Führerschein, Gesellenprüfung. Heißt im Umkehrschluss beim ersten Mal verhaue ich immer. Beim zweiten Mal klappt es dann. Keine guten Voraussetzungen

Doch, dass sind gute Voraussetzungen, weil Du Dich kennst und weißt, dass es beim zweiten mal klappt! Sorg einfach dafür, dass der Gig das zweite Mal ist, z.B. durch eine öffentliche Probe vorher mit 10 Leuten Publikum (alle auf dem Niveau von Steve Gadd natürlich).
Alle Prüfungen habe ich in der Theorie bestanden. In der Praxis immer erst im zweiten Durchgang. Durch
die Nervosität…
Nervosität ist normal und gehört dazu. Das kann man verinnerlichen und trainieren, daraus keine Angst werden zu lassen.
Es gibt für Prüfungen ein Erfolgskonzept, das man mit „erst die Pflicht, dann die Kür“ beschreiben könnte. Bei Klausuren sucht man sich die Aufgaben, die man sicher kann und bearbeitet sie zuerst. Erst wenn man sich damit das Bestehen (die 50%) gesichert hat, geht man an die schwereren Sachen. Im Studium haben wir bei einigen Fächern immer gewitzelt: vier gewinnt! Hauptsache bestanden, die Kür kann man dann wann- oder woanders hinlegen.
Das Konzept kannst Du auf Deinen Gig oder noch kleinteiliger auf jeden Song runterbrechen: Was ist Pflicht, was ist Kür?
Pflicht ist:
- Den Song im richtigen Tempo anzählen
- Den Anfang richtig spielen (falls es mit einem Break losgeht)
- In den richtigen Grundrythmus kommen (das meint den einfachsten Groove, den man zu der Nummer spielen kann)
- Wichtige Breaks und Stops mitspielen oder zumindest nicht durchdengeln, wenn alle einen Break machen
- Das Ende gemäß Absprache der Band mitmachen.
Alles andere (tolle Breaks, irre Bassdrumfiguren, rythmische Illusionen, sonstigen Pling Pling) kann man machen, wenn man es sicher kann, ist aber für die Performance der Band nicht vordergründig wichtig.
Das Pflichtprogramm muss man sich so sicher draufschaffen, dass man es im Schlaf runterspielen kann - dann reicht es auf der Bühne auch, wo man vielleicht wegen störender Einflüsse nur 60-70% von seinem Niveau abrufen kann.
Wenn Du Die die Punkte oben mal anschaust - so schlimm ist das nicht… Tempo gibt Dir Dein Metronom vor, Anfangsbreak oder besonderen Anfang übt man und schreibt es auf die Setlist, den richtigen Grundgroove spielt man quasi automatisch, wenn man das Stück in- und auswendig kennt, wichtige Stopps kan man sich von den Mitmusikern anzeigen lassen und am Ende ist eh alles egal… 
Wir Drummer haben den unendlich großen Vorteil, das wir 90% des Notwendigen aus dem „Köcher“ ziehen können und über einen Grundgroove nicht nachdenken müssen, da er automatisiert rausläuft. Die fehlenden 10% ( Tempo, Anfang, Breaks, Ende) lernt man auswendig und gut isses…