Beiträge von Drumstudio1

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    Da muss man JB fragen ob ein 1973 gekauftes 2002er frisch genauso klang wie ein heutiges Neues. Die 1000/2000/3000 gab es zu kurz um darüber Aussagen zu treffen. Bei den 505 würde ich auch geringe Schwankungen erwarten.


    newbeat


    Das ist genau das Kernproblem. Wahrscheinlich kann kein Mensch (auch nicht der von mir sehr! geschätzte JB) einen differenzierten Klangeindruck jahrzehntelang im Gehirn konservieren. Jetzt wird mancher einwenden "klar kann ich, die tolle Melodie XY habe ich vor 30 Jahren auch nur einmal im Radio gehört, trotzdem kann ich sie noch pfeifen". Dat is´ allerdings was völlig anderes. Differenzierte, komplexe Soundgefüge bzw. Höreindrücke sind in aller Regel ganz schnell verblaßt (traumatische Erlebnisse Autocrash & sonstige Katastrophen mal ausgeklammert) und etwas völlig anderes als Melodien.


    Insofern ist das mit dem Vergleich aus der Erinnerung sehr schwer. Dazu kommt, dass unser Gehör im Laufe der Jahre in bezug auf die Wahrnehmung hoher Frequenzen permanent nachläßt. Als Baby werden quasi viele von uns mit 20 Hz bis 20 Khz Wahrnehmungsfähigkeit geboren, quasi voll Hifi-tauglich... mit meinen 39 bin ich mittlerweile meilenweit davon entfernt. Somit selbst wenn wir jahrzehntelang unseren Höreindruck konservieren könnten, würde HEUTE das selbe Becken in unserem Kopf anders klingen bzw. ankommen :)


    Noch wichtiger ist die unter Musikern lebenswichtige Hörerfahrung oder Gehörschulung... wie auch immer man es nennen mag. Im Laufe der Jahre werden wir in aller Regel (skurrilerweise trotz obengenannter Frequenzeinbußen) immer differenzierter Musik wahrnehmen. Die Proberaumaufnahme, die man als 16-jähriger noch als super-tight empfand gerät jahrzehnte später beim nostalgischen wiederhören mit gereifter, differenzierterer Musikwahrnehmung zum "Timing-Lacher No.1". Ähnliches natürlich auch in Bezug zur Diskriminanzleistung bei Sounds. Ich stelle immer wieder fest wie viele sehr junge leute sich sehr schwer tun Soundunterschiede zwischen Becken herauszuhören. Einzelne können mitunter schwer feststellen, welches Ihnen als "besser" oder "wertiger", "klangvoller" oder sonstwas erscheint. Mit zunehmender Hörerfahrung gelingt es aber vielen Musikern tatsächlich nicht nur differenzierter Sounds wahrzunehmen, sondern sie auch viel exakter in Worte zu fassen. Nicht nur banales ala "ist lauter", sondern wesentlich genauer: "ist höhenreicher, spricht schneller an, klingt etwas kürzer aus" und viele, viele andere Attribute so zu formulieren, dass wir gemeinsam den Eindruck haben, vom selben Objekt zu reden :)


    Natürlich haben viele verschiedene Klangeinschätzungen auch immer wieder mit Geschmack zu tun. Aber (ob wir wollen oder nicht) auch sehr viel mit obengenannter Hörerfahrung. Beides ist natürlich auch oftmals eng verwoben. Schon allein daraus resultieren dann immer wieder ganz viele Mißverständnisse... man möchte ja auch keinem Entgegenschmettern "warte 10 Jahre, dann kannst du differenzierter hören" :) Das wäre vermessen und arrogant.


    Diese Diskriminanzleistungen bzw. differenzierte(re) Wahrnehmungsfähigkeiten gibt es allerdings in fast allen Lebensumwelten und ist keinesfalls auf uns Cymbal-Freaks beschränkt. Mich hat früher schon immer sehr beeindruckt, dass angeblich Eskimos für die Kältezustände "Eis" zwischen 10 und 20 verschiedene Wörter zur Unterscheidung der Stadien haben. Bei mir sind es nur 4: Schnee, Eis, Wasser, Schneematsch :)


    Zurück von den Eskimos zu uns Drummern: eine weitere große Wirkung auf unser Hörempfinden und dessen Veränderungen im LAufe der Zeit haben natürlich auch die Medien und die uns umgebende Hörkultur. Ob wir wollen oder nicht: die prägt uns ja quasi permanent: Autoradio, Kaufhausgedudel, Werbejingles im TV etc. Was vor 20 Jahren als druckvoller state-of-the-art Drumsound galt, kann mitunter heute (klar, es gibt auch Ausnahmen) viele nicht mehr begeistern und gilt nicht selten als "flach und matt". Wenn man einige "Compressed to fuck"-Aufnahmen der letzten Jahre ala Aerosmith oder Bon Jovi mit Aufnahmen mancher Surf- oder Beatbands der frühen 6o ´er vergleicht (wo manches Studio nicht einmal von der Existenz eines Compressors wußte)... merkt man wie massiv die audiotechnischen Veränderungen und demzufolge Hörgewohnheiten sich in wenigen Jahrzehnten gewandelt haben.

    rapid...


    Betrifft "Grün"-Fetisch:


    Die 505 waren in der Anfangszeit garnicht grün gelabelt. Sie hatten einen total kleinen Serienschriftzug in Schwarz.
    Da war lediglich die Nummer 505 etwa in dieser Größe eher subil aufgedruckt.


    Die Übergroße 505 Schrift mit dem gestylten grünen Logo tragen somit nicht alle 505 Cymbals... sondern die modernenen.


    Nur das keine Verwirrung auf dem Gebracuhtmarkt entsteht: es gibt schwarze mit sehr kleiner Beschriftung (die älteren 505) und die modernere variante mit riesen zahlen in grün.


    Es war der selbe Wandel, der sich auch bei den 602 vollzog. Die eines Tages für ihre modernere Auflage eine blaue Schrift erhielten.

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    Ob du dann allerdings auch den gleichen Sound wie Porcaro aus den Becken holst, ist ein weiteres Fragezeichen


    Göttlich!!! :)


    Thumbs up Hilite Freak!

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    2002er sind da verlässlicher. Eine gute und günstige Alternative zu 2002ern sind übrigens 505er!


    Richtig, man könnte sogar behaupten die 505 sind für Gebrauchtmarktfans ein Geheimtip. Da oftmals recht günstig zu bekommen (gewesen?)


    2002 und 602 haben streng betrachtet soundtechnisch NICHTS miteinander gemeinsam. Der Klangunterschied ist meiner Meinung nach ähnlich groß wie der zwischen 2 gänzlich verschiedenen Cymbalherstellern!


    Ich empfand früher die überwiegende Mehrzahl der 602 Cymbals als "feiner, subtiler und geschmeidiger" im Sound. Die 2002 Pendants (wie gesagt man kann sie eigentlich schwer vergleichen) waren massiger, lauter, aufdringlicher (bitte keine Palastrevolution :)

    amilo


    Das ist leicht erklärt: Der Umtausch erfolgt (wenn er denn stattfindet) nur über den Händler, wo du es erworben hast. Kaufbeleg bereithalten!


    Stell dir vor du gehst zu einem Musikshop deiner Region und hälst denen ein defektes Becken vor die Nase, welches du billig bei einem Online-Versand und EBEN NICHT bei diesem regionalen Händler erworben hast.


    Was glaubst du, wie erfreut er ist ein Becken für dich einzuschicken, welches du dann eines Tages bei ihm als neues wieder abholst?


    :)


    Das kostet ihn nur Zeit und gewissen Verwaltungsaufwand, und seine Motivation wird gegen Null gehen. Sollte einem der anderen Drummerkollegen hier ein Musikalienhändler einfallen, die sowas gerne macht, dann bitte umgehend posten. Das wäre dann das Musikgeschäft des Monats!!!

    SCS

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    wie gleitet man denn mit dem stock am kessel entlang???


    Das war von mir vielleicht (etwas) zu schlüpfrig formuliert :) Ich habe bei einem Fill einfach nicht genau genug gezielt und bin zwischen Snare und 10" Tom mit dem Stock gegen letzteres geschrammt. Aber ehrlich - mit wenig Schlag-Energie... und doch sind die Folgen deutlich sichtbar.


    @der kleine Prinz


    Thanks. Mein Thread ist aber weniger als "ich weiß nicht, dass Pappel irre weich ist" gemeint, sondern offengetanden als augenzwinkernder Hinweis (siehe leicht ironische Thread Überschrift) und gleichsam gewisse Warnung: Beim ELX (bzw. Pappelsets) stets höchste Vorsicht walten lassen. Sehr anfällig das Holz.


    Ich versteige mich (aufgrund dieser 2 banalen Vorkommnisee mit deutlich sichtbaren Spuren) zur These: für mich persönlich etwas zu anfällig!

    Manch einer wird sich erinnern, dass ich in irgendeinem mir entfallenen Thread schilderte, dass ich vor Monaten mal mit Rods an einem ELX-Tom (Baujahr 2004, alle Pappel) leicht vorbeischrammte und dadurch die Lackierung und die Holzoberfläche leicht beschädigt wurden.


    Heute bin ich leicht mit einem Trommelstock am Kessel "vorbeigeglitten" (die Sehkraft und Zielgenauigkeit läßt im Alter eben leicht nach :) und entdecke prompt eine deutliche Delle im Kessel.


    Das ist... sorry... scheiße!


    So leicht sollte ein Drumkessel nicht einzukerben sein. Habe ich so auch in 25 Jahren drumming noch nie erlebt. Schade und seltsam. Wie sehen denn dann erst Pappelsets aus, die man viel live nutzt ???


    Also Pappelbesitzer, entweder auf dauerhafte nette Optik nicht so viel Wert legen... oder das Drumset mit Samthandschuhen anfassen.

    KickSomeAZZ

    Zitat

    Was du auf der CD hörst, entspricht nicht ganz dem natürlichen Klang


    Richtig!!!


    Dazu gibt es noch mehrere Varianten:
    - Was du auf der CD hörst, entspricht garnicht dem natürlichen Klang
    - der Lieblingsdrummer hat sich im Studio für ein anderes Beckensetup
    entschieden von dem wir möglicherweise nie erfahren werden...

    Sowas ist einfach erklärt:
    Es liegt an den großen Mengen die größere Vertriebe logistisch ordern. Die bestellen ja keine Bassdrum per Luftpost aus Japan.


    Insofern darfst du davon ausgehen, wenn von 4 Monaten die Rede ist, dass bei der nächsten großen Bestellung von Musik und Technik in Marbung ein Container-Schiff in Japan ablegt, welches neben vielen, vielen Drumsets auch irgendwo "versteckt" deine Bassdrum geladen hat.


    Zum Thema "verstehe ich garnicht, dass Luftpost sooo teuer sein soll":
    Ich werde nie vergessen, wie Ian Paice mal bei einer Drum-Clinic 1982 oder 1983 auf der Musik Messe Frankfurt sagte, dass er auf jedem Kontinent (bzw. in oft besuchten Tour-Ländern) bei Freunden in irgendeiner Garage Drumsets von sich gelagert hat. Eben weil die Fracht-Transportwege so langsam sind und Luftpost vieeeeeel zu teuer sei. Da würde er mit seinem Konzept besser fahren. Ich weiß noch das mir damals mit meinen 17-18 Lebensjahren sofort durch den Kopf ging, das "sowas" wohl einen Stardrummer ausmacht... war damals irgendwie ein faszinierender Gedanke überall auf der Welt eigene Drumsets gebunkert zu haben :)

    Vorsicht:
    Es gibt die "authentische Starmount-Version" die spezielle Gußreifen!!! nutzt, die bereits mit den starmount-typischen Bohrungen versehen sind.


    Und dann (siehe ein Post über mir) die Hoop-Grip Version für geflanschte Spannreifen... die sich logischerweise mit jedem Drumset vertragen sollte, welches geflanschte Spannreifen aufweist. Also auch mit Artstar 1, Artstar II oder Artstar Esprit.


    Aber nochmals: Die abgebildete Hoop-Grip Version bezieht sich auf geflanschte Reifen und funktioniert auch nur dort. So wie sie (vor der etablierung des NEW Superstar) auch beim Rockstar zu finden sind.

    fwdrums


    So, jetzt hast Du mich total positiv überrascht.
    Denn das "free-floating System von Jellinghaus" kennt in Deutschland kaum noch jemand. Das boten die auch mal für alles an: also auch bei Toms. Anfang der Neunziger war das.


    Also, Buddie mehr Infos. Da können wir alle noch was lernen!


    Kollegialer Gruß

    Zitat

    Veranstalter fragt, wieviele Plakate sie benötigen, kommt meisstens die Antwort "4-5 Stück reichen!"
    Warum nur 5 Stück?


    Obiges Statement ist göttlich. Denn genau so haben wir es auch ab und an erlebt. Jetzt könnte man als Optimist vielleicht noch denken: naja, diese Veranstalter stützen sich mehr auf Pressearbeit oder ziehen DIN A4 Kopien und hängen diese dann in Shops... etc. ... wenn es nur so wäre.


    Das tolle ist das wir 2 mal erlebten, dass wir nach dem Aufbau beim Gig in Nebenräumen der Veranstalter unsere 5 Plakate neben einem Bürotisch quasi auf der großen Ablage fanden. Und das, obwohl im Vertrag stand wir sind verpflichtet rechtzeitig!!! jene Poster abzugeben.


    Nur von dem Verwendungszweck "große Ablage oder gar Papierkorb" stand nix im Vertrag. Ohne Worte!


    Natürlich sind auch das gewisse Ausnahmen, aber beim Zitat klingelte es sofort bei mir und die Episoden waren wieder vor dem geistigen Auge aufgetaucht. :)

    Zitat

    Das mit dem langfristig (über Jahre hinweg) erweitern kannst du bei den meisten Herstellern vergessen...Pearl zum Beispiel betreibt Turbomodellpflege; jede Serie wird permanent überarbeitet oder ersetzt/abgesetzt..


    Wenn es dir wurscht ist ob dein neues 10er TomTom plötzlich doch wieder durchgehende Böckchen hat und die geiche Farbe einen grossen Tick heller, dann kauf dich langsam durch das Programm.


    Besser wärs was wirklich gutes zu kaufen und halt etwas Knete zusammenzutragen und dann komplett erstehen was du wirklich willst!


    Wow! Seltenheitswert :)
    Genau so sehe ich das auch!!! Nix hinzuzufügen.

    OK, verstehe.


    Trotzdem ich vermute mit 85% Wahrscheinlichkeit, dass er schon vorher da war!


    Zitat

    was die verpackung anbelangt ist der verkäufer laut ebay dazu verpflichtet es ordnungsgemäß zur post zu bringen.es muß anständig verpackt sein. da könntest du dich vielleicht auch nochmal an ebay wenden vorausgesetzt du besitzt die verpackung noch , die du dann wiederrum zur post bringen musst ..........kontrolle .....


    Nur mal phantasiert: wenn ich (was ich nicht bin) kriminell veranlagt wäre, und hätte ein kaputtes Thin Crash Becken, was ich als intaktes Becken deklarieren und für viel Geld verkaufen will... dann würde ich es auch sehr schlecht verpacken... ratet mal warum ???????

    Ich finde die Tips in Bezug auf Transportschaden und Post gut (sofern sie zutreffen :-). Damit kenne ich mich nämlich garnicht aus und muß da die Klappe halten.


    Trotzdem muß ich nochmal hartnäckig bleiben (da ich mehr oder weniger unfreiwillig immer mal wieder auf Betrüger von Drummern stoße und auch immer dafür bin und mithelfe Betrügereinen zu ahnden)...


    Könntest Du mir noch eine Frage beantworten...sehr schade dass es nicht mit dem PIC klappt.


    Anyway... der Riß ist nicht zufällig irgendwo an den Stellen die seltsamerweise bei dem Eaby-Pic nicht zu sehen sind ???? Bei mir geht immer die Phantasie durch... aber es ist schon komisch und a-typisch, dass das Becken nicht komplett beim Ebay-PIC NICHT komplett abgelichtet ist.


    Streng genommen ist das Bild ohnehin recht mies. Wahrscheinlich hätte man das Becken auch als Komplettbild nicht als rissig erkannt....


    Trotzdem irgendwie auffällig, dass es so eigenartig abgelichtet wurde. Auch die Reaktion und der Tonfall des Verkäufers (zumindest das was Du gleich zu Anfang deines Threads gepostet hast, klingt sehr verdächtig, nach Profi... ihr wißt was ich meine.... klar, ich kann auch irren)

    Hi,


    super-ärgerlich.


    Bitte Picture posten oder zumindest die Beschreibung "umlaufend" präzisieren. Natürlich gibt es Cymbalrisse die je nach Verpackung beim Transport auftreten könnten. Gerade bei Thin Crashes oder womöglich Paper-Thin´s...


    Aber der Riß könnte (rein theroetisch natürlich nur...) auch schon vorher bestanden haben... und beim Drumming vor dem Ebay-Verkauf aufgetreten sein.... - also nicht beim Transport. Ich habe immer schlimme Phantasien... insbesondere bei EBAY (leider immer wieder durch schlechte Erfahrungen von befreundeten Drummern genährt!).


    Also, Pic wäre gut!

    Holly


    Das wichtigste, hätte ich fast vergessen.


    Ja, so einen miesen Fall wie du ihn berichtest habe ich auch einmal erleben müssen (in Seeheim-Jugenheim). Da war die Luft zum platzen gespannt, da ich und der Sänger eher Hardliner waren und gemeinsam mit den 2 softeren (vernünftigeren!) Bandmitgliedern und einer "Veranstaltungsdame" einer Lokalität sehr intensiv diskutierten. Ihr gefiel ganz einfach unsere Musik nicht! Tja und da wollte sie plötzlich garnix zahlen!


    Ich denke, du hast schon in einer Sache sehr gut agiert. Nun weiß schon mal jeder hier Forum, dass man bei der "alkoholgeschwängerten Liesel" in Darmstadt aufpassen muß.


    Mein Post ist keinesfalls! als "Kneifen" in schwieirigen Situationen zu verstehen. Ganz im Gegenteil! Wichtig ist aber meistens: zunächst über das weitere Vorgehen bandintern Einigkeit erzielen, und dann deutlich auftreten.

    Zitat

    Wenn ich das hier lese, kommt mir das vor, wie aus einer anderen Welt. Ich mache jetzt schon wirklich lange Musik, verschiedenen Bands, immer eigenen Sachen und die Dinge von denen ihr hier erzählt, spielten niemals eine Rolle. Das ist so dermaßen realitätsfern.


    Bei Covermucke oder wenn man mit eigenem Album im Geschäft ist, dann läuft das so, aber sonst...Wir bekommen fast nie Gage. Ich kenne auch keine Band die unseren Bekanntheitsgrad hat bei der das anders ist und da macht auch niemand nen Vertrag. Auch als ich mal ne Jazzkombo hatte, gab es für in diesem Fall bezahlte Gigs als Sessionopener keinen schriftlichen Vertrag. Das lief alles mündlich und rechtlich natürlich in der Grauzone.


    Jetzt wollte ich einmal in meinem Leben DF völlig zustimmen... allein - es geht wieder nicht (ganz) :)


    Zitat


    Wir bekommen fast nie Gage.


    Das ist traurig, aber bevor sich einige bemüßigt fühlen zu denken (da macht DF was falsch) ist das ein Stück weit ehrliche und nüchterne Bestandsaufname. Wer sich nicht mit "ich spiele nur das was du und dein Publikum hören willst" (ala Cover oder Tanzmusik) präsentiert, bekommt in der regionalen Club-Szene seit jeher wenig Asche. Es sei denn er ist regionaler KULT mit nennenswertem Gefolge was dem Veranstalter viele hungrige und durstige Mäuler garantiert. Letzteres ist natürlich super-schwer zu erreichen.


    Trotzdem gibt es viele Ausnahmen. Ich hatte früher mit Verträgen nie viel zu tun, trotzdem gab es sie manchmal (vielleicht bei 20 % der Gigs). Allerdings wurden sie eher von Veranstalterseite an uns herangetragen. In kommunalen Kulturzentren (dort wo in aller Regel öffentliche Mittel rechenschaftspflichtig verwaltet werden) war öfters ein Vertrag (oder ein formal wirkendes Formblatt) gegeben. Je stringenter die Behörde oder die kulturelle Wirkungsstätte (z.B: Gig im Knast) desto eher wird einem auch was vorgelegt.


    Natürlich erlebt jede Band auch mal "Rip-offs". Die Frage ist nur ob generell ein Vertrag davor schützt. Bei allem Patriotismus... irgenwie ein zu dt. phänomen, dass viele Menschen denken der Tod per Vertrag abgesichert sei schöner???


    Wem ein Vertrag die Sicherheit gibt (die er benötigt um sich wohlzufühlen) soll er natürlich einen machen. Da ist prinzipiell auch nichts dagegen einzuwenden und ist keinesfalls ironisch gemeint. Wir hatten früher in Bandprojekten aber Verträgen immer! zugestimmt, wenn sie Veranstalter wünschten. Manche Veranstalter wollten für sich sicher gehen, dass sie nicht Samstags abends öffnen das Publikum ist da - aber die Band nicht. Generell wollten wir unser Live-Spiel intensivieren und ganz ehrlich etwas den bescheidenen Bekanntheitsgrad ausbauen. Das heißt selbst, wenn ein Gig suboptimal lief und auch der Veranstalter(in) nicht meinem Schönheitsideal entsprach, waren wir froh nach einem Gig zu hören "ihr könnt mich in einem 1/2 Jahr anrufen, dann können wir wieder einen Gig planen".


    Wir sind auch mehrfach auf die "Budget-Fresse" gefallen, wenn wir uns ohne Vertrag auf die mündlich zugesicherten Aussagen verlassen haben:
    1.) unser Club ist Freitags immer gut besucht
    2.) Natürlich stellen wir einen Mitarbeiter für die Kasse/den Einlaß ab
    3.) Ihr bekommt keine Festgage sondern die Eintrittsgage (das lohnt sich aber für euch, da siehe Punkt eins... blablabla


    Mehrfach war es vor Ort anders: also Punkt 1 und 2 nicht gegeben. Da hat man sich natürlich geärgert. Andererseits kann ein Vertrag zwar Mindestbedinungen garantieren, aber das Interesse an einer Band von Veranstalterseite immens REDUZIEREN. Wir haben es nicht selten erlebt, wenn wir die Gage festmachen wollten (nix Catering oder Hostessenservice sondern wirklich nur eine Minimal-Festgage per Minimal-Vertrag) dass manche Veranstalter sofort uninteressierter werden und potentielle Auftrittschancen gefährdet waren. Dann haben wir (weil wir eben gerne Live spielen wollten) natürlich ohne Vertrag (und ohne Festgage) gespielt. Das mag man verdammen... uns war aber seinerzeit das Live-Spiel wichtiger.


    Jetzt kommt ein ganz übler Spruch, der sicher unschön an frühkapitalistische Arbeits-Sklaven-Selektion erinnert (ich kann es mir trotzdem nicht verkneifen, weil es real so ist):
    Es gibt unzählige Bands da draussen, und die meisten Veranstalter haben völlig freie Auswahl. Ganz nüchtern betrachtet könn(t)en viele Veranstalter völlig ungehindert ohne Verträge und ohne Gagen agieren, da es immer wieder Bands gibt, die überhaupt froh sind mal auftreten zu können. Zur Not auch für umme.


    Trotzdem (und hier kommt der deutliche Unterwschied zur sicherlich überspitzt gemeinten DF-Aussage): Mit geschicktem Agieren und viel Herzblut kann man neben vielen mies bezahlten Gigs auch mit 100%-selfmade Kompositionen (also ohne Cover Zugeständnis)manchmal auch etwas Asche einspielen. Aber das hängt meistens von viel Ausdauer, Herzblut, DIPLOMATIE!!!! und auch etwas Glück ab. Das sind dann seltene Sternstunden, wo sowas klappt. Ich kann mich gut erinnern, dass ich für Gig der uns für unsere Musik mal 800 DM Festgage brachte 30 !!! mal angerufen habe und 3 mal vor Ort war. Das war seinerzeit in meinem Studienort ohne allzuviel Zeitaufwand und ohne Anreisekosten möglich und für uns Mitte der zwanziger im Lebensalter immhin ein netter Betrag. Trotzdem bin ich Realist genug zu wissen, dass diesen Aufwand und diese Hartnäckigkeit nicht jeder Musiker betrieben hätte :)


    Noch ein banaler Hinweis: Bei Gagenverhandlungen clever agieren, aber sich vorher klar machen was man (oder die Band insgesamt) will. Dies ist nicht nur finanziell gemeint. Sondern sich klarmachen welche Zielsetzung die Band hat: eher live spielen oder eher Geld verdienen? Denn je selbstbewußter verhandelt wird oder nach Vertrag gerufen wird, desto eher kann dies bei manchen Veranstaltern zu einem geänderten Programm führen die eure Band nicht mehr listet. Will man also sehr gerne live spielen (ich vermute DF und viele andere) dann würde ich in Sachen Verträge oder Festgage-Summen eher die Bälle flach halten.


    Das ist die Welt von der ich komme :)


    Da fällt mir ein... unser Band-Slogan war jahrelang:
    "MELODIC ROCK FROM OUTER SPACE"


    Also hat DF doch nicht ganz unrecht! :)