Ein Legacy hatte ich noch nie unter den Sticks, insofern bin ich überrascht und etwas schockiert über solche Erfahrungsberichte. Das Legacy gehört ja nun auch in eine "Gewichtsklasse", die sich mancher trommelverrückte Mensch als großen, fernen Traum ewiger Glückseligkeit ausmalt. Wenn sich so eine Investition dann als Alptraum herausstellt, ist ordentlich Geld verbrannt und der Frust vermutlich riesig.
Was dysfunktionale Freischwinger betrifft, habe ich beim SQ1 schon mehrfach ähnliche Erfahrungsberichte gelesen. Allerdings scheint mir bei Freischwingern schon lange das Konzept zu herrschen, einfach irgendwas am Computer zu zeichnen, was in erster Linie theoretisch und optisch Neuerungen verspricht, ohne aber dann die Versprechen zu halten. Jedenfalls erinnere ich mich an diverse Konstruktionen, die ich selbst als suboptimal empfand oder die in der Fachpresse als "nicht ganz optimale" Lösungen beschrieben wurden. Klar, Prototypen zu bauen fällt vermutlich in der Entwicklung dem Kostendruck zum Opfer, da kaum ein (kein?) Hersteller seine Kesselhardware noch selbst fertigt und Zulieferer sicher erst ab einer garantierten Mindestabnahme die Maschinen anwerfen. Andererseits muss man einen Markt bedienen, der im Grunde seit Jahrzehnten ausdifferenziert ist, und auf dem Kaufanreize im Wesentlichen durch optischer Neuerungen gesetzt werden. Und irgendwie bezahlbar soll's ja trotzdem bleiben.
Andererseits hatte ich schon seit den späten 80ern bei meinem Sonor Lite den Fust, dass die Aufhängung die Toms ziemlich abgewürgt hat, was man durch die Eindringtiefe der Tomhalter zwar beeinflussen, nicht aber komplett vermeiden konnte. Und da waren noch keine Werbegrafiker in der Konstruktionsabteilung beschäftigt.
So lange wir nach jedem Stöckchen rennen, das uns die Schlagzeugindustrie hinwirft, und so lange die Industrie nur dadurch noch am Leben zu halten ist, dass wir rennen, werden wir m.E. mit solchen "Rohrkrepierern" leben müssen. Ärgerlich wie so manches, aber unausweichlich. Btw mit einer der Gründe, weshalb ich schon lange kein Interesse mehr an hochpreisigen Luxussets mehr habe. Aus günstigeren Drums lässt sich nämlich genauso ein geiler Sound rausholen, gleichzeitig reduziere ich den Frust, erst noch ein wenig tweaken zu müssen, ehe ich komplett zufrieden bin. Dass mir die Trommelei nicht langweilig wird, erreiche ich statt über neues Gerät lieber durch die Musik an sich. Es gibt nämlich immer noch so viele Dinge, die ich besser spielen können möchte, dass mir dieses eine Leben wahrscheinlich gar nicht ausreicht. ![]()
