Hallo,
gestern war o.g. Sänger in Bremen mit einem Keyboarder und einem Schlagzeuger als Begleitung.
Herr Naidoo war so freundlich und vorausschauend Ralf Gutzke als Drummer mitzunehmen. Ist der gut!
Er durfte ein Solo spielen, das nicht von schlechten Eltern war, aber was mich viel mehr beeindruckt hat ist die Art wie er die Stücke begleitet hat. Sehr geil, nur an wenigen Stellen vielleicht etwas zu viel. Das sei aber aufgrund der kleinen Besetzung verziehen, da hat man schnell das Gefühl füllen zu müssen.
In Dynamik, Präzision und Musikalität eine glatte 1. Da auch Loops eingesetzt wurden, konnte man sich hier anschauen, wie einer mal richtig auf Click groovt. Und das alles völlig unangestrengt.
Unglaublich auch die Passagen in sehr leisen Stücken, bei denen er mit Besen beinahe klassisch-orchestral bis jazzig begleitet hat.
Sehr schön auch zwei Stücke nach der Pause, bei denen er eine Djembe bzw. eine Cajon gespielt hat. Also kein reiner Schlagzeuger, sondern auch noch Percussionist!
Das Kit war ein kleines Yamaha 4-Piece, 18*14 bass, 12*8 und 16*16 Toms, 12*4 Snare, ein Crash, 12er Hats (oder gar noch kleiner) zwei Rides (eins mit Sizzle) und zwei Pads.
Der Beckensound war ohne Fehl und Tadel. Insbesondere die HiHat hat mir gefallen, das Sizzle Ride war auch sehr schön. (Ich glaub ich muss zum Baumarkt, um eine Stöpselkette zu kaufen!)
Die Bass war trotz ihrer geringen Abmessungen sehr mächtig und klang echt fett und geil, hätte aber auch etwas weniger sein dürfen bei dem Stil der gespielten Musik. Sie war übrigens mikrofoniert, kann aber auch zusätzlich getriggert gewesen sein. Das kleine Tom hatte einen leicht jazzigen Touch, sehr schön. Das Standtom war mir persönlich etwas zu tot, fast nur Grundton, und das Intervall zwischen beiden etwas zu groß (mehr als eine Quinte). Die Snare war sehr sensibel und daher wohl auch für die leisen Passagen gut ausgelegt, bei lauteren Stellen fand ich sie aber zu tief und etwas zu unpräzise.
Was ich hier an Kritik zum Sound geäussert habe, ist nicht so gravierend, daß es den Spass am Konzert geschmälert hätte. Für mich als Soundfetischisten ist das halt immer ein Thema.
Fazit: Auch für Drummer, die nicht unbedingt große Naidoo Fans sind, lohnt sich das Konzert allemal.
nils