Becken - Overhead vs. Einzelabnahme

  • Ich denke bei größeren Produktionen ist insbesondere die Optik ein entscheidender Grund für die Underhead-Mikrofonierung. Man möchte einfach kein Gestänge mit Mikros und Kabel vor der Videowall haben.


    Bei Karnevalsbands ist die Mikrofonierung von unten auch etabliert. Einfach, weil Overheads für den schnellen und platzsparenden Transport sehr ungünstig sind.


    Mit den kleinen Klemmen bin ich super schnell bei auf und Abbau.

    Welche Klemmen nutzt du und wie befestigst du sie wo, um möglichst wenig Körperschall einzufangen?






    Hier ein paar vollkommen zufällige, erstbeste Live-Sets, die scheinbar ohne klassische Overheads auskommen:


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    Und zwei Karnevalsbeispiele:


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    "Just beat the devil out of it." - Bob Ross

    3 Mal editiert, zuletzt von Korki ()

  • Ich bin beim Thema "Stereo vs. Mono im Live-Mix" (aktuell) im Team Stereo. Auch dazu kann ich bei Interesse mal ausführen, warum ich das mache und wie ich das konkret umsetze.

    Ich mische (und mastere ggf.) ja nur Aufnahmen ab, Live-Ton mach ich nicht.

    Daher interessiert mich tatsächlich, warum du das so machst.

    Nach meinem Verständnis ist live Mono oder zumindest nur schmales Stereo am besten. Besonders bei breiten Bühnen mit Publikum direkt vor der Bühne. Bei starkem Panning würden ja sonst die Leute links vor der Bühne einen anderen und jeweils auch unausgewogenen Mix hören als die rechts vor der Bühne.


    Dass der Verzicht auf Overheads im Live-Betrieb einige praktische Vorteile hat, ist klar. Weniger Stative, bessere Optik, bessere Signaltrennung, weniger Phasenprobleme im Mix.

    Aber für Aufnahmen ist der Verzicht auf Overheads ein Nogo, wenn man noch etwas Natürlichkeit und nicht zu aufdringlich klingende Becken haben möchte.


    Live kommt von einem Akustik-Schlagzeug ja auch immer noch Direktsound von der Bühne und dazu übersprechen Becken ja auch auf viele andere Mikros, auch auf Gesangsmikros.

  • Zum Thema Live Stereo/Mono in meinem aktuellen Live-Mix.


    Rahmenbedingungen:

    - Sounds like 80ies Rock

    - 2x Gitarre / 2x Keyboards / Percussion / Sax / 6x Vocals, davon 4 mit Leadgesang und halt Bass & Drums

    - relativ viel Background-Vocals und relativ dichte Arrangements


    Prinzipien:

    - Alles was ich auf der Bühne sehe bzw. was auf der Bühne passiert, soll auch grundsätzlich für das Publikum hörbar sein.

    - Das Fundament aus Drums & Bass soll "fett" klingen. Bassdrum darf schieben und gespürt werden. Snare soll knallen. Und Vocals sollen gut hörbar sein, aber nicht zwingend "über allem stehen".


    Was ist meine Herausforderung?

    --> Differenzierung im Sound, damit alles seinen Platz im Mix findet. (Das wäre bei einer 3-Mann-Combo ganz anders.)


    Wie mache ich das konkret in der Umsetzung?

    - Ich EQe immer mit Blick auf den Gesamtsound und weniger darauf, dass jedes Instrument für sich alleine besonders gut klingt.

    - Ich arbeite relativ viel mit Kompression, auch wenn ich schon sehr gute Signale bekomme. So habe ich aber immer nochmal mehr Kontrolle über den Mix. Dabei arbeite ich für fast jedes Signal mit mehreren Kompressoren. Bei Vocals habe ich einen "schnellen" Kompressor und einen eher langsamen Kompressor. Jeder macht für sich nur ein paar dB maximal. Dann habe ich oft noch Dynamische EQs im Kanal im Einsatz. In den Gruppen "glue" ich dann mit einem weiteren Kompressor die jeweiligen Signale nochmal ein wenig zusammen. Das klingt nach mehr Kompression als es am Ende ist. Aber ich bin eben auch nicht mit einem Jazz-Trio unterwegs.

    - Ich arbeite hier und da mit Sidechain-Kompression. Will sagen: Bei jedem Bassdrumschlag wird das Bass-Signal sehr kurz und nur unterhalb von 80 hz abgesenkt. Damit setzt sich die Bassdrum etwas besser im Mix durch, ohne dass ich die zu laut machen müsste. Gleiches mache ich mit Melodie-Instrumenten-Gruppe und Vocals. Immer wenn jemand singt, werden die Instrumente um 1-3 dB runtergedrückt, damit die Stimmen mehr Platz im Mix haben. Und das auch nur im Mittenbereich. Die Lowmids der Gitarren schiebe ich mir nicht weg.

    - Und beim Thema Stereo nutze ich die durchaus die Bandbreite des Panoramas aus:

    Kick, Snare, Hihat, Ride, Bass, Sax, Percussion und Lead Vocals (songabhängig wer grade singt) sind immer in der Mitte

    • Toms und Cymbals sind leicht gepannt.
    • Keyboards nehme ich das Stereosignal wie es kommt und mache es weder breiter noch enger.
    • Gitarren:
      • Eine Gitarre kommt Stereo aus dem Modelling Amp. Das mache ich weder breiter noch enger.
      • Eine Gitarre kommt Mono aus dem Amp über ein Mikrofon. Die mache ich mit einem FX breiter.
      • Jede Gitarre geht in zwei Gruppen.
        • Die linke Gitarre geht in eine Gruppe die hart links gepannt ist und eine Gruppe die hart rechts gepannt ist.
        • Die linke Gruppe der linken Gitarre geht 1:1 links in die Instrumentengruppe und die Instrumentengruppe dann auf den Master.
        • Die rechte Gruppe der linken Gitarre wird minimal (3-5 ms) verzögert und bekommt eine Absenkung von 1,5 dB oberhalb von 1200 hz. Die geht dann rechts in die Instrumentegruppe und dann auf den Master.
        • Für die rechte Gitarre ist es grade andersrum.
        • Warum mache ich das? Wenn ich die Gitarren einfach nur nach links und nach rechts drehe, hören im Extremfall die Zuschauer links nur die linke Gitarre und die rechts nur die rechte Gitarre. So wie ich es mache, hören erstmal alle Zuschauer den Grundton beider Gitarren. Die Obertöne der linken Gitarre sind aber links lauter und die der rechten Gitarre rechts. Damit bekomme ich etwas Stereobreite im MIx hin, ohne man links die rechte Gitarre nicht hört.
        • Die Backing-Vocals verteile ich ebenfalls dezent im Stereo-Panoram

    Frage: Klingt es dann nich für jeden im Publikum unterschiedlich? Im Grunde: Ja. Aber. Die wirklich wichtigen Signale sind in der Mitte. Und die anderen Signale sind dezent verteilt. Für Zuschauer die halbwegs optimal stehen kann ich schon ein ziemlich breites Gitarrenbrett fahren. Für den Rest sind aber zumindest beide Gitarren hörbar. Wenn ich mal an einen Gig in einem kleinen Club denke, wo nur der Gesang verstärkt oder wo der Anteil des Bühnenschalls am Gesamtsound relativ hoch ist habe ich das Thema, dass es überall etwas anders klingt ja auch. Ein komplett homogenes Klangbild gibt auch bei mir bei fast allen Shows die PA auch gar nicht her. Von daher habe ich mich dazu entschieden: Mehr Differenzierung im Mix, zulasten der Tatsache, dass alle einen möglichst identischen Sound bekommen. Auch das ist eine sehr subjektive Sache. Bei großen Shows (wo auch die Karten relativ viel Kosten) wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass es möglichst überall gleich klingt. Aber das ist mit einem einigermaßen großen Aufwand verbunden.


    Frage: Funktioniert das Ganze? Für mich ja. Und das was ich an Rückmeldung von Band, Zuschauern und Veranstaltern bekommen scheint es in Summe sehr gut zu funktionieren.


    Wo kann ich das mit den Gitarren mal richtig fundiert erklärt bekommen? --> MONO Live-Sound MIX, notwendig oder nutzlos? Podcast Interview mit Dipl. Tonmeister Carsten Kümmel

  • Ich denke bei größeren Produktionen ist insbesondere die Optik ein entscheidender Grund für die Underhead-Mikrofonierung. Man möchte einfach kein Gestänge mit Mikros und Kabel vor der Videowall haben.


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    Hier ein paar vollkommen zufällige, erstbeste Live-Sets, die scheinbar ohne klassische Overheads auskommen:

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    Was aber auffällt: Statt Overheads findet man zwischen den Trommeln und Becken dann Grossmembran-Mikrofone, die anscheinend die OH "ersetzen".

  • Was man beim Thema KM vs. GM nicht vergessen darf: "Ich nehme GM weil das cooler/besser/schöner/teurer/wichtiger aussieht." Da nehme ich mich gar nicht aus. Und uns als Trommlern gehts doch auch so. Da spielt die Optik auch oftmals eine Rolle.


    Ich sehe konstruktiv-technisch bei der Einzelabnahme von Becken KM im Vorteil gegenüber GM. Die Wärme, die man GM im Sound oft zuschreibt, brauche ich bei Beckenabnahme nicht. Die Linearität, der in den Höhen erweiterte Frequenzgang und die Impulstreue, die man KM im Sound oft zuschreibt, brauche ich hingegen dabei schon eher.

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