Dir geht es nicht allgemein darum, ein besseres Gefühl für Songstrukturen zu bekommen und das an Beispielen zu üben, sondern darum, die konkreten Abläufe der Lieder eurer Setliste zu lernen, ohne Aufnahmen oder Aufzeichnungen / Sheets / Noten zu nutzen?
Wenn du jegliche Form der Aufzeichnung und Notation ausschließt, bleibt ja nur Playalong-Basteln übrig. Das erscheint mir aber recht viel Arbeit zu sein. Insbesondere, wenn du dich an Abläufe, Akkorde, Endings etc. erinnern musst, um es zumindest einmal ins Playalong zu bekommen.
Oder spielen die Bandkollegen nach Noten?
Ich würde das vermutlich ganz pragmatisch und einfach angehen: Bei der nächsten Probe die Lieder mit dem Handy aufnehmen. Sound ist zwar mies, macht aber nichts. Dann würde ich mir zu jedem Lied ein Sheet machen. Ganz rudimentär:
Intro (Klavier) - 8 Takte Teil A - 16 Takte Teil B (Ride) - Übergang (Snare Achtel auf 2+) - 8 Takte Teil A - Ending (kurzer Akzent auf 1, 1/2 Takt einleiten)
Im Idealfall auch die ersten paar Töne Melodie oder Intro als Noten ausnotiert. Oder die erste Textzeile. Das hilft oft auch schon.
Sowas nutze ich weniger, um während des Spielens abzulesen sondern mehr, um mich vor dem Spielen zu erinnern. Vor dem Anzählen kurz den Ablauf überblicken, die Breaks in Erinnerung rufen und die Melodie im Kopf ansummen, damit man wieder weiß, worum es geht und wie schnell es sein sollte.
Zur Vorbereitung würde ich dann die Handy-Aufnahmen sehr oft anhören, mit Sheet in der Hand, und im Kopf mitspielen.
Wenn alles mehr oder weniger sitzt, würde ich die Lieder nur mit Sheets durchgehen. Melodie-Stimme dazu pfeifen oder singen. Wenn es ganz ohne andere Instrumente klappt, bist du gut vorbereitet. 