Bevor Du solche Kritik übst, die gesamte Studie und die entstandenen Kosten in Frage stellst, solltest Du vielleicht den Artikel auch mal lesen. Denn der beantwortet durchaus einige Deiner Fragen. Die Studie ist open-access veröffentlicht, also für jeden zugänglich, und hier zu finden.
Zumal ich auch das ja noch nicht mal sagen kann, weil es ja immerhin schließlich auch noch an den Genen, auch an den Umwelteinflüssen und auch an der Dauer der Übezeit liegen kann, die ich im Nachhinein ja sowieso ohnehin nicht objektiv miteinander vergleichen kann.
Der Einfluss der Gene wird berücksichtigt durch die vergleichende Untersuchung von Zwillingen und Nicht-Zwillingen. Die Lebens-Übezeit ist in der Auswertung berücksichtigt worden. Die gesamte Methodik der Studie ist klar definiert und beschrieben.
Was heißt "musikalische Fähigkeiten", was bedeutet "Leistung" und was bedeutet es, mit "Musik etwas erreicht zu" haben.
In der Studie ist genau definiert, was sie damit meinen und wie sie diese jeweils bestimmt haben. (Seite 5).
Das sind doch vollkommen unterschiedliche Kategorien, die überhaupt nicht miteinander verglichen werden können, geschweige denn überhaupt sinnvoll wissenschaftlich definiert werden können.
Die werden auch nicht miteinander verglichen, sondern sind unabhängige Bewertungskriterien in der Auswertung.
Die ganze Studie erscheint so als eine "Null Studie" ohne Aussagekraft, ohne Relevanz und ohne der Beweisbarkeit,
Die Studie untersucht ob es eine bestimmte Zeit im Leben gibt, in der man besonders gut oder effektiv musikalisch lernen kann, und wie sich das auf die musikalischen Fähigkeiten im Erwachsenenalter auswirkt. Ich finde das durchaus eine interessane und relevante Fragestellung.
Das Ergebnis ist, dass die statistische Auswertung der Daten nicht hergibt, dass es eine solche besonders effektive Zeit im Leben gibt, und dass eher familiäre Faktoren entscheidend dafür sind, wie sich der Anfangszeitpunkt der musikalischen Erziehung auf die Fähigkeiten im Erwachsenenalter auswirkt.
Und zur "Beweisbarkeit": in einer empirischen Wissenschaft kann man grundsätzlich nichts beweisen, sondern nur Hypothesen (bzw. Theorien) stützen oder widerlegen.