Beiträge von trommla

    Vielleicht statt in nem Forum mal bei Musik Produktiv anklopfen, die haben ne recht breite Gon Bops Produktpalette. Könnte mir vorstellen, dass sie den deutschen Vertrieb gut kennen und dir das gesuchte Fell auf Zuruf bestellen könnten. Oder wäre das eine zu banale Strategie? 😉

    Willkommen Schorsch,


    auch wenn das Star Bubinga für dich Liebe auf den ersten Blick/Kick gewesen zu sein scheint, möchte ich deine Euphorie ein wenig bremsen. Nur weil dich der erste Eindruck umgeblasen hat, bedeutet das noch nicht zwingend, dass dieses Set wirklich und absolut am allerbesten klingt. Es mag auch schlicht am Aufstellungsort, der Befellung oder der Stimmung gelegen haben. Nicht jeder Schlagzeugfachverkäufer stimmt jeden Tag jedes Set gleich gut ;)

    Es ist meine 100prozentige Überzeugung, dass man jedes ordentlich verarbeitete Set ab einer bestimmten Preisklasse so gestimmt bekommt, dass dir und anderen die Kinnlade runterklappt. Das Wie muss man lernen, und das wird dir weder beim Tama Star noch beim Pearl Export gelingen, solange du dich nicht mit der Materie auseinandergesetzt und Erfahrungen gesammelt hast. Zumindest besteht ein gewisses Risiko, dass dich dein eigenes Exemplar, so es dann im heimischen Keller angekommen ist, nicht mal halb so beeindruckt, wie du es aus deinem Traum(a) in Erinnerung hast. Da wir Drummer beim Kauf aber selten mit dem Hirn denken, sondern mit dem ... wenn ich das so genau wüßte ... ist es schon ok, sich von eventuellen Sachargumenten nicht ins Boxhorn jagen zu lassen. Go for it!


    ob ich 14&16 oder 16&18 nehmen soll. Fetter, dunkler, tiefer ist natürlich immer gut

    Meiner Erfahrung nach kann man mit der Kombi 14&16 ausreichend fette Sounds erreichen. Gerade in deinem Genre, wo schnelle Einzelschläge immer noch gut differenzierbar bleiben sollten, sind zu große und tiefe Eimer gar nicht unbedingt gut. Am Ende hast du nämlich nur ein dumpfes Donnergrollen ohne Attack. Was sich für dich in 50 cm Abstand zwar gut anfühlen mag, im Zusammenhang aus Sicht aller anderen (Mitmusiker u. Konzertbesucher) aber untergeht. Das ist das alte Problem. Wenn jeder, der auf fetten Sound steht, im Frequenzkeller rumwühlt, kommt in Summe nur noch Mulm raus.


    Eigentlich müsste ich den Durchmesser ja maximieren, um mein Ziel zu erreichen.

    Auch hier s.o.

    Es gibt tolle Blaster, die genau deshalb kleinere Bassdrums spielen, damit sie noch nen klaren Attack erhalten, bei dem sich DB-Gewitter nicht zu einem Rumpel-Zunami aufschaukeln. Große Bassdrums sind m.E. dort besonders effektiv, wo nicht allzu schnell getreten wird und dem einzelnen BD-Schlag noch eine gewisse Bedeutung zukommt. Insbesondere mit Doppelhuf vermute ich, dass die große Trommel ihr Potenzial gar nicht voll entfalten kann, da das Fell schon vom nächsten Beat getroffen wird, noch ehe der letze voll im Saft steht. Das ist aber ne Vermutung, da ich noch nie auf was größes als ne 22er mit DoFuMa eingetreten habe. Falls mich wer korrigieren möchte, immer gerne :)


    Schnelles BD-Spiel spricht ja bei rein akustischer Nutzung nicht gerade für extra-tiefe BDs

    Ich persönlich bin ein Fan flacher Bassdrums, die m.E. genauso Druck machen können wie Kanonenrohre. Klar wird man im direkten Vergleich nen Unterschied merken, sowohl vom Sound als auch von der Bespielbarkeit, trotzdem ist meine flachste Bassdrum mit 22x14 die mit dem schönsten Schub. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass über die Stimmung viel zu erreichen ist, wenn man das Reso etwas höher stimmt. Selbst 18"-Bassdrums bekommen dadurch richtig Punch. Ich mag mein Schlagfell gerne ziemlich lose, um einen guten Attack zu bekommen, aber seit ich das Reso höher stimme, klingen meine Bassdrums fetter und tiefer.


    Um nochmal über mögliche Konfigurationen nachzudenken, finde ich meine 22BD/8HT/10HT/12HT/14FT/16FT recht universell und würde meinen, dass du damit gut fährst. Klar, es gibt namhafte Metal-Drummer, die größere Kessel auffahren, scheint also auch zu funktionieren. Ein Muss ist das aber imho nicht. Gerade für nicht alllzu große Drummer haben kleinere Kessel eindeutige Vorteile. Trotz alledem ist entscheidend, wo du selbst dich siehst. Wer 200 Tage im Jahr auf der Bühne oder im Studio zu tun hat, mag andere Kriterien ansetzen als du, aber wenn sich große Kessel für dich richtig anfühlen, sind sie richtig.


    Edit: hab gerade nochmal nach Preisen geschaut und würde mal sagen, wenn Geld bei dir ne Rolle spielt, gibt es definitiv für ein Drittel des Preises ähnlich hochwertige Sets mit hohem Spaßfaktor. Ich würde an deiner Stelle doch Vernunft walten lassen und daran denken, dass für die Ersparnis ein schöner Urlaub mit Familie drin wär.

    Beim Set wär ich auch bei den kompakteren Größen. Wenn der Snaresound durchgängig sein soll, würde mir eine Snare reichen, und zwar die, die ich am besten unter dem Mikro kenne oder einschätzen kann. Aus deinem Arsenal wäre das wohl die Starphonic Brass. Wenn Zweitsnare, dann würde ich eher ne echte Alternative einpacken. Anders Tuning, andere Befellung, andere Maße, was auch immer ich grad im Regal habe. Bei zu ähnlichem Klang hätte ich nämlich schon wieder die Sorge, dass man anfängt, für Nuancen Zeit zu verplempern, die außer einem selbst niemand hört.

    Dabei sind doch die legendärsten Drum-Videos auf Youtube so entstanden.

    Haha, da merkt man dann wohl, dass Drumvideos mit das letzte sind, was ich mir auf YT anschaue. Früher hat's mich genervt, dass Gitarristen sich dauernd solistisch präsentieren mussten, heute langweilen mich die Solodrummer (fast) genauso :D

    der trommla ist halt auch ein Jazzer, der auf Raum steht!?

    Der Trommla wäre froh, irgendeinen Raum zur freien Verfügung zu haben, in dem er seine Trommeln zur Not auch mit dem Rücken/Bassdrum zur Wand aufstellen könnte. Meine Proberäume bieten glücklicherweise reichlich Platz und Drumsets vor Ort, nur kann ich da nur für Bandproben rein. Meine Sets lagern alle verpackt im Keller, wenn sie von mir nicht zum Gig ausgeführt werden.

    Aus Kundensicht wäre das für mich bei einem Set mit einem aktuellen Neupreis von gut 2.600€ für einen Dreiteiler, ein absolutes No Go!


    Für den Preis erwarte ich als Kunde ein Set das einwandfrei funktioniert.

    Das steht dir natürlich frei, und glücklicherweise zwingt dir ja niemand ein bestimmtes Produkt auf. Dennoch ist es angesichts der heutigen Marktsituation m.E. eine Erwartung, die nicht jeder Hersteller erfüllen wird. Am Ende muss jedes Unternehmen selbst kalkulieren, wo es nötige Einsparungen vornimmt, um langfristig am Markt bestehen zu können. Über den Erfolg entscheidet am Ende der Kunde durch sein Kaufverhalten. Dass Ludwig, Gretsch und sicher auch Sonor sich (noch) behaupten können, liegt sicher auch an der großen Vergangenheit dieser Unternehmen. Gerade in den USA hat Sonor ja nach wie vor einen herausragenden Ruf wie die US-Firmen bei uns.


    Dass Länder, in denen die Personalkosten deutlich niedriger sind als bei uns oder in den USA, am Ende Wettbewerbsvorteile haben und bei gleichem Preis u.U. höhere und konstantere Qualität bieten, erscheint mir absolut erwartbar. Da es sich aber die meisten Endkunden hierzulande nicht mehr leisten können oder wollen, deutliche Mehrpreise für Waren made in Germany zu zahlen, muss man wohl damit leben, dass Sonor nicht mehr wie ehedem der leuchtende Stern am Firmament des Trommelbaus ist.


    Und wenn die USA die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Schlüsselindustrien durch Subventionen stützt, wird der Instrumentenbau vermutlich auch nicht als erstes in den Fokus rücken.


    Um aber mal die Preise etwas zu relativieren, empfinde ich ein Drumset für 2600 Euro nicht als übermäßig teuer, im Vergleich zu anderen Instrumentengattungen, wo man für gute Instrumente ein Vielfaches zahlen kann.

    Von allen Systemen, die ich in der Hand hatte, sind die originalen RIMS immer noch das Nonplusultra in Sachen Entkopplung.

    Meinst du damit tatsächlich nur die Gauger RIMS, oder beziehst du alle Clones wie z.B. von Stegner mit ein? Kann mir nur schwer vorstellen, dass Gauger bei gleichem Funktionsprinzip noch bessere Resultate erzielt. Zumindest funktionieren die Stegner-Rims bei mir ohne Einschränkung.

    das RIMS an die Resoseitse montieren.

    Call me altmodisch, aber an einem so aufgebauten Set könnte ich nicht spielen, ohne mich dauernd zu übergeben. Das sieht wirklich erbärmlich aus und ist für mich ein totales NoGo. Beinahe der einzige Grund, weshalb ich mir diese angeblich hervorragenden Drumsets von Sakae nie aus der Nähe angesehen habe. Es gibt immer noch eine andere gute Lösung, um ein Tom zum klingen zu bringen !!!

    Am Anfang hab ich mich mit dem raus hören tatsächlich schwerer getan.

    Richtig hören lernen ist glaube ich ein lebenslanger Prozess, der immer ans eigene Können Verständnis gekoppelt ist. Logisch, denn man kann ja nur hören bzw. erkennen, was man bereits gelernt hat.

    Erst kürzlich habe ich mal Nummern rausgekramt, die ich lange nicht mehr angehört hatte, und die ich in der Jugend versucht hatte, mitzuspielen. Was ich heute höre, hat mit dem, was ich damals versuchte zu spielen, nicht allzu viel gemeinsam ^^

    Fuck, ich glaub, ich werd langsam taub :/


    Jedenfalls hör ich in der ganzen Nummer nix, in Worten nullkommanull, was die Hihat irgendwie "speziell" macht und worüber man diskutieren bräuchte. Gut, beim Intro die Betonung auf die Offbeats, wo ich aber noch nicht mal sicher sagen könnte, ob die Achtel durchgeschlagen werden, oder ob nur die Offbeats gespielt werden. Beides ist denkbar, beides funktioniert, beides trägt den Groove gleichermaßen. Der Rest ist für mich einfach ne gelegentlich variierte Achtelhihat mit ziemlich banaler Betonung auf die Zählzeit. Wenn ich die Nummer spielen müsste, würde ich mir nen Standardgroove notieren und drauflosspielen, ohne mir nen Kopf zu machen. Und ich behaupte, jeder Zuhörer hätte den Eindruck, ich hätte mich ans Original gehalten. Ausnotiert ein klassischer Fall von einmal Grundgroove hinschreiben, danach Faulenzer. Ziemlich exakt das Gegenteil von ausgezirkeltem Drumming.


    Für nen Schlagzeugschüler jedenfalls ne gute eingängige Nummer, um nen absoluten Grundrhythmus in beherrschbarem Tempo mitzuspielen, ohne ständig über blöde Fills zu stolpern.

    Das machen aber viele so, das Set mit der Bassdrum gegen die Wand zu stellen, eben aus Platzgründen. Gerade in so kleinen Übezellen habe ich sowas häufiger gesehen.

    Ah ok. Hab ich tatsächlich noch nie gesehen, klingt aber plausibel.

    Als Bewohner eines Mehrparteienhauses werden ich es daheim besser nicht testen. Könnte mir vorstellen, dass die Nachbarschaft mir dann auf den Leib rückt.

    Ein Legacy hatte ich noch nie unter den Sticks, insofern bin ich überrascht und etwas schockiert über solche Erfahrungsberichte. Das Legacy gehört ja nun auch in eine "Gewichtsklasse", die sich mancher trommelverrückte Mensch als großen, fernen Traum ewiger Glückseligkeit ausmalt. Wenn sich so eine Investition dann als Alptraum herausstellt, ist ordentlich Geld verbrannt und der Frust vermutlich riesig.


    Was dysfunktionale Freischwinger betrifft, habe ich beim SQ1 schon mehrfach ähnliche Erfahrungsberichte gelesen. Allerdings scheint mir bei Freischwingern schon lange das Konzept zu herrschen, einfach irgendwas am Computer zu zeichnen, was in erster Linie theoretisch und optisch Neuerungen verspricht, ohne aber dann die Versprechen zu halten. Jedenfalls erinnere ich mich an diverse Konstruktionen, die ich selbst als suboptimal empfand oder die in der Fachpresse als "nicht ganz optimale" Lösungen beschrieben wurden. Klar, Prototypen zu bauen fällt vermutlich in der Entwicklung dem Kostendruck zum Opfer, da kaum ein (kein?) Hersteller seine Kesselhardware noch selbst fertigt und Zulieferer sicher erst ab einer garantierten Mindestabnahme die Maschinen anwerfen. Andererseits muss man einen Markt bedienen, der im Grunde seit Jahrzehnten ausdifferenziert ist, und auf dem Kaufanreize im Wesentlichen durch optischer Neuerungen gesetzt werden. Und irgendwie bezahlbar soll's ja trotzdem bleiben.


    Andererseits hatte ich schon seit den späten 80ern bei meinem Sonor Lite den Fust, dass die Aufhängung die Toms ziemlich abgewürgt hat, was man durch die Eindringtiefe der Tomhalter zwar beeinflussen, nicht aber komplett vermeiden konnte. Und da waren noch keine Werbegrafiker in der Konstruktionsabteilung beschäftigt.


    So lange wir nach jedem Stöckchen rennen, das uns die Schlagzeugindustrie hinwirft, und so lange die Industrie nur dadurch noch am Leben zu halten ist, dass wir rennen, werden wir m.E. mit solchen "Rohrkrepierern" leben müssen. Ärgerlich wie so manches, aber unausweichlich. Btw mit einer der Gründe, weshalb ich schon lange kein Interesse mehr an hochpreisigen Luxussets mehr habe. Aus günstigeren Drums lässt sich nämlich genauso ein geiler Sound rausholen, gleichzeitig reduziere ich den Frust, erst noch ein wenig tweaken zu müssen, ehe ich komplett zufrieden bin. Dass mir die Trommelei nicht langweilig wird, erreiche ich statt über neues Gerät lieber durch die Musik an sich. Es gibt nämlich immer noch so viele Dinge, die ich besser spielen können möchte, dass mir dieses eine Leben wahrscheinlich gar nicht ausreicht. :D

    Sorry: "der schönste Aufbau" bleibt subjektiv.

    Schlecht geschlafen letzte Nacht? Da hat doch nur ein Kollege Gefallen für den Aufbau eines anderen geäußert, muss man das so destruktiv kommentieren? ;)

    (Abgesehen davon wüsste ich gar nicht, wie man Ergonomie bewerten sollte, ohne den jeweiligen Drummer beim Spielen hinterm Set zu beobachten. Für mich würde der Aufbau vermutlich ganz gut funktionieren)

    Zudem finde ich es toll, dass du hier aktiv bist.

    Dem kann ich mir zu 100% anschließen.


    Ich finde es sehr gelungen und zeigt eindrucksvoll, dass es neben dem einfachen Notenspiel eine Komponente im Drumming gibt, die schwer einzufangen und nachzuspielen ist.

    Da bin ich dieses Mal nicht ganz dabei. Der Drumsound ist gut getroffen. Aber mir ist dein Drumming für dieses Stück "zu sehr Lehrer und zu wenig Musiker", Sehr zurückhaltend und für den Song etwas zu laid back getrommelt. Ich trau's mich gar net schreiben, aber der Backbeat schleppt sogar etwas. Hab mir dazu extra nochmal das Original reingezogen, da ist das Feel auf den Punkt. Zur Demonstration ist dein Cover absolut in Ordnung, aber wärst du Teilnehmer einer Audition, könnte ich mir vorstellen, dass das Resümee wär "da geht noch mehr".


    Allerdings gebe ich zu, das ist meckern auf sehr hohem Niveau. Es nicht zu tun, fände ich aber bei nem Vollprofi auch nicht angebracht ;)