Du siehst: es fehlt „Ganz klares Kommt-drauf-an“ als Auswahl und dem schließe ich mich an, allerdings mit starker Tendenz zu „machen“.
Warum? Ich habe sowas drei Mal gemacht und es trotz finanziellen Drauflegens rückblickend nie bereut.
Ein mal bekamen wir die Gelegenheit, beim Montreux Jazz Festival zu spielen. Die Gage hat gerade oder nicht mal für den Sprit gereicht und dann kam natürlich noch viel Fahrerei, Nerv und Hotel dazu. Aber: Es war geil!
Ein anderes Mal wurde uns (Bluesband) angeboten, als Opener vor drei richtig guten, international renommierten Blues-Größen zu spielen. Für lau. War nicht allzu weit weg und weil es drei wirklich gute Bluesbands waren (also die nach uns …) und der Eintritt durchaus happig war, war auch klar, dass da a) Fachpublikum sitzt, das b) extra da hin ist und wirklich zuhört (ist ja auch ein Aspekt, ob man die Leute nur beim unterhalten stört, oder ob sie Bock auf dich haben und zuhören). Und auch das war ein super Abend, an den wir alle gerne zurückdenken.
Ebenso ein dritter Abend in der Art.
Und darauf kommt es doch letztlich an, oder?
Ob du für einen Gig mal 50,-, 100,- oder 500,- bekommen hast, ist dir irgendwann mal ziemlich egal. Was imho viel mehr zählt, sind die Erlebnisse und Erinnerungen.
Oder anders gefragt: Wie glaubt ihr seht ihr die Sache in 5 oder 10 Jahren? Werdet ihr froh sein, an dem Abend doch lieber auf der Couch gesessen und Tatort geguckt zu haben? Oder meint ihr, ihr werdet zurückschauen und denken „Gab zwar keine Patte, aber was war das doch cool damals!“?