Das RE20 ist in der Tat ein sehr universell einsetzbares Mikrofon - wenn das ein wichtiges Kriterium für Dich ist, dann ist es auf alle Fälle ein besserer Kandidat als ein D6. Mit dem RE20 kannst Du neben einer BD auch fast alles andere aufnehmen, von Sax und anderem Gebläse bis hin zu Vocals oder Sprache. Ein RE20 hat auch einen sehr stabilen Wiederverkaufswert (hier kann ich allerdings mangels Marktübersicht keinen Vergleich mit dem Wiederverkaufswert des D6 anstellen).
Ich selber habe kein RE20, aber ein RE27N/D - dieses Mic hat zwar bedingt durch den Neodym-Magnet einen noch höheren Output als das RE20 (den braucht man freilich in der BD nicht) - kllingt aber sehr sehr ähnlich. Wie es genau in einer (=meiner BLX-) BD an unterschiedlichen Positionen klingt, kannst Du in diesem Thread nachhören:
Bassdrum Positions- und Mikrovergleich
Im selben Thread kannst Du auch noch andere universell nutzbare Mics in der Bassdrum hören - z.B. das MD441 von Sennheiser (eines meiner heimlichen Lieblingsmikrofone) oder auch das M201TG von Beyerdynamic - auch ein absolut universelles Arbeitstier (und dafür auch noch recht günstig - ca. EUR 160,-).
Zu den von Dir genannten Overheads kann ich keinen Input geben, da ich sie noch nicht verwendet habe - mit einem Paar Grossmembran-Mikros habe ich mein Set jedoch schon oft abgenommen - in meinem Fall waren das fast immer zwei AKG C414 B-ULS in Stellung Niere. Hier mal ein Beispiel, wie das klingen kann:
Pearl BLX aufgenommen mit Beta 52a, M201TG und C414B-ULS
Vor dem BD-Reso (ohne Loch) stand ein Beta 52a
Snare Beyerdynamic M201TG
Overheads: 2x AKG C414B-ULS in AB (ca. 30cm Abstand, ganz leicht nach aussen angewinkelt)
Wenn Dir zwei 414er preislich zu heftig sind, kannst Du Dir ja mal die C 214 anhören - das sind quasi halbierte 414er (keine Doppelmembran-Kapsel, daher nur Richtcharakteristik Niere, dafür aber auch nur halbe Preis).
Ein paar guter Kleinmembraner ist aber auch sehr gut brauchbar (vielleicht eher noch als ein Paar Großmembraner) - aus eigener Erfahrung kann ich die AT4041 empfehlen und - allerdings wohl preislich jenseits von gut und böse - die Sennheiser MKH40.
Unbedingt anhören solltest Du Dir mal die Haun MBC 660in diesem Post - finde ich klanglich sehr sehr gut:
Buddy Poors Aufnahme mit dem MBC 660 (bitte auf Seite 5 Post #85 anschauen/hören)
Edit: ich bekomme den Link zu Buddys Beitrag im Glyn-Johns-Thread nicht zum laufen - daher hier ein Link direkt zu seiner Aufnahme:
Buddy Poors Aufnahme mit MBC 660 - aus dem Glyn Johns Thread
Kleinmembran-Mikrofone, die ich mal bessessen und viel benutzt habe, sind: AKG C391B (BlueLine) - sehr verbreitet vor allem bei Verleihern, eher kühler und steriler Klang, Sennheiser e664 (= K6P Body + Nierenkapsel) - sehr höhenlastig und sehr hoher Output. Beide Mikrofon-Typen haben die Evolution in meiner Sammlung nicht überstanden...