, dass das nicht vom Benzin kommt.
    Insgesamt hat das Set im Laufe der Jahre vermutlich durch Sonneneinstrahlung seine Farbe von silber zu goldgelb gewechselt.
    Ich weiß nicht, wie lange das Gaffa aufgeklebt war, womöglich lange genug, dass an dieser Stelle die Farbveränderung irgendwann gestoppt wurde.


    Fazit: Sollte gehen.
    Aber natürlich ohne Garantie.


    Grüße!
    Tom

  • Mein ultimativer Tipp für Klebereste, unerwünschte Aufkleber usw: Ethanol! Ich benutze Bio-Ethanol für einen Ethanol-Kamin und hab es vor ein paar Wochen in meiner Verzweiflung mal ausprobiert, um steinharte Gaffa-Reste von einem ansonsten noch sehr brauchbaren Bassdrum-Fell zu entfernen. Es muss einige Zeit einwirken (Lappen oder Küchenrolle tränken und drauflegen, gern auch länger). dann geht ALLES ab, ich hab sogar einen Premier-Schriftzug von STS, den ich selber mal aufgeklebt hatte, restlos abgezogen gekriegt, und: das Fell war hinterher völlig unbeschädigt und ich spiele es heute noch. Seitdem behandle ich alle Klebe- oder Schmierreste mit dem Zeug und bin begeistert.

    “If you end up with a boring miserable life because you listened to your mom, your dad, your teacher, your priest, or some guy on television telling you how to do your shit, then you deserve it.”
    Frank Zappa (1940-1993)

  • Hallo,


    ich hatte das gleiche Problem mit einem Sonor Swinger, unter dem sich eine gut erhaltene Folie in White Marine Pearl versteckte. Die Klebereste waren wohl ähnlich hartnäckig wie bei Dir. Bin dann mit Waschbenzin und einer Zewa-Haushaltsrolle beigegangen. Die Zewa-Papiertücher habe ich sehr oft wechseln müssen, um die Reste dann nicht schmierig weiter auf der Folie zu verteilen. Gefühlt habe ich wohl eine Rolle Zewa verbraucht bei der langwierigen Tortur. Auch über die gereinigten Flächen bin ich abschließend noch mal (mindestens einmal) mit Waschbenzin rüber gegangen, da sie bis dahin immer noch ganz leicht "rest-klebrig" waren. Das Ergebnis ist dann aber für mich voll zufriedenstellend ausgefallen.


    Viel Erfolg!


    Gruß, R.

  • Eine bekannter von mir, Chef des Backline-Verleihers Blue Lines aus Frankfurt, benutzt dafür immer Terpentinersatz,
    Er reinigt damit auch sündhaft teure Exotic DWs !!!


    Don't panic und drauf mit dem Zeug!

  • erstmal vielen Dank für die Anregungen.


    Dann werde ich mich mal ans Ausprobieren machen. Ethanol sollte ich noch hier haben, fange also damit mal an.


    Ralf: hatte gehofft, das Du schon Erfahrung damit gesammelt hast :-) Klingt auf jeden Fall praktikabel...


    Wenn es mit dem Ethanol nicht so gut klappt werde ich nächste Woche mal Waschbenzin und Terpentinersatz besorgen und beides ausprobieren um berichten zu können.


    Dann haben wir einen direkten Vergleich.

    Alles eine Sache der Übung.

  • Noch etwas: trage irgendwelche Schutzhandschuhe dabei (es reichen z.B. die dünnen, die es an einigen "blauen" ;) Tankstellen zum Diesel-Tanken gibt). Und draußen an der frischen Luft sollte sich das Ganze natürlich auch abspielen. Deine Hände (und Dein Körper überhaupt) werden es Dir danken.


    Gruß, R.

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