Beiträge von nils

    A&F hat etwas für Alte und Leute mit Rūcken.😁

    Leichte Trommeln lassen sich nicht nur besser tragen, sie sind auch leiser, weil sie weniger Attack produzieren. Das ist ja auch das Konzept von Adoro, auch wenn A&F das hier mit Aluminiumteilen auf die Spitze getrieben hat - aber eben nicht nur das Gewicht, sondern auch die Kosten.

    Leider ist das. was er ab min. 42 über die Gratung sagt sachlich falsch. Form, Winkel und Biegeradius der Gratung bedingen die resultierende Kontaktfläche zwischen Fell und Kessel. Die Größe dieser Kontaktfläche ist ein Maß für die damit einhergehende Dämpfung, die die Gratung auf das Fell ausübt.


    Darüber hinaus spielt die Lage der Gratung auf der Kesselwand, also außen am Kessel ohne Gegenschnitt oder weiter zur Mitte mit Gegenschnitt, eine Rolle bei der Übertragung von Schwingungsenergie vom Fell auf den Kessel eine Rolle (Stichwort mechanische Impedanz der Anordnung). Nachzulesen in "Properties of drum shells and bearing edges" von Eric J. Macaulay.


    Mir ist da zu viel gefährliches Halbwissen drin. Mein Ansatz kommt immer aus der Physik, nicht aus der Esoterik oder gefühltem Wissen.


    (Das Stimmkonzept habe ich mir noch nicht so genau angesehen, daher kein Kommentar dazu)

    Wenn mein Handy so "schön" aufnehmen könnte, dann wäre ich glücklich.

    Bei mir kommt nur Matsche raus.

    Die Signalkette fängt immer beim Instrument und dem Bediener an. Wenn das nicht passt, nützt der ganze Rest auch nix mehr. Erst danach spielt der Raum eine Rolle, dann kommt die genaue Position und Bauart des/der Mikros, Kabel, Wandler ..... aber wenn's vor dem Mikro nicht gut klingt, dann wird die Aufnahme auch nix.

    Da lob ich mir besser die dialtune snares!

    Damit kann man immerhin beide Felle unabhängig voneinenander stimmen. Das System ist allerdings sehr schwer und wie wir wissen, sind schwere Trommeln lauter als leichte. Das kann also gut sein oder schlecht, je nachdem, wonach man sucht.

    somit können deren Konstruktionen nicht als freischwingend gelten da es Kontakt zu schrauben und böckchen bzw Kessel gibt

    Der Begriff Freischwingaufhängung ist ja eher ein Marketing-Schlagwort. Tatsächlich verringern diese Art Aufhängungen den Kopplungsgrad zwischen Trommel und Halter, was an sich schon ein enormer Fortschritt gegenüber hart verschraubten Aufhängungen ist.

    Selbst mit Freischwinggedöns müsste man dann ja theoretisch, wenn man nicht dämpfen wollte, auf jeder Trommel, bezogen auf die Größe, ein anderes Fell verwenden, um ein exakt gleich langes Sustain zu bekommen.

    Nein, man muss nur wissen, wie man stimmt. Die Länge des Sustains hängt, neben der schwingenden Masse und der anliegenden Dämpfung, von der tonalen Differenz zwischen Schlag- und Resonanzfell ab. Man muss einfach diese so einstellen, dass die Länge des Sustains stimmt.


    Und dazu dann noch die Problematik Standtoms, die sowieso gänzlich anders "schwingen".

    Bisschen viel Aufriss...

    Ich will aber der Wissenschaft nicht im Weg stehen.

    Standtoms haben im Grunde nur dasselbe Problem wie Hängetoms ohne Freischwingaufhängung: Die mechanische Impedanz der Anordnung hängt hier allerdings von der Bauart der Gummifüße und vom Bodenbelag ab. Deshalb gibt es ja mittlerweile auch Standtomfüße, die entkoppeln. Ansonsten sind sie aufgrund der großen Membranen etwas empfänglicher für von der Umgebung reflektierten Schall.


    P.S.: Ich schreibe sowas nicht, weil die Wissenschaft Selbstzweck wäre, sondern weil das Schwingungsgeschehen an Trommeln nun mal Physik ist und ein gewisses Maß an Verständnis darüber das Leben enorm erleichtert, zumindest das Stimmen.

    Für mich neu, aber vielleicht kennt ja schon irgendwer WTS Drums und kann was dazu berichten? Es scheint die ja schon länger zu geben.


    https://www.welchtuningsystems.com/


    Lg

    Diese Konstruktion ignoriert völlig die Essenz des Stimmens: man formt den Klang der Trommel durch die gezielte Veränderung der tonalen Differenz zwischen Schlag- und Resonanzfell. Bei der WTS-Konstruktion kann man diese nicht einstellen und damit ist es Murks.

    Aber ich finde es halt lustig, wie Profis alles für alles verwenden können. Wahrscheinlich, weil sie halt Profis sind.

    Man muss kein Profi dafür sein, es reicht schon, wenn man sich innerlich von dem ganzen Marketing-Blah-Blah löst und seinem Gehör ein unvoreingenommenes Urteil zutraut. Wenn dann noch die Erkenntnis dazukommt, dass man über Schlegelauswahl und Spielweise den Beckenklang massiv beeinflusst, kommt man fast automatisch zu ganz anderen Beckensätzen.

    im Bereich der Bassdrum wohl im Bereich der 8tel bewegen. 16 sind technisch nur was, wenn es ein langsamer Song ist,

    Beziehst du das auf 16tel Doppelschläge, oder auch auf die -Zählzeiten generell? Falls dir Doppelschläge noch zu schwer sind, könntest du trotzdem gelegentlich einen einzelnen Bassdrumschlag auf eine der 16tel Positionen setzen, so z.B.:

    1 e + e 2 e + e 3 e + e 4 e + e

    b-----b-s---b---b-------s-b----    

    in meinen Beispielen mal in Bezug auf die Bassdrumfigur, passend zum Song machen.

    Hier hilft aus meiner Sicht Hörerfahrung. Je mehr man Musik anderer Bands hört und je detaillierter man das Schlagzeug analysiert, desto besser wird die Grundlage für eigene Entscheidungen am Instrument.

    dass gewisse Grooves die Musik "zu voll" machten und ein einfacher Bumm Tschack (BD auf 1 und 3) zu nackig waren.

    Deine vorhandene analytische Hörfähigkeit reicht schon mal für so eine Feststellung. Der nächste Schritt ist, zu wissen, wie man den Weg dazwischen findet.

    Den ganzen Mist an Trommeln dranzuschrauben, damit sie noch mehr Tonlänge bekommen? Wozu? Um dann hinterher mit Emperor und PinStripe alles abzudämpfen?

    Nun ja, das Sustain lässt sich ja auch ohne Dämpfung über stimmtechnische Maßnahmen kontrollieren.


    Der Knackpunkt bei den Freischwingaufhängungen ist, dass sich die Trommel unabhängig von der Position der Muffe auf dem Tomhalter immer gleich benimmt. Ingolf Bork hat bereits in den 1980ern eine Arbeit zum Ausschwingverhalten von Trommeln in Abhängigkeit von der Einstecktiefe veröffentlicht. Das Sustain ändert sich radikal, je nachdem, wie die Trommel auf dem Halter sitzt (Stichwort mechanische Impedanz der Anordnung). Das zwingt dazu, einen Kompromiss zwischen Aufbauergonomie und Klang zu suchen. Mit einer Freischwingaufhängung ist das Problem gelöst.

    Davon abgesehen nimmt der Schalldruck mit zunehmender Entfernung ab und das wirkt sich durchaus erheblich darauf aus, wie das Resonanzfell anspricht bzw. wie beide Felle miteinander interagieren. Dazu ein Zitat von sengpielaudio:


    Wie gesagt geht's dabei nicht nur um Luftmasse und Verzögerung, sondern auch um den Schalldruckpegel. Vereinfachtes Beispiel:


    Bei einer 10" tiefen Trommel kommt nur noch halb so viel Schalldruck beim Resonanzfell an wie bei einer 20" tiefen. Das, was dann am Schlagfell wieder ankommt (der Rebound ;) ) beträgt dann nur noch ein Viertel des Schalldrucks.


    So von wegen "physikalische Fakten" ...

    Hier liegt glaube ich ein Irrtum vor. Der Schall einer punktförmigen Schallquelle, der sich ungehindert (=> in alle Richtungen) ausbreiten kann, nimmt so ab. Innerhalb einer Trommel kann der Schall sich aber nur in einer Richtung ungehindert ausbreiten, wodurch der Schalldruck nur sehr viel weniger abnehmen kann. Würde der Schalldruck in einer Röhre so schnell abnehmen, wie hier postuliert, wären Blasinstrumente SEHR leise.