E-Drums + VST + Playalong

  • Ich habe bei meinem Billig-Drum-Modul (Millenium 150x) die Latenz gemessen.

    Du hast nicht die Latenz gemessen, sondern den zeitlichen Versatz dieser beiden Signale.

    daß das Hauptproblem nicht Asio4All ist

    doch, das ist das Hauptproblem. Die Werte die Asio4all anzeigt sind nur Hausnummern.

    sondern die Latenz des Drummoduls.

    die auch.

    Jetzt musst du noch dein getriggertes VSTi aufnehmen und dann mal den Abstand zwischen Midi und Ausgabe VSTi messen.
    So wirst du auf Werte irgendwo zwischen 30ms und >200ms kommen.
    Werte von 0,8ms sind mit Asio4all und Onboardsound nicht möglich.

    don´t panic

  • Ich habe bei meinem Billig-Drum-Modul (Millenium 150x) die Latenz gemessen.

    Du hast nicht die Latenz gemessen, sondern den zeitlichen Versatz dieser beiden Signale.

    Ja, aber wenn es 1 ms dauert, bis das Audio, was das Piezo-Mikrophon aufnimmt, in Reaper ankommt, dann ist doch die Verzögerung: "Schlag auf Trommel bis MIDI Signal in Reaper" = 1 ms + 8 ms = 9 ms, oder?


    Werte "zwischen 30ms und >200ms", wie du genannt hast, kann ich nicht glauben, da ich keine Verzögerung spüre.

  • Nein, das schrottige Millenium macht weniger aus als der schrottige Kompromiss mit den WDM Treibern des Onboardsounds und der Asioemulation.
    Selbst wenn der Unterschied 10ms bei den Modulen ausmacht, bleibt die Bremse dein Soundchip.

    Asio wurde entwickelt um eine direkte Komunikation zwischen dem Audiodevice und der DAW zu schaffen, völlig an Windows vorbei.
    Diese nutzen einen Hardwarbuffer, den Onboardkarten nicht haben, weil sie ihn nicht benötigen um Audio zu streamen.
    Asio4all greift auf den Windows WDM Treiber zu, fängt dort den Audiostream ab und generiert einen Softwarebuffer.
    Das kostet sehr viel Zeit und diese Zeit kann A4A nicht kennen geschweige denn anzeigen, sie kommt aber on Top noch zu der in der DAW angezeigten Zeit hinzu.
    Je nach Rechner sind das locker nochmal 20ms und weit mehr. Auf meinem i5 damals getestet schwankte die Latenz zwischen ca. 60ms und 120ms, je nach Last
    (unkonstante Latenzen machen das ganze noch unbenutzbarer)
    Deine Latenz setzt sich zusammen aus Modul, WDM, Asio4all und ist zusätzlich abhängig von der Rechnerhardware und Performance.

    Ein gutes Interface mit brauchbaren Treibern kostet ja auch nicht die Welt. Abgesehen davon, das du dann auch mal guten Sound hast.

    don´t panic

  • Ja, aber wenn es 1 ms dauert,

    genau das weiß man erst wenn man eine Loopbackaufnahme macht:
    Man spielt ein Signal in der DAW ab, schickt es über den Ausgang raus und direkt in den Eingang wieder rein und nimmt es auf einer weiteren Spur auf.
    Jetzt kann man den zeitlichen Versatz messen.

    don´t panic

  • OK, also sind die in Reaper angezeigten Werte für Input/Output Latenz falsch.

    Aber die von Dir genannten Werte (zwischen 60ms und 120ms) müßte man beim Schlagezeugspielen doch deutlich wahrnehmen. Wieso merke ich davon nichts?

  • Ja, die in Reaper angezeigten Werte sind falsch.
    Ich kenne deine Rechnerhardware nicht und auch nicht die Konfiguration.
    Aber ich garantiere dir das du nicht unter 20ms kommst vom Schlag aufs Pad bis du den Ton des VSTi hörst.


    Ab ca. 12ms nimmt man eine Verzögerung wahr. Empfindliche Geister empfinden 8ms schon als störend.
    Es ist auch eine subjektive und gewohnheitsbedingte Geschichte.
    Eine Kirchenorgel hat noch höhere Latenzen und selbst mit 100ms schaffen es Organisten da zu solieren.

    don´t panic

  • Ich habe übrigens gerade eine Loopbackaufnahme, wie von Dir beschrieben, gemacht. Auf der Reaper-Zeitachse sehe ich auch bei größter zeitlicher Auflösung nur eine sehr geringe Verzögerung zwischen abgespieltem und aufgeommenem Audiosignal, also etwa 1 ms.

  • Ich habe die Loopbackaufnahme nochmals wiederholt. Ich erhalte eine Verzögerung zwischen beiden Audio-Spuren von 1 bis 2 ms (ist etwas schwer genau zu sagen, da Reaper nur bis auf eine 1 ms genau die Zeit anzeigt.)

  • Frage: Würde ein Audiointerface diese Latenz in nennenswerter Weise absenken? Ich vermute nämlich, daß das Hauptproblem nicht Asio4All ist, sondern die Latenz des Drummoduls.

    Kommt auf das Interface an. Generell kannst du mit A4A natürlich kleine Latenzen erreichen, aber was nützt das? : es wird auf jeden Fall crashen (je höher die Asio-Last desto schneller wird es crashen - und die CPU von dem Uralt-Laptop ist extrem weit weg von derzeitigen leistungstarken Prozessoren), und der Klang über Laptop-Onbord-Soundchip ist vergleichsweise absolut unterirdisch.



    Mal eine ganz blöde Frage: Kann man nicht einfach das schrottige Millenium-Modul gegen ein Roland-Modul austauschen und sämtliche Problem sind dahin?

    Nicht in allen Bereichen: Stichwort Pad-Kompatibilität und Hihat-Controller-Kompatibilität.

  • Oh entschuldige Beeble , da hätte ich mich klarer ausdrücken müssen. Dass ein Interface zu den Basics gehört und wie das funktioniert, habe ich mittlerweile dank eurer ausführlichen Erklärung verstanden. Dieses Jahr fällt mein Weihnachtswunsch auf ein gutes von Focuswrite. Ich war so frustiert bzgl. des Artikels (RE: Millenium MPS-850 Latenzmessungen), dass ich davon ausgehe, dass die Alesis/Millenium Module mein geplantes Vorhaben quasi zunichte machen ob Interface oder nicht.

  • Für ein Livesetting würde ich mir natürlich auch ein hochwertigeres eDrumset kaufen. Ich muss das leider mal so sagen: Die Roland-Drumsets sind auch einfach hässlich oder unbezahlbar :D So ein Alesis Strike Pro SE macht auf ner Bühne viel mehr her, aber im Vergleich zu einem Roland TD-27K hinkt das laut jeder Menge Tests meilenweit hinterher.

  • Ich war so frustiert bzgl. des Artikels (RE: Millenium MPS-850 Latenzmessungen), dass ich davon ausgehe, dass die Alesis/Millenium Module mein geplantes Vorhaben quasi zunichte machen ob Interface oder nicht.

    Es macht IMO wenig Spaß mit der Medeli-Modullatenz (auch Alesis Strike ist da grauenhaft), und ja, das Trigger-Device ist das Latenz-Relevante, denn zur Not kann man natürlich mit entsprechend starker CPU (um A4A-Abstürze zu minimieren wirst du eine Hammer-CPU brauchen) mit Asio4All irgend einen Lightweight-Drumsampler spielen problemlos spielen.


    eDRUMin10 wäre für vorhandene Pads mein Tipp.

  • Kommt auf das Interface an. Generell kannst du mit A4A natürlich kleine Latenzen erreichen, aber was nützt das? : es wird auf jeden Fall crashen (je höher die Asio-Last desto schneller wird es crashen - und die CPU von dem Uralt-Laptop ist extrem weit weg von derzeitigen leistungstarken Prozessoren), und der Klang über Laptop-Onbord-Soundchip ist vergleichsweise absolut unterirdisch.

    Aiso4All ist bei mir noch nie abgestürzt. Prozessorauslastung ist stets unter 40% (bei EZdrummer 2 und Kvlt Drums) und der Klang ist einwandfrei, wenn ich meinen Laptop an einen alten JVC Verstärker anschließe.

    Ich weiß nicht was ihr habt...

  • Mensch Beeble, ich erkenne langsam Parallelen zu Trommeltotti, nur andersrum.

    Ja ne..ich hab ja nix gegen, Zitat" veralterte rückständige Technik" =-)
    Ich nutze sowas ja selbst.


    um mit dem Alesis-Medeli-Klump halbweg bei Richtung 10ms zu bleiben ein... RME Babyface Pro

    da würde ich dann doch besser deinem Vorschlag folgen und ein eDrumin nehmen. Dazu ein mittelpreisiges Interface wie zb das NI Komplete, damit schaffst du auch 4ms und musst nicht gleich 700 Euro und in neue Rechnerhardware investieren.
    Der Vorteil des unterschätzten eDrumin ist, das es nicht nur das schnelltste ist, sondern auch das es mit jeder Hardware kompatibel ist

    und du nicht an überteuerte Rolandhardware gebunden bist.

    don´t panic

  • Der Vorteil des unterschätzten eDrumin ist, das es nicht nur das schnelltste ist

    Das schellste ist es nicht (Roland ist schneller): die 3ms, die fälschlicherweise auf seiner Webseite stehen, kommen nicht hin. Latenz-Details sind dem guten Rob etwas zuwider LOL (weiß ich aus diversen Forenbeiträgen von ihm). Jedenfalls ist es schneller als Medeli-Alesis-Kram, nämlich so kurz über 5ms bei einer Scantime von 2.3ms.


    Die bestmöglichen 3ms Modullatenz haben Roland-Module wie TD-27/30/50 (bei nicht mehr als 2ms Scantime) mit USB-midi-Connection.

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