Je länger ich hier mitlese, umso mehr scheint mir, es wird keine zufrieden stellenden Lösungen geben, das Problem optimal anzugehen. Die Szenarien können einfach zu unterschiedlich sein, angefangen von der Persönlichkeit der musikalischen Leitung über die Qualitäten und Befindlichkeiten des Orchesters über den Raum bis zum verwendeten Equipment des Drummers, die Liste ließe sich noch erweitern.
Ich spiele ja viel in ähnlichen Settings mit diversen Amateurchören und hatte früher sehr ähnliche Erfahrungen wie MoM Jovi. Man mußte nur an einen Backbeat denken, schon war man eigentlich zu laut. Mittlerweile habe ich anscheinend nen guten Kompromiss gefunden und bekomme nicht mehr ständig Gemecker ab, sondern viel Lob und Dank für die gute Unterstützung. Das war aber eine Entwicklung über Jahre, in denen ich mich an den geeigneten Modus Operandi rangetastet habe. Dabei gibt es aktuell nur eine Kirche, die akustisch so speziell ist, dass ich hinter Glas spiele.
Der Rest ist eine gewisse Routine bei der Auswahl der Instrumente und ihrer Bedienung, sowie bei der Orchestrierung. Und wenn ich jetzt sage, noch leiser geht nicht, ohne dass der Groove komplett verloren geht, dann glauben die Dirigenten mir das. Es spricht aber meist auch nichts dagegen, die Grooves maximal zu reduzieren und auf Toms und Becken fast vollständig zu verzichten, wenn dadurch die "Schlagzeugwand" luftiger wird.
Man sollte sich aber auch bei Rock- und Popsongs immer bewusst sein, dass der Star das Orchester (bzw der Chor) ist und man als Drummer bestenfalls nicht störend auffällt. Da ist der Korridor, in dem man brillieren kann, sehr eng.
Nochmal zur Paxis, ich verwende in Kirchen Sticks, Rods und Besen gleichermaßen. Aber ich wähle sie nicht nach Lautstärke aus, sondern nach Sound im Gesamtklang. Leise geht imho alles, und zwar ohne Einschränkung. Aber wenn ich nen soliden Backbeat brauche, helfen mir Rods nicht. Da lege ich lieber nen Donut oder ein Blatt Papier auf dir Snare und spiele die Snare sogar mit umgedrehtem Stick. Damit klingt die Snare "angeflüstert" noch am ehesten nach Rocksnare, sofern die Snare im Pianissimo überhaupt ordentlich klingt. Meine tut das glücklicherweise und ist auf filigranes Spiel optimiert. Mit nem Rockeimer und angeknalltem Teppich wärs vielleicht nicht so gut.
Moritz, wenn dir die Vorweihnachtszeit noch Freiraum lässt, komm mich gerne am 3. oder 4. Adventswochenende besuchen und begleite mich zu den Gospelkonzerten. Bier und Anregungen gibt's gratis dazu 😉