Die These gibt lediglich einen groben Anhaltspunkt... will heißen in einigen Fällen durchaus zutreffend... aber längst nicht in allen.
Natürlich gibt es oftmals Risse am äußersten Rand durch Überforderung des Cymbals durch den Drummer und dessen Spielweise: bestes Beispiel Thin Crashes oder noch "besser" Paper-Thin Crashes für Death Metal eingesetzt und permanent mit MS2 Corpsmaster-Sticks bearbeitet (am besten als "Achtel-Beat-Puls" ohne Unterlaß durchgeschmettert) ![]()
Aber es gibt auch immer wieder mal Risse am Cymbalhole... nicht selten bei Splashes oder Chinas wenn ein Drummer das Becken total überfordert und es parallel dazu noch zu fest am Cymbalarm geschraubt hat... es also keine Chance hat, die Schlagenergie schnell genug "abzuführen".
Mitunter gibt es aber auch Risse am Rand, die nicht durch unsachgemäße Spielweise entstanden sind... sondern aufgrund eines Verarbeitungsfehlers auftreten. Gerade in Bezug auf Oberflächenspannung(en) kann durchaus (unfreiwillig, unabsichtlich) auch schon im Fertigungswerk eine Weiche für zu schnellen Exitus gestellt worden sein.
Der Nachweis ist für beide Seiten sehr schwierig... insofern sollte man sich immer glücklich schätzen, wenn ein Händler ohne rumzulamentieren das Zeug umtauscht. Welche Begrifflichkeiten, Umtauschpolitik bzw. welches Halbwissen er dabei geltend macht - respektive preisgibt, ist doch letztendlich egal. Zumal die meisten Händler (auch viele Fachhändler)
mit diesem komplexen Thema völlig überfordert sind, und meist angelesenes oder durch Phone-Calls mit Produktmanagern aufgeschnapptes, wiedergeben.
Faktisch kann die "höchstwahrscheinlichst-geltende-Ursache für ein defektes Cymbal" nur durch ein Materialprüfungsgutachten einer Materialprüfungsanstalt vorgenommen werden. Ein erheblicher Aufwand den beiden Seiten logischerweise nur selten betreiben (wollen). Sowas macht eher Sinn wenn bespielsweise ein bestimmter Cymbal-Typ übersignifikant (häufiger als andere Modelle) an der selben Stelle reißt. Dann kann ein Unternehmen durch Materialprüfungsgutachten durchaus wertvolle Hinweise für die konstruktive Verbesserung eines Folgemodells erhalten.
