Umschalten von 5:4 auf 4:5 Polyrhythmus

  • Aber 4 gegen 5, und dann beides noch parallel, das geht doch akustisch schon in Richtung wildes Geklapper statt musikalischer Mehrwert. Dient meines Erachtens vor allem dazu, der Drummercommunity ein "Alle Achtung, da hat aber wer trainiert" abzuringen.

    Blödsinn.


    Ich habe folgende Frage für die vllt. eine(r) eine smarte Lösung hat:


    Wenn ich einen 4:5 (4 über 5) Polyrhythmus spiele ist meine Definition bisher : 4 Schläge über einen 5er Puls (die 5er sind also meine Metrik).

    Ich nutze dafür z.B. ein Wortspiel wie "I'm looking for a home to buy".

    Keine smarte Lösung, aber ich stand vor derselben Frage. Ich kannte die Methode über das Wortspiel allerdings erst im Nachgang. Das Wortspiel dient ja dazu, das "Klangbild" des Polyrhythmus aufzuzeigen. Meinem empfinden nach entsteht da automatisch eine Akzentuierung des 5er Pulses vor dem "inneren Gehör". Ging mir zumindest so, als ich den gelernt habe, auch ohne Wortspiel. Um den Switch auf den 4er Puls zu bekommen, habe ich mich ein wenig von dieser wahrgenommenen Akzentuierung lösen müssen. Im ersten Schritt dafür erst einmal ein Gefühl für die beiden Klangbilder desselben Polyrhythmus bekommen müssen, also mit einmal mit 4er und einmal mit 5er Puls. Hab's mir von einem Notenprogramm ausspucken lassen und dann selbst mitgesprochen/mitgesungen, ganz ohne konkretes Wortspiel. Eher "da" und "du"-Laute gemacht. Im nächsten Schritt einerseits einhändig gespielt und dabei im Wechsel 4er und 5er Puls akzentuiert. Andererseits Polyrhythmus mit beiden Händen mit wechselnder Führung.

  • Und was spielst du, wenn du 5 gegen 4 spielst?

    Polymetrik, d.h. zwei verschiedene Taktarten übereinander: 5/4 und 4/4

    Oder Polyrhythmik. Dafür geht z.B. ein 5/4 mit 16teln. Das ergibt 20 Zählzeiten = 5×4.


    Man könnte das schon auch mit Quintolen darstellen. Werde mir darüber mal Gedanken machen und auch ein Video mit praktischen Beispielen zu Polyrhythmik erstellen.


    Swag Drumming basiert aber ausschließlich auf Quintolen ohne Überlagerung. Das hat nichts mit Polyrhythmik zu tun. So wie ein Shuffle auch ausschließlich auf Triolen basiert. Von Experimenten mal abgesehen (hatte dazu erst kürzlich ein Kurzvideo gemacht, Link bei Interesse).


    4 über 3 kann man übrigens auch gut mit Ghostnotes bzw. Akzenten mit Singlestroke 16teln in einem 3/4 spielen: Bassdrum auf die Viertel, Snare 16tel und jede dritte 16tel betonen. Die Betonungen spielt man dann wiederum mit R/L im Wechsel.

  • m_tree irgendwie reden wir gleichzeitig aneinander vorbei, aber auch nicht.


    In ein 4/4 Takt habe ich ein Vierer Puls.

    Ich kann in der gleichen Zeit 4tel-Quintolen spielen. Sind derer 5.

    Ich spiele 5 in der Zeit von 4.

    Wenn ich von 5 über 4 die Rede ist, dann ist in der Regel von Poly-Rhythmik die Rede.


    5 über vier lässt sich doch super notieren.

    Stehe ich den Spieß um, dann sind es immer noch 20 Schläge nur der Takt ändert sich und die Gruppierung auch, weil ich jetzt Sechzehntel spiele.


    Bei Poly-Metrik überlagern sich z.B ein 3/4 und ein 4/4 Takt. Der Puls ist gleich. Also streng genommen ganz einfach.

    Poly-Rhythmik kann hingegen sehr kompliziert werde.

  • In ein 4/4 Takt habe ich ein Vierer Puls.

    Ich kann in der gleichen Zeit 4tel-Quintolen spielen. Sind derer 5.

    Ich spiele 5 in der Zeit von 4.

    Wenn ich von 5 über 4 die Rede ist, dann ist in der Regel von Poly-Rhythmik die Rede.

    Nein, Quintolen ergeben nicht automatisch eine Polyrhythmik. Eine Quintole mit fünf Zählzeiten geht zwar über (per Definition zwei) binäre Zählzeiten, ersetzt diese aber. Bei Triolen ist es das selbe.

    Du müssest also in einem Notensystem Quintolen gleichzeitig mit binären Zählzeiten notieren, um eine Polyrhythmik zu erhalten. Da könntest du auch gleich Polymetrik mit zwei verschiedenen Taktarten dafür nehmen, wäre wahrscheinlich einfacher.


    Ich werde mir darüber mal Gedanken machen und auch ein Video mit praktischen Beispielen dazu erstellen, wie gesagt.

  • Ah ja, jetzt verstehe ich, was du meinst. Stimmt, könnte in entsprechender Musik durchaus zu finden sein. :)

    Mit nem Sprüchlein, würde ich auch da kläglich scheitern, ich summe im Kopf ne Art Melodie vor mich hin, die mir den Flow in Erinnerung ruft.


    Das Umschalten kann ich mir immer noch gaaar nicht vorstellen. Was genau ändert sich am Ablauf? Übernehmen BD und Snare den 5er, während die Hihat den 4er weiterführt?

    Oder geht es darum, dass durch Variieren der Betonungen mal der 4er-Puls, mal der 5er-Puls deutlicher in den Vordergrund treten?


    Blödsinn.

    Überhaupt nicht, eher fehlende Vorstellungskraft. Aber danke für so "schlaue" Kommentare ;)

  • Das Umschalten kann ich mir immer noch gaaar nicht vorstellen. Was genau ändert sich am Ablauf? Übernehmen BD und Snare den 5er, während die Hihat den 4er weiterführt?

    Eigentlich gar nichts. Der Puls wechselt.

    Ein mögliches Beispiel

    Vielleicht ist ein einfacherer Poly-Rhythmus besser geeignet, um es zu verstehen

    >>>>2:1 oder 1:2<<<<


    Das was ich da problematisch finde ist, dass sich die Basis ändert. Darum halte ich diese Wortspiele zu Beginn für nicht ganz optimal. Klar, es kommt drauf an wo man hin möchte.

    Eine Variation ist grundsätzlich meist ganz einfach, weil die Basis gängig ist. Es ist der beliebte Dreierverschieber.

    Ich hab es bei 4:3 schon längst gespielt ohne jemals etwas von Poly-Rhythmik gehört zu haben. Als ich mich dafür zu interessieren begann, hab ich mir ein abgebrochen. Ein Wink mit dem Zaunpfahl hat gereicht. Bin kurz vor die Tür, hab ein Mark erschütternden Schrei losgelassen, bin wieder rein und habe manche Dinge plötzlich mit anderen Augen gesehen.

    Das Wissen darüber war ein wahrer Spielveränderer.

  • Vielleicht ist ein einfacherer Poly-Rhythmus besser geeignet, um es zu verstehen

    Danke, diese grundsätzlichen "Versatzstücke" beim Trommeln kenne (und kann) ich natürlich. Mir geht's um die konkrete Aufgabenstellung des TS.


    Das letzte Notenblatt war gut verständlich und hat mir die abstrakte Betrachtung sozusagen ins Diesseits meiner Wahrnehmung geholt. Aber trotzdem kannst du ja die Notenbeispiele auf verschiedene Weisen "umkehren". Wie du schreibst durch Akzente, aber auch durch die Orchestrierung. Wenn beispielsweise an irgendeiner Stelle gewünscht wäre, dass Bassdrum und Backbeat dem 5er-Raster folgen und die Hihat das 4er hält, wäre der Effekt (und der Knoten im Hirn) ein anderer, als wenn die Orchestrierung bleibt und nur Akzente mal "linksrum", mal "rechtsrum" gespielt werden, falls du verstehst was ich damit meine.


    Und entsprechend muss vermutlich auch ein Merkspruch anders lauten, aber da bin ich wie gesagt nicht kompetent, ich kann sowas nur musikalisch und mit dem richtigen Feeling lösen.

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