Beiträge von Mattmatt

    Hm, vermutlich meinst du einfach das, dass der Drehpunkt sich von Daumen-Zeigefinger nach Daumen-Mittelfinger verschiebt?

    Dann wird der Zeigefinger fast ein bisschen arbeitslos und "zeigt" halt einfach herum ... :D.


    So in diese Richtung gehts ja auch bei der Moeller-Technik:

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    Meine Frage nach " belegendem Beispiel" war auf die Behauptung bezogen, dass Elvin Johnes statt " 2 + 4" generell " 2+ und 4+" betonen würde (im swingenden Jazzzusammenhang).

    Nein, die mittleren Triolen sind gemeint ... und nicht "generell" im Sinne von Grundpattern, wo andere das klassische Swingpattern spielen,

    sondern einfach auffällig oft diese doch eher sperrigen Zählzeiten betonend beim Compen und Improvisieren, was im Vergleich zu den

    andern Jazzdrummern doch ein Alleinstellungsmerkmal war, wage ich mal zu behaupten.

    Ich denke mal, das wäre zu einfach mit dem Herzschlag. Dann müssten ja alle Menschen ein besseres Puls- und Rhythmusgefühl haben,

    meine ich. Was nicht der Fall ist, wie ich oft deutlich feststelle ...


    Zudem reden wir hier vom vegetativen Nervensystem, das bekanntlich automatisch läuft, auf das wir keinen Einfluss haben und das uns

    auch umgekehrt nicht in allem beeinflusst. Wir spielen, fühlen und hören Musik ja vornehmlich übers Gehör und schon auch übers

    Körpergefühl, aber nicht jetzt in dem Sinne übers vegetative Nervensystem.


    Zu guter Letzt müsste man annehmen, dass alle Musikerinnen und Musiker große Probleme haben könnte, Tempos beliebig annehmen

    oder auch ändern zu können, wenn wir den Shuffle- oder Swing- oder Sechzehntelpuls des Herzes in dem Maße spüren würden, nicht?

    Ja, früher mal, oder? Jetzt ging es aber um heute.

    Und die Hörgewohnheiten haben sich diesbezüglich in den 60er Jahren verändert und Shuffle ist seitdem kaum noch Thema.

    Und was hat das mit Elvisfansein zu tun? Ich bin ja deswegen noch lange nicht in einer triolischen Musikwelt groß geworden.

    In deinem Post konnte ich eben nicht herauslesen, dass du dich auf eine bestimmte Ära des Schlagzeuglernens bezogen hast

    (sprich dass das "nur" für heute gilt, nicht als generelle Aussage über die ganze Ära des Schlagzeugspielens).

    Der Elvis-Fan dann deshalb, weil man als solcher mit jener Ära des Musikmachens sicher viel vertrauter ist, als der Großteil

    der heutigen Musizierenden das wohl ist. :)

    Wenn ich dann ein 16er anstatt einem 18er spielen soll, weil das 18er außerhalb des Bandkontexts "ja fast schon nach Gong klingt", dann aber im letzten Refrain noch mehr geben soll, sodass ich eigentlich dabei bin, mein 16er zu zernageln, dann habe ich ein Problem.

    Erlebst du wirklich dergleichen =O? Ich würde mich mal aus dem Fenster lehnen und die Einschätzung wagen, dass dies mitnichten der Normalfall ist!

    Vor Kurzem hat mir mal ein Gitarrist gesagt, er habe jetzt mein Ride (ich hatte ein 22" Byzance Extra Dry Medium) etwas gar trocken gefunden und hätte

    vielleicht für diesen Gig einen etwas anderen Sound genommen. Das wars dann aber auch schon, und er hatte total recht damit ^^. Ich hatte da etwas

    danebengegriffen, fand ich selbst auch.

    Aber schon dieses Erlebnis ist bei mir eine Seltenheit, und von harschen Tönen oder gar Vorschreibungen bin ich meilenweit entfernt. Ich weiß nicht,

    ob jemals jemandem bewusst oder gar negativ aufgefallen war, ob jetzt meine Crashgröße 16" oder 18" war ...

    Ich sag mal so: So ziemlich jeder Schlagzeuger kann nach einer gewissen Zeit einen binären Rhythmus spielen. Bei Interesse und entsprechendem Üben auch einen Shuffle.

    Aber beim Swing - und noch härter: beim Jazz - da muss man beweisen, dass man die Musik verstanden hat und sie fühlen kann. Da helfen Noten und Metronom nicht weiter.

    Das find ich jetzt interessant, dass ausgerechnet du als Elvis-Fan das sagst ^^. Gerade die Drummer des Rock'n'Roll konnten doch kaum einen

    binären Beat zustandebringen! Da war immer alles irgendwie binär UND ternär, weil die Guten alle aus der Jazz-Ära stammten und damit

    groß geworden sind.

    In dieser Zeit würde man dir wohl genau das Gegenteilige sagen: ternär spielen ist ganz natürlich und simpel, da allgegenwärtig, aber binär?

    Das muss man sich erarbeiten und geht irgendwie gegen den Strich! :D

    Das ist doch nicht ein Text, den man irgendwo liest =O, das ist einfach Erfahrung durch Hören und evtl. ein bisschen Analysieren ...! :)


    Denk an deinen Lieblingsstil, da wirst du bestimmt viele Details darüber wissen, was den Stil genau ausmacht und wie vielleicht 2 bis 3

    der typischen Drummer ihn spielen, also was sie gemeinsam haben, was sie eben unterscheidet; das werden auch Details sein, in der

    Phrasierung, im Sound etc.


    Jazz hat zwar irgendwie eine verkopfte und akademische Aura, aber trotzdem ist es einfach Musik, die man hört und kennenlernt.

    Stimmt; insofern ist es auch eine große Vertrauensfrage, vor allem zwischen Band und Tontechniker. Die beiden Parteien sollten im Optimalfall ein Team sein und nicht gegeneinander arbeiten. Ist natürlich in der Praxis leider nicht immer der Fall oder möglich, manchmal kennt man sich nicht, manchmal fehlen Kompetenzen sowohl auf Band- als auch auf Technikseite ...

    Ich habe bis jetzt einmal gefragt ob die mitgebrachten Becken passen.

    Antwort: "Ich habe gar nicht gewusst, das es verschiedene "Teller" gibt."

    Seither spiele ich was mir gefällt oder ich passend finde.

    Ist auch eher meine Erfahrung :D.


    Denke, es ist ein Mix: Einerseits möchtest du (hoffentlich) der Musik bestmöglich dienen und wählst entsprechend

    nach bestem Wissen und Gewissen das optimal passende Küchenzeugs aus. Andererseits spielst du am inspiriertesten,

    wenn du "deinen" Sound hast.


    Dazu kommt, das man bei sich selbst oft unendlich gearorientiert ist, während die anderen oft kaum relevante

    Unterschiede ausmachen.


    Außerdem – und das ist möglicherweise sogar der zentrale Punkt – ist die Frage, wie viel dann das Spielzeug tatsächlich

    ausmacht und wie viel eher, WAS und WIE man spielt.


    Nach meiner Erfahrung melden sich vernünftige Mitmusiker (oder Tontechniker) dann, wenn etwas komplett ausschert

    und sound- oder spieltechnisch daneben liegt. Ansonsten wird gewährt, was in sich schlüssig ist und im Gesamtpaket

    funktioniert.

    Es bringt auch nicht sich darüber zu streiten , wie man was wie sieht, sondern nur wie man damit umgeht. Ehrlich gesagt finde ich das Wort "Talent" einfach nur "Kacke"

    Ich bin absolut deiner Meinung, dass das Wort Talent oft zu vorschnell gebraucht wird bzw. zu schnell darüber geurteilt wird.

    Die Menschen sind ohnehin immer Fan von Kategorisierungen.

    Dazu kommt, dass man eben nach dem Urteil oder nach der Kategorisierung gewisse Schlussfolgerungen zieht, und da wirds

    dann sowieso sehr gefährlich ("aus dir wird nix", "du kannst das gleich aufgeben", "du bist der Beste überhaupt!").


    Aber ich finde auch da wieder, man sollte differenzieren. Talente sind da, Menschen sind (unterschiedlich) talentiert, wie auch

    immer die Ursachen und Entstehungen dabei sind, es ist nicht von der Hand zu weisen und nach meiner persönlichen Meinung

    und Erfahrung nicht wegzudiskutieren.


    Manchmal sieht man es von Beginn weg, manchmal kommts vielleicht nach einem Jahr erst zum Vorschein.


    Was das Heikle ist, sind aber wie gesagt die menschlichen Urteile und Schlussfolgerungen. Ich kann mir vorstellen, dass wir uns

    da einig sind – ausser du bist anderer Meinung bei der Grundsatzfrage, ob es Talent gibt.

    Kann man wirklich sagen, dass wenn jemand schon etwas kann z.B. eine gute Hand-Augen-Koordination mitbringt, von Talent zum Tennis spielen sprechen?

    Muss man das denn so akademisch abstrahieren? Ich würde einfach sagen, man kann von Talent zum Tennis sprechen, wenn sich jemand im Tennis geschickt anstellt, fertig :).

    Welche Kombination von Voraussetzungen körperlich, intellektuell, motorisch - was auch immer - jetzt dafür verantwortlich sind, ist ja egal. Dass

    es Voraussetzungen dafür gibt, ist ja klar.

    Aber es reicht ja, das Talent in der Sache zu erkennen, ohne dass man es grad wissenschaftlich analysieren und abstrahieren muss.


    Wenn ein Schüler von mir schnell lernt, von Beginn weg einfache Pattern zu einfacher Musik groovig und in Time spielen kann, intuitiv

    Form und Struktur von Musik erkennt etc. etc., ist er einfach musikalisch begabt, Punkt, egal was da jetzt in seinem Gehirn genau vorgeht ^^.

    Jemandem pauschal zu sagen, dass er / sie / es nicht talentiert genug sei, finde ich in dem Alter eine schwierige Angelegenheit. Natürlich kenne ich die Details nicht und es ist daher aus der ferne unmöglich zu sagen, ob die Lehrkraft "recht" hat. Pädagogisch halte ich das bei einem 9? jährigen Kind allerdings für mehr als fragwürdig.

    Ja, deshalb schrieb ich ja, man müsse differenzieren zwischen der Talentfrage und der Berechtigungsfrage :).


    Klar, Talente mögen unterschiedlich gewichtet oder zu finden sein, auch im körperlich-koordinativen Bereich.

    Wobei jetzt ein rein physisch gegebenes "Geschwindigkeitstalent" einen leider noch nicht zum besseren

    Musiker oder Schlagzeuger macht, finde ich jetzt ...


    Dennoch gibt es nach meiner Erfahrung eindeutig eine Bandbreite von generell musikalisch äußerst talentierten

    bis ziemlich talentfreien Kindern/Menschen. Was ja auch nicht wertend gemeint ist. Ist ja nur 1 Talent im Leben.


    Wie Danyvet beschrieben hab, so hab ich das echt auch schon alles erlebt – von der stets motivierten 50-Jährigen,

    die nach mehreren Jahren wirklich immer noch kaum einen Money Beat geradehalten konnte, bis zum 7-Jährigen,

    der sein Lehrbuch in einem verrückten Tempo durchgerattert und dabei selbstständig übers Ohr nochmal viel

    weiter gelernt, gefunden und erfunden hat, als er über Noten nur annähernd hätte verstehen können.

    Also um hier zwischen der Talentfrage und derjenigen der Berechtigung für Unterricht zu differenzieren:


    Ich glaube auf jeden Fall und zweifelsfrei, dass es Talent für Musik und das Schlagzeugspielen gibt – meine bunt gewürfelte

    Schar an Schlagzeugschülern bestätigt mir das jahraus, jahrein und täglich :). Da gibts meiner Meinung nach nichts zu rütteln.


    Kein Kausalzusammenhang besteht allerdings zwischen Talent und Spiel- und Übefreude (leider ...), auch nicht zwischen Talent

    und Motivation, und eben schon gar nicht zwischen Talent und Legitimation für Unterricht.