A-Set umbauen. Was lohnt sich wirklich?

  • Long story short: Es ist einige Jahre her, als ich mich fleißig mit Rolands TD-20 ärgerte und das schlußendlich dann doch wieder verkauft habe. Weder Sounds noch Spielgefühl haben mich damals überzeugt. Nachdem nun nach vielen Jahren mal wieder etwas Platz übrig ist um doch endlich wieder ein Set in die Wohnung zu stellen und im Keller noch ein hübsches HipGig Senior steht, kam natürlich schnell die Idee den Nachbaren zu liebe das gute Stück umzubauen. Allerdings möchte ich kein externes Soundmodul mehr, sondern lediglich ein Trigger2Midi interface (im Idealfall direkt mit USB anschluss) und den Rest per sampler im Rechner erledigen. Prinzipiell geht es hauptsächlich darum zu hause mal wieder etwas üben zu können und midi daten an die DAW schicken zu können (gen16 is damit leider raus...)
    Schön wäre auch wenn sich das Set ohne riesigen Aufwand wieder zurück bauen lässt. Jetzt stellen sich mir folgende Fragen in der Hoffnung jemand hat sich damit schon näher damit beschäftigt:


    - wie sieht es mittlerweile mit Dingen wie Positionserkennung bei Verwenung von Triggermodulen und umgebauten A-Drums aus? Wie sieht hier die Unterstützung bei Software Samplern oder Libraries aus?



    - welche Trigger für BD und Toms?


    - lohnt bei der Snare evtl die investition in ein ordentliches Pad. z.b. V-Drums?


    - empfehlungen für Becken Pads - vor allem ein richtiger Hi-Hat ständer wäre schön. Wie wird das von Trigger Modulen und Samplern unterstützt?


    Falls jemand sogar eine direkte Produktempfehlung im Kopf haben sollte, bitte immer her damit. Preislich sind günstigere Lösungen gerne gesehen. Falls eine teurere Lösung einen deutlichen Mehrwert (z.b. hinsichtlich Spielgefühl) bietet, ist dies aber sicherlich irgendwie drin.

  • Ich bin zugegebener Maßen kein E-Drum-Experte ... aber ich hatte mir auch mein altes TAMA Swingstar mit ddrum-Triggern, ALESIS CymPads und dem TD-11 umgebaut. Ich war damit aber nur semizufrieden ... und bessere Umbaulösungen kamen für mich dann preislich in Regionen, wo ich mir doch dann eher was ordentliches kaufen könnte ...


    Ich habe mich dann dafür entschieden ... Drum-Tec JAM



    ... für den Hausgebrauch bin ich damit sehr zufrieden ... das Spielgefühl von dem hätte ich mit meiner Bastellösung von den Settings her nie so hinbekommen ....

  • Oh je - wo fang ich an ... da gibts sooo viel zu schreiben ... :wacko:


    Lohnt sich der Umbau?
    Auf jeden Fall! Gerade wenn man schon Kessel hat ist das preislich überschaubar mit super Ergebnis.


    Trigger
    Ich würde dir fertige professionelle RTB-Trigger von R-Drums empfehlen.
    Die sind schnell ein und auch wieder ausgebaut und liefern ein perfektes Ergebnis.
    Den kompletten Umbau kannst du in 2 Stunden erledigen und in 45 min wieder rückgängig machen.
    Bei der Snare könntest du noch auf ein RTS-System upgraden - damit kannst du jede Drum-Tec-Snare die Stirn bieten.


    Mesh Heads
    Am Einfachsten nimmst du hier Drum-Tec 2ply (Design heißen die glaub ich) oder 3ply (Real Feel?) und für die Reso-Seite die billigsten die du finden kannst nur für die Optik oder um da deine Kabel rauszuführen.


    Becken
    Leider kommt man kaum an Roland Becken vorbei - hier lohnt es sich sich ein paar Wochen Zeit zu nehmen und bei ebay oder sonst wo gebraucht zuzuschlagen - neu sind die zu teuer und ich hab ausschließlich gute Erfahrungen mit gebrauchten Roland Cymbals gemacht bisher.
    HiHat - hier kann ich die VH-11 empfehlen - wie es mit anderen günstigeren Herstellern im Bereich HiHats ausschaut - z.B. GoEdrum oä. kann ich nicht wirklich sagen leider.


    Modul
    Hier könnte man wohl ein Buch drüber schreiben ...
    Ein wirklich gutes Trigger-Interface gibt es wohl nicht wirklich. Ich selber verwende ein DDrum DDTi Trigger Interfqce (ehemals Alesis Trigger IO) als Erweiterung für ein Roland Modul.
    Ich hab selber nicht ausprobiert das Trigger Interface standalone an einem Rechner zu betreiben, aber ich hab nicht wirklich gute Erfahrungen darüber lesen können - gerade die HiHat soll da wohl nicht wirklich gut funktionieren.
    Es gibt andere sehr ambitionierte Projekte - Stichwort Megadrum - aber auch hier scheint es keine reibungslose Plug-And-Edit-Trigger-Settings-And-Play Lösung zu geben.
    Schade, dass du dein TD-20 verkauft hast - es wäre ja quasi fasst schon eine perfekte Lösung gewesen dein umgebautes Set über das TD-20 am Rechner zu betreiben.


    Allgemein
    - Positional Sensing?
    Absolut perfekt mit guten Mittentriggern (siehe oben)
    Unterstützung bei Software ist gegeben - da kann dir evtl ein Kollege mehr drüber schreiben - kommt hier wahrscheinlich auch auf das verwendete Modul an ... ???


    - Snare ordentliches Pad?
    Meiner Meinung nach ist das Triggerergebnis perfekt mit den R-Drums-Triggern mit sehr gutem positional sensing und Dynamik von 2-127 :-)
    Im Bereich Snare könnte die neue digitale Snare im Zusammenspiel mit einem TD_50 noch mal eine Verbesserung bringen - ansonsten lohnt sich hier definitiv kein Roland-Pad.



    Du kannst dein Shell-Set für 700 Euro professionell umbauen - Trigger und Meshes.
    Das günstigste Shell-Set bei Drum-Tec kostet schon 1000 Euro, hat sehr kleine Kessel und triggert definitiv nicht besser als die oben skizzierte Lösung.
    Die Qualität dieser Umbaulösung käme eher der Drum-Tec Pro Serie gleich - um einen Vergleich anzustellen - und die geht bei 2699 los.
    Hier bist du also mit ca. 700 Euro deutlich drunter - wenn man mal nur die Shell Sets vergleicht.
    Bei günstigen Custom-Herstellern wie Jobeky kosten die günstigsten Shell Sets auch schon 700 Pfund und die Qualität kann hier definitiv nicht mit den R-Drum-Triggern mithalten.


    Wenn du also richtiges Drum-feeling haben willst und keine Angst davor hast 1-2 Stunden an den Trigger-Einstellungen herumzuschrauben finde ich diesen Weg recht unkompliziert mit einem optisch, preislich und spielerisch sehr sehr guten Ergebnis.
    Alles in allem kommst du natürlich aber auch auf eine stolze Summe von ca 1500-2000 Euro - je nach dem wie günstig du Cymbals und HiHat herbekommst und welche Interface-Lösung du findest.
    Und natürlich nur, wenn du ein Standard-Setup mit Bass, 3 Toms, Snare, Hat, 1-2 Crashes und Ride im Auge hast - nach Oben ist natürlich alles offen.


    Wenn du günstiger werden willst kannst du natürlich im DIY-Bereich eigene Trigger für ein paar Euro anfertigen, die - wenn gut gebaut - ebenfalls sehr gute Ergebnisse liefern.
    Bei R-Drum findest du hierfür alle benötigten Teile.


    Hauptproblem ist meiner Meinung nach das Trigger Interface - nach meinem Wissensstand wirst du hier evtl um ein echtes Modul nicht herumkommen, auch wenn du dann nur VSTs ansteuerst.


    Liebe Grüße
    Maze
    :thumbsup:

  • Ich verfolge das Thema sehr interessiert, da das für mich sicher auch mal anliegt...eines Tages ;-)


    Frage: ist ein echtes Modul tatsächlich notwendig? Ich hätte nämlich denselben Plan, damit den Superior Drummer 2 z.B. anzusteuern. Ich habe ein Roland TMC "rumliegen", Wäre das nicht zu gebrauchen?
    was ist der Vorteil, bzw. was macht das echte Modul so notwendig?

    Besten Dank und ebensolche Grüße!

  • Ich kann mich nur dem anschließen was Matze gesagt hat.
    Ich selbst habe auch ein Biervampir Bassdrum Trigger. Das ist schon ne gute Qualität!
    Als Snare habe ich eine Drum Tec Pro Sanre und für die Toms habe ich die recycle drums (früher handelsbu.de) Trigger. Die recycle drums Trigger wirken auf mich schon recht ähnlich zu den Trum Tec. WIe die im vergleich zu r-Drums Triggern sind, weiß ich nicht. Hat da jemenad eine Meinung zu?

  • Frage: ist ein echtes Modul tatsächlich notwendig?


    Ja, leider. Vergiss DDrum DDTi und Alesis Trigger IO und selbst das MegaDrum, das ist triggereigenschaftsmäßig und auch bei den ersten beiden Genannten midi-latenzmäßig für normale bis gehobene Ansprüche einfach zu schlecht. Selbst die Software "DSP Trigger" war wesentlich besser und gerade mit wertigen Mittentrigger-Pads wird das nach meiner Erfahrung mit solchen Units absolut gar nichts.


    TMC? Höchstens doch nur als Erweiterung bei den wenigen Eingängen. Die Triggereigenschaften sind auch nicht die von heute, da das Ding uralt ist.


    Drum-Software, die PS unterstützt muß midimäßig ein Continuous Controller - Setting bei der Snare haben (z.B. SD2). Ansonsten kann man natürlich mit Midiverbiegungen (z.B. CC wird Note) auch rumtricksen...

  • Vielen Dank für die Antworten. Die r-drum trigger sehen vielversprechend aus.
    Knackpunkt scheint ja dann das trigger Modul zu werden. DSP trigger klingt auch erst mal spannend, allerdings stellt sich da sehr schnell die Frage hinsichtlich ad wandler. Allerdings sollte ein günstiges Interface hier durchaus ausreichend und bezahlbar sein.
    So stellt sich die Frage funktioniert ein günstiges trigger Modul a la ddti oder eine Software Lösung wie dsp trigger besser und welche trigger sind hierfür ausreichend? Bzw. machen Pads und trigger die Funktionen bieten, die das Modul nicht kann ja auch keinen Sinn.
    An einigermaßen ordentlichen cymbal pads wird wie befürchtet kein Weg vorbei führen - allerdings wäre ich fürs erste auch mit einem sehr kleinen set aus bd, sn hh und Becken durchaus zufrieden. Den Rest kann man nach und nach immer noch ausbauen.
    Ein td20 oder ähnliches nur als trigger Modul ist mir dann doch zu krass und ein Stück zu teuer - gerade wenn man das halbe Ding dann eh nicht nutzt... dann lieber ein e-set was man einfach als ein e-set mit seinen Einschränkungen akzeptieren muss - ohne den Anspruch zu haben sich möglichst wie ein akustisches zu verhalten.

  • Wieso TD20? Kannst doch auch ein TD11 nehmen?
    Das habe ich auch mit zwei Crash, Ride, Snare, HH, Bass und 3Toms dran.
    Das ist schon ordentliches Modul, triggert ordentlich und bietet die notwendigen Einstellungen.


    Wenn du Lust auf Fummeln hast, hätte icha uch noch günstig ein Mega Drum zu bieten ;)

  • Ich aktiviere hier mal den Fred und erspare mir noch einen zu diesem Thema... der hier passt ganz gut!


    Es geht um folgendes: ende des Jahres werde ich eine angenehmere Wohnsituation haben wo Platz ist für ein Drumset@Home :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: Da das ändern der Wohnsituation aber einiges an Geld kostet wollte ich das ganze recht günstig halten....
    ICH HABE: 3 Ddrum Red Shot Trigger, diverse Meshfelle und ein altes irgendwas mini Drumset (20" BD und 16" FT runtergeritten) und ein altes Alesis D4


    mein plan ist jetzt billig ein 12" Tom zu kaufen, die Verranzenten Kessel die ich bereits habe zu schleifen und alles mit günstiger D-C-Fix einfarbig machen... Die BD braucht 2 neue spannreifen , Böckchen und schrauben, das 16" Tom auch (beides vintage ohne reso)
    dann Meshfelle drauf, die Toms Kriegen die billigen roten Ddrum Trigger, die BD und eine Snare mit DIY innentrigger machen. Günstige Becken und das Alesis D4 runden die Sache dann ab. Bitte beachtet: ich würde die teile aufs Jahr verteilt versuchen günstig gebraucht zu kaufen.


    Jetzt zur Frage: Lohnt sich das? Oder ist es einfacher/ besser sich billig so ein plastikteller China ding zu holen?


    Ich will keine Top Sounds oder sowas...ich will einfach nur was zum einfache Sachen üben wo ein Ton raus kommt! Mir ist also bewusst das ich da nichts professionelles baue oder habe! Ich möchte nur wissen ob sich das Lohnt das alte zeugs zu recyclen oder halt bei eBay und co nach was kompletten schauen!?!?!?!? ?(

    Oberste Sternenflottendirektive: Wer lesen kann, ist besser dran !

  • Lohnt sich das? Oder ist es einfacher/ besser sich billig so ein plastikteller China ding zu holen?


    Also ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Alesis D4 z.B. für eine Umbau-Snare mit tauglichem Mittentrigger-System ausreicht. Die Triggereigenschaften und -Settings sind da einfach viel zu schlecht.


    Ich habe verhältnismäßig gute Erfahrungen mit Fame-Mesh-Sets ab DD6500. Die mit den guten 3-lagigen Günstig-Meshes...

  • Ich will kein teures mittentrigger System....


    Ich würde n einfachen blevhwinkel von innen anschrauben und da n Piezo drauf mit kegel!


    Die Budget Version ebend aber selbst gebaut!


    Okay, die Information behalte ich mal im Hinterkopf mit dem Fame

    Oberste Sternenflottendirektive: Wer lesen kann, ist besser dran !

  • Hey morava,


    also - ich finde dein Vorhaben prinzipiell gut und denke es wird sich lohnen - nur beim Modul hab ich auch so meine Zweifel - das wird glaub ich nix.
    Wenn du die Trigger eh selber baust solltest du dir wenigstens für die Snare nen ordentlichen Teller mit Mittentrigger-Kegel basteln:


    [video]http://www.youtube.com/watch?v=MGMdCxhzjEg[/video]


    Das gute an deiner Umbau-Aktion ist, dass hinterher die Optik viel besser ist als bei nem Billig-E-Drum und vor allem die Spielbarkeit besser sein wird, da alle Pads dann Meshheads haben und die Abstände und Größen der Toms realistisch sind.
    Du solltest auch wirklich günstig hinkommen, wenn du die Trigger selber baust.
    Vielleicht solltest du ein wenig Geld für ein ordentliches Modul sparen - so TD-9 oder TD-10 vielleicht.


    Was dir halt fehlt sind Becken.
    Hier kannst du mal ebay und co anwerfen die kommenden Wochen und versuchen Roland Cymbals günstig zu ersteigern. Alternativ kann man natürlich auch erst mal auf Alesis/Millenium/Fame (alles das gleiche) Becken draufhauen.
    Mein Tipp:
    - Kauf dir ein günstiges altes komplett-edrum set von Roland.
    - verkauf das Rack, die Pads einzeln und behalt die Becken und das Modul


    lg.maze

  • Trigger
    Ich würde dir fertige professionelle RTB-Trigger von R-Drums empfehlen.
    Die sind schnell ein und auch wieder ausgebaut und liefern ein perfektes Ergebnis.
    Den kompletten Umbau kannst du in 2 Stunden erledigen und in 45 min wieder rückgängig machen.
    Bei der Snare könntest du noch auf ein RTS-System upgraden - damit kannst du jede Drum-Tec-Snare die Stirn bieten.

    Hat jemand Erfahrungen mit den Unterschieden zwischen den RTB-Triggern und den RTS-Triggern?


    Reichen RTB-Trigger für Bassdrum & Toms aus um gute Ergebnisse zu erzielen? Ebenbürtig zu den Drum-Tec-Kesseln?

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