Noch ein Bassdrum-Mikrofon Vergleichstest - warum? Ich habe letztes und dieses Jahr einige Mehrspuraufnahmen meiner Blues/Rockband verarbeitet und dabei mitunter Schwierigkeiten bei der Bassdrum gehabt, sie richtig in den Mix zu bekommen. Teilweise war das schlicht auf eine falsch gestimmte Bassdrum zurückzuführen, aber es lag auch an der Mikropositionierung und ggf. auch am Mikrofon (das war wie immer bei mir in den letzten Jahren ein Shure Beta 52a in Kombination mit einem C414B-ULS vor dem Reso). Jedenfalls entstand aus dieser Situation der Wunsch nach einem weiteren BD-Mikrofon - und wie könnte man sich besser entscheiden, als durch einen Vergleichstest?
Die Vorauswahl der Kandidaten erfolgte anhand von YouTube Videos und Testberichten - es sollten auch Grenzflächen dabei sein, mit denen ich bisher noch nicht gearbeitet hatte sowie dynamische Mikrofone, die nach Möglichkeit auch für andere Einsatzzwecke brauchbar sind. So kamen folgende Mikrofone in den Bestellkorb:
- Beyerdynamic TG D70
- Beyerdynamic M88TG
- EV RE320
- Shure Beta 91a
- Beyerdynamic TG D71
- Behringer BA 19a
Dazu kamen aus dem Bestand:
- Shure Beta52a
- Beyerdynamic M201TG
Der Test lief so ab, dass immer eins von den dynamischen Mikrofonen glechzeitig in fünf verschiedenen Positionen getestet wurde - die drei Grenzflächen blieben aber immer in der Bassdrum liegen und wurden auch immer mit aufgezeichnet. Bei letzteren verfügen zwei (Shure und
Behringer) über EQ-Schalter, der einen Filter für den Einsatz in der Bassdrum aktiviert. Dieser war bis auf einen Test zum Herausarbeiten der Unterschiede immer aktiviert. Der Vergleich mit dem TG D71 hinkt daher etwas, da dieses keinen EQ an Bord hat.
Als Testset kam mein Pearl MMP mit einer 22x18" Bassdrum zum Einsatz, die mit einem EMAD clear als Schlagfell und einem Aquarian Regulator mit Loch als Reso ausgestattet war. Die Bassdrum wurde vor dem Test nochmal gestimmt mit einem Tunebot. Als Dämpfung lag in der der Bassdrum eine
dünne Decke in der unteren Hälfte der Trommel, auf der die Grenzflächen lagen. Das Schlagfell hatte darüber hinaus noch das Remo Dave-Weckl Dampening System installiert - im Prinzip ein Luxusausführung des gerollten Handtuchs.
Das Set wurde abgesehen von den Bassdrummikrofonen mit zwei Overheads (Oktava MK012) und einem SM 57 an der Snare abgenommen. Weiterhin lief außen am Reso immer ein AKG C414B-ULS in Richtcharakteristik Acht mit sowie hinten in der Raumecke ein weiteres C414 in Stellung Kugel als
Raummikrofon. Die Bassdrummikrofone (3x Grenzflächen sowie der jeweilige Testkandidat) gingen in mein Focusrite Clarett 4 Pre Interface - die anderen Mikrofone hingen an einem ADA8000, der über ADAT an das Focusrite angekoppelt war. Aufgenommen wurde das ganze dann in Samplitude
Pro X3 mit 48 kHz und 24 bit.
Folgende fünf Positionen habe ich mit den dynamischen Mikros getestet:
- Resoloch
- In der Mitte der Trommel, 2/3 außerzentrisch
- 2/3 in der Trommel (also 1/3 vom Schlagfell entfernt) - 2/3 außerzentrisch
- Nah am Schlagfell (5 cm) - 2/3 außerzentrisch
- Vor dem Reso (auch etwa 2/3 außerzentrisch - weg vom Resoloch)
Aufgenommen wurden jeweils einzelne Bassdrumschläge (wie bei einem Soundcheck) und ein Groove. Weiterhin hatte ich mir vorher Playbacks von je einem Stück meiner Blues/Rock-Band und von der Funk-/Soultruppe gemacht, zu denen ich ein paar Takte mitgespielt habe diesen
musikalischen Kontext wollte ich für mich haben, kann ihn aber wegen des Copyrights nicht mit euch teilen.
Am Ende des Tages war die Festplatte voll mit viel Audiomaterial und ich dafür ziemlich alle...