Anfängerfragen zu Overhead Mikrofonen Aufhängung etc

  • Hallo in die Runde,

    ich habe hier Verständnisschwierigkeiten.

    Beim Aufnehmen stehe ich noch ganz am Anfang, möchte aber jetzt mal ein paar Songs in besserer Qualität als bisher (Smartphone) aufnehmen.

    Ein S57 und Ba19 habe ich für Snare und Bass und zwei Overheadmikrofone Oktava MK 12 sind über Kleinanzeigen auf dem Weg zu mir.

    Und bei den Overhead fangen die Fragen an.

    Da das Schlagzeug in meinem Raum relativ fest steht dachte ich daran die Mikrofone von der Decke hängen zu lassen.

    Nach (ich gestehe) kurzer Recherche habe ich nun nicht nur AB, XY Stellungen (Unterschied ist nur der Abstand zueinader) kennengelernt, sondern auch das der Abstand beider Mikrofone zur Snare im AB Modus penibel gleich sein sollte.

    Wenn ich mir jetzt mein Set anschaue, einen angenommenen Abstand der Mikrofone von 80 cm annehme und sie längs zum Drumset mit der Snare mittig aufhänge, dann landet ein

    Mikrofon im äußeren Hihat Bereich und das andere über dem Bassdrumpedal. Siehe Foto. Zollstock liegt entsprechend auf der Snare.

    Kann das richtig sein? Da würde das linke Mikro ja viel weniger vom Set mitbekommen als das rechte ..,... Habt ihr Empfehlungen?


    Als nächste Fragen kommen dann in welcher Höhe aufhängen und Akkustikdämmung der Decke im Schlagzeugbereich.

    für letzteres dachte ich an 4 Platten Basotect in 10 cm Stärke als Deckensegel, wie man so schön sagt .... :)

    Aber dazu dann später .....




  • Was genau nochmal hält dich davon ab, 2 Stative für die OHs zu verwenden? Damit bist du doch viel flexibler und kannst ganz unterschiedliche Mikrofonpositionierungen (Recorderman, XY, etc) ausprobieren.


    Zu deinem aktuellen Plan: Wenn ich richtig verstehe, planst du ein "Spaced Pair" mit 80cm Abstand zwischen den beiden OHs (warum genau 80cm? - auch hier: lieber testen und dein eigenes bestes Ergebnis finden). Falls du aber auf diesen Abstand festgefahren bist, würde ich das Ganze ca. 20cm nach rechts verschieben, sodass die OHs die Toms besser abbilden. Hi-Hat und Becken wirst du auch so schon genug Signal bekommen...


    Edit: Ich würde btw in deinem Setup (keine Tom-Mics) Recorderman empfehlen.

  • Hey Niles

    Danke .

    Ich dachte mit dem Deckenhängen spare ich mir die Ständer und das Chaos der Streben am Boden.

    Die 80 cm hatte ich so gelesen das das noptimal wäre. Aber vor allem hatte ich gelesen das der Abstand zu der Snare gleich sein soll.

    Wie gesagt Anfängerfragen :/


    Aber vielleicht hast du recht das ich Pferd vonn hinten aufzäumen will und erst mal mit Stativen ausprobieren. ....

  • Zu diesem Thema hatte ich letztes Jahr ein ausführliches Tutorial-Video gemacht. Die deutsche Übersetzung habe ich auch in meinem Hörzonen-Thread gepostet. Hier mal der Link zum Beitrag:



    Ich beziehe mich dort allerdings explizit auf eine AB-Aufstellung der Overheads in Kombination mit Nahmikrofonierung von allen Trommeln und ggf. auch mit Stützmikros an Hi-Hat (+ Ride ...). So ist das natürlich eine andere Baustelle als mit minimaler Mikrofonierung. Zumindest tut man sich selbst einen Gefallen, wenn man die Overhead-Aufstellung und den gesamten Mixdown immer individuell an alle Gegebenheiten anpasst.


    Nils hat schon "Recorderman" angesprochen. Das ist mit einem minimalen Mikrofonsetup definitiv die beste Lösung. Dabei hängt ein Overhead mittig über der Snare und das andere rechts außen hinter / über dem Floortom. Beide Mikros haben den gleichen Abstand zur Snare (Schlagfell-Mitte) und zeigen auch beide auf die Snare.

    Man muss hier noch zur "Glyn Johns"-Methode unterscheiden, die ich eher empfehlen würde. "Recorderman" verlangt nämlich auch noch einen gleichen Abstand der Mikros zum Auftreffpunkt des Beaters am Bassdrum-Schlagfell. Weil die Bassdrum aber sowieso zwingend einzeln mikrofoniert werden muss, um genug Tiefbass und Druck zu kriegen, ist deren Position im Stereobild der Overheads eigentlich vernachlässigbar.


    Die MK-012 nutze ich auch als Overheads. Die klingen zwar schön erdig und warm und überbetonen die Becken dadurch nicht so wie andere vergleichbare Mikros. Allerdings fangen Overheads über den Becken das Schlagzeug nie ausgewogen ein, und zwar schon nur durch die unterschiedlichen Abstände bedingt. Deswegen ist die "Glyn Johns"-Aufstellung mit minimaler Mikrofonierung meistens die beste Lösung: das Set klingt relativ ausgewogen (keine über/unterbetonten Becken und Trommeln) und die Snare ist trotzdem mittig.


    EDIT

    Jepp - tu dir den Gefallen und benutz Mikrofonstative. Alles andere wird eine unflexible oder ziemlich aufwändige Bastelei.

  • Ich würde ebenfalls mit 2 Stativen arbeiten, damit kannst du viel leichter und schneller verschiedene Positionen ausprobieren.

    Ja der Abstand der Mikrofonkapseln (der OH Mikrofone) sollte die gleiche Entfernung zur Snare haben.

    Dazu würde ich beide OH Mics grob positionieren und dann mit einem Kabel oder einer Schnur, jeweils vom Mittelpunkt der Snare zu den Mikrofonen messen und diese dann entsprechend ausrichten

    Auch mit der Mikrofonhöhe über dem Set solltest du experimentieren.

  • Vielen Dank m_tree für die ausführliche Erklärung. Das Tutorial werde ich mir anschauen.

    Ja dann mach ich das mit den Stativen und probier mich durch.

    Ich fand die Deckenlösung halt so elegant 😊.

    Dann ist ein Absorber an der Decke nicht obligatorisch nötig?

  • Vielen Dank m_tree für die ausführliche Erklärung. Das Tutorial werde ich mir anschauen.

    Ja dann mach ich das mit den Stativen und probier mich durch.

    Ich fand die Deckenlösung halt so elegant 😊.

    Dann ist ein Absorber an der Decke nicht obligatorisch nötig?

    Mein Tutorial behandelt speziell eine AB-Aufstellung mit kompletter Mikrofonierung des Sets (inkl. allen Toms), wie gesagt. Davon abgesehen ist es sehr langatmig und trocken - ist auch mein vorerst letztes Tutorial. ^^


    Für den Hausgebrauch (ohne Live-Einsatz oder Spezialanforderungen im Studio) reichen auch Mikrofonstative von Millenium.

    Die Deckenlösung habe ich für mein Sprecher-Mikrofon über dem Schlagzeug realisiert. Aber die ist halt starr - das Mikrofon lässt sich nur in der Höhe verstellen. Und das macht es für Overheads definitiv zu unflexibel. Alles andere erfordert aufwändige und teure Konstruktionen mit Schienen an der Decke.


    Absorber an der Decke sind nicht zwingend nötig. Kommt immer auf die Gegebenheiten an. Vor allem auf die Deckenhöhe und die Ausrichtung der Mikrofone. Mit einer AB-Aufstellung, wo die Mikrofone genau Off-Axis zur Decke zeigen, ist das z.B. weniger wichtig.


    Man kommt dabei auch nicht um "trial & error" herum. Also erstmal ein paar Mikros aufstellen, 'ne Testaufnahme machen, grob mischen und hören, wie's klingt. Dann weitersehen. :)

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