Praxistest KI-Mastering analoger Produktionen

  • Moin!


    Ich habe ausprobiert wie eine verbreitete Audio-KI für das Mastering mit einem nahezu analog (Röhrengeräte) produzierten Song umgeht. Hier ist der Artikel mit den Audios:


    KI-Mastering in der analogen Audioproduktion – Ein Praxistest
    „Bei mir klingt es aber mit meinen Boxen gut!“. Die Ernüchterung setzt spätestens mit der Wiedergabe seines Meisterwerks über ein Smartphone oder die…
    stompology.org


    Eure Meinung würde mich sehr interessieren. Beim Mastern bin ich oft unsicher.


    Viele Grüße


    Christian

  • Kann man machen! ist exakt die passende Aussage. Teil 2: muss man aber nicht...


    Am ehesten fällt mir dazu ein, es hört sich an, wie wenn man früher am Verstärker die Loudnesstaste gedrückt hatte. Ich war immer eher ein Fan davon, die Finger von dieser Taste zu lassen, und mir gefällt dein Ausgangsmix deutlich besser.


    Fast könnte man sagen, die KI-Version bringt Unruhe in die gelassene Ausstrahlung deines Analogmixes, und ich persönlich finde das schade und unnötig.

  • höre gerade mit meinen geliebten Stöpseln (Bowers & Wilkins C5 S2).


    Das Intro der KI Version gefällt mir nicht, Bass und Bassdrum drücken viel zu sehr für diesen Stil, und das gefühlte Hin-und-Her im Stereobild der Analogversion geht ein wenig verloren.


    Aber: sobald der Gesang einsetzt finde ich die KI Version wirklich überzeugend. Der Gesang klingt irgendwie sattelfester und verständlicher.


    Werde das auch mal mit ein paar eigenen Mixes ausprobieren, auf jeden Fall Danke für den Test!

  • Hallo Niles,


    Dank für das Hören und Deine Zeit. Inzwischen hat mir per Mail ein Tontechniker geschrieben und er sagt genau das, was Du schreibst.


    Verrückte Welt und ein wenig beschämend für mich, dass eine KI den Gesang (das Persönlichste an einem Song) ganz gut optimiert. Was ist da dann noch echt am Ende und was ist schon Fake?


    Eine interessante Erfahrung.


    Liebe Grüße


    Christian

  • Hallo Christian,


    wenn du magst, kannst du mir deinen Mix gern schicken. Dann mach ich ein exemplarisches (kostenloses) Mastering. Ich betreibe Mixing+Mastering semiprofessionell.


    Du schreibst auf deiner Website, dass das Mastering zeitlich anspruchsvoll sei. Tatsächlich nimmt das Mastering im Regelfall nur einen Bruchteil des Zeitaufwands in Anspruch, der für den Mixdown notwendig ist. Ein Mixdown kann bei größerer Spurenanzahl und Länge schnell mal z.B. acht Stunden in Anspruch nehmen. Es geht da einfach um viel Detailarbeit und Automation. Ein Mastering dauert beim Profi z.B. durchschnittlich eine halbe Stunde pro Song, wobei bei Alben die ersten Masterings i.d.R. länger brauchen als die letzten (wenn das Material bereits bekannt ist).


    Weiterhin schreibst du, dass das Mastering der Schlüssel dafür sei, den Mix für die Wiedergabe auf verschiedenen Abhörgeräten "kompatibel" zu machen. Tatsächlich ist hier aber auch schon der Mix der Schlüssel. Es geht dabei vor allem um den Mittenbereich. Wenn ein Mix dort nicht "funktioniert", kann ein Mastering das oft auch nur verschlimmbessern.


    Mastering wird auch oft überschätzt. Ursprünglich war Mastering nur die technische Vorbereitung des Mixes für das Zielmedium. Zum Beispiel Vinyl. Da wurden "früher" kaum klangliche Eingriffe gemacht. Das hatte sich erst später so etabliert. Die Stereosumme eines Mixes profitiert zwar fast immer von ein bisschen EQ, Kompression und Sättigung (Reihenfolge nicht festgelegt), aber man kann da auch schnell übers Ziel hinaus schießen oder den Vibe der Produktion verfehlen (wie beim Mix auch).


    Gruß

    Marius

  • Hallo Marius,


    Dank für Dein Angebot und Deine Erklärungen.


    Inzwischen bin ich ganz zufrieden mit meinem Tonbandgerät-Master (oder Mixdown?) so wie es ist. Passt schon zu dem, was ich ausdrücken möchte.


    Deine Ansicht zum Overkill teile ich. Ich experimentiere auch mit Schallplatten zur Wiedergabe (Schnitte auf Vinyl) und da klappt es gut, wenn es sparsam ist und auch ein Kompressor nicht so wie im KI-Vorschlag den Instrumenten „die Luft nimmt“.


    Viele Grüße


    Christian

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!