Dazu eine hoffentlich "salomonische" Antwort.
Auf dieser Musikmesse haben sich erstmals die "hohen Tiere" vom Sabian-Kanada-Team zu unserem Messestand verirrt und einige Becken lobend getestet. Viele Hersteller pflegen ein eher kollegiales Miteinander, wo man durchaus mal nach links oder rechts schaut, um zu sehen was "der andere" so tut und entwickelt.
Ich lies es mir nicht nehmen einen etwas untersetzteren Herrn Sabians (der die anderen Mitarbeiter "dirigierte" und an dessen Lippen sie klebten) auf die Sound Control Becken anzusprechen.
Ich wußte die Antwort zwar schon
trotzdem war mir wichtig mal offiziell die Firmenpolitik Sabians zu verstehen.
Auf meine Frage, wie es sein kann, dass seit vielen Jahren die soundtechnisch besten Becken Sabians (die Sound-Control-Crashes) nirgendwo mehr promoted werden, und selbst manche Sabian-Freaks glauben, die gäbe es nicht mehr, antwortete er (sinngemäß):
"As long as the people do not know how to play them right, it would not make any sense to push them in the market. "Most of the drummers destroy these cymbals".
Das ist gegenwärtig bei allen! Herstellern das Kernproblem. Dünne Crashes klingen (wertiges Material und gute Verarbeitung vorausgesetzt) in den Ohren vieler Drummer am schönsten und edelsten. Sie explodieren förmlich und kommen schnell zum Höhepunkt! (sorry
Tun also genau das, was ein Crash soll. Akzente schnell und "timingtreu" umsetzen!
Andererseits ist ihre Lebenserwartung begrenzt. Im Falle der Sound Control (mit der gewagten Konstruktion bzw. Oberflächenspannung des Randes) wird natürlich noch mal der Lebenserwartung einiges abgetrotzt.
Somit gehen viele Drummer den Kompromiß ein, eher dickere Becken zugunsten einer höheren Lebenserwartung zu erwerben. Auch wird von der Industrie quer durch fast alle Firmen immer wieder die Parole ausgegeben, wer ein Crash-Cymbal killt, der hat die falsche Technik. Was ich von diesem Statement halte habe ich zu oft kundgetan. Ich beharre meinerseits darauf, das es sich (siehe oben) um das zentrale Problem handelt, dass dünne Crashes toll klingen, aber auch schnell überlastet werden und demzufolge auch sehr gefährdet in der Lebenserwartung sind.
Höherwertige Serien/Legierungen bedeuten nicht!!! zwangsläufig eine bessere Lebenserwartung dünner Crashes. Zumindest was gegenwärtig verwendete Legierungen auf dem Markt betrifft. Momentan experimentieren mehrere Firmen mit völlig neuen Legierungen, die dünnere Materialstärken zulassen, aber trotzdem flexibler/haltbarer/belastbarer sind bzw. sein sollen und hoffentlich die obengenannten Probleme auflösen. Wann und ob überhaupt diese neuen Legierungen zur Marktreife gelangen, wird die Zeit zeigen 